Turbulenzen

Turbulenzen

Hardback
3.750
KurzgeschichtenFlugreisenKurzgeschichten-RomanRund Um Die Welt

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Description

Ein Roman wie ein Dominospiel: Jedes Leben berührt ein anderes. Zwölf Menschen begegnen sich, während ihr Leben in Turbulenzen gerät. Auf dem unruhigen Flug nach Madrid kommt eine Frau, die ihren krebskranken Sohn in London besucht hat, mit ihrem Sitznachbarn ins Gespräch. Der Geschäftsmann aus dem Senegal weiß noch nicht, dass ihn in Dakar die Nachricht eines tragischen Unfalls erwartet, bei dem ein Frachtpilot Zeuge wurde. In diesem höchst spannenden Roman berührt jedes Leben das nächste, ob es der indische Golfer ist, der seinen senilen Vater bestiehlt, oder die Tochter einer ausgewanderten Deutschen, die einen syrischen Flüchtling heiraten will. Mit magischer Schwerelosigkeit nimmt uns der international gefeierte Autor David Szalay mit auf eine Reise rund um die Welt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
136
Price
19.60 €

Author Description

David Szalay, 1974 in Montreal, Kanada, geboren, wuchs in London auf. Er studierte an der Universität Oxford. Mit Was ein Mann ist, seinem vierten Roman, der 2018 bei Hanser erschienen ist, kam er 2016 auf die Shortlist des Man-Booker-Preises. 2020 erschien bei Hanser sein neuer Roman Turbulenzen.

Posts

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All
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Eine Reise um die Welt mit Tiefgang

Mutter Kanadierin, Vater Ungar, geboren in Montreal, aufgewachsen in London, Literaturstudium in Oxford, viele Jahre wohnhaft in Budapest – das sind die passenden kosmopolitischen Voraussetzungen, die der 49jährige Schriftsteller David Szalay mitbringt, um einen global vernetzten Roman wie „Turbulenzen“ zu schreiben. Das Grundprinzip unterschiedlichster Schauplätze rund um die Welt hat Szalay bereits in seinem Werk „Was ein Mann ist“ sehr erfolgreich umgesetzt, was ihm für jenes Buch 2016 zurecht eine Nominierung auf der Shortlist des „Man Booker Prize“ einbrachte. In „Turbulenzen“ nimmt Szalay diesen Modus noch konsequenter wieder auf. Man erwirbt mit dem Buch sozusagen ein Round-the-world-Ticket. Die einzelnen Kapitel bestehen aus ineinandergreifenden Flugstrecken, die zugehörigen Titel bestehen einzig und allein aus den internationalen IATA-Codes der Airports, eine Herausforderung für alle Vielreisenden. Oder hätten Sie spontan gewusst, von wo nach wo es bei GRU - YYZ geht? Doch das sind nur die formalen Rahmenbedingungen. Eigentlich stellt jedes Kapitel eine eigene Kurzgeschichte dar, allerdings hat Szalay diese genial ineinander verwoben, indem sich immer neue menschliche Schicksale entlang dieser Flugetappen rund um die Welt aus der vorhergehenden Geschichte ergeben. Eine Randfigur in dem einen Kapitel wird plötzlich zur Hauptprotagonistin im nächsten. Mit präziser, adäquater Sprache, eindrucksvollen, aber nie schwülstigen Bildern gewährt der Autor Einblicke in unterschiedlichste Leben und Kulturen rund um den Globus. Durch den kontinuierlichen Wechsel der Hauptfiguren vollzieht sich immer wieder ein für den Leser erstaunlicher Perspektivenwechsel. Eine literarische Technik, durch die es Szalay gelingt, die Ambivalenz einer Figur messerscharf und lebensecht herauszuarbeiten. Da ist der indische Ehemann gerade noch der gewalttätige Tyrann seiner Familie, erscheint dann aber im Folgekapitel plötzlich in einem ganz neuen Licht, wenn man plötzlich erfährt, dass auch er Opfer gesellschaftlicher Konventionen ist. Obwohl sein Schreibstil sehr eingängig und leicht ist, macht es der Autor seinen Lesern inhaltlich nicht einfach. Er stellt Themen unserer Zeit in den Fokus und fasst dabei zuverlässig in offene Zeitgeist-Wunden. Wie reagiert die Familie auf ein behindertes Neugeborenes? Wie geht man offen mit einer neuentdeckten Liebe um, die die Ehe im höheren Alter gefährdet? Was ist, wenn man bei der Heimkehr spürt, dass in der heilen Familienwelt etwas Furchtbares passiert sein muss, aber die Gewissheit sich erst ganz langsam ins Bewusstsein schleicht? Da wirkt eine leichte Episode wie das Tinder-Date eines Piloten zwischen zwei Flügen trotz der durchaus psychoanalytisch interessanten zwischenmenschlichen Interaktion fast schon lapidar. Durch sein literarisch innovatives Konzept nimmt David Szalay einen mit auf eine Reise um die Welt, die in London beginnt und dort auch wieder endet. Szalay schreibt sehr fliessend, ist angenehm zu lesen, baut aber nach kurzer Zeit diese verheissungsvolle Spannung auf, weil er in seinen Stories unberechenbar ist. So wie das echte Leben auch. Eben voller Turbulenzen.

3

Ideal fürs Handgepäck

„Turbulenzen“ liest sich ein bisschen wie ein Flug mit leichtem Wackeln: unterhaltsam, stellenweise überraschend und schneller vorbei, als man denkt. Die Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten sind clever gestrickt und machen Spaß beim Entdecken – so ein kleines „Ah, jetzt verstehe ich!“ hier und da. Allerdings bleibt das Ganze eher an der Oberfläche, statt wirklich in die Tiefe zu gehen. Perfekt also für einen Flug: kurzweilig, angenehm, aber man landet, ohne dass es emotional groß durchrüttelt.

Ideal fürs Handgepäck
3.5

Ja puh keine Ahnung

Schreibstil war super. Es war auch interessant, aber es hatte keinen Impact. Leider wars einfach nicht sonderlich aussagekräftig. Vermutlich lags daran, dass es zu kurz war. Weiß nicht ob ich’s empfehlen würde.

4

Bewegende Kurzgeschichten, die alle über eine einzelne Person im Zusammenhang stehen. Originell knostruiert, prima umgesetzt. Pointiert, bewegend und spannend!

3

Zwölf Figuren, durch eine Kettengeschichte miteinander verbunden, die Episoden werden jeweils mit einer Flugreise als Aufhänger erzählt. Philosophisch.

3

Tolle Erzählweise

In kurzen Geschichten, die mit Flugstrecken betitetlt sind, nehmen wir hier die Blickwinkel verschiedener Protagonisten ein, die sich in der darauf folgenden Geschichte in anderer Form wiederfinden. Bildet man sich im ersten Moment noch eine Meinung (oder gar ein Vorurteil), versteht man in der Anschlussgeschichte plötzlich die Beweggründe eines Handelns und überdenkt seine Meinung. Ein kurzweiliges Lesevergnügen.

3

Manche Situationen werden nicht aufgelöst, was ziemlich unbefriedigend ist.

4

Die Erzählung beginnt mit einer älteren Frau, die von London nach Madrid fliegt. Sie hat ihren schwerkranken, erwachsenen Sohn zurücklassen müssen, um den sie sich sehr sorgt. Zusätzlich hat sie große Flugangst. Mit ihrem Sitznachbarn beginnt die nächste Geschichte. Dieser fliegt von Madrid nach Dakar und wundert sich über das merkwürdige Verhalten seines Fahrers, der ängstlich wirkt, aber schweigt. In Dakar möchte ein Mann im Taxi zum Flughafen und von dort weiter nach São Paulo, aber der Wagen kollidiert mit einem Mofafahrer. Eine Mutter besucht ihre Tochter im Krankenhaus im kanadischen Toronto, um ihren geborenen Enkel das erste Mal sehen zu können und wird von ihrer panischen Tochter empfangen, die ihr eröffnet, dass der Sohn blind zur Welt gekommen sei. Die weiteren Kapitel drehen sich ebenso um Verzweiflung, Liebe, Angst, Sinnsuche und Hoffnungslosigkeit. »Turbulenzen« liest sich in kurzer Zeit weg, was neben seiner Kompaktheit vor allem an der raffinierten Idee der Geschichte liegt. Mit nur knapp 140 Seiten ist es ein äußerst schmales Buch. Jedes Kapitel erzählt von einer anderen Flugreise, hinter der immer ein Mensch steht, dessen Geschichte mit einer anderen verwoben ist. Die Nebenfigur aus dem aktuellen Kapitel übernimmt im nächsten die zentrale Rolle. Die einzelnen kurzen Szenen setzt Szalay gekonnt um, ohne detailversessen zu sein. Viel mehr nutzt er Anspielungen, die neugierig machen. Alle Charaktere haben den Umstand gemeinsam, auf der Suche zu sein. Ihnen stellen sich grundlegende Fragen nach der eigenen Existenz. Die einen streben nach Nähe und Zuneigung, die anderen wünschen sich Antworten auf drängende Fragen oder suchen ihr persönliches Glück. Letzteres schwingt stillschweigend in jedem Kapitel mit. David Szalay gibt intime Einblicke in die Gedanken und Handlungen seiner Protagonisten, deutet vieles jedoch nur an. »Turbulenzen« handelt von verletzten Seelen und gescheiterten Lebensentwürfen. Die Handlungen taumeln zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Den Leser erwartet mit diesem Roman trotz seiner Kürze ein intensives Leseerlebnis. Der Mensch mit all seinen Emotionen, Befindlichkeiten und prägenden Erfahrungen steht im Vordergrund der Geschichte. Flughäfen und Flugzeuge sowie die Anfahrten dorthin, bilden das Setting sämtlicher Kapitel. Sowohl der Buchtitel als auch die Bezeichnungen der einzelnen Episoden harmonieren mit dem Inhalt. So sind die Kapitel jeweils nach den international bekannten Kürzeln der Fluglinien benannt, die im Folgenden die Handlungsorte bilden. Sprachlich konnte mich der Autor jederzeit mitnehmen und ich fühlte mich gut unterhalten. Szalay hat flüchtige Begegnungen in kurzen Erzählungen gut konstruiert umgesetzt. Eine globale Reise, die nach den Ursachen menschlichen Daseins sucht. Ein kurzer Roman mit Suchtpotential.

4

Schön zusammengefügte Geschichten

2

Auf französisch gelesen Interessante Idee aber etwas lanweilig

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