Die weite Wildnis

Die weite Wildnis

Hardback
3.8114

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

„Lauren Groff hat gerade den Abenteuerroman neu erfunden.“ – Los Angeles Times

Eine kühne literarische Expedition in die amerikanische Wildnis und das Leben einer Pionierin

Ein Mädchen allein, frierend, auf der Flucht. Hinter ihr liegen Hungersnot und die Brutalität der Menschen, unter denen sie aufgewachsen ist; um sie herum fremdes Land und seine Bewohner, die sie fürchtet, weil sie es so gelernt hat; vor ihr das Unbekannte.

Nordamerika im frühen 17. Jahrhundert: Englische Siedler, fromm, überheblich und fähig zur schlimmsten Gewalt, nehmen das Land in Besitz. Das Mädchen gehörte zu ihnen, doch nun ist sie allein. Die Wildnis ist hart, sie kämpft ums Überleben und beginnt, infrage zu stellen, was man ihr beigebracht hat. Haben die Menschen hier nicht ihre eigenen Götter, ihre eigenen Namen für die Dinge? Wozu brauchen sie die Europäer? Ist sie nicht selbst nur ein fremdes, zerbeultes Wesen in einer Welt, die ihrer nicht bedarf? Und während sie die Natur zu lesen lernt, wächst etwas Neues in ihr: ein anderer Sinn, eine Liebe, die nicht besitzergreifend ist.

Die weite Wildnis ist die packende Geschichte einer Pionierin, einer Visionärin: Mit ihrer eigenen, gewaltigen Sprachmacht und dem Pathos biblischer Geschichten erzählt Lauren Groff das abenteuerliche Leben einer jungen Frau, die lernt, zuerst von der Natur zu leben und dann mit ihr – und die dabei eine neue, freie Sicht auf die Welt gewinnt.


"Lauren Groffs Roman folgt einer jungen Frau aus der sogenannten Zivilisation in die Wildnis, wo sie lernt, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist – und sie nicht beherrschen zu wollen. Die weite Wildnis ist voller unvergesslicher Szenen und steht in einer großen nordamerikanischen Erzähltradition, die Groff zugleich gegen den Strich bürstet." – Nicole Seifert

"Lauren Groff nutzt die Spielräume verschiedener Genres genial aus, um hochpolitische Romane zu schreiben, die direkt ins Herz unserer Gegenwart treffen." – Denis Scheck

„Lauren Groff muss eine Zauberin sein. Auch Wochen nach dem Lesen denke ich an so gut wie nichts anderes als diesen Roman und seine unvergleichliche Hauptfigur. „Die weite Wildnis“ ist ein ergreifendes, sprachlich und intellektuell bestechendes und dazu noch hochspannendes Buch.“ – Daniel Schreiber

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
288
Price
25.70 €

Author Description

Lauren Groff, 1978 geboren, lebt in Gainesville, Florida. Ihr Roman Licht und Zorn ist einer der größten Erfolge der amerikanischen Literatur der vergangenen Jahre. Er stand ebenso wie Matrix und ihre Erzählungen auf der Shortlist des National Book Award.

Posts

25
All
4

Ein unscheinbarer Plot wird zu einer gewaltigen Geschichte

Lauren Groff beginnt ihren neuesten Roman „Die weite Wildnis“ in medias res: Ein junges Mädchen, sie kann allerhöchstens sechzehn sein, flieht. Sie flieht vor den Schrecken des Hungers in einer der ersten englischen Siedlungen auf dem amerikanischen Kontinent. Sie flieht vor Fremdbestimmtheit (sie ist Dienerin) und vor übergriffigen Männern und eben vorm sicheren Hungertod. Da ist es ihr auch egal, dass in dieser endlosen, unbekannten Wildnis tiefster Winter und bitterste Kälte herrschen. Sie hat Stiefel, einen Mantel, einen Becher, ein Messer. Sie ist fest entschlossen, ihren Weg zu gehen. Wohin das namenlose Mädchen fliehen will, was ihr Ziel ist, bleibt unklar und verwaschen. Die vereinzelten Menschen, die ihr in der Wildnis begegnen, empfindet sie immer eher als Feinde denn als rettendes Ziel. Irgendwo ganz versteckt im Hinterkopf hat sie die Idee, in Richtung der französischen Siedlungen im Norden zu fliehen, denn sie spricht die Sprache (zumindest ein bisschen). Doch so recht glauben mag man das als Leser nicht. Eher geht es in „Die weite Wildnis“ um das Erforschen der eigenen inneren Wildnis genau so wie der umgebenden äußeren Natur. Das Eintauchen des Individuums in die schreckliche Herrlichkeit der Welt. Es geht um das Erkennen, dass wir kleine Partikel im großen Ganzen sind, während die Akzeptanz dieser Nichtigkeit gleichzeitig Stärke und einen Lebenssinn verleihen. Andere Autoren, die über den Menschen in der amerikanischen Weite geschrieben habe, schauen den Leser von den Seiten dieses Romans an: Cormac McCarthy genauso wie Jon Krakauer. Wahrscheinlich kann man bestimmte Aspekte eines solchen Buches nur verstehen, wenn man eben weiß, wie es ist, in einem derart großen Land zu (über)leben. Doch auch für das europäische bzw deutsche Publikum gibt es hier genügend Anknüpfungspunkte, denn Lauren Groff bringt mit ihrer recht simpel gestrickten Handlung trotzdem reichlich Saiten zum Klingen. Sie schreibt darüber, wie es ist, eine Frau zu sein in einer Welt, die von Männern dominiert wird. Wie es ist, wenn man als Dienerin keine eigene Entscheidungsgewalt hat. Wie es ist, wenn selbst die eigene Herrin nicht verhindern kann, dass man vom Sohn des Hauses vergewaltigt wird. Das Mädchen entflieht all diesen Prozessen in eine feindliche Natur hinein, die sie trotzdem als wohltuender empfindet. Es ist ein Kampf, hier zu überleben – nicht zu erfrieren und nicht zu verhungern. Und doch findet sie in diesem Kampf auch Schönheit und Erfüllung. Gegen Ende imaginiert sie sich sogar als alte Frau einsam in einer Hütte im Wald, wo sie abgeschnitten von aller Zivilisation ein erfülltes Leben führt. Ein hartes Leben und eines voller Entbehrungen - aber ohne Bitterkeit, dafür in simpler Schönheit. Lauren Groff ist eine beeindruckend gute Schriftstellerin. Obwohl vieles in diesem Roman alltäglich und vielleicht auch „unliterarisch“ erscheint – es geht eben oft um den täglichen Kampf um die nächste Mahlzeit oder den nächsten warmen Schlafplatz –, wird es nie langweilig oder banal. Das liegt einerseits daran, dass Groff ihre Protagonistin zu so einer rührenden Kämpferin macht, dass man beim Lesen unbedingt mit ihr mitfiebern muss. Man ist sofort und immer bei ihr, und zwar ganz nah. Und andererseits ist Groff unglaublich gut im „nature writing“. Was sie hier beschreibt ist immer plastisch, fast körperlich und dabei in wunderbare Sprache gegossen, ohne jemals ins Blumige oder Kitschige abzudriften. Mit jedem Buch katapultiert sich Groff auf die nächste Stufe des Olymps der amerikanischen Gegenwartsliteratur. „Die weite Wildnis“ sei jedem ans Herz gelegt, der Gefallen an stilistisch und sprachlich herausragender Literatur hat. Und jene, die sich für die weibliche Erfahrung in einer männlichen Welt interessieren, werden hier auch fündig. Und schlussendlich: Wer Lauren Groffs andere Bücher mochte, wird auch hier nicht enttäuscht werden.

5

Das Mädchen, wie die Protagonistin des Buches meist genannt wird, flieht im 17. Jahrhundert aus einem englischen Fort in Nordamerika und muss sich allein in der Wildnis durchschlagen. Das Buch erzählt vom Überlebenskampf in der Wildnis, schildert dabei die wilde, unberührte Natur, durch die das Mädchen streift, und erhellt in Rückblenden die Vorgeschichte des Mädchens und die Gründe ihrer Flucht. Zudem ist "Die weite Wildnis" aber auch durchzogen von Reflexionen über Themen wie Selbstbestimmung, Leben in patriarchalischen Verhältnisses oder dem Glauben oder Nicht-Glauben an Gott. Das Ganze in einer etwas eigenen, nach meinem Empfinden bewusst leicht altmodischen Sprache, in die ich mich erst einmal hereinfinden musste, die aber sehr gut zum Buch passt. Klare Leseempfehlung, allerdings sind einige Passagen recht drastisch und nicht unbedingt etwas für Zartbesaitete.

4

Lauren Groff hat mir mit ihrem Roman "die weite Wildnis" schöne Lesestunden beschert. Ich kannte die Autorin bisher nicht und war gespannt, was mich erwarten würde. Der Titel und der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Auf einen Abenteurroman? Abenteuer steckt auf jeden Fall in dem Buch. Die Autorin hat mich mit ihrem Schreibstil in ihren Bann gezogen. Die Beschreibungen der Natur, der Ängste, Gedanken und Hoffnungen des Mädchens haben es mir ermöglicht, mich ganz in das Geschehen hinein zu versetzen. Poetisch geschrieben, aber an den richtigen Stellen auch direkt und schonungslos. Ein junges Mädchen, das aus ihrer Siedlung flieht, um ein Leben in der Wildnis zu leben. Warum sie geflohen ist, erfährt man erst im Verlauf der Geschichte. Während die junge Frau, ums Überleben kämpft, darf man als Leser immer wieder Teil an ihren Gedanken aus der Vergangenheit haben. Häppchenweise erfährt man, warum sie es in ihrem Dorf mit den Menschen dort nicht mehr ausgehalten hat, wie schlecht man sie behandelt hat. Mitten in der Wildnis zwischen Traum und Delir denkt sie an ihre große Liebe und an den Verlust eines kleines Mädchens, den sie nie verarbeitet hat. Das Buch ist spannend geschrieben, wobei ich im Mittelteil auch die eine oder andere Länge empfunden habe. Das Ende hätte ich mir allerdings anders gewünscht. Alles in allem aber ein wirklich lesenswerter Roman.

Post image
3

„Die weite Wildnis“ von Lauren Groff spielt im frühen 17. Jahrhundert in Nordamerika und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die allein in der Wildnis um ihr Überleben kämpft. Während ihres Überlebenskampfes kommt die Protagonistin immer wieder in Momente in denen sie sich selbst aber auch ihre Umwelt reflektiert und zu der Zeit gängige Ansichten hinterfragt. Dieser Aspekt des Buches hat mir durchgängig Spass gemacht und war interessant zu lesen. Der Überlebenskampf der Protagonistin war stellenweise spannend dargestellt und man konnte regelrecht mit ihr mitfiebern, teilweise war er jedoch auch etwas langatmig und zuweilen ein wenig eklig. Den oft besprochenen feministischen Aspekt der Erzählung habe ich nur teilweise und eher unterschwellig wahrgenommen, wobei dieser immer im Kontext der Zeitepoche in der das Buch spielt stand. Die Sprache der Autorin ist durchgängig besonders und in guten Momenten sehr poetisch bildhaft. In schlechteren Momenten, die es leider auch gab, wirkte die Sprache jedoch etwas verkopft und Dinge wurden für meinen Geschmack unnötig verkompliziert dargestellt. Alles in allem war „Die weite Wildnis“ aber ein spannender und zum mitfühlen anregender Roman, der einen aus einer Perspektive in eine Zeit und Welt entführt, die ich noch nicht all zu oft lesen durfte.

4

Ich mag historische Settings mit einem feministischen Leitmotiv. Wenn dazu dann noch eine brillante Sprache und leicht düstere Atmosphäre kommt – well.. 😮‍💨🤌🏼 Lauren Groff skizziert in »Die weite Wildnis« den Überlebenskampf eines Mädchens in Nordamerika im 17. Jahrhundert. Warum das Mädchen die Siedlung verlassen hat, vor wem sie flieht, das erfahren wir erst später. Die Sprache ist bildgewaltig, szenisch und intensiv. Groff gelingt es, die Lesenden in das Setting zu ziehen – die raue Landschaft, die Einsamkeit, Kälte und Hunger. Das macht das Buch zu einem eindrucksvollen Leseerlebnis. Auch wenn es mir teilweise heftige »The Revenant«-Vibes gab. Jeden Tag kämpft die mutige Protagonistin aufs Neue ums Überleben. Doch es geht um so viel mehr. Es ist zugleich ein Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung. Mit der Zeit schwindet ihre Angst vor dem Unbekannten, die Furcht vor der erbarmungslosen Wildnis. Die Sicht der Protagonistin verändert sich. Sie beginnt, die vorherrschenden patriarchalen Strukturen und das Verhalten der Siedler zu kritisieren und findet schließlich ihren Frieden in der Natur – und mit ihr Schönheit und Trost. Der Roman hat mich nicht nur durch seine sprachliche Brillanz überzeugt, sondern auch durch die subtile, hochaktuelle Gesellschaftskritik und dem feinsinnigen Plädoyer für einen respektvollen Umgang mit der Natur. Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs – großartige Übersetzungsarbeit.

Post image
4.5

Ein Buch das in Erinnerung bleibt. Lauren Groff erzählt hier schonungslos den Überlebenskampf eines jungen Mädchens in der Wildnis Nordamerikas im 17. Jahrhundert.

Das Mädchen, wie es im Roman meist genannt wird, gehört zu den englischen Siedlern welche im 17.Jahrhundert nach Nordamerika auswanderten. Als eine andauernde Hungersnot die Menschen der Siedlung zu immer abscheulicheren Taten verleitet ergreift das Mädchen die Flucht in die Wildnis. Mit nichts als ihren Kleidern am Leibe, einem Feuerstein, zwei Decken, einem Messer und ihrem Zinkbecher macht sie sich auf die Suche nach einem besseren Leben. Mutterseelen alleine ist sie den Kräften der Natur ausgesetzt, kämpft gegen die eisige Kälte, den immer grösser werdenden Hunger und die Angst davor entdeckt zu werden und in die Fänge von bösen Männern zu geraten. Ihr grosser Halt ist ihr Glaube an Gott, doch dieser Glaube fängt an zu bröckeln, die Einsamkeit ist gross. Einzig in der Schönheit der Natur findet sie kurze Momente des Glücks. Groff beschreibt hier unbeschönigt und schonungslos den Überlebenskamp eines jungen Mädchens in der Wildnis. Dieses Buch ist meiner Meinung nach nichts für zarte Gemüter. Es gab so manche Stelle bei der ich leer Schlucken musste und es mich kurz durchgeschüttelt hat. Es ist eine traurige Geschichte mit grosser Wucht. Toll geschrieben hallt die Geschichte noch lange nach. Nun freue ich mich auf weitere Romane der Autorin die mich mit ihrer Erzählweise sehr beeindruckt hat.

5

Schönheit und Schrecken der Natur

Kann Natur gleichzeitig schön und schrecklich sein? Dass dies nicht nur möglich, sondern wirklich berührend ist, zeigt Lauren Groffs neuer Roman. Das Mädchen, dem wir mehrere Tage durch die lebensfeindliche Wildnis folgen, hat sich dabei aus Verzweiflung für die Flucht in den winterlichen Wald und gegen die Gesellschaft der Menschen entschieden. Selten war ich einer Protagonistin dabei so nah, habe mit ihr gelitten, gehofft und von einer besseren Zukunft für sie geträumt. Dass wir das ganze Buch über mit den Gedanken, Erinnerungen und Eindrücken des Mädchens allein sind - und auch bleiben - machte für mich die besondere Intimität während der Lektüre aus. Gepaart mit Lauren Groffs märchenhafter Sprache, den wunderbaren Naturbeschreibungen und packenden Schilderungen des Überlebenskampfes stehen Wald und Mensch in einem speziellen Verhältnis zwischen Freund und Feind, Schönheit und Schrecken. Ein unerwartetes Highlight und eine Protagonistin, die für viel mehr steht als „ein Mädchen im Wald“.

5

Anders als alle Bücher, die ich zuvor gelesen habe.

„Denn was ist ein Mädchen schon anderes als ein Gefäß, das gemacht ist, um die Begehren von Männern aufzunehmen.“ Ein wunderbares Buch, das ein unglaublich warmes Gefühl in mir ausgelöst hat, gepaart mit Aufregung, Spannung und auch tiefer Traurigkeit. Lauren Groff schreibt unglaublich schön und poetisch und fesselt, trotz des (im positivsten Sinne) unscheinbaren Plots, mit ihrer Sprache. Das Buch hat mich wirklich begeistert und sehr viel in mir ausgelöst. Vor allem die letzten 30 Seiten werden mich sicherlich noch länger begleiten.

0.5

Abbruch auf S. 61

Ich wollte dieses Buch so gerne mögen, denn es beinhaltet thematisch genau das, was ich bevorzuge. Naturbeschreibungen, Überleben in der Wildnis usw. Leider hat es mir sprachlich so gar nicht gefallen, so dass ich ziemlich entnervt aufgegeben habe.

Abbruch auf S. 61
5

Lieblingsbuch

Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Die bildgewaltige Sprache, die Geschichte des Mädchens, die wir nach und nach kennenlernen, ihre Flucht in die Wildnis - das alles hallt sogar Monate nachdem ich das Buch gelesen habe noch nach und macht es zu einem meiner Lieblingsbücher.

4

Die Naturbeschreibungen und die Geschichte insgesamt haben mir sehr gut gefallen, wobei mir das letzte Drittel am meisten Lesevergnügen bereitet hat. Punktabzug gibt's für die Einflechtung vieler Träume und Fantasievorstellungen der Protagonistin, welche ich lediglich überflogen habe und für die zum Teil sehr rohe Schilderung von Ausscheidungsprozessen, welche sich mit der sonst eher poetischen Sprache meinem Empfinden nach gebissen haben.

5

Großartige Geschichte, die unter die Haut geht. Nichts für zartbesaitete Menschen.

Großartige Geschichte, die unter die Haut geht. Nichts für zartbesaitete Menschen.
5

Intensiv und einvernehmend. Ich habe körperlich sehr mitgefühlt, während der sehr eindringlichen Beschreibungen. Anders als erwartet und zu 100% empfehlenswert.

1.5

Zu brutal für meinen Geschmack

Gleich zu Beginn für mich zu brutal , daher bin ich nicht über 50 Seiten hinausgekommen. Es hat mich einfach dann nicht abgeholt.

5

Die Weite Wildnis oder der Überlebenswille einer Frau Der Beginn ist rasant. Wir befinden uns in der Zeit der Siedler im Amerika und die Protagonistin flieht aus einem Fort. Nun beginnt ihr Überlebenskampf mit der Wildnis, dem Hunger und dem geschundenen Körper. In kleinen Rückblicken erfahren wir mehr über ihre Vergangenheit und aufwachsen, als Dienstmädchen in Europa. Wo sie anfangs als Fusswärmer für die Herrin dienen muss, dies aber als eine Wohltat empfindet, da es ruhig, sauber und warm in einem Bett ist. Sie wird dann Kindermädchen der jüngsten Tochter Bess, die sie wie ihr eigenes Kind liebt. Nach der Flucht in Amerika ist zunächst die Angst da, verfolgt zu werden, aber irgendwann ist sie soweit weg, dass die Angst schwindet und nur noch zählt wie sie etwas zu essen bekommt und sich im Winter aufwärmen kann. Dies wird eindrucksvoll von Lauren Groff beschrieben. Ich war teilweise beim lesen sehr angespannt, weil ich gehofft habe, dass es weitergeht und sie wieder aufsteht und weitermacht.

2.5

Also ich kann die guten Kritiken dieses Buches nur schwer nachvollziehen. Ich kam schwer in die Handlung, hätte ich nicht den Buchumschlag mit dem Hinweis auf das 17. Jahrhundert gelesen, hätte ich ziemlich lange gebraucht, um die Handlung zeitlich einzuordnen. Ja, viele Gedankengänge fand ich gut, diese reichten aber für die Reise durch die Wildnis nicht aus, so dass ich das Buch nur aus Neugier, aber bis zum Ende gelesen habe, es aber sicherlich nicht noch mal zur Hand nehmen werde.

3

Nordamerika im frühen 17. Jahrhundert: Ein Mädchen ist auf der Flucht. Sie kam als Magd mit englischen Siedler*innen, die gewaltbereit und rücksichtslos das Land in Besitz nahmen. Doch erwarteten sie keine Reichtümer und Schätze, sondern nur Armut und Hunger. Das Mädchen läuft aus der Siedlung davon, sie schlägt sich aus der sogenannten Zivilisation in die weite Wildnis Virginias, immer dem Fluss folgend und hoffend, auf französische Siedelnde zu treffen, die an den gleichen Gott glauben wie sie. Ein Kampf ums Überleben beginnt - und ein langsames Begreifen, dass dieser Kontinent und seine indigenen Bewohner*innen eigene Sprachen, eigene Religionen, eigene Gesellschaftsformen haben und einen besonderen Umgang mit der Natur pflegen; und keinesfalls auf die Europäer*innen gewartet haben. Lauren Groffs neuer Roman "Die weite Wildnis", aus dem Englischen übersetzt von Stefanie Jacobs, greift das prominente amerikanische Narrativ des Gründungsmythos des „Land of the Free“ auf und schreibt es radikal um, mit einer mutigen Protagonistin, die um ihr Überleben in der rauen Wildnis Nordamerikas kämpft. Wieso das Mädchen auf der Flucht ist, wird den Lesenden erst nach und nach in Rückblenden enthüllt. Mit sprachgewaltigen und eindrücklichen Bildern zeichnet die Autorin den Weg der Protagonistin durch die wilde Natur nach, die Angst, die langsam einem Verstehen weicht, einem Begreifen, dass ein Leben nur mit der Natur und nicht gegen sie möglich ist. Der letzte Funke der Erzählung ist bei mir nicht übergesprungen, mich hat Lauren Groffs Roman "Matrix", der die Themen Religion, Natur und patriarchale Gewalt auch aufgreift, viel mehr fasziniert, "Die weite Wildnis" hallt bei mir vergleichsweise wenig nach. Trotzdem möchte ich diesen feministischen, rauen, wortmächtigen historischen Roman empfehlen, der eine andere Perspektive auf gängige nordamerikanische Erzählungen von Siedler*innen und der romantisierten einsamen Wildnis bietet.

Post image
5

Ich konnte es kaum aus der Hand legen

5

Ein Buch, das mich sprachlos zurücklässt und mit Sicherheit schon jetzt eines meiner Highlights in 2024. Die Geschichte des Mädchens, das sich allein durch die Wildnis schlägt und dabei ein ganz neues Verhältnis zu ihrem Glauben, zur Natur aber besonders zu sich selbst entwickelt, hat mich sehr berührt. Groff arbeitet so detailliert und beschreibend, dass man die ganze Zeit ein sehr genaues Bild der beschriebenen Wildnis vor sich hat und mit dem Mädchen auf ihrer „Reise“ mitfiebert.

3

Tolle Sprache, die glaubhaft ein Bild des Überlebens in den Wäldern zeichnet. Für mich aber zu düster.

3

Schöne Naturbeschreibungen und Schilderungen des Überlebens in der Natur; aber langatmige Story mit vielen Rückblicken, Träumen und Visionen. Der Schocker kommt gegen Ende - wenn man denn so lange durchhält. Lohnt sich aber nicht wirklich.

3

Dieses Buch ist schwer zu beschreiben. Der Stil der Sprache ist auf jeden Fall außergewöhnlich und sehr bildhaft. Anfangs ist es wie ein Sog, zwischendurch nervt es fast und fühlt sich an, als wollte die Autorin die Geschichte immer mehr ausschmücken und in die Länge ziehen. Ich habe mitgefiebert, den Kopf geschüttelt und mich oft geekelt. Ein ganz außergewöhnliches Buch, mitndem ich dennoch nicht so ganz warm geworden bin.

4

Ganz ungewöhnliche Perspektive und Erzählweise. Hat mich traurig gemacht für die Hauptperson, war aber in sich sehr stimmig.

3.5

Ein Mädchen, dessen Name nicht bekannt ist, flieht im 17. Jhd. aus ihrem Fort in die unbekannte Wildnis Nordamerikas. Ihr Ziel wird erst im späteren Verlauf erkennbar. Eigentlich versucht sie jede Sekunde einfach nur zu überleben und weit weit weg zu kommen, vor der Hungersnot und von dem was Mädchen/ Frauen ereilt, weil sie eben Mädchen/ Frauen sind. Aber vor allem kämpft sie für die eigene Freiheit und die eigene Selbstbestimmung, immer verbunden mit dem Wunsch einfach zu überleben. Der Schreibstil und die Sprache sind besonders und sehr bildhaft. Für mich in manchen Kapiteln allerdings etwas zu kompliziert. Es finden immer wieder traurige Rückblenden in ihr altes Leben statt, die geprägt waren von Verlust und Dienerschaft. Auch wenn ich das Buch recht spannend fand, habe ich recht lange für die wenigen Seiten gebraucht. Manchmal fehlte es mir an Motivation, um weiter lesen zu wollen.

Create Post