Graham Greene's classic exploration of love, innocence, and morality in Vietnam
"I never knew a man who had better motives for all the trouble he caused," Graham Greene's narrator Fowler remarks of Alden Pyle, the eponymous "Quiet American" of what is perhaps the most controversial novel of his career. Pyle is the brash young idealist sent out by Washington on a mysterious mission to Saigon, where the French Army struggles against the Vietminh guerrillas.
As young Pyle's well-intentioned policies blunder into bloodshed, Fowler, a seasoned and cynical British reporter, finds it impossible to stand safely aside as an observer. But Fowler's motives for intervening are suspect, both to the police and himself, for Pyle has stolen Fowler's beautiful Vietnamese mistress.
Originally published in 1956 and twice adapted to film, The Quiet American remains a terrifiying and prescient portrait of innocence at large. This Graham Greene Centennial Edition includes a new introductory essay by Robert Stone.
For more than seventy years, Penguin has been the leading publisher of classic literature in the English-speaking world. With more than 1,700 titles, Penguin Classics represents a global bookshelf of the best works throughout history and across genres and disciplines. Readers trust the series to provide authoritative texts enhanced by introductions and notes by distinguished scholars and contemporary authors, as well as up-to-date translations by award-winning translators.
Gerade im Moment ist das Buch aktuell wie selten. Eingreifen in einen Krieg, Menschlichkeit und Motive für das eigene Handeln sind Themen, die auch zu den aktuellen Entwicklungen passen.
Nov 19, 2024
4.0
Harter Stoff!
Gerade im Moment ist das Buch aktuell wie selten. Eingreifen in einen Krieg, Menschlichkeit und Motive für das eigene Handeln sind Themen, die auch zu den aktuellen Entwicklungen passen.
Dieses Buch umarmte mich von der ersten Zeile an. Stil, Handlung und Personen - alles strahlt eine Klasse aus, die ich bei modernen Romanen oft vermisse. Es ist im Großen und Ganzen das alte Dilemma einer Dreiecksbeziehung, doch ist es natürlich untrennbar verwoben mit dem Indochinakrieg, dem Kampf der Ideologien und schlussendlich eine erfrischend hellsichtige Betrachtung der Fehlleitung von Idealismus. Dabei gewinnt man hier wie nebenbei sogar noch eine bemerkenswerte Innenansichten der vietnamesischen Kultur und Gesellschaft.
Feb 12, 2026
5.0
Dieses Buch umarmte mich von der ersten Zeile an. Stil, Handlung und Personen - alles strahlt eine Klasse aus, die ich bei modernen Romanen oft vermisse. Es ist im Großen und Ganzen das alte Dilemma einer Dreiecksbeziehung, doch ist es natürlich untrennbar verwoben mit dem Indochinakrieg, dem Kampf der Ideologien und schlussendlich eine erfrischend hellsichtige Betrachtung der Fehlleitung von Idealismus. Dabei gewinnt man hier wie nebenbei sogar noch eine bemerkenswerte Innenansichten der vietnamesischen Kultur und Gesellschaft.
In der Schule haben wir vor einigen Jahren im Englischunterricht Greenes "Our Man in Havanna" gelesen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, vor allem auch Greenes Ausdruckskraft, nutzte ich sogleich die Chance "Der stille Amerikaner" zu lesen.
Der Name spiegelt sich auch im Buch selbst wieder: "Der stille Amerikaner" ist ein stilles Buch. Inhaltlich ist es aber umso brisanter.
Vordergründig ist eine Dreiecksbeziehung, doch beschäftigt man sich eingehender damit, zeigt sich, dass Greene hier ein sehr kluges Buch über den Ersten Indochinakrieg geschrieben hat. Dieser setzte sich als das fort, was wir gemeinhin als "Vietnamkrieg" kennen.
Es ist ein Buch über die Liebe, über den Krieg und über Entscheidungen. Wir haben alle Positionen vertreten: den Engländer, die Vietnamesin und den jungen Amerikaner. Ob Greene bereits den Vietnamkrieg vor Augen hatte, als er dieses Werk schrieb?
Dieses Buch hat eine enorme Ausstrahlung, dezent und zurückhaltend, dennoch bekommt man es nicht mehr aus dem Kopf. Fast schon asiatisch, könnte man es nennen. Mit dem eingangs erwähnten Titel kaum zu vergleichen, nur Greenes Fähigkeit, alles zu durchschauen und leicht verkleidet zu offenbaren zeigt, dass beide Bücher aus derselben Feder stammen.
"Der stille Amerikaner" läuft fast über vor Lebensweisheit und klugen Zitaten - meine Ausgabe ist ein einziges Durcheinander von Post-its und rasch hingekritzelten Notizen. Dabei wird Greene aber keineswegs lehrerhaft oder angeberisch, wie das bei anderen Autoren rasch passieren kann. Eher liest es sich, als ob Greene ganz direkt in die Köpfe seiner Protagonisten (vor allem Fowler) schaut und alles hervorzieht, was dort so von statten geht.
Das Verhalten der Figuren, vor allem das von Pyle, mag seltsam anmuten, wenn man ihre Handlungen ohne Kontext betrachtet. Doch man darf diesen hier keinesfalls ausser Acht lassen. Die Charaktere handeln vor dem Hintergrund ihrer Herkunft und der politischen Rolle, die sie in der Geschichte und auch in unserer Realität spielen.
Schade, dass der Indochina- und auch der Vietnamkrieg hierzulande im Geschichtsunterricht und im Allgemeinen eher wenig Beachtung findet. "Der stille Amerikaner" kann ich mir gut als Lektüre für die Oberstufe vorstellen, denn dieses dünne Büchlein bietet inhaltlich mehr als man auf den ersten Blick denken mag.
Dec 21, 2024
4.0
In der Schule haben wir vor einigen Jahren im Englischunterricht Greenes "Our Man in Havanna" gelesen. Da mir das Buch sehr gut gefallen hat, vor allem auch Greenes Ausdruckskraft, nutzte ich sogleich die Chance "Der stille Amerikaner" zu lesen.
Der Name spiegelt sich auch im Buch selbst wieder: "Der stille Amerikaner" ist ein stilles Buch. Inhaltlich ist es aber umso brisanter.
Vordergründig ist eine Dreiecksbeziehung, doch beschäftigt man sich eingehender damit, zeigt sich, dass Greene hier ein sehr kluges Buch über den Ersten Indochinakrieg geschrieben hat. Dieser setzte sich als das fort, was wir gemeinhin als "Vietnamkrieg" kennen.
Es ist ein Buch über die Liebe, über den Krieg und über Entscheidungen. Wir haben alle Positionen vertreten: den Engländer, die Vietnamesin und den jungen Amerikaner. Ob Greene bereits den Vietnamkrieg vor Augen hatte, als er dieses Werk schrieb?
Dieses Buch hat eine enorme Ausstrahlung, dezent und zurückhaltend, dennoch bekommt man es nicht mehr aus dem Kopf. Fast schon asiatisch, könnte man es nennen. Mit dem eingangs erwähnten Titel kaum zu vergleichen, nur Greenes Fähigkeit, alles zu durchschauen und leicht verkleidet zu offenbaren zeigt, dass beide Bücher aus derselben Feder stammen.
"Der stille Amerikaner" läuft fast über vor Lebensweisheit und klugen Zitaten - meine Ausgabe ist ein einziges Durcheinander von Post-its und rasch hingekritzelten Notizen. Dabei wird Greene aber keineswegs lehrerhaft oder angeberisch, wie das bei anderen Autoren rasch passieren kann. Eher liest es sich, als ob Greene ganz direkt in die Köpfe seiner Protagonisten (vor allem Fowler) schaut und alles hervorzieht, was dort so von statten geht.
Das Verhalten der Figuren, vor allem das von Pyle, mag seltsam anmuten, wenn man ihre Handlungen ohne Kontext betrachtet. Doch man darf diesen hier keinesfalls ausser Acht lassen. Die Charaktere handeln vor dem Hintergrund ihrer Herkunft und der politischen Rolle, die sie in der Geschichte und auch in unserer Realität spielen.
Schade, dass der Indochina- und auch der Vietnamkrieg hierzulande im Geschichtsunterricht und im Allgemeinen eher wenig Beachtung findet. "Der stille Amerikaner" kann ich mir gut als Lektüre für die Oberstufe vorstellen, denn dieses dünne Büchlein bietet inhaltlich mehr als man auf den ersten Blick denken mag.