Tampa
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Description
Ihr einziger Antrieb ist die Lust, die Lust auf vierzehnjährige Jungs.
Celeste ist Ende zwanzig und tritt ihre neue Stelle als Lehrerin an einer Junior High School in Tampa, Florida, mit einer einzigen Absicht an: Sie wird einen ihrer Schüler verführen. Sie selbst hat panische Angst davor zu altern - alle erwachsenen Körper schrecken sie ab, Teenager dagegen wirken auf sie wie ein Jugendelixier. Als ihr Blick fällt auf den naiven und zurückhaltenden Jack Patrick fällt, erkennt sie in ihm das perfekte Opfer. Ohne moralische Bedenken manipuliert sie den Jungen, der seine schöne Lehrerin bewundert und sich von ihrer Aufmerksamkeit geschmeichelt fühlt. Doch ihre Gier ist unersättlich und irgendwann geht Celeste zu weit.
In ihrem Debüt erzählt Alissa Nutting den Tabubruch radikal aus der Perspektive ihrer gefühlskalten, psychopathischen Protagonistin. Tampa ist eine moderne Antwort auf Nabokovs Lolita und erinnert an American Psycho, wenn Alissa Nutting unserer Gesellschaft gnadenlos den Spiegel vorhält und dabei alle Tabus bricht.
Book Information
Author Description
Alissa Nutting unterrichtet Englische Literatur und Kreatives Schreiben in Ohio. Für ihren Erzählungsband Unclean Jobs for Women and Girls wurde sie mit dem Starcherone Prize for Innovative Fiction ausgezeichnet. Tampa ist ihr erster Roman.
Posts
Ich wusste, worauf ich mich einlasse - und war trotzdem schockiert
Ich muss sagen, dass es mir extrem schwerfällt, dieses Buch abschließend zu bewerten. Nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, ganz im Gegenteil, sondern weil es emotional und moralisch ein unglaublich schwieriges Buch ist. Natürlich wusste ich vorher, worum es in der Geschichte geht. Trotzdem war das Buch letztlich wesentlich verstörender, als ich erwartet hatte. Teilweise fand ich es wirklich abstoßend, und ich glaube, genau das ist auch beabsichtigt. Die Protagonistin ist vollkommen sexbesessen und das Buch zwingt einen permanent dazu, sich in ihrem Denken aufzuhalten. Man bekommt sehr tiefe Einblicke in ihre Psyche, ihre Wahrnehmung und ihre Rationalisierungen, was das Ganze stellenweise fast noch unangenehmer macht. Gleichzeitig war genau das aber auch der Punkt, an dem ich innerlich hin- und hergerissen war. Ich verstehe durchaus, warum die Autorin die sexuellen Handlungen so explizit und detailliert schildert, vermutlich, weil diese Obsession essenziell für das Verständnis der Figur ist. Trotzdem hätte ich mir persönlich gewünscht, dass manche Szenen gekürzt worden wären. Für mich hätte das Buch seine psychologische Wirkung auch entfalten können, ohne dass permanent so intensive und detaillierte Szenen zwischen der erwachsenen Frau und den minderjährigen Jungen beschrieben werden. Und genau das macht das Lesen so schwierig: Einerseits ist das Buch literarisch und psychologisch faszinierend, andererseits fühlt man sich beim Lesen immer wieder abgestoßen. Aber vielleicht liegt genau darin auch die Stärke des Romans, dass er keine Distanz zulässt und einen bewusst in dieses unangenehme Gefühl zwingt. Was ich allerdings wirklich interessant fand, war die gesellschaftskritische Ebene des Buches. Achtung, kleiner Spoiler: Dass die Protagonistin letztlich kaum Konsequenzen tragen muss und einfach weitermachen kann, hat mich unglaublich wütend gemacht. Gleichzeitig spiegelt genau das leider reale gesellschaftliche Missstände wider. Sexueller Missbrauch an Kindern wird oft nicht ernst genug genommen, bagatellisiert oder schlicht verdrängt. Das Buch hat mir dieses Ungleichgewicht und diese fehlende Schutzfunktion gegenüber Kindern nochmal auf erschreckende Weise vor Augen geführt. Trotz allem fand ich Tampa spannend und definitiv nicht oberflächlich. Ich hatte beim Lesen permanent das Gefühl, noch tiefer in die Figur eindringen zu wollen, nicht aus Sympathie, sondern weil ich das Bedürfnis hatte, ihre Psyche noch stärker zu verstehen. Mich hätte ihre Hintergrundgeschichte tatsächlich noch mehr interessiert, weil am Ende so viele Fragen offen bleiben. Es ist kein „angenehmes“ Buch und auch keines, das ich uneingeschränkt empfehlen würde. Aber es ist definitiv ein Buch, das etwas mit einem macht. Verstörend, provokant, psychologisch intensiv, und wahrscheinlich gerade deshalb so schwer zu vergessen.
verstörend, unangenehm und irgendwie die moderne version von lolita
Tampa war für mich im grunde so etwas wie die moderne version von Lolita, nur noch direkter, extremer und deutlich unangenehmer. das buch schockt nicht unbedingt durch plottwists oder spannung, sondern eher dadurch, wie offen und kompromisslos alles erzählt wird. teilweise war es wirklich unangenehm zu lesen, einfach weil man so nah an den gedanken der hauptfigur ist. genau das macht es aber gleichzeitig auch interessant. ich fand vor allem spannend, wie anders solche geschichten oft wahrgenommen werden, je nachdem wer die rolle der täterfigur einnimmt. dadurch bleibt nach dem lesen definitiv einiges im kopf. insgesamt fand ich es interessant und definitiv außergewöhnlich, aber nicht unbedingt ein buch, das ich jedem empfehlen würde. für mich eher ein „einmal lesen und lange darüber nachdenken“-buch.
American Psycho trifft Lolita? Lesenswert mit Abstrichen
Also erst einmal würde ich sagen den Vergleich mit "Lolita" und "American Psycho" finde ich vielleicht etwas zu hoch gegriffen, was aber nicht heißt, dass ich das Buch schlecht fand. Auf jeden Fall bekam ich ab Seite 1 sofort den bleibenden Eindruck vermittelt, dass die Protagonistin definitiv gestört ist, sowohl Psychisch wie emotional. Es war definitiv immer wieder abstoßend in ihre Gedanken einzutauchen. Vielleicht kann man sich daran stören, dass die genauen Gründe hierfür nicht wirklich beleuchtet werden. Ich persönlich konnte mich damit aber arrangieren. Und ich fand es beeindruckend, dass die Autorin es geschafft hat, trotz der verstörenden Thematik einen, Ich möchte fast sagen, leichtfüssigen Schreibstil beizubehalten. Das zeigt sich daran, dass ich das Buch so schnell gelesen habe. (Innerhalb von 1,5 Tagen) Ich würde es empfehlen. Man darf sich nur auf keinen Fall an Vulgärsprache oder der ausführlichen Beschreibung von körperflüssigkeiten stören 😅.
Ein Buch, bei dem man sich als Leser bestimmt die Frage stellt: War das wirklich nötig? Muss so eine Geschichte tatsächlich geschrieben werden? Sicherlich, das Buch ist ebenso fesselnd wie verstörend geschrieben, denn hier wird ein heikles Thema sehr offen behandelt. Ich würde es als eine Mischung aus “Lolita“, “Meine dunkle Vanessa“ und “American Psycho“ beschreiben, inklusive detailliert beschriebener sexueller Handlungen zwischen minderjährigen Schülern und deren Lehrerin. Das Buch zeigt die Abgründe des Themas schonungslos auf und lässt Einblicke in die kranke Seele der Hauptfigur zu. Dabei muss man der Autorin auf jeden Fall zugutehalten, dass sie zwar brachial aber trotzdem behutsam mit dem Thema umgeht und dadurch einen authentischen Zugang zur Missbrauchsthematik gefunden hat. Denn dieser führt dem Leser ganz klar vor Augen wie alltäglich diese Sache ist und stellt auch in aller Deutlichkeit die Kernfrage: Wo beginnt Missbrauch? Ab wann kann man jemanden wegen sexueller Belästigung anklagen? Ist eine Beziehung zwischen einer jungen aber dennoch erwachsenen Frau und einem noch minderjährigen Teenager in Ordnung, wenn sich beide für diese aussprechen? Für mich ein Highlight, auch wenn ich mich während des Lesens die meiste Zeit in meiner eigenen Haut nicht mehr wohl gefühlt habe.
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Ihr einziger Antrieb ist die Lust, die Lust auf vierzehnjährige Jungs.
Celeste ist Ende zwanzig und tritt ihre neue Stelle als Lehrerin an einer Junior High School in Tampa, Florida, mit einer einzigen Absicht an: Sie wird einen ihrer Schüler verführen. Sie selbst hat panische Angst davor zu altern - alle erwachsenen Körper schrecken sie ab, Teenager dagegen wirken auf sie wie ein Jugendelixier. Als ihr Blick fällt auf den naiven und zurückhaltenden Jack Patrick fällt, erkennt sie in ihm das perfekte Opfer. Ohne moralische Bedenken manipuliert sie den Jungen, der seine schöne Lehrerin bewundert und sich von ihrer Aufmerksamkeit geschmeichelt fühlt. Doch ihre Gier ist unersättlich und irgendwann geht Celeste zu weit.
In ihrem Debüt erzählt Alissa Nutting den Tabubruch radikal aus der Perspektive ihrer gefühlskalten, psychopathischen Protagonistin. Tampa ist eine moderne Antwort auf Nabokovs Lolita und erinnert an American Psycho, wenn Alissa Nutting unserer Gesellschaft gnadenlos den Spiegel vorhält und dabei alle Tabus bricht.
Book Information
Author Description
Alissa Nutting unterrichtet Englische Literatur und Kreatives Schreiben in Ohio. Für ihren Erzählungsband Unclean Jobs for Women and Girls wurde sie mit dem Starcherone Prize for Innovative Fiction ausgezeichnet. Tampa ist ihr erster Roman.
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Ich wusste, worauf ich mich einlasse - und war trotzdem schockiert
Ich muss sagen, dass es mir extrem schwerfällt, dieses Buch abschließend zu bewerten. Nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, ganz im Gegenteil, sondern weil es emotional und moralisch ein unglaublich schwieriges Buch ist. Natürlich wusste ich vorher, worum es in der Geschichte geht. Trotzdem war das Buch letztlich wesentlich verstörender, als ich erwartet hatte. Teilweise fand ich es wirklich abstoßend, und ich glaube, genau das ist auch beabsichtigt. Die Protagonistin ist vollkommen sexbesessen und das Buch zwingt einen permanent dazu, sich in ihrem Denken aufzuhalten. Man bekommt sehr tiefe Einblicke in ihre Psyche, ihre Wahrnehmung und ihre Rationalisierungen, was das Ganze stellenweise fast noch unangenehmer macht. Gleichzeitig war genau das aber auch der Punkt, an dem ich innerlich hin- und hergerissen war. Ich verstehe durchaus, warum die Autorin die sexuellen Handlungen so explizit und detailliert schildert, vermutlich, weil diese Obsession essenziell für das Verständnis der Figur ist. Trotzdem hätte ich mir persönlich gewünscht, dass manche Szenen gekürzt worden wären. Für mich hätte das Buch seine psychologische Wirkung auch entfalten können, ohne dass permanent so intensive und detaillierte Szenen zwischen der erwachsenen Frau und den minderjährigen Jungen beschrieben werden. Und genau das macht das Lesen so schwierig: Einerseits ist das Buch literarisch und psychologisch faszinierend, andererseits fühlt man sich beim Lesen immer wieder abgestoßen. Aber vielleicht liegt genau darin auch die Stärke des Romans, dass er keine Distanz zulässt und einen bewusst in dieses unangenehme Gefühl zwingt. Was ich allerdings wirklich interessant fand, war die gesellschaftskritische Ebene des Buches. Achtung, kleiner Spoiler: Dass die Protagonistin letztlich kaum Konsequenzen tragen muss und einfach weitermachen kann, hat mich unglaublich wütend gemacht. Gleichzeitig spiegelt genau das leider reale gesellschaftliche Missstände wider. Sexueller Missbrauch an Kindern wird oft nicht ernst genug genommen, bagatellisiert oder schlicht verdrängt. Das Buch hat mir dieses Ungleichgewicht und diese fehlende Schutzfunktion gegenüber Kindern nochmal auf erschreckende Weise vor Augen geführt. Trotz allem fand ich Tampa spannend und definitiv nicht oberflächlich. Ich hatte beim Lesen permanent das Gefühl, noch tiefer in die Figur eindringen zu wollen, nicht aus Sympathie, sondern weil ich das Bedürfnis hatte, ihre Psyche noch stärker zu verstehen. Mich hätte ihre Hintergrundgeschichte tatsächlich noch mehr interessiert, weil am Ende so viele Fragen offen bleiben. Es ist kein „angenehmes“ Buch und auch keines, das ich uneingeschränkt empfehlen würde. Aber es ist definitiv ein Buch, das etwas mit einem macht. Verstörend, provokant, psychologisch intensiv, und wahrscheinlich gerade deshalb so schwer zu vergessen.
verstörend, unangenehm und irgendwie die moderne version von lolita
Tampa war für mich im grunde so etwas wie die moderne version von Lolita, nur noch direkter, extremer und deutlich unangenehmer. das buch schockt nicht unbedingt durch plottwists oder spannung, sondern eher dadurch, wie offen und kompromisslos alles erzählt wird. teilweise war es wirklich unangenehm zu lesen, einfach weil man so nah an den gedanken der hauptfigur ist. genau das macht es aber gleichzeitig auch interessant. ich fand vor allem spannend, wie anders solche geschichten oft wahrgenommen werden, je nachdem wer die rolle der täterfigur einnimmt. dadurch bleibt nach dem lesen definitiv einiges im kopf. insgesamt fand ich es interessant und definitiv außergewöhnlich, aber nicht unbedingt ein buch, das ich jedem empfehlen würde. für mich eher ein „einmal lesen und lange darüber nachdenken“-buch.
American Psycho trifft Lolita? Lesenswert mit Abstrichen
Also erst einmal würde ich sagen den Vergleich mit "Lolita" und "American Psycho" finde ich vielleicht etwas zu hoch gegriffen, was aber nicht heißt, dass ich das Buch schlecht fand. Auf jeden Fall bekam ich ab Seite 1 sofort den bleibenden Eindruck vermittelt, dass die Protagonistin definitiv gestört ist, sowohl Psychisch wie emotional. Es war definitiv immer wieder abstoßend in ihre Gedanken einzutauchen. Vielleicht kann man sich daran stören, dass die genauen Gründe hierfür nicht wirklich beleuchtet werden. Ich persönlich konnte mich damit aber arrangieren. Und ich fand es beeindruckend, dass die Autorin es geschafft hat, trotz der verstörenden Thematik einen, Ich möchte fast sagen, leichtfüssigen Schreibstil beizubehalten. Das zeigt sich daran, dass ich das Buch so schnell gelesen habe. (Innerhalb von 1,5 Tagen) Ich würde es empfehlen. Man darf sich nur auf keinen Fall an Vulgärsprache oder der ausführlichen Beschreibung von körperflüssigkeiten stören 😅.
Ein Buch, bei dem man sich als Leser bestimmt die Frage stellt: War das wirklich nötig? Muss so eine Geschichte tatsächlich geschrieben werden? Sicherlich, das Buch ist ebenso fesselnd wie verstörend geschrieben, denn hier wird ein heikles Thema sehr offen behandelt. Ich würde es als eine Mischung aus “Lolita“, “Meine dunkle Vanessa“ und “American Psycho“ beschreiben, inklusive detailliert beschriebener sexueller Handlungen zwischen minderjährigen Schülern und deren Lehrerin. Das Buch zeigt die Abgründe des Themas schonungslos auf und lässt Einblicke in die kranke Seele der Hauptfigur zu. Dabei muss man der Autorin auf jeden Fall zugutehalten, dass sie zwar brachial aber trotzdem behutsam mit dem Thema umgeht und dadurch einen authentischen Zugang zur Missbrauchsthematik gefunden hat. Denn dieser führt dem Leser ganz klar vor Augen wie alltäglich diese Sache ist und stellt auch in aller Deutlichkeit die Kernfrage: Wo beginnt Missbrauch? Ab wann kann man jemanden wegen sexueller Belästigung anklagen? Ist eine Beziehung zwischen einer jungen aber dennoch erwachsenen Frau und einem noch minderjährigen Teenager in Ordnung, wenn sich beide für diese aussprechen? Für mich ein Highlight, auch wenn ich mich während des Lesens die meiste Zeit in meiner eigenen Haut nicht mehr wohl gefühlt habe.











