Sommerfrauen, Winterfrauen
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Description
Book Information
Author Description
Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur und Romancier. Sein Kinodebüt ›Scherbentanz‹ (mit Jürgen Vogel, Margit Carstensen und Nadja Uhl) machte ihn zum Shootingstar einer neuen Generation von Filmemachern. Spätere Filme (darunter ›Die Blumen von gestern‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Chris Kraus hat bisher drei Romane geschrieben und ist damit auch international erfolgreich. Der Autor lebt in Berlin.
Posts
Das Buch beginnt mit dem Vorwort einer Frau, die gerade ein paar Tagebücher im Nachlass ihres Vaters gefunden hat. Schon das Vorwort macht neugierig auf die nachfolgenden Tagebucheinträge, die nicht ganz alltäglich sind. Jonas, ein junger Filmstudent, wird 1996 von seinem Professor nach New York geschickt, um dort günstige, oder noch besser kostenlose, Unterkünfte für seine Mitstudenten zu organisieren, die einige Tage später mit dem Professor nachkommen sollen. Er wird zunächst bei einem alten Freund seines Professors untergebracht. Dieser haust in einer Wohnung in einer herunter gekommenen Gegend, und nimmt Jonas eher widerwillig auf. Ich möchte nicht zu viel über die Umstände erzählen. Das hat der Autor Chris Kraus bereits bestens getan. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und gut lesbar. Einige wenige Sätze werden zwar auf Englisch geschrieben und nicht übersetzt, aber man muss sie nicht zwingend verstehen, um das Buch lesen zu können. Allerdings entgehen einem dann auch ein paar der skurrilsten Momente des Buches. Mir hat besonders gefallen, wenn Tante Paula zu Wort kam, die ein paar Jahre nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika übersiedelte und deren Sätze teilweise Deutsch, teilweise Englisch sind und in die immer wieder baltische Begriffe einfließen. Das hat den Gesprächen, die Jonas mit ihr führt noch einen besonderen Charme verliehen. Ich hatte bei ihr so Frauen wie meine Großtanten vor Augen, die in Ostpreußen aufwuchsen und bei denen man manchmal noch den ostpreußischen Sprachklang heraus hören kann. Der Autor hat derart bildgewaltig erzählt, dass vor meinem inneren Auge richtiggehend ein Film ablief. Manche Szene ist zwar etwas derb und blutig geschildert, aber die berührenden und humorvollen Szenen entschädigen den Leser dafür. Manche Szene wirkt länger nach als andere und am Ende des Buches musste ich erst einmal innehalten und das Gelesene verarbeiten. Aber ich wurde sehr gut unterhalten und habe die Lektüre sehr genossen. Die skurillen und schillernden Persönlichkeiten, die in diesem Roman vorkommen, lassen eine faszinierende Künstlerszene entstehen. Die Handlung ist nicht immer logisch nachvollziehbar, aber die Spannung fesselt den Leser durchgehend an das Buch. Chris Kraus hat viel Witz und einen guten Blick für die komischen Seiten des Lebens, kann aber von einem Moment zum nächsten ins Tragische wechseln. Man lernt das dunkle New York kennen, sowie die schillernde Künstlerszene. Man spaziert mit Jonas durch den Central Park und trifft die unterschiedlichsten Charaktere. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist mal eine etwas andere Lektüre und nimmt den Leser mit auf eine verrückte Reise voller Überraschungen und faszinierender Orte. Am Ende war ich doch etwas ratlos, kann mir aber nicht vorstellen, dass ein anderes Ende in diesem Buch funktioniert hätte. Es muss einfach so enden und lässt so den Leser mit einer Menge offener Fragen und vielen Möglichkeiten zurück. Am Ende habe ich das Vorwort allerdings erneut gelesen, was mir nachträglich doch noch einige Fragen beantwortet hat. Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher von Chris Kraus lesen.
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Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur und Romancier. Sein Kinodebüt ›Scherbentanz‹ (mit Jürgen Vogel, Margit Carstensen und Nadja Uhl) machte ihn zum Shootingstar einer neuen Generation von Filmemachern. Spätere Filme (darunter ›Die Blumen von gestern‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Chris Kraus hat bisher drei Romane geschrieben und ist damit auch international erfolgreich. Der Autor lebt in Berlin.
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Das Buch beginnt mit dem Vorwort einer Frau, die gerade ein paar Tagebücher im Nachlass ihres Vaters gefunden hat. Schon das Vorwort macht neugierig auf die nachfolgenden Tagebucheinträge, die nicht ganz alltäglich sind. Jonas, ein junger Filmstudent, wird 1996 von seinem Professor nach New York geschickt, um dort günstige, oder noch besser kostenlose, Unterkünfte für seine Mitstudenten zu organisieren, die einige Tage später mit dem Professor nachkommen sollen. Er wird zunächst bei einem alten Freund seines Professors untergebracht. Dieser haust in einer Wohnung in einer herunter gekommenen Gegend, und nimmt Jonas eher widerwillig auf. Ich möchte nicht zu viel über die Umstände erzählen. Das hat der Autor Chris Kraus bereits bestens getan. Der Schreibstil ist einfach wunderbar und gut lesbar. Einige wenige Sätze werden zwar auf Englisch geschrieben und nicht übersetzt, aber man muss sie nicht zwingend verstehen, um das Buch lesen zu können. Allerdings entgehen einem dann auch ein paar der skurrilsten Momente des Buches. Mir hat besonders gefallen, wenn Tante Paula zu Wort kam, die ein paar Jahre nach dem 2. Weltkrieg nach Amerika übersiedelte und deren Sätze teilweise Deutsch, teilweise Englisch sind und in die immer wieder baltische Begriffe einfließen. Das hat den Gesprächen, die Jonas mit ihr führt noch einen besonderen Charme verliehen. Ich hatte bei ihr so Frauen wie meine Großtanten vor Augen, die in Ostpreußen aufwuchsen und bei denen man manchmal noch den ostpreußischen Sprachklang heraus hören kann. Der Autor hat derart bildgewaltig erzählt, dass vor meinem inneren Auge richtiggehend ein Film ablief. Manche Szene ist zwar etwas derb und blutig geschildert, aber die berührenden und humorvollen Szenen entschädigen den Leser dafür. Manche Szene wirkt länger nach als andere und am Ende des Buches musste ich erst einmal innehalten und das Gelesene verarbeiten. Aber ich wurde sehr gut unterhalten und habe die Lektüre sehr genossen. Die skurillen und schillernden Persönlichkeiten, die in diesem Roman vorkommen, lassen eine faszinierende Künstlerszene entstehen. Die Handlung ist nicht immer logisch nachvollziehbar, aber die Spannung fesselt den Leser durchgehend an das Buch. Chris Kraus hat viel Witz und einen guten Blick für die komischen Seiten des Lebens, kann aber von einem Moment zum nächsten ins Tragische wechseln. Man lernt das dunkle New York kennen, sowie die schillernde Künstlerszene. Man spaziert mit Jonas durch den Central Park und trifft die unterschiedlichsten Charaktere. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist mal eine etwas andere Lektüre und nimmt den Leser mit auf eine verrückte Reise voller Überraschungen und faszinierender Orte. Am Ende war ich doch etwas ratlos, kann mir aber nicht vorstellen, dass ein anderes Ende in diesem Buch funktioniert hätte. Es muss einfach so enden und lässt so den Leser mit einer Menge offener Fragen und vielen Möglichkeiten zurück. Am Ende habe ich das Vorwort allerdings erneut gelesen, was mir nachträglich doch noch einige Fragen beantwortet hat. Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher von Chris Kraus lesen.




