
84 Followers
„Sie war es. Sie war es nicht“ von Nicci Cloke ist ein Buch, das schon allein durch seine Erzählweise aus der Masse heraussticht. Im Mittelpunkt steht Katie Cole, eine junge Kellnerin, die beschuldigt wird, vier einflussreiche Männer in einem exklusiven Londoner Privatclub vergiftet zu haben. Der Fall sorgt für einen riesigen Skandal – doch Katie selbst schweigt weitgehend. Stattdessen lernen wir sie durch die Augen anderer kennen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt – unter anderem aus der Sicht ihres Vaters, eines Jugendfreundes, eines Journalisten, ihres Anwalts und eines ehemaligen Liebhabers. Jeder dieser Erzähler zeigt eine andere Version von Katie und damit auch eine andere mögliche Wahrheit. Genau das macht den Reiz des Buches aus: Man weiß nie so richtig, wem man glauben kann und welche Motive tatsächlich hinter allem stecken könnten. Gerade diese vielen Perspektiven machen das Buch zu etwas Besonderem. Es fühlt sich fast ein wenig wie ein Puzzle an, bei dem man sich Stück für Stück ein Bild von Katie zusammensetzt – ohne jemals sicher zu sein, ob es wirklich das ganze Bild ist. Ob ich das Buch allerdings als klassischen Thriller bezeichnen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Vielmehr wirkt es für mich wie ein psychologisches Spiel mit Wahrnehmung, Wahrheit und Projektionen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war das Buch wirklich spannend zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz und enden häufig mit kleinen Cliffhangern, sodass ich immer noch „nur ein Kapitel“ lesen wollte. Am Ende waren es dann doch wieder fünf. Entsprechend hatte ich das Buch in wenigen Tagen durch. Besonders gelungen fand ich, dass im Grunde jeder Charakter Dreck am Stecken hat. Durch die vielen Handlungsstränge und möglichen Motive hätte tatsächlich jede Person eine Rolle in dem Verbrechen spielen können. Die Auflösung am Ende fand ich schlüssig und gut aufgebaut. Viele der zuvor gelegten Spuren ergeben plötzlich Sinn. Eine Kleinigkeit bleibt für mich zwar etwas fragwürdig – aber ohne zu spoilern kann ich darauf natürlich nicht näher eingehen. Insgesamt ist „Sie war es. Sie war es nicht“ ein ungewöhnlich aufgebauter Spannungsroman, der vor allem durch seine Perspektivwechsel und das Spiel mit Wahrheit und Wahrnehmung überzeugt. Vielleicht kein klassischer Thriller, aber definitiv ein clever konstruiertes Buch, das mich gut unterhalten hat. Deshalb gibt es von mir solide 4 Sterne.
Mar 10, 2026
„Sie war es. Sie war es nicht“ von Nicci Cloke ist ein Buch, das schon allein durch seine Erzählweise aus der Masse heraussticht. Im Mittelpunkt steht Katie Cole, eine junge Kellnerin, die beschuldigt wird, vier einflussreiche Männer in einem exklusiven Londoner Privatclub vergiftet zu haben. Der Fall sorgt für einen riesigen Skandal – doch Katie selbst schweigt weitgehend. Stattdessen lernen wir sie durch die Augen anderer kennen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt – unter anderem aus der Sicht ihres Vaters, eines Jugendfreundes, eines Journalisten, ihres Anwalts und eines ehemaligen Liebhabers. Jeder dieser Erzähler zeigt eine andere Version von Katie und damit auch eine andere mögliche Wahrheit. Genau das macht den Reiz des Buches aus: Man weiß nie so richtig, wem man glauben kann und welche Motive tatsächlich hinter allem stecken könnten. Gerade diese vielen Perspektiven machen das Buch zu etwas Besonderem. Es fühlt sich fast ein wenig wie ein Puzzle an, bei dem man sich Stück für Stück ein Bild von Katie zusammensetzt – ohne jemals sicher zu sein, ob es wirklich das ganze Bild ist. Ob ich das Buch allerdings als klassischen Thriller bezeichnen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau. Vielmehr wirkt es für mich wie ein psychologisches Spiel mit Wahrnehmung, Wahrheit und Projektionen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war das Buch wirklich spannend zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz und enden häufig mit kleinen Cliffhangern, sodass ich immer noch „nur ein Kapitel“ lesen wollte. Am Ende waren es dann doch wieder fünf. Entsprechend hatte ich das Buch in wenigen Tagen durch. Besonders gelungen fand ich, dass im Grunde jeder Charakter Dreck am Stecken hat. Durch die vielen Handlungsstränge und möglichen Motive hätte tatsächlich jede Person eine Rolle in dem Verbrechen spielen können. Die Auflösung am Ende fand ich schlüssig und gut aufgebaut. Viele der zuvor gelegten Spuren ergeben plötzlich Sinn. Eine Kleinigkeit bleibt für mich zwar etwas fragwürdig – aber ohne zu spoilern kann ich darauf natürlich nicht näher eingehen. Insgesamt ist „Sie war es. Sie war es nicht“ ein ungewöhnlich aufgebauter Spannungsroman, der vor allem durch seine Perspektivwechsel und das Spiel mit Wahrheit und Wahrnehmung überzeugt. Vielleicht kein klassischer Thriller, aber definitiv ein clever konstruiertes Buch, das mich gut unterhalten hat. Deshalb gibt es von mir solide 4 Sterne.
Mar 10, 2026





