She’s a Star!: Roman | Wenn Selbsttäuschung zur Obsession wird: Bissige Satire über Patriarchat, Ehrgeiz und magisches Denken

She’s a Star!: Roman | Wenn Selbsttäuschung zur Obsession wird: Bissige Satire über Patriarchat, Ehrgeiz und magisches Denken

Ebook
3.68

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Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
398
Price
N/A

Posts

2
All
3.5

Das war mal eine schwierige Hauptfigur!

Wenn die Selbstlüge Wahrheit wird Jessmyn wurde geboren um ein Star zu sein, aber das müssen die anderen auch endlich erkennen! Das Casting zu einem Musical ist die Gelegenheit ihr Durchbruch zu werden, dafür muss sie nur die Hauptrolle bekommen... Bei diesem Buch sollte man Zynismus und Sarkasmus definitiv nicht abgeneigt sein! Jess ist für mich im Kern eine extrem unsichere Person, die sich durchgehend selbst belügt und null reflektiert. Damit dieses Konstrukt funktioniert, umgibt sie sich hauptsächlich mit Menschen, die ihr nicht die Wahrheit sagen, sondern diese, wenn sie von Fremden kommt, verzerren, teilweise sogar ausnutzen. Die LeserInnen werden bewusst in einen großen Zwiespalt geführt, denn Jess zeigt sich als Hauptprotagonistin nicht als Sympathieträgerin, erzeugt sogar Wut und Unverständnis und trotzdem hat man Mitleid, da sie ein weiteres Opfer ihrer tragischen Geschichte ist. Zudem ist sie durchaus witzig in ihren Gedanken, ganz und gar verblendet in der Suche nach der ihr zustehenden Anerkennung. Die Autorin Meredith Hambrock befasst sich im Roman mit spannenden Aspekten der menschlichen Psyche, ließ mich ständig hinterfragen, ob es sich um Realität oder Einbildung handelt und lässt am Ende viel Spielraum für eigene Interpretationen zur Handlung. Es bleibt am Ende wahrscheinlich Geschmackssache, ob man dies in einer Geschichte sucht- ehrlicherweise hatte ich andere Erwartungen und definitiv beim Einstieg weniger Psychose vorausgesehen! Fazit: Ich verbleibe im inneren Konflikt, denn die Autorin hat einen ausdrucksstarken, packenden Schreibstil, man ist gefangen im Geschehen und hat intensive Emotionen während dem Lesen, aber es hat mir am Ende etwas gefehlt ...

3.5

Eine beklemmende Geschichte über Größenwahn, Selbstüberschätzung und die gefährliche Seite von Träumen

Schon die ersten Seiten schaffen eine sehr intensive Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Die eingestreuten Zitate am Anfang passen perfekt zur Geschichte und geben direkt einen Eindruck davon, wie sehr sich alles um Sehnsucht, Identität und den Wunsch nach Erfolg dreht. Im Mittelpunkt steht Jessamyn, die unbedingt auf die große Bühne möchte und davon überzeugt ist, dass ihr Durchbruch kurz bevorsteht. Als sie die Chance bekommt, Teil einer Musicalproduktion zu werden, klammert sie sich immer stärker an die Hoffnung auf Ruhm und Anerkennung. Dabei verliert sie zunehmend den Blick für die Realität und steigert sich immer weiter in ihre eigenen Vorstellungen hinein. Besonders spannend fand ich die Einblicke hinter die Kulissen der Theaterwelt. Das Buch zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell aus Ehrgeiz eine regelrechte Obsession werden kann. Während man anfangs noch denkt, Jessamyn hätte vielleicht einfach große Träume, wird mit jeder Seite deutlicher, wie sehr sie sich selbst und andere manipuliert, um an ihrem Wunschbild festzuhalten. Die Atmosphäre war für mich definitiv die größte Stärke des Buches. Alles wirkt angespannt, fiebrig und teilweise fast unangenehm intensiv. Gleichzeitig gibt es immer wieder schwarzen Humor und überspitzte Situationen, die perfekt zu dieser leicht absurden Stimmung passen. Gerade dieser Wechsel aus Fremdscham, Chaos und psychologischer Spannung macht das Buch so besonders. Jessamyn selbst fand ich als Figur zwar interessant und authentisch geschrieben, wirklich sympathisch war sie für mich aber nicht. Ihre ständige Selbstüberschätzung und Uneinsichtigkeit wurden mit der Zeit teilweise etwas anstrengend. Trotzdem schafft Meredith Hambrock es, sie so eindringlich darzustellen, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Der Schreibstil passt sehr gut zur Geschichte, weil er diese intensive und düstere Stimmung dauerhaft aufrechterhält. Gleichzeitig lässt sich das Buch trotz der schweren Atmosphäre angenehm lesen. Fazit: She’s a Star ist kein typischer Wohlfühlroman, sondern eher eine düstere, bissige und psychologisch intensive Geschichte über Ruhm, Obsession und Selbstverlust. Nicht immer leicht zu lesen, aber definitiv ein Buch, das im Kopf bleibt. Besonders empfehlen würde ich es Leser*innen, die ungewöhnliche Charakterstudien und beklemmende Atmosphären mögen.

Eine beklemmende Geschichte über Größenwahn, Selbstüberschätzung und die gefährliche Seite von Träumen
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