Sexuell verfügbar
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Description
»Aufklärung ist meine Nr. 1 in gesellschaftlichen Fragen und genau das findet in diesem Buch statt. Hier geht es um die Feinheiten. Für mehr Bewusstsein, mehr Sensibilität mehr Selbst-Erkenntnis und -Bestimmung. Gut für mich –gut für alle.« Inga Humpe
Es wird viel geredet über die patriarchalisch geprägte sexistische Gesellschaft, doch selten über den Nährboden, der das Wachstum solcher männlich-dominierten Machtstrukturen begünstigt. Caroline Rosales erzählt nah an ihrer eigenen Geschichte, wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Das müssen wir ändern. Denn es gibt viele Grauzonen zwischen unserer Erziehung, Missbrauch und Feminismus. Hier werden sie beleuchtet.
Book Information
Author Description
Caroline Rosales, geboren 1982 in Bonn, ist Autorin mehrerer Bücher und Kolumnistin bei der ZEIT. Im Jahr 2019 erschien ihr feministisches Memoir Sexuell verfügbar, das sie für die ARD als Serie verfilmt hat, im Jahr 2021 ihr literarisches Debüt Das Leben keiner Frau. Rosales lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Posts
Sexuell verfügbar von Caroline Rosales Der Text ist wütend, scharf und bewusst provokant. Caroline Rosales schreibt über sexualisierte Erwartungen an Frauen, über Verfügbarkeit, Zuschreibungen und darüber, wie tief diese Bilder in Alltag, Sprache und Selbstwahrnehmung verankert sind. Besonders auffällig ist der direkte Ton: Das Buch will nicht gefallen, sondern benennen, zuspitzen und irritieren. Für mich war die Lektüre stellenweise anstrengend, aber genau darin liegt ihre Wirkung. Nicht jede Zuspitzung hat mich überzeugt, manches wirkt bewusst überspitzt oder repetitiv, doch die zentrale Botschaft ist klar und wichtig. Sexuell verfügbar ist kein Buch zum Wohlfühlen, sondern eines, das Reibung erzeugt und eigene Haltungen hinterfragt und genau dafür schätze ich es. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Edit: habe den Großteil meiner sehr persönlichen Rezension gelöscht. War eh zu lang und zu privat. Der Rest reicht aus :) ------ Sexuell verfügbar ist im Endeffekt ein Buch voller Widersprüche (und das wird zum Schluss sogar erwähnt). Auf einer Seite ist die Autorin genervt von Frauen, die einen semi-kritischen Spruch über Brust-OPs bringen (weil sie nämlich selbst eine hatte), auf der anderen kritisiert sie wiederum selber Frauen, die sich einem Schönheitsideal zu sehr anpassen. Dabei darf man dann nicht vergessen, dass auch sie gefärbte Haare hat und auf Mode steht aber halt "auf die gute Weise", die was mit Kunst und Ausdruck zu tun hat. Na dann. Auf einer Seite weiß sie, wie schlimm es ist, betrogen und belogen zu werden, auf der anderen beschreibt auch sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann (zwar nicht kritikfrei, aber eigentlich lese ich da nur wieder ganz viel Rechtfertigung raus). Sie verzeiht sich, weil sie jung und naiv war, verlangt dann aber im nächsten Moment mit deutlichen Worten, dass Frauen aufhören müssen, Geliebte zu sein. Da hat eindeutig jemand Angst, durch eine Jüngere ersetzt zu werden. Auf einer Seite schreibt sie, dass Frauen harmoniebedürftiger sind, gerne deeskalieren und die Schuld bei zwischenmenschlichen Problemen bei sich selbst suchen, auf der anderen zeichnet sie das Bild der manipulativen, intriganten Schlange, die vor Bösartigkeiten nur so strotzt und Mittel und Wege kennt, andere zu zerstören. Auf einer Seite berichtet sie von einem traumatischen Erlebnis mit Slut-Shaming unter Frauen, das wohl bis heute dazu führt, dass sie vorsichtig mit dem ist, was sie ausplaudert, wenn es um Sex und Liebschaften geht, auf der anderen wundert sie sich später, dass Mütter nicht offen über Sex und ihr Verlangen reden. "Warum sagt denn niemand was?" heißt es da und ich denke mir, ja, vielleicht haben die ähnliches erlebt und möchten auch nicht verurteilt werden. Auf einer Seite sollen Frauen zu ihrem Begehren stehen, auf der anderen wird die One-Night-Stand und Friends-with-Benefits Kultur kritisiert. Auf einer Seite wird Solidarität unter Frauen verlangt, auf der anderen spöttisch auf die ehemaligen Klassenkameradinnen runtergeguckt, die schnell heirateten, Kinder bekamen und ihre Karrieren auf Eis legten. Es erscheint mir, offen gesagt, schwer überhaupt etwas zu finden, was man als Frau in den Augen der Autorin richtig machen kann. In Rosales steckt eine Menge Frust und das ist okay. Ich teile ihn auch manchmal. Ich muss mich beim Lesen eines solchen Buches nicht immer wohl fühlen, nein, ich verlange sogar mich ab und zu unwohl zu fühlen und zum Nachdenken gebracht zu werden. Das passiert hier gut. Dennoch fehlt aber eben auch ganz viel. Vor allem Mut, eigene Fehler zu gestehen und weniger nachsichtig mit sich selbst zu sein, während man alle anderen gnadenlos abwatscht.
Hin- und hergerissen…
Das Buch hat mich etwas im Zwiespalt zurückgelassen… einerseits konnte ich bei vielen Aussagen und Ansichten der Autorin mitgehen, weil ich als Frau selbst viele dieser Erfahrungen selbst gemacht habe. Andererseits widerspricht das beschriebene Handeln der Autorin oft ihren eigenen Ansichten und Moralvorstellungen, was in mir Unverständnis ausgelöst hat. Das Buch war angebehm und schnell zu lesen, aber es gibt deutlich bessere feministische Literatur als dieses.
Meine Meinung: Erstmal finde ich es gut, das auch in Deutschland zur Zeit auch sehr Prominent (es erschienen ja schon vorher Kritische Bücher die isch mit Feminismus auseinander setzen) Bücher erscheinen, die explizit feminisitsche Fragestellungen in den Blick nehmen. Diese Debatten sind wichtig und ich finde, es kann nicht genug darüber gesprochen werden. Caroline Rosales setzt ihren Schwerpunkt hier, sicher auch weil das ihrer eigenen Erfahrung entspricht, das Mutterbild in Deutschland in den Fokus ihres Buches, das ihrer Meinung nach dem Bild aus den 50er Jahren entspricht. Nicht immer schlüssig argumentiert sie im Vergleich zu anderen Mütterbildern in Europa. Hier hätte ich mir mehr belegbare Beispiele gewünscht. So könnte z.B. der hohe Anteil von Frauen die in Frankreich den ganzen Tag arbeiten, auch mit wirtschaftlichen Fragestellungen innerhalb der Familie zusammenhängen und nicht zwingend ein Ausdruck von Emanzipation sein. Auch wenn es stimmt ,das die Ganztagsbetreuung in Frankreich eine bessere ist, liegt das aber auch am französischen Schulsystem, das von vorneherein eine Ganztagsschule anbietet. Ich finde ihren Blick auf diese Tatsachen etwas zu einseitig. Und auch andere Vergleiche zur Einordnung ihrer Aussagen mit anderen Europäischen Ländern fehlten mir hier. Insgesamt fand ich ihre Argumentationen immer wieder nicht so überzeugend. Zudem finde ich, das sie im Grunde vor allem stark aus ihrer eigenen Biografie heraus argumentiert. Das machen zwar viele bekannte Feministinnen (z.B. Laurel Penny, Margarete Stokowski) aber bei ihr wirkt es oft eher wie ein Tagebuch. Sie verknüpft meiner Meinung nach zu selten Literatur und wissenschaftlich belegbare Aussagen mit ihren Erlebnissen, die dadurch oftmals zur anekdotischen Evidenz werden. Immer wieder wird deutlich, wie stark die Autorin selbst von den angeprangerten Mechanismen betroffen ist. Vor allem die eigene Sexualität. Dies wirkte sich auch auf das eigene Körperbild aus. Die Autorin versucht hier auch aufzuzeigen, wie sich diese Mechanismen gerade zwischen Frauen dann weiter festigen. Sie prangert an das gerade Frauen andere Frauen aus Feindinnen betrachten und das herabwürdigen von anderen Frauen dabei wichtig bleibt um sich gerade was die eigene sexuelle Verfügbarkeit angeht aufzuwerten. Leider tappt die Autorin dabei in ihre eigene Falle... Sie macht leider genau das, was sie anderen Frauen vorwirft. Sie wertet mit der Art und Weise wie sie darüber spricht, andere Frauen ab. Es wirkt immer wieder so, als ob sie es eben besser weiß als die armen Muttis im Prenzlauer Berg. Sie schaut gerade zu mitleidig auf diese Frauen, deren Lebensentwurf sie ablehnt. Das fiel mir irgendwann sehr massiv auf und das hat mich daher immer mehr gestört. Das Buch gerät gerade durch die sehr persönlichen Bezüge eher als Abrechnung mit Frauen, die die Autorin ablehnt. Und das obwohl die an anderen Stellen durchaus wichtige Punkte anspricht. Ich finde es wichtig, das auch darüber gesprochen wird, das Männer ihre berufliche Positionen ausgenutzt haben. Gleichzeitig, wird hier auch deutlich das diese Positionen so gefestigt sind, das Rosales nur sehr allgemein über diese Männer spricht und auf keinen Fall Namen nennt. Es zeigt auch, das vieles von dem was die Autorin eigentlich anprangert, sich in ihrem Buch genauso wieder findet. Sie ist nach wie vor in dem System gefangen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wir bewegen uns ja alle darin und können uns selbst ja schon kaum davon lösen. Das zeigt sich auch ganz stark in dem Körperbild das die Autorin von sich selbst hat. Es ist auch wichtig, anzuprangern das von Frauen eine sexuelle Verfügbarkeit erwartet wird, egal in welcher Lebensphase sie sich befinden. Auch hier entsteht schnell der Eindruck das die Autorin eigentlich findet, das ihr eigenes Lebensmodel sowieso das allerbeste ist. Ich persönlich finde das Buch insgesamt nicht so lesenswert. Ich fand es zum Teil einfach auch langweilig geschrieben. Das klingt jetzt hart, aber ich finde jemand wie Laurie Penny kann einfach besser schreiben und hat trotzdem alle wichtigen Probleme angesprochen, die auch Rosales in ihrem Buch verarbeitet. Die Autorin untermauert meiner Meinung nach ihre Argumente nicht so gut und merkt öfter nicht, das sie genau das tut, was sie ein paar Seiten vorher angeprangert hat. Ich empfinde die Lektüre für mich persönlich insofern als Gewinn, da ich daran meine eigenen Ansichten schärfen konnte. Als Einstieg in das Thema (vor allem wenn man einen speziell auf Deutschland bezogenen Blickwinkel sucht) würde ich Rosales Buch aber nicht empfehlen. Dafür ist z.B Margarete Stokowski. Untenrum Frei viel besser geschrieben. Auch sie schreibt aus persönlichen Erfahrungen und verknüpft diese dann mit Theorie und weiteren Fragestellungen. Aber meiner Meinung nach untermauert sie ihre Argumente schlüssiger. Generell lohnt es sich ja, zu einem Thema mehr als nur ein Buch zu lesen.
In ihrem Buch Sexuell verfügbar schreibt Caroline Rosales nah an der eigenen Biographie über die „Grauzonen zwischen Erziehung, Missbrauch und Feminismus“. 90ies-Kids Selbst in den 1980ern und 1990ern aufgewachsen, erkenne ich viele Einflüsse wieder, denen auch ich ausgesetzt war. Rollenbilder und auch Entwicklungslinien ins heute kann ich gut nachvollziehen. https://vereinbarkeitsblog.de/rezension-sexuell-verfuegbar/
Super unterhaltsam!
Dieses Buch konnte ich nur sehr schlecht weglegen. Die Autorin beschreibt ihr Leben in einem sehr angenehmen Stil, der Spaß und Ernst gut in Waage hält. Zwischendurch nickt man dem Text unbewusst zu, weil man Parallelen zur eigenen Vergangenheit erkennt und manchmal, ja manchmal zeigt sie auch einen anderen Blickwinkel auf und regt zum Nachdenken an. Meine wärmste Empfehlung ☝️
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»Aufklärung ist meine Nr. 1 in gesellschaftlichen Fragen und genau das findet in diesem Buch statt. Hier geht es um die Feinheiten. Für mehr Bewusstsein, mehr Sensibilität mehr Selbst-Erkenntnis und -Bestimmung. Gut für mich –gut für alle.« Inga Humpe
Es wird viel geredet über die patriarchalisch geprägte sexistische Gesellschaft, doch selten über den Nährboden, der das Wachstum solcher männlich-dominierten Machtstrukturen begünstigt. Caroline Rosales erzählt nah an ihrer eigenen Geschichte, wie bereits kleine Mädchen darauf konditioniert werden, lieb und höflich zu sein und dem Onkel doch ein Küsschen zu geben. Und wie aus diesen Mädchen Frauen werden, die mehr auf das Gegenüber achten als auf sich selber. Das müssen wir ändern. Denn es gibt viele Grauzonen zwischen unserer Erziehung, Missbrauch und Feminismus. Hier werden sie beleuchtet.
Book Information
Author Description
Caroline Rosales, geboren 1982 in Bonn, ist Autorin mehrerer Bücher und Kolumnistin bei der ZEIT. Im Jahr 2019 erschien ihr feministisches Memoir Sexuell verfügbar, das sie für die ARD als Serie verfilmt hat, im Jahr 2021 ihr literarisches Debüt Das Leben keiner Frau. Rosales lebt mit ihrer Familie in Berlin.
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Sexuell verfügbar von Caroline Rosales Der Text ist wütend, scharf und bewusst provokant. Caroline Rosales schreibt über sexualisierte Erwartungen an Frauen, über Verfügbarkeit, Zuschreibungen und darüber, wie tief diese Bilder in Alltag, Sprache und Selbstwahrnehmung verankert sind. Besonders auffällig ist der direkte Ton: Das Buch will nicht gefallen, sondern benennen, zuspitzen und irritieren. Für mich war die Lektüre stellenweise anstrengend, aber genau darin liegt ihre Wirkung. Nicht jede Zuspitzung hat mich überzeugt, manches wirkt bewusst überspitzt oder repetitiv, doch die zentrale Botschaft ist klar und wichtig. Sexuell verfügbar ist kein Buch zum Wohlfühlen, sondern eines, das Reibung erzeugt und eigene Haltungen hinterfragt und genau dafür schätze ich es. ★★★★☆ (4 von 5 Sternen)
Edit: habe den Großteil meiner sehr persönlichen Rezension gelöscht. War eh zu lang und zu privat. Der Rest reicht aus :) ------ Sexuell verfügbar ist im Endeffekt ein Buch voller Widersprüche (und das wird zum Schluss sogar erwähnt). Auf einer Seite ist die Autorin genervt von Frauen, die einen semi-kritischen Spruch über Brust-OPs bringen (weil sie nämlich selbst eine hatte), auf der anderen kritisiert sie wiederum selber Frauen, die sich einem Schönheitsideal zu sehr anpassen. Dabei darf man dann nicht vergessen, dass auch sie gefärbte Haare hat und auf Mode steht aber halt "auf die gute Weise", die was mit Kunst und Ausdruck zu tun hat. Na dann. Auf einer Seite weiß sie, wie schlimm es ist, betrogen und belogen zu werden, auf der anderen beschreibt auch sie eine Affäre mit einem verheirateten Mann (zwar nicht kritikfrei, aber eigentlich lese ich da nur wieder ganz viel Rechtfertigung raus). Sie verzeiht sich, weil sie jung und naiv war, verlangt dann aber im nächsten Moment mit deutlichen Worten, dass Frauen aufhören müssen, Geliebte zu sein. Da hat eindeutig jemand Angst, durch eine Jüngere ersetzt zu werden. Auf einer Seite schreibt sie, dass Frauen harmoniebedürftiger sind, gerne deeskalieren und die Schuld bei zwischenmenschlichen Problemen bei sich selbst suchen, auf der anderen zeichnet sie das Bild der manipulativen, intriganten Schlange, die vor Bösartigkeiten nur so strotzt und Mittel und Wege kennt, andere zu zerstören. Auf einer Seite berichtet sie von einem traumatischen Erlebnis mit Slut-Shaming unter Frauen, das wohl bis heute dazu führt, dass sie vorsichtig mit dem ist, was sie ausplaudert, wenn es um Sex und Liebschaften geht, auf der anderen wundert sie sich später, dass Mütter nicht offen über Sex und ihr Verlangen reden. "Warum sagt denn niemand was?" heißt es da und ich denke mir, ja, vielleicht haben die ähnliches erlebt und möchten auch nicht verurteilt werden. Auf einer Seite sollen Frauen zu ihrem Begehren stehen, auf der anderen wird die One-Night-Stand und Friends-with-Benefits Kultur kritisiert. Auf einer Seite wird Solidarität unter Frauen verlangt, auf der anderen spöttisch auf die ehemaligen Klassenkameradinnen runtergeguckt, die schnell heirateten, Kinder bekamen und ihre Karrieren auf Eis legten. Es erscheint mir, offen gesagt, schwer überhaupt etwas zu finden, was man als Frau in den Augen der Autorin richtig machen kann. In Rosales steckt eine Menge Frust und das ist okay. Ich teile ihn auch manchmal. Ich muss mich beim Lesen eines solchen Buches nicht immer wohl fühlen, nein, ich verlange sogar mich ab und zu unwohl zu fühlen und zum Nachdenken gebracht zu werden. Das passiert hier gut. Dennoch fehlt aber eben auch ganz viel. Vor allem Mut, eigene Fehler zu gestehen und weniger nachsichtig mit sich selbst zu sein, während man alle anderen gnadenlos abwatscht.
Hin- und hergerissen…
Das Buch hat mich etwas im Zwiespalt zurückgelassen… einerseits konnte ich bei vielen Aussagen und Ansichten der Autorin mitgehen, weil ich als Frau selbst viele dieser Erfahrungen selbst gemacht habe. Andererseits widerspricht das beschriebene Handeln der Autorin oft ihren eigenen Ansichten und Moralvorstellungen, was in mir Unverständnis ausgelöst hat. Das Buch war angebehm und schnell zu lesen, aber es gibt deutlich bessere feministische Literatur als dieses.
Meine Meinung: Erstmal finde ich es gut, das auch in Deutschland zur Zeit auch sehr Prominent (es erschienen ja schon vorher Kritische Bücher die isch mit Feminismus auseinander setzen) Bücher erscheinen, die explizit feminisitsche Fragestellungen in den Blick nehmen. Diese Debatten sind wichtig und ich finde, es kann nicht genug darüber gesprochen werden. Caroline Rosales setzt ihren Schwerpunkt hier, sicher auch weil das ihrer eigenen Erfahrung entspricht, das Mutterbild in Deutschland in den Fokus ihres Buches, das ihrer Meinung nach dem Bild aus den 50er Jahren entspricht. Nicht immer schlüssig argumentiert sie im Vergleich zu anderen Mütterbildern in Europa. Hier hätte ich mir mehr belegbare Beispiele gewünscht. So könnte z.B. der hohe Anteil von Frauen die in Frankreich den ganzen Tag arbeiten, auch mit wirtschaftlichen Fragestellungen innerhalb der Familie zusammenhängen und nicht zwingend ein Ausdruck von Emanzipation sein. Auch wenn es stimmt ,das die Ganztagsbetreuung in Frankreich eine bessere ist, liegt das aber auch am französischen Schulsystem, das von vorneherein eine Ganztagsschule anbietet. Ich finde ihren Blick auf diese Tatsachen etwas zu einseitig. Und auch andere Vergleiche zur Einordnung ihrer Aussagen mit anderen Europäischen Ländern fehlten mir hier. Insgesamt fand ich ihre Argumentationen immer wieder nicht so überzeugend. Zudem finde ich, das sie im Grunde vor allem stark aus ihrer eigenen Biografie heraus argumentiert. Das machen zwar viele bekannte Feministinnen (z.B. Laurel Penny, Margarete Stokowski) aber bei ihr wirkt es oft eher wie ein Tagebuch. Sie verknüpft meiner Meinung nach zu selten Literatur und wissenschaftlich belegbare Aussagen mit ihren Erlebnissen, die dadurch oftmals zur anekdotischen Evidenz werden. Immer wieder wird deutlich, wie stark die Autorin selbst von den angeprangerten Mechanismen betroffen ist. Vor allem die eigene Sexualität. Dies wirkte sich auch auf das eigene Körperbild aus. Die Autorin versucht hier auch aufzuzeigen, wie sich diese Mechanismen gerade zwischen Frauen dann weiter festigen. Sie prangert an das gerade Frauen andere Frauen aus Feindinnen betrachten und das herabwürdigen von anderen Frauen dabei wichtig bleibt um sich gerade was die eigene sexuelle Verfügbarkeit angeht aufzuwerten. Leider tappt die Autorin dabei in ihre eigene Falle... Sie macht leider genau das, was sie anderen Frauen vorwirft. Sie wertet mit der Art und Weise wie sie darüber spricht, andere Frauen ab. Es wirkt immer wieder so, als ob sie es eben besser weiß als die armen Muttis im Prenzlauer Berg. Sie schaut gerade zu mitleidig auf diese Frauen, deren Lebensentwurf sie ablehnt. Das fiel mir irgendwann sehr massiv auf und das hat mich daher immer mehr gestört. Das Buch gerät gerade durch die sehr persönlichen Bezüge eher als Abrechnung mit Frauen, die die Autorin ablehnt. Und das obwohl die an anderen Stellen durchaus wichtige Punkte anspricht. Ich finde es wichtig, das auch darüber gesprochen wird, das Männer ihre berufliche Positionen ausgenutzt haben. Gleichzeitig, wird hier auch deutlich das diese Positionen so gefestigt sind, das Rosales nur sehr allgemein über diese Männer spricht und auf keinen Fall Namen nennt. Es zeigt auch, das vieles von dem was die Autorin eigentlich anprangert, sich in ihrem Buch genauso wieder findet. Sie ist nach wie vor in dem System gefangen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn wir bewegen uns ja alle darin und können uns selbst ja schon kaum davon lösen. Das zeigt sich auch ganz stark in dem Körperbild das die Autorin von sich selbst hat. Es ist auch wichtig, anzuprangern das von Frauen eine sexuelle Verfügbarkeit erwartet wird, egal in welcher Lebensphase sie sich befinden. Auch hier entsteht schnell der Eindruck das die Autorin eigentlich findet, das ihr eigenes Lebensmodel sowieso das allerbeste ist. Ich persönlich finde das Buch insgesamt nicht so lesenswert. Ich fand es zum Teil einfach auch langweilig geschrieben. Das klingt jetzt hart, aber ich finde jemand wie Laurie Penny kann einfach besser schreiben und hat trotzdem alle wichtigen Probleme angesprochen, die auch Rosales in ihrem Buch verarbeitet. Die Autorin untermauert meiner Meinung nach ihre Argumente nicht so gut und merkt öfter nicht, das sie genau das tut, was sie ein paar Seiten vorher angeprangert hat. Ich empfinde die Lektüre für mich persönlich insofern als Gewinn, da ich daran meine eigenen Ansichten schärfen konnte. Als Einstieg in das Thema (vor allem wenn man einen speziell auf Deutschland bezogenen Blickwinkel sucht) würde ich Rosales Buch aber nicht empfehlen. Dafür ist z.B Margarete Stokowski. Untenrum Frei viel besser geschrieben. Auch sie schreibt aus persönlichen Erfahrungen und verknüpft diese dann mit Theorie und weiteren Fragestellungen. Aber meiner Meinung nach untermauert sie ihre Argumente schlüssiger. Generell lohnt es sich ja, zu einem Thema mehr als nur ein Buch zu lesen.
In ihrem Buch Sexuell verfügbar schreibt Caroline Rosales nah an der eigenen Biographie über die „Grauzonen zwischen Erziehung, Missbrauch und Feminismus“. 90ies-Kids Selbst in den 1980ern und 1990ern aufgewachsen, erkenne ich viele Einflüsse wieder, denen auch ich ausgesetzt war. Rollenbilder und auch Entwicklungslinien ins heute kann ich gut nachvollziehen. https://vereinbarkeitsblog.de/rezension-sexuell-verfuegbar/
Super unterhaltsam!
Dieses Buch konnte ich nur sehr schlecht weglegen. Die Autorin beschreibt ihr Leben in einem sehr angenehmen Stil, der Spaß und Ernst gut in Waage hält. Zwischendurch nickt man dem Text unbewusst zu, weil man Parallelen zur eigenen Vergangenheit erkennt und manchmal, ja manchmal zeigt sie auch einen anderen Blickwinkel auf und regt zum Nachdenken an. Meine wärmste Empfehlung ☝️














