Selbstbestimmte Norm

Selbstbestimmte Norm

Book
4.01

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Description

Ist wirklich alles in Ordnung, wenn bei der pränatalen Untersuchung keine Auffälligkeiten gefunden werden? Und was wenn doch? Als Feministin für ein Recht auf Abtreibung einzutreten, bedeutet nicht zwangsläufig, die hier entstehende Entscheidungssituation als Selbstbestimmung wahrnehmen zu müssen. Kirsten Achtelik lotet in ihrem Buch das Spannungsfeld zwischen den emanzipatorischen und systemerhaltenden Potentialen des feministischen Konzepts „Selbstbestimmung“ in Bezug auf Abtreibung aus. So mischt sie sich in die aktuellen feministischen Debatten um reproduktive Rechte ein, die mit den zunehmenden Aktivitäten und Demonstrationen von „Lebensschützern“ wieder aufgeflammt sind. Zugleich ist es ihr Anliegen, einer neuen Generation von Aktivistinnen und Aktivisten die Gemeinsamkeiten und Konflikten der Frauen- und Behindertenbewegung sowie die inhaltlichen Differenzen zwischen Frauen mit und ohne Behinderung verständlich zu machen. Vor allem aber stellt sich Achtelik der dringend zu klärenden Frage, wie ein nicht selektives und nicht individualisiertes Konzept von Selbstbestimmung gedacht und umgesetzt werden kann. Kirsten Achtelik, geboren 1978, ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und lebt als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Sie ist politisch an den Schnittstellen der feministischen, antikapitalistischen und Behindertenbewegung aktiv.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Book
Pages
224
Price
22.70 €

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1
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4

Ehrlich gesagt hatte ich mich mit dem Thema in dieser Tiefe noch nie beschäftigt und bin sehr dankbar, dass dieses Buch so breit aufgestellt ist. Dabei stimme ich nicht mit jedem Punkt von Achtelik überein. Beispielsweise ist das verpflichtende „Schwangerschaftskonfliktgespräch“ aus meiner Sicht keineswegs ein Informationsangebot, sondern eine Instanz, die (erwachsenen) Schwangeren abspricht eigenständig in der Lage zu sein Entscheidungen zu fällen. Damit will ich nicht sagen, dass es diese Verschrittung hin zum möglichen Abbruch gar nicht geben sollte, sondern dass sie nicht verpflichtend sein dürfte. Rückblickend glänzt Achtelik mit dem eigenen Forschungsbereich, einer Verwebung aus der nüchternen Pro- und Contra-Argumentation mit der Geschichte, und schiebt den eigenen Standpunkt fast schon unauffällig dazwischen. Auch wenn das Buch 2015 erschien, ist es nicht minder aktuell. »Selbstbestimmte Norm« ist eine wichtige und notwendige innerfeministische Kritik, die es sich zu lesen lohnt. (Ausschnitt aus meiner Rezension, mehr im Beitrag auf Instagram)

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