Schweine und Elefanten

Schweine und Elefanten

Softcover
3.73
AusnutzungVillaStadtstreicherAbhängigkeit

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Hagen Trinker - zweiundzwanzig, Rumtreiber, Zocker, Gelegenheitsdieb - verbringt den Morgen bei den gescheiterten Existenzen vom Parkrandkiosk, seine Abende beim Fischer oder in der Waldwirtschaft, wo er, mehr schlecht als recht, vom Backgammonspielen lebt. Eigentlich verliebt in die sechzehnjährige Silke, beginnt Hagen eine Affäre mit der siebenunddreißigjährigen Valerie Bergmann, die, alleinstehend in einer großen Bogenhausener Villa, ihrer mondänen Lebensleere nachhängt. Aus dem schnellen Sexabenteuer entwickelt sich eine verschrobene Form gegenseitiger Abhängigkeit und Ausnutzung. Doch die Dinge eskalieren, am Parkrandkiosk und im Nationaltheater ebenso wie in der Alabama-Halle und auf der Trabrennbahn. Valerie landet mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus, Hagen, der sich schuldig fühlt und sich verpflichtet, die eingegipste Valerie täglich zu besuchen, hat im Gegenzug die Villa plötzlich für sich allein. In der Villa steigt eine große Party, ein Fest der Verlorenheit.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Softcover
Pages
240
Price
9.20 €

Author Description

Helmut Krausser, geboren 1964 in Esslingen, schrieb Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Tagebücher und Opernlibretti. Er veröffentlicht zudem Beiträge und Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften und verfasst Musikaufzeichnungen und Hörspiele. Zwei seiner Romane wurden bereits verfilmt. Für seinen Roman «Melodien» wurde er mit dem Tukan-Preis der Stadt München ausgezeichnet.Helmut Krausser ist verheiratet und lebt in Rom und Potsdam.

Posts

1
All
4

"Ich fühlte mich als Schwein, in das ein kleiner Elefant eingenäht war. Je drängender der Elefant aus mir heraus wollte, umso dicker erfraß ich mir die Schwarte, die ihn dran hinderte. Ich sah viele Schweine, die ihren Elefanten in gleicher Weise stillgelegt hatten. War von daher geneigt an das Gute im Menschen zu glauben, selbst wo er längst erstickt und versteinert war."

Dies ist die Ende der 90er Jahre neu verfasste Version des Romans,den Helmut Krauser bereits in den 80er Jahren als Erstling verfasst hatte. In jener Zeit spielt auch die Handlung. Der Roman handelt vom 22-jährigen Hagen Trinker, einem "professionellen Backgammonspieler" und Leadsänger einer unbekannten Band, der mehr schlecht als recht über die Runden kommt, auch wenn man die illegalen Einkünfte mit einbezieht. Aufgrund letzterer verliert er sein Zimmer zur Untermiete. Da trifft es sich gut, dass er der 37-jährigen Valerie begegnet, die reich und geschieden ist und in einer Villa in München Bogenhausen residiert. Er zieht zu ihr und begiebt sich somit in einseitige Abhängigkeit, obwohl er eigentlich in die 16-jährige Silke verliebt ist. Nach einem Plottwist, der nicht mal total unrealistisch ist, benötigt es noch zusätzlich einer Art Deus Ex Machina Effekts um die Situation aufzulösen. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und enthält dadurch politisch inkorrekte Formulierung. Die gewaltverharmlosend, sexistischen und und auch im allgemeinen groben Ansichten des Protagonisten, driften nicht nur einmal ins Derbe und Pornographische ab. Dies entsetzt zwar nicht wirklich, verdrängt aber die Möglichkeit einen anderen Stil konsequent durchzuziehen, da der Roman auch sehr poetische Momente hat. Hagen ist sehr intelligent und gebildet, aber scheinbar zynisch und komplett desillusioniert. Als Kind eines bildungsfeindlichen Elternhauses hat er sich das meiste selbst angeeignet. Es befinden sich diverse Rückblenden im Fließtext, welche kursiv gekennzeichnet sind und auf diese Herkunft verweisen . Diese stellen eine Stärke dieses Romans dar, welcher insgesamt als Milieustudie und Entwicklungsroman zu sehen ist. Interessant auch für Münchner und Zocker.

"Ich fühlte mich als Schwein, in das ein kleiner Elefant eingenäht war. Je drängender der Elefant aus mir heraus wollte, umso dicker erfraß ich mir die Schwarte, die ihn dran hinderte. Ich sah viele Schweine, die ihren Elefanten in gleicher Weise stillgelegt hatten. War von daher geneigt an das Gute im Menschen zu glauben, selbst wo er längst erstickt und versteinert war."
Create Post