Schaut nicht zurück
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Description
Atmosphärisch, packend, eindringlich – nach »Fürchtet euch« der neue Bestseller von Wiley Cash
Gastonia, North Carolina. Easter Quilby und ihre jüngere Schwester Ruby leben nach dem Tod ihrer Mutter in einem Kinderheim. Den beiden Mädchen sind nur noch die Großeltern im fernen Alaska geblieben. Bis plötzlich eines Nachts ihr Vater auftaucht und sie aus dem Heim entführt. Wade Chesterfield will eine zweite Chance mit seinen Töchtern, endlich für sie da sein und anderswo ein neues Leben mit ihnen beginnen. Doch das Verschwinden der Mädchen bleibt nicht lange unbemerkt. Brady Weller, ehemaliger Detective und Vormund der beiden, nutzt seine alten Kontakte, um Wade auf die Spur zu kommen. Aber er ist nicht der Einzige: Auch der brutale Auftragskiller Pruitt, der nach vielen Jahren Rache an Wade nehmen will, verfolgt die kleine Familie. Denn Wade hat etwas bei sich, das ihm nicht gehört. Und hat völlig unterschätzt, in welch große Gefahr sein Handeln Easter und Ruby bringt …
Book Information
Posts
Easter und ihre jüngere Schwester Ruby wohnen in einem Heim seit ihre Mutter gestorben ist, denn ihr Vater hat die Familie bereits vor Jahren verlassen, als Easter sechs Jahre alt war. Doch nun taucht der gescheiterte Baseballstar Wade Chesterfield plötzlich wieder auf und entführt seine Töchter aus dem Heim und bricht mit ihnen zu einem Roadtrip auf. Wade will einen Neuanfang, doch der ehemalige Detective und Vormund der Mädchen, Brady, nimmt die Verfolgung auf. Und es gibt einen weiteren Verfolger aus Wades Vergangenheit ... Die Geschichte war mir irgendwie zu hastig erzählt. Ich habe es vor allem gelesen, weil ich mal wieder ein Buch auf englisch lesen wollte und das hat sehr gut geklappt, auch wenn ich echt aus der Übung war. Nur mit den vielen Begriffen aus dem Baseball kam ich nicht so gut klar. Auf deutsch heißt das Buch "Schaut nicht zurück".
Klang vielversprechend, war enttäuschend. Klappentext: „ER WILL NUR DAS BESTE FÜR SEINE TÖCHTER. Und merkt dabei nicht, welch TÖDLICHER GEFAHR er sie aussetzt … Easter Quilby und ihre jüngere Schwester Ruby leben nach dem Tod ihrer Mutter in einem Kinderheim. Den beiden Mädchen sind nur noch die Großeltern im fernen Alaska geblieben. Bis plötzlich eines Nachts ihr Vater auftaucht und sie aus dem Heim entführt. Wade Chesterfield will eine zweite Chance mit seinen Töchtern, endlich für sie da sein und anderswo ein neues Leben mit ihnen beginnen. Doch das Verschwinden der Mädchen bleibt nicht lange unbemerkt. Brady Weller, ehemaliger Detective und Vormund der beiden, nutzt seine alten Kontakte, um Wade auf die Spur zu kommen. Aber er ist nicht der Einzige: Auch der brutale Auftragskiller Pruitt, der nach vielen Jahren Rache an Wade nehmen will, verfolgt die kleine Familie. Denn Wade hat etwas bei sich, das ihm nicht gehört. Und hat völlig unterschätzt, in welch große Gefahr sein Handeln Easter und Ruby bringt …“ Meinung: Der Schreibstil dieses Buches ist ziemlich nüchtern und man hat eher das Gefühl einen Polizeibericht zu lesen, als einen Roman (das behaupte ich jetzt mal so, ohne je einen Polizeibericht gelesen zu haben *hust*). Die Geschichte lässt sich mehr als flüssig lesen, aber es kommen eben keine Gefühle bei einem an. Eine Person stirbt? Oh, ups? Gerade befindet man sich in einer spannenden Verfolgungsjagd? Warte, was? Hat da jemand was von Spannung gesagt? Woooo? Die Geschichte wird von mehreren Charakteren erzählt und mit mehreren meine ich eher Viele. Zum einen von Easter Quillby, die ich als die Protagonstin des Buches bezeichnen würde. Sie ist ein kleines Kind, denkt und spricht aber oft sehr Erwachsen. Dann hätte man noch Pruitt, den brutalen Auftragskiller, der (aus welchem Grund auch immer) Jagd auf Wade macht. Außerdem noch Brady Weller, der Vormund von Easter und Ruby, der früher mal Cop war und nachdem die Beiden von ihrem Dad entführt worden sind, seine eigenen Erforschungen treibt. An sich finde ich verschiedene Sichtweisen in einer Geschichte sehr interessant, aber in einem Krimi? Zum einen hat das mir sehr viel an Spannung weggenommen und zum anderen, haben die Charaktere ständig mit vielen verschiedenen Personen zu tun (ist ja in der Realität nicht wirklich anders), aber das hat mir so einige Probleme dabei bereitet, die ganze Namenflut aufzunehmen. Die ersten 100 Seiten waren bei mir ein ständiges „Wer war das gleich nochmal?“ Mal abgesehen davon, dass ich eine Ewigkeit gebraucht habe, die Namen den einzelnen Personen zuordnen zu können und dass dieser Roman relativ nüchtern geschrieben worden ist, viel das Mitfühlen mit den Charakteren im Allgemeinen sehr schwer. Könnte natürlich daran liegen, dass bis auf Gefühle wie Angst, Aggression und Wut kaum was anderes gefühlt wurde oder Gefühlsregungen kaum anders beschrieben worden sind als durch Wahnsinn in den Augen. Es geht ja praktisch darum, dass Easter und Ruby ins Kinderheim kommen, weil ihre Mutter gerade verstorben ist und ihr Vater auf das Sorgerecht verzichtet hat und keiner weiß wo er ist. Entweder ich habe eine Stelle überlesen oder es wurde wirklich nicht eine einzelne Träne dieser beiden Kinder (!) nach dem Tod ihrer Mutter (!) beschrieben und das ist nur ein Beispiel von Vielen. Was mich wohl am meisten gestört hat, ist, dass man an manchen Stellen in der Geschichte einfach keinen Überblick mehr über das Geschehen hat. Beispielsweise liest man eine Szene aus den Augen des Serienkillers Pruitt, in der er sich mit 2 weiteren Personen in einem Raum mit einem Sägewerk befindet. Dann springt die Szene zu einem anderen Charakter, die Story geht aus dessen Augen weiter und bei der nächsten Textstelle aus Pruitts Sicht, ist plötzlich überall Blut. Wessen Blut, warum, weshalb, hää? Darauf wird einfach nicht mehr eingegangen. Fazit: Zugegeben, ich hatte hohe Erwartungen an „Schaut nicht zurück“. Das Buch wollte ich schon seit über einem Jahr lesen, um mich wieder etwas in die Richtung Krimi wagen, aber da habe ich bessere Kinderkrimibücher gelesen, die mich vermutlich heute noch mehr fesseln könnten. Weder war der Schreibstil mit mir auf einer Wellenlänge noch habe ich mit einem der Charaktere mitgefühlt (und da gab's ja einige Charaktere, mit denen man es zumindest theoretisch hätte können…). Es kamen keine Gefühle an, weder Trauer der Charaktere noch Spannung durch die Geschichte. Insgesamt ziemlich enttäuschend.
"This Dark Road to Mercy" heißt das Buch im englischen Original, also "Dieser dunkle Weg zur Gnade". Und tatsächlich erwartet den Leser eine Art Roadtrip durch den Südosten der USA: die verzweifelte Flucht des gescheiterten Baseballstars Wade Chesterfield, der seine beiden kleinen Töchter nach dem Drogentod ihrer Mutter aus dem Kinderheim entführt, um ihnen endlich der Vater zu sein, der er nie war. Dumm nur, dass er aus den besten Absichten eine fatal falsche Entscheidung getroffen hat, die ihn jetzt buchstäblich quer durchs Land verfolgt. Ein Auftragskiller, der auch noch seine ganze eigene Rechnung mit Wade zu begleichen hat, jagt der kleinen Familie hinterher, so hartnäckig und unerbittlich wie ein Bluthund. Es gibt Tote, jede Menge kleine und große Kriminelle, einen ehemaligen Cop, dessen Leben zerstört wurde, als er den Tod eines Jugendlichen verschuldete... Und dennoch ist das Buch in meinen Augen kein Thriller. Es ist mal düster, brutal und spannend, mal leise melancholisch, traurig oder bewegend, aber es geht in meinen Augen immer ums Zwischenmenschliche, um enttäuschte Hoffnungen, zerbrochene Träume, aber auch um Liebe, Vergebung, Neuanfang - und ja, Gnade. Über weite Strecken lebt das Buch nicht so sehr von dem, was gerade passiert, sondern von der Atmosphäre und den Gedanken der Charaktere, die sich ohne große Worte im Stillen weiterentwickeln. Obwohl das Buch nicht auf die gleiche Art spannend ist wie ein Psychothriller oder auch nur ein Krimi, fand ich die Geschichte ungemein fesselnd. Ein wenig ermüdend war für mich lediglich, dass es wirklich sehr oft und sehr ausführlich um Baseball geht - andererseits gehört das wohl einfach dazu zu diesem heißen amerikanischen Sommer und zum Lebensgefühl der Menschen, die Wiley Cash hier beschreibt. Die Geschichte hat etwas Zeitloses, Archetypisches, und dennoch fand ich sie nicht abgedroschen, sondern originell erzählt. Ein paar Worte zu den wichtigsten Charakteren: Easter ist erst 12 Jahre alt, aber sie kümmert sich schon seit Jahren um ihre kleine Schwester Ruby - sie kocht ihr Essen (wenn welches im Haus ist), passt auf, dass sie die Hausaufgaben macht und früh genug ins Bett geht, und sorgt vor allem dafür, dass Ruby möglichst wenig darunter leidet, dass die Mutter nur selten aus dem Drogenrausch erwacht. Bis die das eines Tages dann gar nicht mehr tut. Die Geschichte wird zum Teil von Easter erzählt. Meiner Meinung nach erfordert ein kindlicher Erzähler von einem Autor viel Feingefühl, aber Wiley Cash ist es hier gut gelungen. Easter erzählt ruhig und altklug und ist dennoch eine glaubhafte und liebenswerte Kinderstimme. Ich hätte erst nicht erwartet, dass der Autor es schaffen würde, mir Verständnis für Wade abzuringen, denn der hat seine Kinder wirklich unsäglich im Stich gelassen. Aber natürlich steckt auch dahinter mehr, als auf den ersten Blick offensichtlich ist, und ich war am Schluss sehr beeindruckt davon, wie Wiley Cash es schafft, Wades Fehler nicht zu beschönigen, ihn aber dennoch als komplexen Menschen mit guten und schlechten Eigenschaften zu zeigen. Überhaupt sind die meisten der Charaktere keine Helden, die meisten davon sind aber nicht ausschließlich gut oder ausschließlich böse. Nur den Auftragskiller fand ich ein wenig einseitig, denn der hat zwar Gründe dafür, dass er Wade hasst, begeht aber auch manche seiner blutigen Taten, obwohl sie ihn seinem Ziel gar nicht näher bringen oder unnötig grausam. Brady Weller, der gesetzliche Vormund der beiden Mädchen, war für mich vielleicht die sympathischste Figur, denn er handelt nicht aus Eigennutz, sondern aus Sorge um das Wohlergehen der Kinder. Eine einzige Fehlentscheidung vor ein paar Jahren hat einen Jugendlichen das Leben gekostet, und das hat Bradys Ehe und seine Karriere als Cop zerstört und auch die Beziehung zu seiner Tochter sehr schwierig gemacht, voller Schuldgefühle und Konflikt. Mit Brady und Wade zeichnet der Autor das Bild zweier sehr unterschiedlicher Väter, die beide nicht perfekt sind, die beide schwerwiegende Fehler begangen haben, und die dennoch beide ihre Töchter lieben. Das Thema Elternliebe und Vergebung zieht sich wie ein Leitmotiv durchs ganze Buch, und es endet mit der Frage, ob Recht und Gerechtigkeit immer dasselbe sind. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Oft ist er eher einfach, vermittelt aber trotzdem ganz viel Atmosphäre und wird manchmal sogar poetisch, bleibt dabei aber immer unprätentiös . Fazit: Die Mutter von Easter und Ruby erwacht eines Tages nicht mehr aus ihrem Drogenrausch und die Kinder kommen ins Heim. Von ihrem Vater Wade erwarten sie sich nichts, denn der hat vor ein paar Jahren auf sein elterliches Sorgerecht verzichtet und sich seitdem nicht mehr blicken lassen. Aber eines Tages ist er da und nimmt sie einfach mit, und damit beginnt eine wilde Hatz quer durch den Südosten der USA, denn Wade ist auf der Flucht. Es ist schwer, das Buch zu beschreiben. Ein Thriller ist es nicht (trotz Auftragkiller und Verfolgungsjagd), eher ein Familiendrama, ein Roadtrip, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die Vergebung. Das ist auf eine ganze eigene Art spannend, und die Charaktere fand ich glaubhaft, vielschichtig und überzeugend. Auch der meist eher ruhige, bodenständige Schreibstil passte sehr gut zur Geschichte. Für meinen Geschmack nahm allerdings der Nationalsport Baseball einen etwas zu großen Platz in der Geschichte ein, denn darüber wird wirklich extrem viel und ausführlich gesprochen! Dennoch ist das Buch für mich eine Leseempfehlung.
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Atmosphärisch, packend, eindringlich – nach »Fürchtet euch« der neue Bestseller von Wiley Cash
Gastonia, North Carolina. Easter Quilby und ihre jüngere Schwester Ruby leben nach dem Tod ihrer Mutter in einem Kinderheim. Den beiden Mädchen sind nur noch die Großeltern im fernen Alaska geblieben. Bis plötzlich eines Nachts ihr Vater auftaucht und sie aus dem Heim entführt. Wade Chesterfield will eine zweite Chance mit seinen Töchtern, endlich für sie da sein und anderswo ein neues Leben mit ihnen beginnen. Doch das Verschwinden der Mädchen bleibt nicht lange unbemerkt. Brady Weller, ehemaliger Detective und Vormund der beiden, nutzt seine alten Kontakte, um Wade auf die Spur zu kommen. Aber er ist nicht der Einzige: Auch der brutale Auftragskiller Pruitt, der nach vielen Jahren Rache an Wade nehmen will, verfolgt die kleine Familie. Denn Wade hat etwas bei sich, das ihm nicht gehört. Und hat völlig unterschätzt, in welch große Gefahr sein Handeln Easter und Ruby bringt …
Book Information
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Easter und ihre jüngere Schwester Ruby wohnen in einem Heim seit ihre Mutter gestorben ist, denn ihr Vater hat die Familie bereits vor Jahren verlassen, als Easter sechs Jahre alt war. Doch nun taucht der gescheiterte Baseballstar Wade Chesterfield plötzlich wieder auf und entführt seine Töchter aus dem Heim und bricht mit ihnen zu einem Roadtrip auf. Wade will einen Neuanfang, doch der ehemalige Detective und Vormund der Mädchen, Brady, nimmt die Verfolgung auf. Und es gibt einen weiteren Verfolger aus Wades Vergangenheit ... Die Geschichte war mir irgendwie zu hastig erzählt. Ich habe es vor allem gelesen, weil ich mal wieder ein Buch auf englisch lesen wollte und das hat sehr gut geklappt, auch wenn ich echt aus der Übung war. Nur mit den vielen Begriffen aus dem Baseball kam ich nicht so gut klar. Auf deutsch heißt das Buch "Schaut nicht zurück".
Klang vielversprechend, war enttäuschend. Klappentext: „ER WILL NUR DAS BESTE FÜR SEINE TÖCHTER. Und merkt dabei nicht, welch TÖDLICHER GEFAHR er sie aussetzt … Easter Quilby und ihre jüngere Schwester Ruby leben nach dem Tod ihrer Mutter in einem Kinderheim. Den beiden Mädchen sind nur noch die Großeltern im fernen Alaska geblieben. Bis plötzlich eines Nachts ihr Vater auftaucht und sie aus dem Heim entführt. Wade Chesterfield will eine zweite Chance mit seinen Töchtern, endlich für sie da sein und anderswo ein neues Leben mit ihnen beginnen. Doch das Verschwinden der Mädchen bleibt nicht lange unbemerkt. Brady Weller, ehemaliger Detective und Vormund der beiden, nutzt seine alten Kontakte, um Wade auf die Spur zu kommen. Aber er ist nicht der Einzige: Auch der brutale Auftragskiller Pruitt, der nach vielen Jahren Rache an Wade nehmen will, verfolgt die kleine Familie. Denn Wade hat etwas bei sich, das ihm nicht gehört. Und hat völlig unterschätzt, in welch große Gefahr sein Handeln Easter und Ruby bringt …“ Meinung: Der Schreibstil dieses Buches ist ziemlich nüchtern und man hat eher das Gefühl einen Polizeibericht zu lesen, als einen Roman (das behaupte ich jetzt mal so, ohne je einen Polizeibericht gelesen zu haben *hust*). Die Geschichte lässt sich mehr als flüssig lesen, aber es kommen eben keine Gefühle bei einem an. Eine Person stirbt? Oh, ups? Gerade befindet man sich in einer spannenden Verfolgungsjagd? Warte, was? Hat da jemand was von Spannung gesagt? Woooo? Die Geschichte wird von mehreren Charakteren erzählt und mit mehreren meine ich eher Viele. Zum einen von Easter Quillby, die ich als die Protagonstin des Buches bezeichnen würde. Sie ist ein kleines Kind, denkt und spricht aber oft sehr Erwachsen. Dann hätte man noch Pruitt, den brutalen Auftragskiller, der (aus welchem Grund auch immer) Jagd auf Wade macht. Außerdem noch Brady Weller, der Vormund von Easter und Ruby, der früher mal Cop war und nachdem die Beiden von ihrem Dad entführt worden sind, seine eigenen Erforschungen treibt. An sich finde ich verschiedene Sichtweisen in einer Geschichte sehr interessant, aber in einem Krimi? Zum einen hat das mir sehr viel an Spannung weggenommen und zum anderen, haben die Charaktere ständig mit vielen verschiedenen Personen zu tun (ist ja in der Realität nicht wirklich anders), aber das hat mir so einige Probleme dabei bereitet, die ganze Namenflut aufzunehmen. Die ersten 100 Seiten waren bei mir ein ständiges „Wer war das gleich nochmal?“ Mal abgesehen davon, dass ich eine Ewigkeit gebraucht habe, die Namen den einzelnen Personen zuordnen zu können und dass dieser Roman relativ nüchtern geschrieben worden ist, viel das Mitfühlen mit den Charakteren im Allgemeinen sehr schwer. Könnte natürlich daran liegen, dass bis auf Gefühle wie Angst, Aggression und Wut kaum was anderes gefühlt wurde oder Gefühlsregungen kaum anders beschrieben worden sind als durch Wahnsinn in den Augen. Es geht ja praktisch darum, dass Easter und Ruby ins Kinderheim kommen, weil ihre Mutter gerade verstorben ist und ihr Vater auf das Sorgerecht verzichtet hat und keiner weiß wo er ist. Entweder ich habe eine Stelle überlesen oder es wurde wirklich nicht eine einzelne Träne dieser beiden Kinder (!) nach dem Tod ihrer Mutter (!) beschrieben und das ist nur ein Beispiel von Vielen. Was mich wohl am meisten gestört hat, ist, dass man an manchen Stellen in der Geschichte einfach keinen Überblick mehr über das Geschehen hat. Beispielsweise liest man eine Szene aus den Augen des Serienkillers Pruitt, in der er sich mit 2 weiteren Personen in einem Raum mit einem Sägewerk befindet. Dann springt die Szene zu einem anderen Charakter, die Story geht aus dessen Augen weiter und bei der nächsten Textstelle aus Pruitts Sicht, ist plötzlich überall Blut. Wessen Blut, warum, weshalb, hää? Darauf wird einfach nicht mehr eingegangen. Fazit: Zugegeben, ich hatte hohe Erwartungen an „Schaut nicht zurück“. Das Buch wollte ich schon seit über einem Jahr lesen, um mich wieder etwas in die Richtung Krimi wagen, aber da habe ich bessere Kinderkrimibücher gelesen, die mich vermutlich heute noch mehr fesseln könnten. Weder war der Schreibstil mit mir auf einer Wellenlänge noch habe ich mit einem der Charaktere mitgefühlt (und da gab's ja einige Charaktere, mit denen man es zumindest theoretisch hätte können…). Es kamen keine Gefühle an, weder Trauer der Charaktere noch Spannung durch die Geschichte. Insgesamt ziemlich enttäuschend.
"This Dark Road to Mercy" heißt das Buch im englischen Original, also "Dieser dunkle Weg zur Gnade". Und tatsächlich erwartet den Leser eine Art Roadtrip durch den Südosten der USA: die verzweifelte Flucht des gescheiterten Baseballstars Wade Chesterfield, der seine beiden kleinen Töchter nach dem Drogentod ihrer Mutter aus dem Kinderheim entführt, um ihnen endlich der Vater zu sein, der er nie war. Dumm nur, dass er aus den besten Absichten eine fatal falsche Entscheidung getroffen hat, die ihn jetzt buchstäblich quer durchs Land verfolgt. Ein Auftragskiller, der auch noch seine ganze eigene Rechnung mit Wade zu begleichen hat, jagt der kleinen Familie hinterher, so hartnäckig und unerbittlich wie ein Bluthund. Es gibt Tote, jede Menge kleine und große Kriminelle, einen ehemaligen Cop, dessen Leben zerstört wurde, als er den Tod eines Jugendlichen verschuldete... Und dennoch ist das Buch in meinen Augen kein Thriller. Es ist mal düster, brutal und spannend, mal leise melancholisch, traurig oder bewegend, aber es geht in meinen Augen immer ums Zwischenmenschliche, um enttäuschte Hoffnungen, zerbrochene Träume, aber auch um Liebe, Vergebung, Neuanfang - und ja, Gnade. Über weite Strecken lebt das Buch nicht so sehr von dem, was gerade passiert, sondern von der Atmosphäre und den Gedanken der Charaktere, die sich ohne große Worte im Stillen weiterentwickeln. Obwohl das Buch nicht auf die gleiche Art spannend ist wie ein Psychothriller oder auch nur ein Krimi, fand ich die Geschichte ungemein fesselnd. Ein wenig ermüdend war für mich lediglich, dass es wirklich sehr oft und sehr ausführlich um Baseball geht - andererseits gehört das wohl einfach dazu zu diesem heißen amerikanischen Sommer und zum Lebensgefühl der Menschen, die Wiley Cash hier beschreibt. Die Geschichte hat etwas Zeitloses, Archetypisches, und dennoch fand ich sie nicht abgedroschen, sondern originell erzählt. Ein paar Worte zu den wichtigsten Charakteren: Easter ist erst 12 Jahre alt, aber sie kümmert sich schon seit Jahren um ihre kleine Schwester Ruby - sie kocht ihr Essen (wenn welches im Haus ist), passt auf, dass sie die Hausaufgaben macht und früh genug ins Bett geht, und sorgt vor allem dafür, dass Ruby möglichst wenig darunter leidet, dass die Mutter nur selten aus dem Drogenrausch erwacht. Bis die das eines Tages dann gar nicht mehr tut. Die Geschichte wird zum Teil von Easter erzählt. Meiner Meinung nach erfordert ein kindlicher Erzähler von einem Autor viel Feingefühl, aber Wiley Cash ist es hier gut gelungen. Easter erzählt ruhig und altklug und ist dennoch eine glaubhafte und liebenswerte Kinderstimme. Ich hätte erst nicht erwartet, dass der Autor es schaffen würde, mir Verständnis für Wade abzuringen, denn der hat seine Kinder wirklich unsäglich im Stich gelassen. Aber natürlich steckt auch dahinter mehr, als auf den ersten Blick offensichtlich ist, und ich war am Schluss sehr beeindruckt davon, wie Wiley Cash es schafft, Wades Fehler nicht zu beschönigen, ihn aber dennoch als komplexen Menschen mit guten und schlechten Eigenschaften zu zeigen. Überhaupt sind die meisten der Charaktere keine Helden, die meisten davon sind aber nicht ausschließlich gut oder ausschließlich böse. Nur den Auftragskiller fand ich ein wenig einseitig, denn der hat zwar Gründe dafür, dass er Wade hasst, begeht aber auch manche seiner blutigen Taten, obwohl sie ihn seinem Ziel gar nicht näher bringen oder unnötig grausam. Brady Weller, der gesetzliche Vormund der beiden Mädchen, war für mich vielleicht die sympathischste Figur, denn er handelt nicht aus Eigennutz, sondern aus Sorge um das Wohlergehen der Kinder. Eine einzige Fehlentscheidung vor ein paar Jahren hat einen Jugendlichen das Leben gekostet, und das hat Bradys Ehe und seine Karriere als Cop zerstört und auch die Beziehung zu seiner Tochter sehr schwierig gemacht, voller Schuldgefühle und Konflikt. Mit Brady und Wade zeichnet der Autor das Bild zweier sehr unterschiedlicher Väter, die beide nicht perfekt sind, die beide schwerwiegende Fehler begangen haben, und die dennoch beide ihre Töchter lieben. Das Thema Elternliebe und Vergebung zieht sich wie ein Leitmotiv durchs ganze Buch, und es endet mit der Frage, ob Recht und Gerechtigkeit immer dasselbe sind. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Oft ist er eher einfach, vermittelt aber trotzdem ganz viel Atmosphäre und wird manchmal sogar poetisch, bleibt dabei aber immer unprätentiös . Fazit: Die Mutter von Easter und Ruby erwacht eines Tages nicht mehr aus ihrem Drogenrausch und die Kinder kommen ins Heim. Von ihrem Vater Wade erwarten sie sich nichts, denn der hat vor ein paar Jahren auf sein elterliches Sorgerecht verzichtet und sich seitdem nicht mehr blicken lassen. Aber eines Tages ist er da und nimmt sie einfach mit, und damit beginnt eine wilde Hatz quer durch den Südosten der USA, denn Wade ist auf der Flucht. Es ist schwer, das Buch zu beschreiben. Ein Thriller ist es nicht (trotz Auftragkiller und Verfolgungsjagd), eher ein Familiendrama, ein Roadtrip, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und die Vergebung. Das ist auf eine ganze eigene Art spannend, und die Charaktere fand ich glaubhaft, vielschichtig und überzeugend. Auch der meist eher ruhige, bodenständige Schreibstil passte sehr gut zur Geschichte. Für meinen Geschmack nahm allerdings der Nationalsport Baseball einen etwas zu großen Platz in der Geschichte ein, denn darüber wird wirklich extrem viel und ausführlich gesprochen! Dennoch ist das Buch für mich eine Leseempfehlung.








