Salonfähig
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Description
Julius Varga, der jüngste Kanzler Österreichs, ist das ganz große Idol des Erzählers. Stundenlang übt er vor dem Spiegel seinen Gang, sein Lächeln, seine Art zu sprechen. In Julius' Abwesenheit gießt er seine Zimmerpflanzen, als ob dies ein Staatsakt wäre. Er ist besessen von Marken, Äußerlichkeiten und der Ästhetik von Terroranschlägen. Und er steuert in Elias Hirschls virtuoser Inszenierung auf einen fulminanten Showdown zu ...
Ein wahnwitziges Porträt der Generation Slim Fit, das deutlich macht, wie schnell man sich mit einer genau einstudierten Selbstinszenierung selbst auslöschen kann.
Book Information
Author Description
Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren, wo er als Autor, Poetry-Slammer und Musiker lebt. 2014 war er österreichischer Meister im Poetry Slam, 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis. Sein Romandebüt war »Der einzige Dorfbewohner mit Telefonanschluss« (2015), mittlerweile sind fünf Romane erschienen. »Salonfähig« wurde in Österreich schlagartig zum Bestseller, sein neuster Roman »Content« wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert.
Posts
Bitterböse Polit-Satire Sie sind die neue Politiker-Generation: smart, slim-fit wie ihre Anzüge, berauscht von sich selbst und der Macht, und wenn das nicht reicht, gibt es Unmengen an Alkohol und Drogen in den angesagtesten Clubs oder dem Schwarz-weiß Ball. Unter ihnen einer, der unbedingt dazugehören will. Eine namenlose Figur, der stundenlang vor dem Spiegel das authentische Lachen, jede Geste, jedes kleinste Zucken des Mundwinkels übt. Einer, der besessen ist von Julius Varga, dem gerade frisch gewählten Bundeskanzler, der alles für ihn tut und gibt. Ähnlichkeiten mit lebenden Politikern (Kurz oder Amthor) sind sicher nicht zufällig! In seiner bitterbösen Politik-Satire Salonfähig lässt uns Elias Hirschl in den Kopf dieses Namenlosen blicken, lässt uns Teil haben an seinen Monologen, die immer mehr in einen regelrechten Wahn ausufern. Das ist manchmal kaum zu ertragen, wenn der Hauptprotagonist einem Bettler einen Euro hinwirft und sich anschließend zur Belohnung eine Sacher-Torte gönnt oder er seine Faszination an Attentaten und Anschlägen in Gedanken auslebt. Hirschl hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, der Gesellschaft, in der jeder sich selber der nächste und wichtigste ist, in der man nicht miteinander redet, sondert neben einander und in der ein schöner Schein und Äußerlichkeiten mehr zählen als Empathie und innere Werte. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Realität und Wahn immer mehr bis zum unfassbaren Ende kommt. Mein Fazit: schwere Kost, äußerst zynisch und manchmal kaum zu ertragen, aber lesenswert und zum Nachdenken anregend.
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Julius Varga, der jüngste Kanzler Österreichs, ist das ganz große Idol des Erzählers. Stundenlang übt er vor dem Spiegel seinen Gang, sein Lächeln, seine Art zu sprechen. In Julius' Abwesenheit gießt er seine Zimmerpflanzen, als ob dies ein Staatsakt wäre. Er ist besessen von Marken, Äußerlichkeiten und der Ästhetik von Terroranschlägen. Und er steuert in Elias Hirschls virtuoser Inszenierung auf einen fulminanten Showdown zu ...
Ein wahnwitziges Porträt der Generation Slim Fit, das deutlich macht, wie schnell man sich mit einer genau einstudierten Selbstinszenierung selbst auslöschen kann.
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Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren, wo er als Autor, Poetry-Slammer und Musiker lebt. 2014 war er österreichischer Meister im Poetry Slam, 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis. Sein Romandebüt war »Der einzige Dorfbewohner mit Telefonanschluss« (2015), mittlerweile sind fünf Romane erschienen. »Salonfähig« wurde in Österreich schlagartig zum Bestseller, sein neuster Roman »Content« wurde für den Österreichischen Buchpreis nominiert.
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Bitterböse Polit-Satire Sie sind die neue Politiker-Generation: smart, slim-fit wie ihre Anzüge, berauscht von sich selbst und der Macht, und wenn das nicht reicht, gibt es Unmengen an Alkohol und Drogen in den angesagtesten Clubs oder dem Schwarz-weiß Ball. Unter ihnen einer, der unbedingt dazugehören will. Eine namenlose Figur, der stundenlang vor dem Spiegel das authentische Lachen, jede Geste, jedes kleinste Zucken des Mundwinkels übt. Einer, der besessen ist von Julius Varga, dem gerade frisch gewählten Bundeskanzler, der alles für ihn tut und gibt. Ähnlichkeiten mit lebenden Politikern (Kurz oder Amthor) sind sicher nicht zufällig! In seiner bitterbösen Politik-Satire Salonfähig lässt uns Elias Hirschl in den Kopf dieses Namenlosen blicken, lässt uns Teil haben an seinen Monologen, die immer mehr in einen regelrechten Wahn ausufern. Das ist manchmal kaum zu ertragen, wenn der Hauptprotagonist einem Bettler einen Euro hinwirft und sich anschließend zur Belohnung eine Sacher-Torte gönnt oder er seine Faszination an Attentaten und Anschlägen in Gedanken auslebt. Hirschl hält der Gesellschaft einen Spiegel vor, der Gesellschaft, in der jeder sich selber der nächste und wichtigste ist, in der man nicht miteinander redet, sondert neben einander und in der ein schöner Schein und Äußerlichkeiten mehr zählen als Empathie und innere Werte. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Realität und Wahn immer mehr bis zum unfassbaren Ende kommt. Mein Fazit: schwere Kost, äußerst zynisch und manchmal kaum zu ertragen, aber lesenswert und zum Nachdenken anregend.







