Rombo
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Description
In Esther Kinskys neuem, noch vor Erscheinen preisgekrönten Roman berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs, Männer und Frauen, von ihrem Leben, in dem das Erdbeben tiefe Spuren hinterlassen hat, die sie langsam zu benennen lernen. Von der gemeinsamen Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich bald die Fäden individueller Erinnerung ab und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung.
Book Information
Author Description
Esther Kinsky wurde in Engelskirchen geboren und wuchs im Rheinland auf. Für ihr umfangreiches Werk, das Lyrik, Essays und Erzählprosa ebenso umfasst wie Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen, wurde sie mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet.
Posts
55 Seiten: Stilistisch nicht mein Ding Finde diese Art des Schreibens furchtbar langweilig. Die Fragmente zu Tieren wirken als hätte die ne KI geschrieben: „ Ein Vogel in der Nachbarschaft pfiff in seinem Käfig so laut, als sollte die Milch davon sauer werden“ Von solchen Nonsenssätzen gibt’s einige. Sie wiederholt die selbe Art von Sätzen sehr gerne. Jaaaa, es gibt auch genug tolle Satzkonstruktionen. Das ist eine Art von Schreib-Kunst, die mich leider völlig kalt lässt.
Esther Kinsky erzählt in “Rombo” von zwei Erdbeben, die sich in den 1970ern im Friaul ereigneten, jener abgelegenen Gegend Italiens, die irgendwie noch zwischen Österreich und Slowenien gequetscht wurde. Doch nicht nur kulturell und politisch liegt die Gegend irgendwo dazwischen, sondern auch tektonisch. Zwei Platten reiben hier aneinander. Beben sind also nicht selten, in der Stärke, von der “Rombo” erzählt, allerdings zum Glück schon. Aus vielen einzelnen und sehr unterschiedlichen Stimmen setzt Kinsky die Geschichte einer Dorfgemeinschaft zusammen, die Kummer gewohnt ist. Die Gegend in dieser Ecke Italiens ist so schön wie herausfordernd, die Arbeit rar und hart. Viele verlassen die Täler und suchen Glück und Lohn weiter unten am Meer, wo der Tourismus schon angekommen ist und man abends auf der Promenade ein Eis essen kann. Oben bleiben Kinder und Alte und die paar, die noch auf den Almen wirtschaften. Sie kennen jeden Weg und seine Legenden, jede Pflanze und jedes Tier und vor allem die schwarzen Schlangen, die Unheil verkünden. Am Tag vor dem Beben wird eine von ihnen überfahren. Nur wenige Stunden später grummelt es in der Erde, der “Rombo” ist zu hören, jenes gefürchtete und kaum zu beschreibende Geräusch, das für viele das Ende des Lebens in den Bergen bedeutet. Kinsky widmet sich dem Thema mit einer bemerkenswerten poetischen Sprache, die selbst dem Umgang mit der Katastrophe eine Schönheit abringt. Die Menschen begegnen der Situation teils mit bemerkenswertem Gleichmut, wohl auch, weil das Ereignis sich, wie es im Roman heißt, den Kategorien von Gut und Böse entzieht, eine Wiedergutmachung also außer Frage steht. “Rombo” ist ein wirklich großartiger Roman, den ich uneingeschränkt empfehle.
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In Esther Kinskys neuem, noch vor Erscheinen preisgekrönten Roman berichten sieben Bewohner eines abgelegenen Bergdorfs, Männer und Frauen, von ihrem Leben, in dem das Erdbeben tiefe Spuren hinterlassen hat, die sie langsam zu benennen lernen. Von der gemeinsamen Erfahrung von Angst und Verlust spleißen sich bald die Fäden individueller Erinnerung ab und werden zu eindringlichen und berührenden Erzählungen tiefer, älterer Versehrung.
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Esther Kinsky wurde in Engelskirchen geboren und wuchs im Rheinland auf. Für ihr umfangreiches Werk, das Lyrik, Essays und Erzählprosa ebenso umfasst wie Übersetzungen aus dem Polnischen, Russischen und Englischen, wurde sie mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet.
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55 Seiten: Stilistisch nicht mein Ding Finde diese Art des Schreibens furchtbar langweilig. Die Fragmente zu Tieren wirken als hätte die ne KI geschrieben: „ Ein Vogel in der Nachbarschaft pfiff in seinem Käfig so laut, als sollte die Milch davon sauer werden“ Von solchen Nonsenssätzen gibt’s einige. Sie wiederholt die selbe Art von Sätzen sehr gerne. Jaaaa, es gibt auch genug tolle Satzkonstruktionen. Das ist eine Art von Schreib-Kunst, die mich leider völlig kalt lässt.
Esther Kinsky erzählt in “Rombo” von zwei Erdbeben, die sich in den 1970ern im Friaul ereigneten, jener abgelegenen Gegend Italiens, die irgendwie noch zwischen Österreich und Slowenien gequetscht wurde. Doch nicht nur kulturell und politisch liegt die Gegend irgendwo dazwischen, sondern auch tektonisch. Zwei Platten reiben hier aneinander. Beben sind also nicht selten, in der Stärke, von der “Rombo” erzählt, allerdings zum Glück schon. Aus vielen einzelnen und sehr unterschiedlichen Stimmen setzt Kinsky die Geschichte einer Dorfgemeinschaft zusammen, die Kummer gewohnt ist. Die Gegend in dieser Ecke Italiens ist so schön wie herausfordernd, die Arbeit rar und hart. Viele verlassen die Täler und suchen Glück und Lohn weiter unten am Meer, wo der Tourismus schon angekommen ist und man abends auf der Promenade ein Eis essen kann. Oben bleiben Kinder und Alte und die paar, die noch auf den Almen wirtschaften. Sie kennen jeden Weg und seine Legenden, jede Pflanze und jedes Tier und vor allem die schwarzen Schlangen, die Unheil verkünden. Am Tag vor dem Beben wird eine von ihnen überfahren. Nur wenige Stunden später grummelt es in der Erde, der “Rombo” ist zu hören, jenes gefürchtete und kaum zu beschreibende Geräusch, das für viele das Ende des Lebens in den Bergen bedeutet. Kinsky widmet sich dem Thema mit einer bemerkenswerten poetischen Sprache, die selbst dem Umgang mit der Katastrophe eine Schönheit abringt. Die Menschen begegnen der Situation teils mit bemerkenswertem Gleichmut, wohl auch, weil das Ereignis sich, wie es im Roman heißt, den Kategorien von Gut und Böse entzieht, eine Wiedergutmachung also außer Frage steht. “Rombo” ist ein wirklich großartiger Roman, den ich uneingeschränkt empfehle.






