Regency Park

Regency Park

Softcover
1.01

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Description

Der Schauspieler Leo beginnt einen Job als Kleindarsteller in dem historischen Themenpark „Regency Park” und lässt sich auf die Ära von Jane Austen ein … und auf Ashley, dier historische Kostüme schneidert. Im Park geschehen seltsame Dinge, auch während einer historischen Modenschau, bei der Leo als Model für Ashley einspringt. Zwischen siem und Leo funkt es, aber mehrere Probleme stehen den beiden im Weg. Ein Queer Romance Roman, angesiedelt im amerikanischen Connecticut, mit einem cis Mann und einer nichtbinären Person als Hauptfiguren. In diesem Roman ist Konsens sexy und es gibt nur wenig (Beziehungs-)Drama.

Book Information

Main Genre
Romance
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
296
Price
12.00 €

Author Description

Amalia Zeichnerin ist das Pseudonym einer Hamburgerin Autorin. Amalia schreibt Phantastik, Historisches, Cosy Krimis und Romance, gern mit queeren Protagonist*innen und Diversität, denn die Welt ist bunt und vielfältig.

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Eigentlich wollte ich nichts mehr von der Autorin lesen, aber mir wurde eine Lese-Challenge mit diesem Buch vorgeschlagen und ich kann einfach keiner Herausforderung widerstehen. Ich werde also zunächst auf die positiven Aspekte dieser Geschichte eingehen und mich dann kritisch äußern. Meine Meinung ist natürlich subjektiv. Viel Spaß. POSITIVES: Das Buch enthält einen nicht-binäre Hauptcharakter (Ashley). Es fand dazu laut Nachwort ein Sensitivity Reading statt. Das finde ich gut. Ich vertraue daher darauf, dass die entsprechenden Aspekte korrekt sind. Ich finde auch gut, dass bei Sexszenen Verhütungsmittel Anwendung finden. Vorschlag für weitere CNs: Autounfall, Analverkehr, Alkoholkonsum, Gerüche, Eifersucht, Fatshaming KRITIK: Sprachstil: Noch mehr tell geht nicht: „Ich fühlte dies, ich fühlte das“. Zusätzlich reden die Charaktere ständig mit sich selbst "Stell dich nicht so an, Ash". Gefühlszustände werden ausschließlich an körperlichen Reaktionen festgemacht, wie schwitzen, Hände zittern, Magen dreht sich um, Herzklopfen etc. Dadurch wirkt alles furchtbar oberflächlich und irgendwie kalt und tot. Wörter, die inflationär benutzt werden: - Himmel! - Verdammt! - Kleindarstellende - Mensch (im Sinne eines Ausrufes) - Liebelei - Historisierend Die Auslassungszeichen erleben ihr Comeback (Take a shot). Das Wort „historisierend“ wird falsch gebraucht. Es werden auch immer dieselben Ausdrücke verwendet, z.B. Jemand macht sich an etwas zu schaffen etc. Die Dialoge in diesem Buch sind fast ausschließlich sinnfreies Rumgelaber, das zu nix führt. Es werden nur Infos und Handlungen wiederholt, die die Lesenden schon kennen. Ich habe einige Grammatik- und Rechtschreibfehler gefunden. Auch werden Gerüche ausführlich beschrieben, insbesondere wenn es um Parfums geht, z.B. „Zunächst Pfirsich und Nelken […]. Die Basisnote roch angenehm nach Leder, leicht nach Moschus und Holz, darüber der blumig-pudrige Duft von Vanille.“ Ständig wird auf den Geruch von Leos Aftershave verwiesen. Ich bin sehr geruchsempfindlich und mir wurde manchmal etwas schlecht. Das Buch zieht inkonsequent die genderneutrale Sprache durch. Zwischendrin wird abschnittsweise maskulin gegendert. Wurde die genderneutrale Sprache nachträglich eingefügt? Würde dieses Phänomen erklären. Plot: Es gibt wieder keinen Plot. Die Geschichte ist unstrukturiert und suppt öde von einem künstlich geschaffenen Beziehungsdrama zum nächsten. Dazu macht die Autorin mehrere Nebenplots auf, die irgendwann nicht mehr verfolgt und einfach zusammenfassend nacherzählt werden. Zum Beispiel der Nebenplot mit einer Sabotageaktion im Park, die die Figuren aber kein Stück tangieren. Dieser endet einfach bei 60%, weil Leo den Täter zufällig auf frischer Tat ertappt. Auch der Nebenplot mit dem „Stalker“ kann als vernachlässigungswürdig bezeichnet werden. Verhält der Mann sich übergriffig? Ja. Ist es Stalking? NEIN. Trotzdem wird aufgebauscht und überdramatisiert wie bei einer Telenovela. Charaktere: Kurz: Alle Charaktere sind blass, sie reden und verhalten sich alle gleich. Die beiden Protas kommen mir vor wie 12-Jährige, weil sie bei jeder Aussage, die irgendwie zweideutig gelesen werden KÖNNTE, rot werden, z.B.: Ashley hat einen Traum, wo die beiden im Kerzenschein miteinander tanzen und sich küssen (mehr nicht), und versinkt darüber vor Scham im Boden. Alles in Allem waren mir die Charaktere total egal. Ansonsten kam mir Ashley extrem charakterlos vor. Ich kann wirklich nicht beschreiben, WIE Ashley eigentlich ist. Die Person scheint nur über die nicht-binäre Identität definiert zu werden und über Leid (Stalker, Pech bei der Modenschau, Autounfall, brennende Wohnung etc.). Abgesehen davon haut Ashley ständig Histo-Fakten raus, was die Person wie ein peinliches Abziehbild wirken lässt – dabei ist die Figur nicht mal Historiker*in. Leo ist ein Lappen und weiß nicht, wie das Business funktioniert. Erst nach mehreren Jahren fällt ihm auf, dass er sich für Jobs im gesuchten Bereich bei Agenturen bewerben und überhaupt mal kümmern muss. Als wären das vollkommen neue Erkenntnisse. Erst bei ca. 74% kommt Leo auf die Idee, beim Theater vor Ort zu fragen. Er bezeichnet sich selbst als ‚Pechvogel‘, weil er keine Verantwortung für den selbstverzapften Mist übernehmen will. Und dann kommt der Spruch „höhö, ich bin ja immer so verpeilt“. Wenn das AD(H)S darstellen sollen, finde ich das extrem daneben. Weiterhin wird die ganze Zeit erzählt, dass die Schauspielerei ein großer Traum von ihm sei. Bei 60% kommt plötzlich „Och, eigentlich war das nur mein Zweitwunsch“. Ja, was denn nun? Dann beschwert er sich permanent, wie schwer er es in seinem Job hat. Alter! Du hast Kost und Logis frei, saubere Klamotten, geregelte Arbeitszeiten und eine super Kollegschaft. Als Kellner hast du es definitiv nicht so gut! Aber die Autorin lässt ihn rumjammern „Was tut man nicht alles für einen Job“, weil er bei der Arbeit schwitzt (!). Auf der Bühne etwa nicht? Alles in allem war mir Leo extrem unsympathisch. Nebenbei gibt es noch ein bisschen Fatshaming, Leo könnte vom guten Essen im Park fett werden. Echt jetzt? Wie die Charaktere aussehen, wissen wir nicht. Bei Leo gehe ich vom Coverbild aus, bei Ashley kann ich nur raten (weiß?). Häufig auftauchende Nebencharaktere sind durchaus divers, werden aber kaum beschrieben. Oft heißt es nur „Gary, der Afroamerikaner“ oder „Marvin, der hat koreanische Eltern“. Die haben keine Gesichtszüge oder Merkmale, geschweige denn Persönlichkeit. Kennste einen, kennste alle? Das könnte durchaus als rassistisch angesehen werden, ich denke aber nicht, dass das die Intention der Autorin war. Ich glaube eher, sie hatte keine Lust, die Charaktere zu beschreiben (oder keine Fantasie). Um „böse“ Figuren zu markieren, wendet die Autorin ein für sie typisches „Stilmittel“ an. Der Sabotage-Täter ist der einzige der zugibt, manchmal mit Neo-Pronomen nicht zurechtzukommen, woraus ein Anzeichen dafür konstruiert wird, das mit der Person etwas nicht stimmen kann. Der „Stalker“ weiß nicht, was ‚nicht-binär‘ bedeutet. Sofort wirft Ashley ihm vor, dass er die Identität absprechen will, macht ihm eine Szene und lässt ihn dann sitzen. Weil gute Menschen wissen natürlich ALLES und machen NIE Fehler (Sarkasmus). Dass Ashley nicht auf polyamore Beziehungsgeflechte klarkommt, und einem anderen Date damit übelst vor den Kopf stößt, ist dagegen natürlich kein Problem. Trotzdem ist Ashley gut, der Typ böse. Double Standard würde ich sagen. Lovestory: Gleich bei der ersten Begegnung wird sich gegenseitig auf Fickbarkeit abgeschätzt, dann sehen sie sich eine Weile nicht, essen irgendwann Pizza und urplötzlich sind sie super eng miteinander. Um Zuneigung auszudrücken, benutzt die Autorin Eifersucht, was ich sehr unangenehm, unsympathisch und einfach faul finde. Erneut werden zuhauf rhetorische Fragen wie „warum musste ich nur an die Person denken?“ genutzt. Die Charaktere haben bereits bei ca. 50% das erste und zweite Mal Sex. Die dritte Sexszene passiert exakt vor dem Epilog. Es lief also eigentlich alles nur darauf hinaus. Aber es muss ja noch Drama geben. Dazu wird das Vorstellungsgespräch von Leo bei einer Agentur in Hollywood genutzt, weil er prompt davon ausgeht, dass er da sofort hinziehen muss, lauter Jobs bekommt und berühmt wird. Dabei war davon überhaupt keine Rede – Vorstellungsgespräch heißt nicht ‚du hast den Job‘. Leo erleidet dann einen Nervenzusammenbruch, weil er eine feste Zusage aus einem Theater bekommen hat und sich nun nicht entscheiden kann. WTF? Anschließend erfolgt ein Monolog über seinen geplatzten ‚amerikanischen Traum‘. Es ist einfach alles absolut unglaubwürdig und überzogen. Er: ich geh evtl. nach Hollywood Sier: ok, wir sind ja nicht zusammen Er: Du machst Schluss mit mir? Sier: Wieso verlässt du mich? Sexszenen: Die Oberflächlichkeit bezogen auf Emotionen wird gerade beim Sex deutlich, wo es um Gefühle geht und man stattdessen nur einen Handlungsablauf liest, an dessen Ende „Explosionen“ stehen. Leo hat einen so begrenzten Wortschatz, dass er sein Gefallen über den vollführten Beischlaf mit nur einem einzigen Wort beschreiben kann: „geil“. Mehr scheint er nicht zu empfinden. Während wir eindeutige Bezeichnungen für die maskulinen Geschlechtsorgane und deren Funktionsweise lesen dürfen, werden die femininen überhaupt nicht erwähnt. So wird aus einem Penis ein „Schwanz“, aus Vulva einfach nur irgendwas wo irgendwie rumgerieben wird. Dass Ashley aufgrund einer vorliegenden Genderdysphorie diese Körperteile nicht explizit benennen möchte, ist nachvollziehbar. Leo hat diese Dysphorie jedoch nicht, trotzdem findet er (oder die Autorin) dafür einfach keine Worte. Die dritte Szene enthält explizit beschriebenen Analverkehr, allerdings ohne Dusche und Gleitgel. Das ganze Buch ist eh total realitätsfern, weshalb das jetzt auch nix mehr macht. Weltenbau & Recherche Stichwort Realitätsfern: Es passiert ein Autounfall, Ashley fährt volles Rohr gegen einen Baum, wird aus dem Auto gezogen und macht erstmal fröhlich weiter wie bisher – muss sich nur mal richtig ausschlafen. Es passiert ein Hausbrand, die beiden löschen, rufen Polizei statt Feuerwehr und pennen danach in der verrauchten Wohnung einfach weiter. Ashley kriegt auch innerhalb von wenigen Tagen eine einstweilige Verfügung durchgedrückt, weil der „Stalker“ ungefragt einen Blumenstrauß geschickt hat und einmal vor der Tür stand. Der Arbeitsvertrag des Parks verstößt gegen so ziemlich jedes Arbeitsgesetz. Die Modenschau wird nicht ein einziges Mal geprobt, sondern ohne sämtliche Vorbereitung durchgezogen. Ashley hat eine Schneiderausbildung gemacht, aber das Bildungssystem in den USA funktioniert so nicht. Und so weiter. Im Nachwort schreibt die Autorin, dass sie sich von dem Film „Austenland“ inspirieren lassen hat. „Inspirieren“ ist gut: Die Kulisse ist 1:1 aus dem Film abgekupfert. Wir befinden uns in den USA, explizit Hartford CT. Orte werden beschrieben mit „Supermarkt x in Straße y“ oder „Ashley wohnt im Viertel z“. Das war´s. Woher soll ich wissen, wo sich Straße xyz findet, wie es dort aussieht, was das für ein Viertel ist etc? Deshalb musste ich selbst nachschauen. Ashleys Stadtviertel besteht aus einem großen Sportpark, zur Hälfte aus Einfamilienhäusern und sonst vor allem aus Bildungsinstituten z.B. für – Achtung – Schauspiel und Kunst sowie einem Historical Park. Es gibt auch eine wunderschöne Kirche, die aussieht wie eine Eule. Nichts davon wird im Buch auch nur ansatzweise erwähnt, geschweige denn für den Weltenbau genutzt. Ashley wohnt in einem historischen Mehrfamilienhaus, sowas gibt es in diesem Viertel aber gar nicht. Es gibt ein historisches Viertel in Hartford, das ist aber woanders. Der Supermarkt, der erwähnt wird, ist am anderen Ende der Stadt, obwohl es ca. 5 Supermärkte im Viertel gibt. Ergibt alles keinen Sinn. Die gesamte Gegend um Hartford ist bebaut, nicht mit einsamen Farmen, sondern mit Industrie, Wirtschaft und Wohnhäusern. Im Buch wird es aber so beschrieben, als wäre CT die reinste Pampa. Das alles habe ich innerhalb einer halben Stunde per Google Maps rausgefunden. Das ist keine Rocket Science. Auch der Unfall ergibt damit keinen Sinn. Es kann mir niemand erzählen, dass Ashley gegen den Baum fährt, aber auf einer viel befahrenden Straße niemand anhält und den Rettungswagen ruft. Es sei denn, dort leben nur Arschlöcher oder niemand kann Ashley leiden. Richtig sauer ist mir die Schneiderei von Ashley aufgestoßen. Ashley ist professionell tätig, näht auf Auftrag historische Kostüme, hat aber nur ein Arbeitszimmer in der Wohnung und eine alte Nähmaschine, die irgendwann den Geist aufgibt. WTF? Wurde hier auch nur annähernd recherchiert, wie groß Stoffballen sind, wie man Zuschnitte macht, wie Nähmaschinen funktionieren oder allgemein, wie Schneidereien arbeiten? Ich glaube nicht. Denn dann hätte man gewusst, dass das hier Geschilderte absoluter Bullshit ist. Warum hat die Person kein Atelier und vernünftiges Arbeitsmaterial? Angeblich hat Ashley kein Geld, aber das zeigt auch, dass nicht mal recherchiert wurde, wieviel so ein authentisch historisches Outfit kostet oder wie lange man an sowas überhaupt näht. Ashley näht tatsächlich innerhalb von 2 Wochen ein komplettes Set bestehend aus Hose, Weste, Hemd und Jacke, alles vollkommen authentisch. Das geht nicht. Für eine komplette Garnitur brauchst du allein ca. 2 Monate oder mehr. Ich fühle mich verarscht. Die Autorin hat sich auch nicht erkundigt, wie Schauspielschulen funktionieren, denn dann hätte sie gewusst, dass man dort gezielt auf Castings vorbereitet wird, weil es für die Reputation der Schulen wichtig ist, so viele Absolvierende wie möglich in gute Rollen zu kriegen. Im Buch dagegen schildert Leo, wie seine Schule ihn demotiviert und kein Stück auf das Leben danach vorbereitet hat. Wie das Business funktioniert, hat die Autorin offenbar auch nicht recherchiert, sonst würde sich Leo nicht so verhalten. Es ist alles eine Farce. Ein Detail, das mir wichtig war: Der berühmte Dandy Beau Brummell wird durchgängig falsch geschrieben. Zudem heißt es, er hätte bestimmte Kleidungsstile erfunden, dem war aber nicht so. Er war lediglich ein bekannter Lebemann, der sich gern stylish und auffällig kleidete. Es gibt seitenweise Infodump über Kleidung. Dies ist nicht nur langweilig, sondern auch teilweise falsch. Wenn dich der Kragen umbringt, dann ist das nicht normal, sondern er ist ZU KLEIN. Kleidung wird durchweg als unbequem beschrieben, aber das ist eigentlich nur ein Zeichen, dass die Schneiderei nicht gut gearbeitet hat, oder es sind eben nicht deine Kleider sind. FAZIT: Ich bin sehr enttäuscht, da ich gehofft hatte, die Autorin hätte sich wirklich mit der Zeit verbessert. Ich kann hier jedoch keine Lernkurve erkennen. Auch die guten Namen im Nachwort ändern nichts daran, dass das Buch mies recherchiert, emotionslos und absolut realitätsfern ist. Es hat keinen Plot, dafür aber miese Sexszenen. Keine Empfehlung von mir.

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