Rebellion der Drachen

Rebellion der Drachen

Ebook
4.33

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Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
559
Price
6.99 €

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1
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5

4.5 Das Buch ist großartig. Wenn ich nicht ohnehin schon so müde wäre, hätte ich es locker in 1-2 Tagen durchgelesen, denn eigentlich wollte ich es nach dem Beginn nicht mehr weglegen. Der Schreibstil ist super flüssig und Jonas ein toller Protagonist, dem man gern folgt. Wenn auch es relativ klischeehaft startet, zum Ende hin aber auch viele Anti-Klischees kommen und man – oder ich zumindest – mehr als nur einmal positiv überrascht wird, von Tropes, die man vermutlich nicht so erwartet hätte, auch wenn sie oft minimal sind. Im zweiten Viertel ungefähr bekommt man dann Multi-POV, da sich die Hauptcharaktere des Öfteren trennen. Wie das eingefädelt wurde und wie glatt der Übergang von Single- zu Multi-POV verlief, fand ich durchaus bemerkenswert. Nach ca 100 Seiten mit nur Jonas als Protagonist, hatte ich definitiv keinen Sichtwechsel erwartet, denn angedeutet wird es eigentlich gar nicht. Und auch dann bleibt es nicht bei der einen Person, sondern man bekommt immer mehr Einblicke, auch von "weniger wichtigen" Hauptcharakteren. Manchmal war es sogar nicht unbedingt nötig gewesen, fand es aber trotzdem toll. ~ Drachen Ich fand super, dass die Drachen unterschiedliche Persönlichkeiten haben und auf derselben Ebene (bzw. teils höher) wie die Menschen sind, und nicht einfach nur wie Tiere angesehen werden. Denn auch wenn Drachen in den meisten Geschichten als zu respektierende Wesen beschrieben werden, sind sie am Ende doch immer nur Tiere, die dem Menschen untergeben müssen, leider. Finde super, dass dem hier nicht so ist, sondern teilweise sogar umgekehrt. Zamo zB hat eine gute Mischung aus Jungsein und die damit verbundene Neugier, und Ruhe, die zeigt, dass er zu einem weisen Wesen heranwächst, wie sein Urgroßvater. Im Gegensatz dazu war Helia sehr neugierig, spielerisch und neckend. Ich mag sie sehr, mir hat vor allem ihr Humor gefallen. Ihre Kommentare haben mich immer wieder zum Lachen gebracht! Generell war ihre Anwesenheit immer schön warm. ~ Menschen Ich mochte eigentlich alle Charaktere (außer Jonas' Eltern). Viele Entscheidungen der Charaktere – insbesondere der Magielehrerin gegenüber seiner Gabe – hab ich nicht geteilt, was die Charaktere dadurch oft weniger nett gemacht hat, aber es war nicht schlimm. Auch sie sind Menschen, die Fehler machen und keiner ist perfekt. Das gibt denen eigentlich nur mehr Tiefe und war (von der Schriftstellerperspektive) eine gute Entscheidung. Joa, Jonas' Eltern. Sie sind mir eigentlich nur auf den Geier gegangen und ihre Abwesenheit hab ich mehr als genossen. Da fragt man sich immer wieder, warum Jonas da zurück wollte, aber natürlich hängen mehr als nur die Liebe zu seiner Familie dran.
 Ein Kritikpunkt ist das nicht, solche Charaktere sind eben manchmal notwenig in der Handlung, und ohne sie hätte vermutlich etwas gefehlt. Auf persönlicher Ebene verabscheue ich sie, aber aus Schriftstellerperspektive sind sie gute Charaktere.  Bei Jonas hat mir anfangs gar nicht gefallen, wie einfach er seine Magie gelernt hat und diese fast immer beim ersten Versuch perfekt geschafft hat. V. a. wo die anderen Magier ständig meinten, dass für sowas viel Übung brauchte! Das mit seiner Gabe wurde zwar geklärt, aber ich meine auch die anderen alltäglichen Dinge als Magier, wie zB Feuer machen oder so.
Das wurde dann zum Ende hin aber wenigstens erstens damit ausgeglichen, dass er bei den Sprüngen mehr Übung brauchte und es ihm doch nicht mehr so einfach gelang wie davor, und zweitens damit, dass ein anderer Charakter dann auch dessen Magie recht schnell anwenden konnte, obwohl derjenige sie gerade erst bekommen hat. (Durch Spoiler erwähne ich den Namen mal nicht.) Eya hab ich am schnellsten ins Herz geschlossen, glaube sogar noch vor Jonas. (Zu ihr gleich noch mehr.) Ich hätte aber gerne mehr von ihrem Dorf und generell ihrer Kultur erfahren, besonders ihre Sprache. ~ Positiv: * Dass Drachen genau wie die Menschen vielfältige Persönlichkeiten haben, ebenso Macht anstreben und "große Ziele" haben. * Die Länge – es kam überhaupt nicht lang vor und ich würd gern mehr haben. So konnte man auch alles schön ausbauen und es kam nichts zu kurz. Ebenso konnten Charaktere ausschnaufen, und es fühlte sich nicht ständig wie ein hin und her an, wo man stattdessen Zeitsprünge einbauen hätte müssen, wenn das Buch kürzer hätte sein müssen. * Die Ausschnaufpausen fand ich toll, insbesondere als Eya Jonas von ihren Zehen erzählt hat. Oder als Eya mal aufs Klo musste. Es sind so alltägliche und selbstverständliche Dinge, wo man zwar versteht, warum sie oft aus Geschichten gestrichen werden, aber mir dann immer irgendwas fehlt. Genau das war hier drin.  * Der Humor von ein paar Charakteren war super, vor allem Helias und Eyas.  * Dass Eya nicht einfach der typische "du bist im Weg, Mädchen"-Charakter war, was ja leider zu oft der Fall ist. Von ihrer Persönlichkeit her, hatte ich immer wieder Angst, dass der Trope angewendet wird, und, naja, irgendwie wurde der auch angewendet, aber sie konnte sich immerhin immer durchsetzen und Jonas hat auch schnell erkannt, dass sie auf sich allein aufpassen kann. Und am Ende war sie ja auch eine Hilfe.
 Ist zwar schade, dass man das erwähnen muss, aber weibliche Hauptcharaktere sind in Jugendbüchern nun mal entweder Powerfrauen oder im Weg, die ständig von ihren Liebespartnern gerettet werden müssen. Das hier war so ganz und gar nicht der Fall (also eine Powerfrau ist sie zwar schon, hat aber durchaus mehr Charaktereigenschaften und fällt nicht direkt ins Klischee) und ich bin sehr froh drum. * Die Freundschaft von Eya und Jonas. War ja irgendwie "enemies to friends", aber ich fand das langsame Aufwärmen der beiden sehr gut, und da hat man vor allem am Ende gemerkt, was für ein großartiges Team sie sein können, wenn sie wollen. Ihre Eifersucht konnte ich gut verstehen, und als Jonas dann Helia hatte, hat man den Start der Freundschaft gut riechen können. Also sehr toll geschrieben. * Die Idee mit den Aliens. Ein wenig zweigespalten bin ich diesbezüglich schon – nimmt halt die Magie von der Magie. Andererseits finde ich es durchaus eine logische Erklärung, vor allem da Magie ja im Prinzip bloß Energie ist, und dass sie von einem fremdem Planeten kommt, ist doch durchaus plausibel.
 Klar wird Magie nicht gern mit Technologie verbunden, und Aliens sind nun mal klischeehaft Sci-Fi-Wesen, die hochtechnisiert sind; aber nur weil es in den meisten Filmen so aussieht, heißt es ja nicht, dass dem auch so ist. Wer weiß, vielleicht sind Drachen sogar Aliens, die momentan auf Neptun oder einem noch weiter entfernten Planeten wohnen. (Pandora zum Beispiel...)
 Also die Erklärung diesbezüglich ist zumindest gelungen. * Dass es kein Liebesdrama gab. * Dass Jonas nicht der typische Machojunge ist, den man eigentlich in seinem Alter erwartet. Er wirkt viel jünger (aber nicht weniger dumm – ganz im Gegenteil, dadurch, dass er nicht der typische Teenagerrebelle ist, scheint er seine Zeit mit klügeren Dingen zu nutzen), was ihn sogleich sympathischer macht. * Das mit der Höhenangst bei Jonas, und dass er sie nicht einfach so magisch überwunden hat, sondern dass das durchaus gedauert hat und er zum Ende hin auch nicht komplett geheilt davon ist. ~ Negativ: * Den Schreibstil find ich grundsätzlich ganz gut, nur das Denglische war dann manchmal unnötig. Schon klar, es ist ein Jugendbuch und man will halt in derselben Sprache reden, und ich rede durchaus auch sehr viel Denglisch, aber in Büchern ist es dann doch ein wenig fehl am Platz.
 In Jonas' Rede hat es mich nicht gestört – schließlich ist das Teil seines Charakters, und er redet eben so.
 In der Erzählung fand ich es aber nicht so toll, auch wenn es sehr minimal gehalten wurde.  * Hätte mir gern mehr Beschreibungen der Drachen bzw. Drachenarten gewünscht, oder evtl. gleich ein Verzeichnis am Ende, das die wichtigsten Eigenschaften der Drachen(arten) nochmal aufzeigt.
Man kann sie sich zwar schon relativ gut vorstellen, aber manchmal wurde es bisschen zu minimal gehalten. * Die angespielte Beziehung zwischen Jonas und einem Mädchen. An sich bin ich sehr froh, dass es minimal gehalten wurde und kein Liebesdrama Teil der Geschichte war (naja, bis auf das bissl von 2 Erwachsenen), aber die paar Kommentare, dass sich da was entwickelt zwischen den beiden, war doch zu viel. Zumal ich jedenfalls nichts Romantisches zwischen den beiden sehen – momentan findet sie Jonas lediglich hübsch. Klar, er ist ein pubertierender Teenager, natürlich kriegt er Crushes. Aber nicht jeder Crush entwickelt sich in etwas ernstes oder wird überhaupt drauf eingegangen.
 Okay, das hier ist eig. mehr positiv als negativ, weil ich ja eben froh bin, dass es so minimal gehalten ist, aber ich hab eben Bedenken, dass das im 2. Band mehr Aufmerksamkeit bekommen könnte. Wenigstens sollte zwischen den beiden irgendeine Freundschaft aufgebaut werden, sodass man (oder ich) überhaupt irgendwas sehen kann, das zu einer Liebesbeziehung führen kann.
 Da würden schon Eya und Jonas besser zusammenpassen, obwohl ich die beiden eher mehr wie Geschwister sehe und sie noch weniger Romantisches haben. Andererseits aber mehr Chemie.
 Liegen tut's aber auch daran, dass mir Jonas bissl vorkommt wie ein 14-jähriger – was ich an sich toll finde, weil 16-jährige Jungs normalerweise klischeehafte Teenager bzw. Machos sind, die einfach kaum auszuhalten sind (– ja, wir alle waren es mal und wissen demnach umso mehr, wie schlimm es ist), von daher ist es toll, dass Jonas eher jünger wirkt bzw. jünger geschrieben wurde. Aber demnach passt die Liebesbeziehung auch so null rein, weil er eben noch viel zu jung (bzw. zu „unschuldig“) dafür wirkt. Das Mädchen hingegen wirkt erwachsen und eig. zu alt für ihn, obwohl sie sicher gleich alt sind. * Dass es so wenig Diversitäten gibt. Klar, das kann damit zu tun haben, dass alle anderen Welten gefühlt im Mittelalter leben und sich nicht mal unterschiedliche Hautfarben trauen, sich miteinander zu paaren. Trotzdem hätte man Diversität mit gleichgeschlechtlichen Paaren zB schaffen können – oder erwähnen, dass sie sich eben im Mittelalter befinden und man durch Verbote nicht mal jemand auf solche Ideen kommt.
 Und wenn nicht mit anderen Sexualitäten, hätte man mehr körperliche Differenzen schaffen können. Okay, mit Magiern, die ihre Körper regenerieren können, evtl eher schwierig, aber bei Nicht-Magier ginge das zumindest. Eya hat ein paar Zehen weniger, das war cool, behindert sie aber nicht wirklich. So Beinprothesen oder Skoliose könnte man dem ein oder anderen Charakter geben, gerade in Eyas Dorf, wo Magier nicht so willkommen sind. Oder halt mentale Behinderungen, die man nicht mal mit Magie heilen kann – bei Naida war das zumindest mit ihrem Trauma ihres letztes Schülers und bei Jonas mit seiner Höhenangst. ~ Insgesamt hat es mir aber gefallen und es gab auch viele Dinge, die mir in anderen Büchern fehlen, die hier dann reingeschrieben wurden. Wie zB das mit den Ausschnaufpausen, wo sich die Charaktere näher kennenlernen konnten. Und dass auch der Antagonist Schlaf braucht. Oder auch das mit der Klopause. :D Auf den 2. Band freue ich mich vor allem wieder auf Helia und Eya, aber natürlich auch die anderen Charaktere und die anderen Welten. Hoffentlich werden auch einige meiner Fragen beantwortet. Das Cover ist übrigens auch super, und ich find toll, dass der Verlag gegen GenAI ist! ~ Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und ebenso an den Verlag, mir ein Rezensionsexemplar zu schicken und mich an der Leserunde teilhaben zu lassen! -27.12.23

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