Real Americans: Roman

Real Americans: Roman

Ebook
3.910

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Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
516
Price
19.99 €

Posts

5
All
5

Unbedingt lesen!

Ich habe schon so viel über das Buch "Real Americans" gehört, sodass ich es ebenfalls lesen wollte. Und was soll ich sagen, ich bin nicht enttäuscht worden! Lily ist noch jung und lebt 1999 in New York. Sie ist eine unbezahlte Praktikantin, lebt in einer WG mit einer Freundin. Sie ist geprägt von ihren Eltern, die damals aus China geflohen sind. Lily ist in Amerika geboren, sie kann kaum Chinesisch sprechen und doch wird sie immer wieder als Fremde angesehen. Während einer Feier trifft Lily auf Matthew, einen hübschen jungen Mann. Die zweiundzwanzigjährige verliebt sich in Matthew und staunt als sie feststellen muss, dass er der Sohn einer reichen amerikanischen (weißen) Familie ist, sich von ihnen möglichst fernhält. Nach einiger Zeit trifft sie dann auch die Familie ihres Freundes, da ist die junge Frau schon schwanger. Viele Jahre später leben Lily und ihr Sohn Nick weit weg von New York. Lily hat sich einen neuen Namen gegeben und ihrem Sohn erzählt, dass sein Vater kein Interesse an ihm habe. Nick ist ein Nerd, er hat einen tollen besten Freund. Timothy will es nicht glauben, dass Nick keine Ahnung hat, wer sein Vater ist und überredet den Freund einen Gentest machen zu lassen. Es gibt noch einen dritten Teil in diesem Buch, in dem May die Mutter von Lily ihre Geschichte erzählen wird. Ich fand alle drei Geschichten sehr spannend, süchtig machend. Man muss dieses Buch einfach verschlingen. Das Grundthema, so scheint mir, ist Vertrauen, Zeit und Familie, Ausgrenzung. Mays Tochter stammt augenscheinlich aus China, genau wie ihre Eltern. Allerdings ist Lily in den Staaten geboren und spricht so gut wie kein chinesisch. Nur ihr Aussehen macht sie zu einer Außenseiterin. Nick kommt nach seinem Vater, was außenstehenden immer etwas aufstößt, wie eine Chinesin einen weißen Sohn haben könne. Es dreht in diesem Roman auch viel um Gentechnik und Vererbungslehre. Mich hat die Autorin Rachel Khong so sehr begeistert mit ihrer Schreiberei, dass ich es fast unerträglich fand, als der Roman so plötzlich zu Ende war. Jede Unterbrechung fand ich schrecklich. Die Figuren sind so liebenswürdig und die Autorin hat eine Art zu schreiben, die mich auch noch nach dem Lesen beschäftigt hat. Manchmal wünschte ich auch, ich hätte mehr Zeit, könnte die Uhren langsamer stellen so wie die Frauen in diesem Buch. Ich könnte all das schaffen, was ich mir vorgenommen habe, die Momente mehr zu genießen, Situationen mehr auskosten. May die Mutter/Großmutter hat da wohl etwas gefunden, dass sie die Zeit förmlich still stehen lassen kann. Was das ist, sorry, dass musst du leider selber lesen. Ich verrate doch nicht alle Geheimnisse.

5

REAL AMERICANS Rachel Khong ET: 12.02.26 New York, 1999: In drei großen Abschnitten erfahren wir die Geschichte der 22-jährigen Lily Chen, die auf der Weihnachtsfeier eines Medienunternehmens, bei dem sie als unbezahlte Praktikantin arbeitet, den privilegierten Matthew kennenlernt – den Sohn eines Pharmaunternehmers. Als Tochter chinesischer Einwanderer, die einst vor der kommunistischen Revolution Maos flohen, wurde Lily in bescheidenen Verhältnissen aufgezogen. Obwohl ihre Eltern als Genforscher arbeiten, wurden Geld und Aufmerksamkeit nur sparsam verteilt. Trotz ihres abgeschlossenen Studiums trägt sie das Gefühl in sich, ihre Mutter enttäuscht zu haben, da sie sich für eine andere Berufslaufbahn entschieden hat. Lily verliebt sich sofort in den jungen, charmanten Mann, der sie mit Aufmerksamkeit überschüttet, doch schnell merkt sie, dass sie eigentlich nicht in seine schillernde Welt der Reichen und Schönen passt. 20 Jahre später lebt Lily mit ihrem Sohn Nick zurückgezogen auf San Juan Island. Mit seinem Vater oder den Großeltern hat er keinen Kontakt. Gerade einmal einen einzigen Freund hat er – und der drängt ihn schließlich, herauszufinden, wie der Name seines Vaters ist … Was für ein toller Roman! Rachel Khong ist es gelungen, eine vielschichtige Familiengeschichte mit all ihren komplexen Identitäten und einem Hauch von Science-Fiction authentisch zu verbinden. Auch wenn der dritte Teil des Buches, der die Geschichte von Lilys Eltern und deren Flucht aus Peking beschreibt, nicht ganz so stark ist wie die beiden vorangegangenen Teile, habe ich das Buch verschlungen. Der Schreibstil der Autorin lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Fazit: Eine großartige Familiengeschichte. Allen Fans von Min Jin Lee und all jenen, die spannende Familienromane lieben, möchte ich dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. 5/5

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4

Also ich weiß nicht, was alle haben. Ich mochte es sehr.

1

Was macht einen echten Amerikaner aus? Die Herkunft? Die Sprache? Das Aussehen? Um diese Frage geht es in "Real Americans". Neben der Frage was einen echten Amerikaner ausmacht geht es aber auch um Glück und moralische Vertretbarkeit bei der Erschaffung eines „echten Amerikaners". Wie weit darf man gehen in dem Ziel den Perfekten Menschen zu erschaffen? Wann überschreitet man die Grenze des moralisch vertretbarem? Mit diesen Fragen wird der Leser in drei Teilen, durch drei verschiedene Protagonisten konfrontiert.

3.5

Real Americans erzählt die Geschichte von drei Generationen einer Familie und wird dabei aus drei Perspektiven erzählt. Im Zentrum stehen die Großmutter May, die Mutter Lily und ihr Sohn Nick. Jede dieser Figuren trägt ihre eigene Lebensgeschichte, geprägt von Herkunft, Erwartungen und dem Versuch, einen Platz in der Welt zu finden. May wächst in China auf und wandert später in die USA aus. Ihre Geschichte gehört für mich zu den eindrücklichsten Teilen des Buches. Sie ist intensiv, teilweise erschütternd und gibt einen starken Einblick in die Erfahrungen von Migration und Neuanfang. Gleichzeitig wird deutlich, wie sehr Herkunft ein Leben prägen kann, auch über Generationen hinweg. Lily, ihre Tochter, wächst bereits in den USA auf, aber mit dem ständigen Gefühl, zwischen zwei Welten zu stehen. Besonders am Anfang hat mich ihre Geschichte sehr mitgerissen. Man versteht ihre inneren Konflikte gut. Die dritte Perspektive gehört Nick, der als Sohn einer asiatisch-amerikanischen Mutter und eines weißen Vaters äusserlich kaum noch als „chinesisch“ wahrgenommen wird. Und trotzdem trägt auch er diesen inneren Konflikt in sich. Gerade das fand ich spannend, weil es zeigt, dass Identität nicht nur eine Frage des Aussehens ist, sondern viel tiefer geht. Ein zentrales Thema des Romans ist die Frage nach Zugehörigkeit. Das Buch vermittelt stark das Gefühl, dass man als Mensch mit Migrationsgeschichte nie ganz ankommt, egal wie viele Generationen bereits im neuen Land leben. Dieses Motiv zieht sich durch alle drei Geschichten und verbindet sie miteinander. Gleichzeitig spielt auch Forschung eine wichtige Rolle, insbesondere genetische und wissenschaftliche Aspekte rund um DNA. Dieser Teil hat mich allerdings etwas ratlos zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, dass hier eine größere Aussage oder Botschaft angedeutet wird, die sich für mich aber nicht ganz erschlossen hat. Generell waren meine Gefühle nach dem Lesen gemischt. Jede der drei Geschichten funktioniert für sich genommen gut und ist interessant erzählt. Es gibt viele Momente, in denen man die Figuren und ihre Entscheidungen besser versteht, besonders wenn Verbindungen zwischen den Generationen sichtbar werden. Trotzdem hatte ich am Ende das Gefühl, dass eine grosse, verbindende Auflösung fehlt. Einige Handlungsstränge bleiben offen oder wirken nicht vollständig erklärt, was mich etwas unbefriedigt zurückgelassen hat. Trotzdem ist Real Americans ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Besonders, wenn man sich für Familiengeschichten über mehrere Generationen und für Themen wie Identität, Herkunft und Zugehörigkeit interessiert, lohnt sich ein Blick. Für mich bleibt es ein Roman mit starken Einzelteilen, aber einem etwas unklaren Gesamtbild.

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