Open City
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Description
Julius, ein junger Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Die Bewegung ist ein Ausgleich zur Arbeit, sie strukturiert seine Abende, seine Gedanken. Er lässt sich treiben, und während seine Schritte ihn tragen, denkt er an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fast unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks – und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit.
Für seinen faszinierenden Roman über einen Flaneur des 21. Jahrhunderts ist Teju Cole international von Presse und Lesern gefeiert und mit Autoren wie Sebald, Camus oder Naipaul verglichen worden. Getragen vom Fluss seiner bewegenden, klaren Sprache, erzählt Open City eine Geschichte von Erinnerung, Entwurzelung und der erlösenden Kraft der Kunst.
suhrkamp.pocket: Große Bestseller im kleinen Geschenkbuchformat
Book Information
Author Description
Teju Cole, geboren 1975, wuchs in Nigeria auf und kam als Jugendlicher in die USA. Er ist als Kunsthistoriker, Schriftsteller und Fotograf tätig und hat eine Stelle als Distinguished Writer in Residence am Bard College inne. Teju Cole lebt in Brooklyn, New York.
Posts
Ein Flaneurroman - der uns aus der Perspektive eines Psychiaters mitnimmt durch die Straßen New Yorks und Brüssels! 👏🤩
„Open City“ ist ein gar außergewöhnliches Buch, denn eine Handlung im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Ist das nun gewagt, mutig oder komplett daneben?! Wir finden es gemeinsam heraus. Teju Cole schickt seinen Protagonisten, einen jungen Assistenzarzt der Psychiatrie, Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen, auf einen Spaziergang durch New York. Es wird bald klar, dass er sich aufgrund seiner Hautfarbe nirgendwo richtig zugehörig fühlt, was sich mitunter in diversen Gesprächen mit Personen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Klassen widerspiegelt. Und so erleben wir seine Geschichten in einer ebenso präzisen wie suggestiven Sprache, auf eine vollkommen neue Art. Der Ich-Erzähler Julius nimmt uns mit in seine ganz eigene Welt, wir nehmen seine Perspektive ein und sehen, wie er die Menschen wahrnimmt, als Psychiater und Mensch. Teju Cole ergänzt diesen stream of conciousness durch Assoziationen zur Kunst und Musik. Es geht um die Seele, unseren Körper, Sklaverei, Verstümmelung, Schmerz, Tod, Vergewaltigung und so vieles mehr - bis Julius schließlich zusammengeschlagen wird, völlig zusammenhangslos und überraschend. Aber auch diese prekäre Situation schildert Teju Cole mit einer sprachlichen Versiertheit, dass man nur beeindruckt sein kann. Es gibt in gewohnt lyrischer Erzählweise auch einen kurzen Abstecher zum (eher fremdenfeindlichen) Brüssel, der einmal mehr klar macht, dass Teju Cole nicht nur Autor ist, sondern die Fotografie eine weitere seiner Leidenschaften ist. Besonders die street photography prägt seinen Blick auf Menschen und Städte. „Open City“ war für mich ein gelungener Flaneurroman, der mich mitgenommen hat durch New York und Brüssel in einer bildhaften Sprache, spielend mit der Identität und Erinnerung des jungen Psychiaters. Souverän führt er durch die Welt der Kunst und Kultur, nicht ohne zwischen den Zeilen auch Kritik zu üben und über Multikulturismus ebenso wie über Kosmopolitismus zu sinnieren. Vordergründig ereignisarm, ist dieses Buch vollgestopft mit Geschichten eines einsamen, jungen Psychiaters - Wissenschaftsprosa at it’s best. Für mich war’s das zweite Buch des Autors nach dem essayistischen „Schwarzer Körper“ und hat mich tief beeindruckt (wenn auch die beiden Werke schwer vergleichbar sind, da vom Umfang her sehr unterschiedlich) . Ein intellektueller Diskurs, den Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet! Fazit: äußerst lesenswert!
Ein Roman, der die Erfahrung, Immigrant in einer westlichen Großstadt im 21. Jahrhundert zu sein, fühlbar werden lässt.
Eigentlich sind diese Art von Roman gar nicht auf meinem persönlichen Interessengebiet, für einen Lesekreis habe ich mich aber an Teju Coles Open City, erschienen 2011, herangewagt. In seinen Werk schreibt der US-amerikanische Autor mit nigerianisch-deutschen Wurzeln über das Leben eines angehenden Psychiaters, der es sich zur Angewohnheit macht nach der Arbeit spazieren zu gehen. Dabei begegnet er verschiedenen Menschen und Umgebungen, die ihn im Erinnerungen wecken. Diese verbinden sich mit vielfachen Reflexionen über Kunst, Musik und Natur. Die Gedanken nehmen einen großen Teil des Buches ein, ohne dass der Protagonist einem wirklich nahekommt. Erst am Ende des Buches fügt Teju Cole dem Charakter eine Facette hinzu, die diese Distanz zum Lesenden begründet und zugleich eine Tragik und Düsternis offenlegt, die vorher nur zwischen den Zeilen mitschwang.
Description
Julius, ein junger Psychiater, durchstreift die Straßen Manhattans, allein und ohne Ziel, stundenlang. Die Bewegung ist ein Ausgleich zur Arbeit, sie strukturiert seine Abende, seine Gedanken. Er lässt sich treiben, und während seine Schritte ihn tragen, denkt er an seine kürzlich zerbrochene Liebesbeziehung, seine Kindheit, seine Isolation in dieser Metropole voller Menschen. Fast unmerklich verzaubert sein Blick die Umgebung, die Stadt blättert sich vor ihm auf, offenbart die Spuren der Menschen, die früher hier lebten. Mit jeder Begegnung, jeder neuen Entdeckung gerät Julius tiefer hinein in die verborgene Gegenwart New Yorks – und schließlich in seine eigene, ihm fremd gewordene Vergangenheit.
Für seinen faszinierenden Roman über einen Flaneur des 21. Jahrhunderts ist Teju Cole international von Presse und Lesern gefeiert und mit Autoren wie Sebald, Camus oder Naipaul verglichen worden. Getragen vom Fluss seiner bewegenden, klaren Sprache, erzählt Open City eine Geschichte von Erinnerung, Entwurzelung und der erlösenden Kraft der Kunst.
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Book Information
Author Description
Teju Cole, geboren 1975, wuchs in Nigeria auf und kam als Jugendlicher in die USA. Er ist als Kunsthistoriker, Schriftsteller und Fotograf tätig und hat eine Stelle als Distinguished Writer in Residence am Bard College inne. Teju Cole lebt in Brooklyn, New York.
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Ein Flaneurroman - der uns aus der Perspektive eines Psychiaters mitnimmt durch die Straßen New Yorks und Brüssels! 👏🤩
„Open City“ ist ein gar außergewöhnliches Buch, denn eine Handlung im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Ist das nun gewagt, mutig oder komplett daneben?! Wir finden es gemeinsam heraus. Teju Cole schickt seinen Protagonisten, einen jungen Assistenzarzt der Psychiatrie, Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen, auf einen Spaziergang durch New York. Es wird bald klar, dass er sich aufgrund seiner Hautfarbe nirgendwo richtig zugehörig fühlt, was sich mitunter in diversen Gesprächen mit Personen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und Klassen widerspiegelt. Und so erleben wir seine Geschichten in einer ebenso präzisen wie suggestiven Sprache, auf eine vollkommen neue Art. Der Ich-Erzähler Julius nimmt uns mit in seine ganz eigene Welt, wir nehmen seine Perspektive ein und sehen, wie er die Menschen wahrnimmt, als Psychiater und Mensch. Teju Cole ergänzt diesen stream of conciousness durch Assoziationen zur Kunst und Musik. Es geht um die Seele, unseren Körper, Sklaverei, Verstümmelung, Schmerz, Tod, Vergewaltigung und so vieles mehr - bis Julius schließlich zusammengeschlagen wird, völlig zusammenhangslos und überraschend. Aber auch diese prekäre Situation schildert Teju Cole mit einer sprachlichen Versiertheit, dass man nur beeindruckt sein kann. Es gibt in gewohnt lyrischer Erzählweise auch einen kurzen Abstecher zum (eher fremdenfeindlichen) Brüssel, der einmal mehr klar macht, dass Teju Cole nicht nur Autor ist, sondern die Fotografie eine weitere seiner Leidenschaften ist. Besonders die street photography prägt seinen Blick auf Menschen und Städte. „Open City“ war für mich ein gelungener Flaneurroman, der mich mitgenommen hat durch New York und Brüssel in einer bildhaften Sprache, spielend mit der Identität und Erinnerung des jungen Psychiaters. Souverän führt er durch die Welt der Kunst und Kultur, nicht ohne zwischen den Zeilen auch Kritik zu üben und über Multikulturismus ebenso wie über Kosmopolitismus zu sinnieren. Vordergründig ereignisarm, ist dieses Buch vollgestopft mit Geschichten eines einsamen, jungen Psychiaters - Wissenschaftsprosa at it’s best. Für mich war’s das zweite Buch des Autors nach dem essayistischen „Schwarzer Körper“ und hat mich tief beeindruckt (wenn auch die beiden Werke schwer vergleichbar sind, da vom Umfang her sehr unterschiedlich) . Ein intellektueller Diskurs, den Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet! Fazit: äußerst lesenswert!
Ein Roman, der die Erfahrung, Immigrant in einer westlichen Großstadt im 21. Jahrhundert zu sein, fühlbar werden lässt.
Eigentlich sind diese Art von Roman gar nicht auf meinem persönlichen Interessengebiet, für einen Lesekreis habe ich mich aber an Teju Coles Open City, erschienen 2011, herangewagt. In seinen Werk schreibt der US-amerikanische Autor mit nigerianisch-deutschen Wurzeln über das Leben eines angehenden Psychiaters, der es sich zur Angewohnheit macht nach der Arbeit spazieren zu gehen. Dabei begegnet er verschiedenen Menschen und Umgebungen, die ihn im Erinnerungen wecken. Diese verbinden sich mit vielfachen Reflexionen über Kunst, Musik und Natur. Die Gedanken nehmen einen großen Teil des Buches ein, ohne dass der Protagonist einem wirklich nahekommt. Erst am Ende des Buches fügt Teju Cole dem Charakter eine Facette hinzu, die diese Distanz zum Lesenden begründet und zugleich eine Tragik und Düsternis offenlegt, die vorher nur zwischen den Zeilen mitschwang.





