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Der Roman spielt auf der fiktiven Insel Colsay, ist aber inspiriert von der realen Geschichte der schottischen Inselgruppe St. Kilda. Das Leben hier ist schon immer sehr schwer gewesen und bot nur ein kargen Einkommen, welches kaum das Überleben sichert. Auch heute hat Anna noch mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, so fällt z. B. oft der Strom aus. Womit mich die Geschichte sofort hatte, waren die ironischen Schilderungen rund um die schlaflosen Stunden, die Anna mitten in der Nacht mit ihrem zweijährigen hat. Wie sehr der Mangel an Schlaf an der Psyche zerrt und was man dafür geben würde mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. "Wie gut, das Satan nicht mitten in der Nacht zu den Müttern schlafloser Kleinkinder kommt, um ihnen irgendwelche Angebote zu machen." Die Schilderungen und Gedanken sind so on Point, ich hatte die gleichen, als meine Kinder noch klein waren. Ihr Mann, der die Population der Papagaientaucher der Insel erforscht, ist nur wenig hilfreich. Der altkluge und offensichtlich hochbegabte siebenjährigen Raph, fordert hingegen ihre Intelligenz. Da gibt es schon mal tagelang nur Suppe oder Brot und für den Haushalt bleibt auch keine Energie mehr, denn eigentlich hat Anna noch ihr Buch zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, die Deadline naht. Doch dann finden sie und Raph im Garten das Skelett eines winzigen Babys und Anna verliert sich auf der Recherche zur Inselgeschichte um herauszufinden, wessen Baby das gewesen sein könnte. Es ist ein unglaublich komplexer Roman, so beginnen die Kapitel jeweils mit Texten von Anna Freud zum Thema Kindheit und enden mit historischen Briefen einer Krankenschwester, die auf die Insel gekommen war, um der Kindersterblichkeit nach der Geburt entgegen zu wirken. Mit dem Ankommen eines Ehepaars und ihrer Siebzehnjährigen Tochter, um in die Ferienwohnung zu ziehen, wachsen die Themen an. Jetzt geht es nicht mehr nur um Carearbeit und wie sich Annas Mann dem entzieht. Jetzt kommt noch Mager-und Alkohosucht, Dysfunktion innerhalb der Familie und vieles mehr dazu. Man muss schon ein bisschen konzentriert bei der Sache bleiben. Belohnt wird man mit herrlich ironischen Dialogen, intelligenten Gedanken zum Thema Mutterschaft, die mich sehr bewegt und berührt haben und auch historische Recherchen zum Thema Kindheit und Geburt. Und welche Kraft es bedeutet ein Kind zu haben, welches mit einem Hüpfball unablässig Morsezeichen in Form von SOS auf den Hof trommelt und Ideen entwickelt wie man die Welt vor einem Kollaps bewahren kann. Wer sich dem stellen möchte, dem kann ich das Buch uneingeschränkt ans Herz legen!
Jul 24, 2025
Der Roman spielt auf der fiktiven Insel Colsay, ist aber inspiriert von der realen Geschichte der schottischen Inselgruppe St. Kilda. Das Leben hier ist schon immer sehr schwer gewesen und bot nur ein kargen Einkommen, welches kaum das Überleben sichert. Auch heute hat Anna noch mit vielen Unwägbarkeiten zu kämpfen, so fällt z. B. oft der Strom aus. Womit mich die Geschichte sofort hatte, waren die ironischen Schilderungen rund um die schlaflosen Stunden, die Anna mitten in der Nacht mit ihrem zweijährigen hat. Wie sehr der Mangel an Schlaf an der Psyche zerrt und was man dafür geben würde mal wieder ein paar Stunden am Stück schlafen zu können. "Wie gut, das Satan nicht mitten in der Nacht zu den Müttern schlafloser Kleinkinder kommt, um ihnen irgendwelche Angebote zu machen." Die Schilderungen und Gedanken sind so on Point, ich hatte die gleichen, als meine Kinder noch klein waren. Ihr Mann, der die Population der Papagaientaucher der Insel erforscht, ist nur wenig hilfreich. Der altkluge und offensichtlich hochbegabte siebenjährigen Raph, fordert hingegen ihre Intelligenz. Da gibt es schon mal tagelang nur Suppe oder Brot und für den Haushalt bleibt auch keine Energie mehr, denn eigentlich hat Anna noch ihr Buch zum Thema Kindheit im 18. Jahrhundert zu schreiben, die Deadline naht. Doch dann finden sie und Raph im Garten das Skelett eines winzigen Babys und Anna verliert sich auf der Recherche zur Inselgeschichte um herauszufinden, wessen Baby das gewesen sein könnte. Es ist ein unglaublich komplexer Roman, so beginnen die Kapitel jeweils mit Texten von Anna Freud zum Thema Kindheit und enden mit historischen Briefen einer Krankenschwester, die auf die Insel gekommen war, um der Kindersterblichkeit nach der Geburt entgegen zu wirken. Mit dem Ankommen eines Ehepaars und ihrer Siebzehnjährigen Tochter, um in die Ferienwohnung zu ziehen, wachsen die Themen an. Jetzt geht es nicht mehr nur um Carearbeit und wie sich Annas Mann dem entzieht. Jetzt kommt noch Mager-und Alkohosucht, Dysfunktion innerhalb der Familie und vieles mehr dazu. Man muss schon ein bisschen konzentriert bei der Sache bleiben. Belohnt wird man mit herrlich ironischen Dialogen, intelligenten Gedanken zum Thema Mutterschaft, die mich sehr bewegt und berührt haben und auch historische Recherchen zum Thema Kindheit und Geburt. Und welche Kraft es bedeutet ein Kind zu haben, welches mit einem Hüpfball unablässig Morsezeichen in Form von SOS auf den Hof trommelt und Ideen entwickelt wie man die Welt vor einem Kollaps bewahren kann. Wer sich dem stellen möchte, dem kann ich das Buch uneingeschränkt ans Herz legen!
Jul 24, 2025






