Nachts ist es leise in Teheran
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Description
Eine aufrüttelnde Familiengeschichte zwischen Revolution, Flucht und deutscher Gegenwart
Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.
1979. Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, kämpft nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung. Er erzählt von klandestinen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet.
Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.
1999 reist deren Tochter Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen »Kafishaps«, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet ein Jahrzehnt später belustigt die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.
Shida Bazyar gelingt ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik. Und ein hochaktueller, bewegender Roman über Revolution, Unterdrückung, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.
Book Information
Author Description
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
Posts
Durch die einzelnen Schicksale einer Familie bekommt man einen super Einblick sowohl in den Iran zur Zeiten den Revolution als auch in das Leben von Exil Iranern. An den Personen und die unterschiedlichen Lebensentwürfen werden die Probleme und Hürden gut dargestellt ohne zu belehrend und beschreibend zu sein. Mag den Schreibstil und die fragmentierte Darstellung der Autorin sehr gerne.
"Ich hätte mehr essen sollen, denke ich an der Stelle jedes Mal, ich hätte jedem ins Gesicht schauen und mehr essen sollen, besonders Behsads kleinen Brüdern, wie alt werden sie wohl sein, wenn wir sie wiedersehen, was für Menschen werden sie sein, ich hätte an ihnen riechen sollen, ich hätte sie küssen sollen, anstatt über Okraschoten nachzudenken." „Nachts ist es leise in Teheran“ ist ein Familienroman über eine iranischstämmige Familie, die in den 80ern aufgrund der vorherrschenden Unterdrückung und Gewalt nach Deutschland flieht. Das Buch hat vier Kapitel plus einen Epilog, jedes Kapitel ist aus der Perspektive eines anderen Familienmitglieds geschrieben. Es zeigt die vielen Facetten auf, die eine Flucht vor Terror nicht nur auf die Geflüchteten, sondern auch auf deren gesamtes Umfeld inklusive der nächsten Generation hat. Jedes Familienmitglied geht anders mit dieser traumatischen Erfahrung um, mit der iranischen Herkunft und deutschen Identität. Das Buch ist, wie auch schon “Drei Kameradinnen” von Shida Bazyar, ein absolutes Highlight für mich gewesen. Bazyar schafft es, jedem der fünf Familienmitglieder eine eigene Stimme zu geben, die sich klar voneinander unterscheiden. Es sind die ganz großen Gefühle, die hier stattfinden, die Hoffnung auf eine richtige Revolution, die Schuld der Überlebenden, Heimweh, Sehnsucht, Zerrissenheit, Wut, Scham, Liebe. Vieles davon zeigt sich in kleinen Alltagsmomenten, im Schweigen oder in feinen Beobachtungen. Shida Bazyar hat das Buch vor fast 10 Jahren geschrieben. Mit den Entwicklungen in Iran, die es seitdem gegeben hat, hat es traurigerweise nicht viel an Aktualität eingebüßt. Umso betroffener macht das Ende (das ist nicht spoilern werde). Wenn ihr es noch nicht getan habt, lest unbedingt dieses Buch. Und dann alles, was Shida Bazyar noch schreiben wird - ich hoffe, es wird noch einiges sein. CN: Ras$ismus, F0lter, M0rd, Alkoh0l, Dr0gen, B0dyshaming, Tierquäl3rei, F3hlgeburt

Das Buch begleitet eine iranische Familie von 1979 bis 2009, teils in Teheran, teils im deutschen Exil - ein fordernder Text, der stilistisch Zeit benötigt und Themen wie Flucht, Identität, Zugehörigkeit und Rassismus behandelt. Nicht ganz mein Roman, aber hochaktuell.

Der Verlust der Heimat
Schon seit das Buch „Nicht ohne meine Tochter“ erschien, hat es mich interessiert, was im Iran so schief gelaufen ist, warum ein Mullah Regime mit größtmöglicher Gewalt gegen sein eigenes Volk vorgeht und eine Revolution nicht gelingen kann. Gerade jetzt wieder steht dieses Land im Fokus. Während ich das schreibe, versinkt das Land im Chaos. Behsad und Nahid sind aus dem Iran ins Exil nach Deutschland gegangen. Dort haben sie den Status politisch Verfolgter. Ihre beiden Kinder, Laleh und Mo sind zwar noch im Iran geboren, integrieren sich aber relativ schnell in das neue Land. Aus der Sicht von fünf Protagonist*innen wird hier die jüngste Geschichte des Irans vor dem Hintergrund einer Familie erzählt. Jedem wird ein Jahrzehnt zugeteilt, von 1979-2009 Von den Untergrungdtätigkeiten Besahds für kommunistische Organisationen im Iran über Nahid, die erst mit der deutschen Sprache kämpft, später studiert, aber immer wieder hofft, dass sie bald wieder nach Hause zurückkehren können, bis zu Laleh, die für ihre Eltern oft Verantwortung übernehmen muss, und die ihre Wurzeln stark spürt. Mo hat den meisten Abstand zu der Vergangenheit seiner Eltern. Und dann ist da noch Tara, das Kind, das in Deutschland geboren wurde und ein Leben führt, dass im Iran niemals erlaubt wäre Shida Bazyar hat einen Text geschrieben, der seinen Protagonist*innen treu bleibt. Den Ton passt sie den Personen minimal an, hält sich aber strikt an eine literarisch, teilweise sogar poetische Erzählweise. Die Persönlichkeiten der Erzähler sind gut zu erfassen. Man ist ganz bei ihnen und ihrer Art, mit den Problemen und Emotionen umzugehen. Die historischen Ereignisse im Iran werden ganz nebenbei eingeflochten. Allerdings ist man ohne Vorwissen, vermutlich manchmal ohne Kontext und muss nebenbei googeln. In der persönlichen Geschichte der Protagonisten bleibt die ein oder andere Lehrstelle. Dabei fällt mir auf, dass mir die weiblichen Perspektiven besser gefallen haben als die männlichen. Mich hätte sehr interessiert, wie es Nahid und Laleh weiter ergangen ist. Aber endet, dass der Person zugeordnete Jahrzehnt, so erfährt man auch nicht mehr besonders viel über sie. Mir ist klar, dass die Autorin das genauso wollte. Für mich versickerte damit aber Substanz. Was mich durch den Roman getragen hat, ist vor allem die Sprache. Die Innenansichten sind nicht ganz ohne Dialoge, doch tendenziell nimmt man an den Gedanken der Personen teil. Dabei macht sich eine Melancholie und Traurigkeit breit, die die ganze Tragweite von Flucht und Heimat Verlust deutlich macht. Man kann sich zwar in der nächsten Generation davon entfernen, aber man bleibt ein Zwitterwesen zwischen den Stühlen- obwohl man nach vorne schaut und sich der deutschen Kultur weitesgehend angepasst hat, zieht die Vergangenheit an einem. Erst wenn man das akzeptiert, fühlt man sich nicht mehr so zerrissen. Vieles konnte ich aus meiner eigenen migrantischen Vergangenheit wiedererkennen, besonders wenn die Besuche bei der Verwandtschaft beschrieben wurden. Gefreut habe ich mich über die Leidenschaft die jeden einzelnen am Ende zu packen scheint. Auch wenn der Ausgang ungewiss war, so endet das Buch mit einem Fünkchen Hoffnung. Ein gutes Buch, das mir gut gefallen hat, aber ab und an zu viele Lücken hinterließ, dafür aber literarisch Großartigkeit serviert. Ich empfehle das allen, die sich mit der Geschichte des Irans und Heimatverlust beschäftigen möchten
Was soll ich sagen...von der Prämisse her fand ich das Buch super und interessant, zwischen den Zeilen hatte es auch seine guten Momente... Doch mit dem Schreibstil wurde ich leider gar nicht warm. Ein Gedanke reiht sich an den nächsten, vieles wird angefangen, vieles nicht beendet. Durch den Gedankenstrom hatte ich Schwierigkeiten zu folgen, meine Gedanken drifteten beim Lesen selbst ab. Durch den Schreibstil bleiben die Geschehnisse oberflächlich, auch die Figuren, und durch teils fehlende Zeitangaben bis auf 1979 ließ sich meiner Ansicht nach nicht gut verstehen, um was es da im Iran ging. Ich musste mir nach dem Lesen des Anfangs erstmal ein 5minütiges Video auf YouTube anschauen, um überhaupt zu verstehen, warum es da geht. So sehr ich es mag, durchs Lesen Neues zu lernen, so unglücklich finde ich in dem Fall die Umsetzung. Zeitgleich zeigt das Buch durch die verschiedenen Perspektiven den inneren Zwiespalt, zwischen zwei Welten zu leben. Wie verbunden man noch dem Heimatland ist, während man sich in einem anderen Land ein neues Leben aufbaut. Das war interessant zu lesen. Ich bin sicher, mit einem anderen Schreibstil hätte es mir gut gefallen. Schade. Die Kameradinnen hatte mir besser gefallen.
Irgendwie schade. Die Geschichte des Irans ist super interessant, doch hier kommt das leider nicht durch, weil viele Gedanken an der Oberfläche bleiben. Was sehr auch dem Schreibstil geschuldet ist, dem es nicht gelingt, allen Figuren gerecht zu werden. Schade!
Banales Geschreibsel, trotz des wichtigen Themas.
1979: Der 27 Jährige Behsad ist mitten in der kommunistischen Revolution in Iran, noch wird an einen sozialistischen Staat geglaubt, die Geistlichen eigentlich nur Mittel zum Zweck. 1989: Besahd und Nahid fliehen nach Deutschland, als deren engster Freund verhaftet wird und sich abzeichnet, dass die Revolution scheitert. 1999: Deren 17 Jährige Tochter Laleh besucht das erste Mal seit ihrer Kindheit den Iran. 2009: Taras Bruder Mo… ist unpolitischer Student und…??? Das Buch hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Da sind zum einen die sehr monotone Prosa, wenig differenzierte Charaktere und eine fehlende inhaltliche Aussagekraft. Zum anderen frage ich mich, wieso es so vielen AutorInnen an Mut fehlt, sachliche Informationen in ihren Roman zu packen. Ein Text kann doch einen hohen literarischen Anspruch haben (was hier nicht wirklich der Fall ist) und gleichzeitig lehrreich und informativ sein, vor allem bei einem Thema wie diesem. Stattdessen bleibt der Roman vage, redet viel drumherum, erwartet, dass man sich bereits fachlich auskennt. Hätte ich mich nicht schon zuvor belesen, hätte ich keinerlei Zugang finden können - also noch weniger, als eh schon. Klar, ein Roman muss nicht lehrreich sein, aber wenn ich in Deutschland einen Deutschsprachigen Roman über die politische Historie des Irans veröffentliche, ist es dann mein Ziel dass er nur von bereits informierten LeserInnen inhaltlich eingeordnet werden kann? Es gibt so viel spannendes Material, Iran hat so eine faszinierende Geschichte und dennoch schafft es Shida Bazyar, uns auf knapp 270 Seiten so gut wie nichts außer Banalitäten mitzuteilen. Warum der Roman für den diesjährigen Booker Preis nominiert wurde, ist mir schleierhaft, vielleicht einfach wegen der politischen Relevanz? Die Nominierung hätte Jina Khayyer mit „Im Herzen der Katze“ aber eher verdient.
Ein gelungener Einblick in die Realität der Iraner, die sich seit bald 50 Jahren nach Freiheit sehnen, aber immer wieder enttäuscht werden.
Wie muss es sich wohl anfühlen Teil einer Revolution zu sein? Und wie enttäuschend/frustrierend muss es sein, wenn auf ein untersrückerisches Regime ein noch schlimmeres folgt? Aus der Perspektive der Eltern und Kinder schildert Bazyar, wie es sich anfühlt aus dem Ausland zu beobachten wie die Menschen im Heimatland für ihre Freiheit kämpfen, sich im Alltag kleine Freiheiten erkämpft haben und doch immer wieder am Regime scheitern.
Das Buch ist wie Teheran: leise. Aber dennoch sehr schön geschrieben und berührend.
Unglaublich wichtig und ehrlich!
Bücher wie dieses helfen uns über den gelernten Tellerrand hinauszuschauen und einen Perspektivwechsel auszuprobieren. Bücher wie dieses sollte zur Pflichtlektüre werden und obwohl es nicht einfach zu lesen ist, ist der Inhalt so wertvoll für uns und alle zukünftigen Generationen. Den Zwiespalt zwischen den Kulturen, die Suche nach dem eigenen Platz in zwei Kulturen, die beide nicht ganz die eigene sind. Eine unglaublich bewegende Geschichte, die nicht nur ans Herz geht, sondern auch verdeutlicht, wie viele Menschen in all diesen großen politischen Diskussionen vergessen werden.
Buchtitel verfehlt 🙈
Aufgrund des Buchtitels habe ich mir das Buch emotionaler und politischer vorgestellt. Ich dachte man erfährt aus dem Blickwinkel der jeweiligen Protagonisten wie es denen in den Jahren ergangen ist und was geschehen ist. Leider war es viel "langweiliger" Alltag. Es waren aneinandergereihte Kurzgeschichten/Gedankengänge, ohne Zeitangaben, wodurch das dran bleiben schwer viel, weil die Geschichten teils plötzlich endeten und neue begannen ohne dass man wusste wie viel Zeit dazwischen vergangen ist und an welchem Ort diese Geschehnisse stattgefunden haben.
Familienroman über Migration
Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar ist eine Familiengeschichte von der Revolution 1979 bis 2019. Zu Beginn lernen wir den kommunistischen Revolutionär Behsad kennen, der sich etwas anderes von der Revolution erhoffte. Nachdem er seine Liebe Nahid geheiratet hat und mittlerweile Vater ist, flieht er mit seiner Familie nach Deutschland. Im 10 Jahresrhythmus erzählt immer eine andere Person der Familie ihre Geschichte, ihre Beziehungen zu ihrer Heimat aber auch als Migrant in Deutschland zu leben. Am stärksten fand ich den Abschnitt der ältesten Tochter Laleh, als sie als Jugendliche mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwestern in den Iran reist, um die Familie zu besuchen. Man spürte ihre Zerissenheit, nirgendwo wirklich zu Hause zu sein. Nach dem Vater, der Mutter und Laleh, ist der Roman bei den beiden jüngeren Kindern 2009 und 2019 leider für mich etwas abgeflacht aber insgesamt fand ich ert.
4,5 Sterne für dieses tolle Buch mit brandaktuellem Thema! Ich finde es spannend, wie die Autorin die Gefühls- und Gedankenwelt der vier Familienmitglieder so differenziert, aber nicht kitschig oder überdramatisiert darstellt. Es beeindruckt mich sehr, wie die Ereignisse über Jahrzehnte hinweg eine Biografie so prägen können. Ich bin davon überzeugt, dass dies zwar „nur“ ein Roman ist, aber ziemlich ähnlich viele Flüchtlingsfamilien es so durchleben. Eigentlich ein Buch, das jede/-r lesen sollte, jedoch ein wenig Vorkenntnisse in der Landesgeschichte zum besseren Verständnis insbesondere der ersten beiden Kapitel bedingt. Daher ein kleiner Abzug wegen dieser Voraussetzung, weil ich mir vorstellen kann, dass es ohne entsprechende Kenntnisse kein einfacher Lesestart in die Handlung ist.
Iranrevolution 1979, aus der Sicht des kommunistisches Revolutionärs Behsad. 1989 in Westdeutschland, auf dem Land, aus Sicht der Ehefrau (Behsad's) Nahid. 1999 Deutschland, aus Sicht der 10. Klässlerin und Tochter (von Nahid und Besad) Laleh, die mit ihrer Mutter einen Familienbesuch im Iran begeht. 2009 Deutschland, der Sohn (Besad's und Nahid's) und Student Mo. Irgendwann der kurze Epilog mit Tochter (Besad's und Nahid's) Tara. Alle Perspektiven, sind in einem Gedankenstrom geschrieben und bauen nicht aufeinander auf. Sie sind eigenständige kurze Episoden aus dem Leben, ihrer Sicht auf das, was sie umgibt und dem was sie fühlen. Die Tonalität unterscheidet sich im Falle Behsad's, Nahid's und Laleh's so gut wie überhaupt nicht. Mal abgesehen davon, dass die ca. 16 jährige Laleh wie eine 10 jährige spricht und denkt. Es dominiert eine alles umfassende Schwermut und Melancholie. Die Sprache ist ätherisch, wirkt künstlich und zäh. Das ist der reinste Valiumtrip. Man verliert permament den Fokus, driftet weg, gibt sich der Lethargie und Apathie der Protagonisten hin. Die Autorin sagt, dass der Gedankenstrom die Nähe zu den Figuren herstellen solle. Fail auf ganzer Linie. Das Ganze Buch schreit nach Schreibschule. Man kann aus allem erkennen was sie versucht hat, was sie erreichen wollte. Der ganze Stil ist völlig charakterlos. Keine der Figuren fühlt sich echt an. Die Charaktere und Freunde der Charaktere entsprechen alle den typischen stereotypen Bildern von Figuren die es zu Öko-Linken, Migranten und Kultur-Identitätsthemen gibt. Keine neue, erhellende Perspektive. Mit Mo ändert sich die Tonalität, mit der die Autorin das unterirdischste Kapitel des Buches aufmacht. Ein Student, der 2009 völlig unpolitisch ist. Was schon verwunderlich ist, da seine Mutter Nahid, in Deutschland, einen Abschluss in Politikwissenschaften gemacht hat. Diese aber anscheinend nur völlig apathisch und bebrillt (scheint Mo wichtig zu sein, das ständig zu erwähnen) mit Vatter vor den Nachrichten sitzt. Niemand scheint über politische Dinge in der Familie zu sprechen. Aus dem Iran und der Familie weiß Mo so gut wie nix. Mo muss erst mal Facebook, Youtube und Twitter erklärt werden. Aber lauter abgeschmackte Sprüche, Bemerkungen über Politiker, Politische Ereignisse und Klaus Kleber ( da war aber Schluss mit lustig) dürfen nicht fehlen. Das ist so dermaßen anspruchslos und banal. Durch den Gedankenstrom, dürfen die Figuren auch nur ihre Gedanken in die Welt pusten und sind dann auch direkt wieder entlassen, in Gedanken über den Geruch von Haaren, Augenbrauen zupfen oder den Müsli mampfenden Mitbewohner. Wer sich irgendwelche ernsthaften Auseinandersetzungen mit der politischen und gesellschaftlichen Lage im Iran erhofft wird bitter enttäuscht. Freuen können sich alle Postmodernisten, dass hier das Gefühl und die Emotion die eigentliche Hauptfigur ist. Auf so etwas gehe ich ja extrem steil, wenn ich den Eindruck habe, dass man mich hier versucht zu manipulieren, durch Betroffenheit ("schlimm ist das aber auch, schlimm, schlimm") und sprachliche, gefühlsduselige Zuckerwatte, durch die es zu keiner Konsequenz kommt, der reine Konsum. Das Buch kommt ohne Triggerwarnung aus. Ich verbuche das mal, gerade in Anbetracht des Themas! als absolute Schwäche. Aber wir wollen den Lesern ja nicht zu viel zumuten. Die bösen Youtubevideos sind ja alle schon schlimm genug. Lieber hoffen, Hoffnung haben. Irgendwann wird schon alles gut.
Lesenswert, unglaublich gut! Das Buch hat meine Erwartungen wirklich übertroffen!
Behsad teilt nicht die gleiche Weltanschauung wie die Regierung des Landes, in dem er lebt, und kämpft ein Leben lang dafür, die Gesellschaft und die Regierung in seinem Sinne zu verändern und umzugestalten. Er muss freiwillig ins Exil gehen, gibt aber die Hoffnung bis zum Tod nicht auf. Er findet weder Frieden im Exilland noch kann er in sein Land zurückkehren, er erlebt die Auswirkungen kultureller Unterschiede, von Anpassungsproblemen und der Umgebung, in der er lebt, sowie der Persönlichkeit und der Verhaltensmuster, die in den Genen angelegt sind. Das Buch ist aus vier Perspektiven geschrieben: Der Perspektiv des Vaters Behsad: 1979 in Teheran. Behsad ist noch ein Jugendlicher – und viel mehr als das: Er ist kommunistischer Widerstandskämpfer, ein anerkannter Revolutionär, der für seine Träume und eine neue Ordnung durch Vertreibung des Schahs kämpft. Der Perspektive der Mutter Nahid: 1989 in Deutschland. Die Familie musste aus dem Iran flüchten, weil die Revolution gescheitert ist und ein Bleiben für Behsad zu gefährlich ist. Nahid berichtet von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland, den Leuten, die sie kennen lernen, (politischer) Bildung, Heimat und Hilflosigkeit. Die Perspektive der Tochter Laleh: 1999 in Teheran. Nachdem sich die Lage im Iran etwas beruhigt hat, fliegt Nahid mit ihren beiden Töchtern Laleh und Tara zu Familie und Freunden nach Teheran. Laleh kann sich nur noch wage an ihre Kindheit dort erinnern. Nichtdestotrotz ist es eine Heimkehr zu Freunden, eine Entdeckung der Kutur, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen. Hier wird Laleh erstmals bewusst, welche Rolle und Stellung ihr Vater hatte – besonders im Vergleich zu dem Exil-Iraner und eher zurückhaltenden, ruhigen Mann, der er nun in Deutschland ist. Der Perspektive des Sohnes Mo: 2009 in Deutschland. Mo studiert inzwischen in Deutschland und löst sich langsam von seiner Familie. Er macht erste Erfahrungen mit Alkohol und Mädchen – und auch mit der öffentlichen und eigenen politischen Meinung. Er geht auf Demonstrationen und beschäftigt sich mit seiner Herkunft und der aktuellen Lage im Iran. Was in Zukunft passiert kann wird uns vielleicht irgendwann durch die Perspektive des jüngsten Kindes Tara geschildert… Für ein erstes Buch finde ich es gelungen, denn es handelt sich um eine Fiktion, die auf realen Ereignissen vor, während und nach der islamischen Revolution im Iran beruht. Die Mängel in den Beschreibungen und die Lücken im Ablauf der historischen Ereignisse in der Erzählung machen es jedoch schwierig, eine Ursache-Wirkungs-Beziehung herzustellen und die Denkstrukturen der Figuren in der Tiefe zu verstehen. Es ist eine sehr kurze Erzählung für ein sehr umfangreiches Thema und einen langen Zeitraum. Mein Hauptkritikpunkt ist, dass der Roman inhaltlich nicht in die Tiefe geht. Die Geschichte plätschert oberflächlich vor sich hin. Man liest zwar immer etwas von Revolution und Politik, aber es fehlten explizite, historische Ereignisse, Gruppierungen, Beweggründe und einschneidende Erlebnisse. Die iranische Geschichte ist so interessant und komplex und hier irgendwie untergegangen. Schöne Idee, die Geschehnisse aus den Perspektiven einzelner Familienmitglieder zu unterschiedlichen Zeiten zu beleuchten, leider in der Umsetzung etwas enttäuschend. Der Sprachduktus ändert sich überhaupt nicht, egal wer gerade erzählt. Insbesondere wäre zu erwarten, dass die 17-jährige Tochter oder der Sohn in seiner Studentenzeit anders spricht, als beispielsweise die eher zurückhaltend, melancholische Mutter. Behsad’s Zeit im Iran fand ich am spannendsten. Diese Spannung geht im Verlauf des Buches leider etwas verloren. Insgesamt schön, wie die historischen Ereignisse anhand der ganz persönlichen Familiengeschichte nachvollzogen werden. Ein wenig mehr Spannung wäre aber alleine anhand der Thematik durchaus möglich und wünschenswert gewesen.
Wichtiger Einblick in die Migration
Wahrlich eine Überraschung. Ein wunderbares Buch, das eine Familie über 3 Generationen hinweg durch Freude, Wut, Trauer uns Hoffnung begleitet. Ein Buch über Flucht, Identität, Pubertät und Rassismus.
Wahrlich eine Überraschung. Ein wunderbares Buch, das eine Familie über 3 Generationen hinweg durch Freude, Wut, Trauer uns Hoffnung begleitet. Ein Buch über Flucht, Identität, Pubertät und Rassismus.
• Titel: Nachts ist es leise in Teheran • Autor: Shida Bazyar • Lesezeitraum: eine Woche • Genre: Roman mit zeitgeschichtlichen Aspekten • Verlag: Kiepenheuer & Witsch • Seitenanzahl: 275 • Einzelband • Inhalt: Man begleitet vier Familienmitglieder nach- einander in verschiedenen Jahrzehnten durch ihr Leben im Iran, dem Wandel in der Politik, ihrer Flucht und dem Leben danach. • Stadt: Teheran und irgendwo in Deutschland • Jahreszeit: wechselnd • Protagonisten: - Behsad (kommunistischer Revolutionär) - Nahid (liebt Literatur) - Laleh (in DE aufgewachsen) - Mohad (studiert Geografie) • "Antagonisten": - Schah - Khomeini - Iranische Regierung • Anmerkungen: - musste es für die Schule lesen - schwer zu lesen ohne wörtliche reden, da alles im Fließtext dasteht. - man sollte Vorwissen über den Iran haben, um alles zu verstehen
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von mir gibt es eine ganz klare empfehlung. 🤍
nachts ist es leise in teheran 💭 eine familie. drei jahrzehnte. vier personen & erzählperspektiven. teheran 1979, islamische revolution - ein junger aktivist der teil des kommunistisches widerstands ist - bis die gefahr für ihn und seine junge familie zu groß ist und nur noch die flucht nach Deutschland bleibt. mit zehnjahressprüngen erzählt jeweils ein familienmitglied über das eigene leben zum aktuellen zeitpunkt. & so taucht man in die aktivistische zeit des vaters ein. das leben in deutschland aus sicht der mutter. der erste besuch in teheran aus sicht der tochter und das leben als junger student in deutschland durch die sicht des sohnes. dieses buch gibt tolle einblicke in das interkulturelle leben. jeder teil hat etwas ganz besonders und schafft es, dass man in die geschichte eintaucht. die sätze sind zwar sehr lang und verschachtelt, aber irgendwie macht genau das den charme des buches aus. von mir gibt es eine ganz klare empfehlung. 🤍 gelesen habe ich das buch im rahmen des
Gut, eindringlich geschrieben, aber doch etwas langatmig, bin nicht so gut reingekommen wie erhofft. Kann gar nicht richtig sagen woran es lag..
Ein Buch, welches meinen Horizont ein Stück erweitert hat. 🍃🌏
Vier Stimmen , vier Jahrzehnte - eine iranisch- deutsche Familiengeschichte.
Man kommt zunächst schwer in die Geschichte, es lohnt sich aber dran zu bleiben.

i don't have a lot to say about this one. i loved the beginning, struggled with the mother's and daughter's view and settled in the end through mo's eyes in the life as a student in germany. it took me a while to read this book and and also a while to finish it, but i am happy i did. would definitely recommend it!
Schwieriger Schreibstil
Das Thema ist eigentlich interessant, eine Familie hin- und hergerissen zwischen Deutschland und Iran. Aber der Schreibstil macht es wirklich schwierig, Lust zum Lesen zu entwickeln. Alles wird einfach am Stück geschrieben, Dialoge, Gedanken, Geschehnisse, alles ohne Struktur.
Zufällig zu einer Zeit angefangen zu lesen, in der die aktuellen Nachrichten direkt an die im Buch beschriebenen vier Jahrzehnte anknüpfen könnten. Ausführliche Erläuterungen zu historischen Ereignissen sucht man vergeblich, dafür gibt es ja auch ausreichend Dokus & Co. Als Fan von Erzählungen über mehrere Generationen eine klare Empfehlung!
Nur ein paar Tage, nachdem ich dieses Buch angefangen hatte, begannen sich erneut die Berichterstattungen über die Proteste und die Ermordung von Protestierenden in Iran zu häufen. Ein schrecklicher „Zufall“, obwohl die Bewegung gerade wieder Hoffnung auf tatsächliche Veränderung schürt. Der Schreibstil war nicht zu 100% meins (fand die Einschübe und Wiederholungen an einigen Stellen störend, an anderen Stellen haben sie mir wieder gut gefallen), etwas anders verpackt hätte es mich vielleicht tiefer berührt bzw. mehr Verbindung mit den Charakteren ermöglicht. Nach Beenden des Buches war ich aber trotzdem sehr ergriffen und ich halte es für eine wichtige Perspektive.
Ein einfühlsamer Debütroman, der sich mit den Fragen nach Identität und Herkunft beschäftigt.
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Eine aufrüttelnde Familiengeschichte zwischen Revolution, Flucht und deutscher Gegenwart
Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.
1979. Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, kämpft nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung. Er erzählt von klandestinen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet.
Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.
1999 reist deren Tochter Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen »Kafishaps«, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet ein Jahrzehnt später belustigt die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.
Shida Bazyar gelingt ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik. Und ein hochaktueller, bewegender Roman über Revolution, Unterdrückung, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.
Book Information
Author Description
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
Posts
Durch die einzelnen Schicksale einer Familie bekommt man einen super Einblick sowohl in den Iran zur Zeiten den Revolution als auch in das Leben von Exil Iranern. An den Personen und die unterschiedlichen Lebensentwürfen werden die Probleme und Hürden gut dargestellt ohne zu belehrend und beschreibend zu sein. Mag den Schreibstil und die fragmentierte Darstellung der Autorin sehr gerne.
"Ich hätte mehr essen sollen, denke ich an der Stelle jedes Mal, ich hätte jedem ins Gesicht schauen und mehr essen sollen, besonders Behsads kleinen Brüdern, wie alt werden sie wohl sein, wenn wir sie wiedersehen, was für Menschen werden sie sein, ich hätte an ihnen riechen sollen, ich hätte sie küssen sollen, anstatt über Okraschoten nachzudenken." „Nachts ist es leise in Teheran“ ist ein Familienroman über eine iranischstämmige Familie, die in den 80ern aufgrund der vorherrschenden Unterdrückung und Gewalt nach Deutschland flieht. Das Buch hat vier Kapitel plus einen Epilog, jedes Kapitel ist aus der Perspektive eines anderen Familienmitglieds geschrieben. Es zeigt die vielen Facetten auf, die eine Flucht vor Terror nicht nur auf die Geflüchteten, sondern auch auf deren gesamtes Umfeld inklusive der nächsten Generation hat. Jedes Familienmitglied geht anders mit dieser traumatischen Erfahrung um, mit der iranischen Herkunft und deutschen Identität. Das Buch ist, wie auch schon “Drei Kameradinnen” von Shida Bazyar, ein absolutes Highlight für mich gewesen. Bazyar schafft es, jedem der fünf Familienmitglieder eine eigene Stimme zu geben, die sich klar voneinander unterscheiden. Es sind die ganz großen Gefühle, die hier stattfinden, die Hoffnung auf eine richtige Revolution, die Schuld der Überlebenden, Heimweh, Sehnsucht, Zerrissenheit, Wut, Scham, Liebe. Vieles davon zeigt sich in kleinen Alltagsmomenten, im Schweigen oder in feinen Beobachtungen. Shida Bazyar hat das Buch vor fast 10 Jahren geschrieben. Mit den Entwicklungen in Iran, die es seitdem gegeben hat, hat es traurigerweise nicht viel an Aktualität eingebüßt. Umso betroffener macht das Ende (das ist nicht spoilern werde). Wenn ihr es noch nicht getan habt, lest unbedingt dieses Buch. Und dann alles, was Shida Bazyar noch schreiben wird - ich hoffe, es wird noch einiges sein. CN: Ras$ismus, F0lter, M0rd, Alkoh0l, Dr0gen, B0dyshaming, Tierquäl3rei, F3hlgeburt

Das Buch begleitet eine iranische Familie von 1979 bis 2009, teils in Teheran, teils im deutschen Exil - ein fordernder Text, der stilistisch Zeit benötigt und Themen wie Flucht, Identität, Zugehörigkeit und Rassismus behandelt. Nicht ganz mein Roman, aber hochaktuell.

Der Verlust der Heimat
Schon seit das Buch „Nicht ohne meine Tochter“ erschien, hat es mich interessiert, was im Iran so schief gelaufen ist, warum ein Mullah Regime mit größtmöglicher Gewalt gegen sein eigenes Volk vorgeht und eine Revolution nicht gelingen kann. Gerade jetzt wieder steht dieses Land im Fokus. Während ich das schreibe, versinkt das Land im Chaos. Behsad und Nahid sind aus dem Iran ins Exil nach Deutschland gegangen. Dort haben sie den Status politisch Verfolgter. Ihre beiden Kinder, Laleh und Mo sind zwar noch im Iran geboren, integrieren sich aber relativ schnell in das neue Land. Aus der Sicht von fünf Protagonist*innen wird hier die jüngste Geschichte des Irans vor dem Hintergrund einer Familie erzählt. Jedem wird ein Jahrzehnt zugeteilt, von 1979-2009 Von den Untergrungdtätigkeiten Besahds für kommunistische Organisationen im Iran über Nahid, die erst mit der deutschen Sprache kämpft, später studiert, aber immer wieder hofft, dass sie bald wieder nach Hause zurückkehren können, bis zu Laleh, die für ihre Eltern oft Verantwortung übernehmen muss, und die ihre Wurzeln stark spürt. Mo hat den meisten Abstand zu der Vergangenheit seiner Eltern. Und dann ist da noch Tara, das Kind, das in Deutschland geboren wurde und ein Leben führt, dass im Iran niemals erlaubt wäre Shida Bazyar hat einen Text geschrieben, der seinen Protagonist*innen treu bleibt. Den Ton passt sie den Personen minimal an, hält sich aber strikt an eine literarisch, teilweise sogar poetische Erzählweise. Die Persönlichkeiten der Erzähler sind gut zu erfassen. Man ist ganz bei ihnen und ihrer Art, mit den Problemen und Emotionen umzugehen. Die historischen Ereignisse im Iran werden ganz nebenbei eingeflochten. Allerdings ist man ohne Vorwissen, vermutlich manchmal ohne Kontext und muss nebenbei googeln. In der persönlichen Geschichte der Protagonisten bleibt die ein oder andere Lehrstelle. Dabei fällt mir auf, dass mir die weiblichen Perspektiven besser gefallen haben als die männlichen. Mich hätte sehr interessiert, wie es Nahid und Laleh weiter ergangen ist. Aber endet, dass der Person zugeordnete Jahrzehnt, so erfährt man auch nicht mehr besonders viel über sie. Mir ist klar, dass die Autorin das genauso wollte. Für mich versickerte damit aber Substanz. Was mich durch den Roman getragen hat, ist vor allem die Sprache. Die Innenansichten sind nicht ganz ohne Dialoge, doch tendenziell nimmt man an den Gedanken der Personen teil. Dabei macht sich eine Melancholie und Traurigkeit breit, die die ganze Tragweite von Flucht und Heimat Verlust deutlich macht. Man kann sich zwar in der nächsten Generation davon entfernen, aber man bleibt ein Zwitterwesen zwischen den Stühlen- obwohl man nach vorne schaut und sich der deutschen Kultur weitesgehend angepasst hat, zieht die Vergangenheit an einem. Erst wenn man das akzeptiert, fühlt man sich nicht mehr so zerrissen. Vieles konnte ich aus meiner eigenen migrantischen Vergangenheit wiedererkennen, besonders wenn die Besuche bei der Verwandtschaft beschrieben wurden. Gefreut habe ich mich über die Leidenschaft die jeden einzelnen am Ende zu packen scheint. Auch wenn der Ausgang ungewiss war, so endet das Buch mit einem Fünkchen Hoffnung. Ein gutes Buch, das mir gut gefallen hat, aber ab und an zu viele Lücken hinterließ, dafür aber literarisch Großartigkeit serviert. Ich empfehle das allen, die sich mit der Geschichte des Irans und Heimatverlust beschäftigen möchten
Was soll ich sagen...von der Prämisse her fand ich das Buch super und interessant, zwischen den Zeilen hatte es auch seine guten Momente... Doch mit dem Schreibstil wurde ich leider gar nicht warm. Ein Gedanke reiht sich an den nächsten, vieles wird angefangen, vieles nicht beendet. Durch den Gedankenstrom hatte ich Schwierigkeiten zu folgen, meine Gedanken drifteten beim Lesen selbst ab. Durch den Schreibstil bleiben die Geschehnisse oberflächlich, auch die Figuren, und durch teils fehlende Zeitangaben bis auf 1979 ließ sich meiner Ansicht nach nicht gut verstehen, um was es da im Iran ging. Ich musste mir nach dem Lesen des Anfangs erstmal ein 5minütiges Video auf YouTube anschauen, um überhaupt zu verstehen, warum es da geht. So sehr ich es mag, durchs Lesen Neues zu lernen, so unglücklich finde ich in dem Fall die Umsetzung. Zeitgleich zeigt das Buch durch die verschiedenen Perspektiven den inneren Zwiespalt, zwischen zwei Welten zu leben. Wie verbunden man noch dem Heimatland ist, während man sich in einem anderen Land ein neues Leben aufbaut. Das war interessant zu lesen. Ich bin sicher, mit einem anderen Schreibstil hätte es mir gut gefallen. Schade. Die Kameradinnen hatte mir besser gefallen.
Irgendwie schade. Die Geschichte des Irans ist super interessant, doch hier kommt das leider nicht durch, weil viele Gedanken an der Oberfläche bleiben. Was sehr auch dem Schreibstil geschuldet ist, dem es nicht gelingt, allen Figuren gerecht zu werden. Schade!
Banales Geschreibsel, trotz des wichtigen Themas.
1979: Der 27 Jährige Behsad ist mitten in der kommunistischen Revolution in Iran, noch wird an einen sozialistischen Staat geglaubt, die Geistlichen eigentlich nur Mittel zum Zweck. 1989: Besahd und Nahid fliehen nach Deutschland, als deren engster Freund verhaftet wird und sich abzeichnet, dass die Revolution scheitert. 1999: Deren 17 Jährige Tochter Laleh besucht das erste Mal seit ihrer Kindheit den Iran. 2009: Taras Bruder Mo… ist unpolitischer Student und…??? Das Buch hat mich leider enttäuscht zurückgelassen. Da sind zum einen die sehr monotone Prosa, wenig differenzierte Charaktere und eine fehlende inhaltliche Aussagekraft. Zum anderen frage ich mich, wieso es so vielen AutorInnen an Mut fehlt, sachliche Informationen in ihren Roman zu packen. Ein Text kann doch einen hohen literarischen Anspruch haben (was hier nicht wirklich der Fall ist) und gleichzeitig lehrreich und informativ sein, vor allem bei einem Thema wie diesem. Stattdessen bleibt der Roman vage, redet viel drumherum, erwartet, dass man sich bereits fachlich auskennt. Hätte ich mich nicht schon zuvor belesen, hätte ich keinerlei Zugang finden können - also noch weniger, als eh schon. Klar, ein Roman muss nicht lehrreich sein, aber wenn ich in Deutschland einen Deutschsprachigen Roman über die politische Historie des Irans veröffentliche, ist es dann mein Ziel dass er nur von bereits informierten LeserInnen inhaltlich eingeordnet werden kann? Es gibt so viel spannendes Material, Iran hat so eine faszinierende Geschichte und dennoch schafft es Shida Bazyar, uns auf knapp 270 Seiten so gut wie nichts außer Banalitäten mitzuteilen. Warum der Roman für den diesjährigen Booker Preis nominiert wurde, ist mir schleierhaft, vielleicht einfach wegen der politischen Relevanz? Die Nominierung hätte Jina Khayyer mit „Im Herzen der Katze“ aber eher verdient.
Ein gelungener Einblick in die Realität der Iraner, die sich seit bald 50 Jahren nach Freiheit sehnen, aber immer wieder enttäuscht werden.
Wie muss es sich wohl anfühlen Teil einer Revolution zu sein? Und wie enttäuschend/frustrierend muss es sein, wenn auf ein untersrückerisches Regime ein noch schlimmeres folgt? Aus der Perspektive der Eltern und Kinder schildert Bazyar, wie es sich anfühlt aus dem Ausland zu beobachten wie die Menschen im Heimatland für ihre Freiheit kämpfen, sich im Alltag kleine Freiheiten erkämpft haben und doch immer wieder am Regime scheitern.
Das Buch ist wie Teheran: leise. Aber dennoch sehr schön geschrieben und berührend.
Unglaublich wichtig und ehrlich!
Bücher wie dieses helfen uns über den gelernten Tellerrand hinauszuschauen und einen Perspektivwechsel auszuprobieren. Bücher wie dieses sollte zur Pflichtlektüre werden und obwohl es nicht einfach zu lesen ist, ist der Inhalt so wertvoll für uns und alle zukünftigen Generationen. Den Zwiespalt zwischen den Kulturen, die Suche nach dem eigenen Platz in zwei Kulturen, die beide nicht ganz die eigene sind. Eine unglaublich bewegende Geschichte, die nicht nur ans Herz geht, sondern auch verdeutlicht, wie viele Menschen in all diesen großen politischen Diskussionen vergessen werden.
Buchtitel verfehlt 🙈
Aufgrund des Buchtitels habe ich mir das Buch emotionaler und politischer vorgestellt. Ich dachte man erfährt aus dem Blickwinkel der jeweiligen Protagonisten wie es denen in den Jahren ergangen ist und was geschehen ist. Leider war es viel "langweiliger" Alltag. Es waren aneinandergereihte Kurzgeschichten/Gedankengänge, ohne Zeitangaben, wodurch das dran bleiben schwer viel, weil die Geschichten teils plötzlich endeten und neue begannen ohne dass man wusste wie viel Zeit dazwischen vergangen ist und an welchem Ort diese Geschehnisse stattgefunden haben.
Familienroman über Migration
Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar ist eine Familiengeschichte von der Revolution 1979 bis 2019. Zu Beginn lernen wir den kommunistischen Revolutionär Behsad kennen, der sich etwas anderes von der Revolution erhoffte. Nachdem er seine Liebe Nahid geheiratet hat und mittlerweile Vater ist, flieht er mit seiner Familie nach Deutschland. Im 10 Jahresrhythmus erzählt immer eine andere Person der Familie ihre Geschichte, ihre Beziehungen zu ihrer Heimat aber auch als Migrant in Deutschland zu leben. Am stärksten fand ich den Abschnitt der ältesten Tochter Laleh, als sie als Jugendliche mit ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwestern in den Iran reist, um die Familie zu besuchen. Man spürte ihre Zerissenheit, nirgendwo wirklich zu Hause zu sein. Nach dem Vater, der Mutter und Laleh, ist der Roman bei den beiden jüngeren Kindern 2009 und 2019 leider für mich etwas abgeflacht aber insgesamt fand ich ert.
4,5 Sterne für dieses tolle Buch mit brandaktuellem Thema! Ich finde es spannend, wie die Autorin die Gefühls- und Gedankenwelt der vier Familienmitglieder so differenziert, aber nicht kitschig oder überdramatisiert darstellt. Es beeindruckt mich sehr, wie die Ereignisse über Jahrzehnte hinweg eine Biografie so prägen können. Ich bin davon überzeugt, dass dies zwar „nur“ ein Roman ist, aber ziemlich ähnlich viele Flüchtlingsfamilien es so durchleben. Eigentlich ein Buch, das jede/-r lesen sollte, jedoch ein wenig Vorkenntnisse in der Landesgeschichte zum besseren Verständnis insbesondere der ersten beiden Kapitel bedingt. Daher ein kleiner Abzug wegen dieser Voraussetzung, weil ich mir vorstellen kann, dass es ohne entsprechende Kenntnisse kein einfacher Lesestart in die Handlung ist.
Iranrevolution 1979, aus der Sicht des kommunistisches Revolutionärs Behsad. 1989 in Westdeutschland, auf dem Land, aus Sicht der Ehefrau (Behsad's) Nahid. 1999 Deutschland, aus Sicht der 10. Klässlerin und Tochter (von Nahid und Besad) Laleh, die mit ihrer Mutter einen Familienbesuch im Iran begeht. 2009 Deutschland, der Sohn (Besad's und Nahid's) und Student Mo. Irgendwann der kurze Epilog mit Tochter (Besad's und Nahid's) Tara. Alle Perspektiven, sind in einem Gedankenstrom geschrieben und bauen nicht aufeinander auf. Sie sind eigenständige kurze Episoden aus dem Leben, ihrer Sicht auf das, was sie umgibt und dem was sie fühlen. Die Tonalität unterscheidet sich im Falle Behsad's, Nahid's und Laleh's so gut wie überhaupt nicht. Mal abgesehen davon, dass die ca. 16 jährige Laleh wie eine 10 jährige spricht und denkt. Es dominiert eine alles umfassende Schwermut und Melancholie. Die Sprache ist ätherisch, wirkt künstlich und zäh. Das ist der reinste Valiumtrip. Man verliert permament den Fokus, driftet weg, gibt sich der Lethargie und Apathie der Protagonisten hin. Die Autorin sagt, dass der Gedankenstrom die Nähe zu den Figuren herstellen solle. Fail auf ganzer Linie. Das Ganze Buch schreit nach Schreibschule. Man kann aus allem erkennen was sie versucht hat, was sie erreichen wollte. Der ganze Stil ist völlig charakterlos. Keine der Figuren fühlt sich echt an. Die Charaktere und Freunde der Charaktere entsprechen alle den typischen stereotypen Bildern von Figuren die es zu Öko-Linken, Migranten und Kultur-Identitätsthemen gibt. Keine neue, erhellende Perspektive. Mit Mo ändert sich die Tonalität, mit der die Autorin das unterirdischste Kapitel des Buches aufmacht. Ein Student, der 2009 völlig unpolitisch ist. Was schon verwunderlich ist, da seine Mutter Nahid, in Deutschland, einen Abschluss in Politikwissenschaften gemacht hat. Diese aber anscheinend nur völlig apathisch und bebrillt (scheint Mo wichtig zu sein, das ständig zu erwähnen) mit Vatter vor den Nachrichten sitzt. Niemand scheint über politische Dinge in der Familie zu sprechen. Aus dem Iran und der Familie weiß Mo so gut wie nix. Mo muss erst mal Facebook, Youtube und Twitter erklärt werden. Aber lauter abgeschmackte Sprüche, Bemerkungen über Politiker, Politische Ereignisse und Klaus Kleber ( da war aber Schluss mit lustig) dürfen nicht fehlen. Das ist so dermaßen anspruchslos und banal. Durch den Gedankenstrom, dürfen die Figuren auch nur ihre Gedanken in die Welt pusten und sind dann auch direkt wieder entlassen, in Gedanken über den Geruch von Haaren, Augenbrauen zupfen oder den Müsli mampfenden Mitbewohner. Wer sich irgendwelche ernsthaften Auseinandersetzungen mit der politischen und gesellschaftlichen Lage im Iran erhofft wird bitter enttäuscht. Freuen können sich alle Postmodernisten, dass hier das Gefühl und die Emotion die eigentliche Hauptfigur ist. Auf so etwas gehe ich ja extrem steil, wenn ich den Eindruck habe, dass man mich hier versucht zu manipulieren, durch Betroffenheit ("schlimm ist das aber auch, schlimm, schlimm") und sprachliche, gefühlsduselige Zuckerwatte, durch die es zu keiner Konsequenz kommt, der reine Konsum. Das Buch kommt ohne Triggerwarnung aus. Ich verbuche das mal, gerade in Anbetracht des Themas! als absolute Schwäche. Aber wir wollen den Lesern ja nicht zu viel zumuten. Die bösen Youtubevideos sind ja alle schon schlimm genug. Lieber hoffen, Hoffnung haben. Irgendwann wird schon alles gut.
Lesenswert, unglaublich gut! Das Buch hat meine Erwartungen wirklich übertroffen!
Behsad teilt nicht die gleiche Weltanschauung wie die Regierung des Landes, in dem er lebt, und kämpft ein Leben lang dafür, die Gesellschaft und die Regierung in seinem Sinne zu verändern und umzugestalten. Er muss freiwillig ins Exil gehen, gibt aber die Hoffnung bis zum Tod nicht auf. Er findet weder Frieden im Exilland noch kann er in sein Land zurückkehren, er erlebt die Auswirkungen kultureller Unterschiede, von Anpassungsproblemen und der Umgebung, in der er lebt, sowie der Persönlichkeit und der Verhaltensmuster, die in den Genen angelegt sind. Das Buch ist aus vier Perspektiven geschrieben: Der Perspektiv des Vaters Behsad: 1979 in Teheran. Behsad ist noch ein Jugendlicher – und viel mehr als das: Er ist kommunistischer Widerstandskämpfer, ein anerkannter Revolutionär, der für seine Träume und eine neue Ordnung durch Vertreibung des Schahs kämpft. Der Perspektive der Mutter Nahid: 1989 in Deutschland. Die Familie musste aus dem Iran flüchten, weil die Revolution gescheitert ist und ein Bleiben für Behsad zu gefährlich ist. Nahid berichtet von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland, den Leuten, die sie kennen lernen, (politischer) Bildung, Heimat und Hilflosigkeit. Die Perspektive der Tochter Laleh: 1999 in Teheran. Nachdem sich die Lage im Iran etwas beruhigt hat, fliegt Nahid mit ihren beiden Töchtern Laleh und Tara zu Familie und Freunden nach Teheran. Laleh kann sich nur noch wage an ihre Kindheit dort erinnern. Nichtdestotrotz ist es eine Heimkehr zu Freunden, eine Entdeckung der Kutur, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen. Hier wird Laleh erstmals bewusst, welche Rolle und Stellung ihr Vater hatte – besonders im Vergleich zu dem Exil-Iraner und eher zurückhaltenden, ruhigen Mann, der er nun in Deutschland ist. Der Perspektive des Sohnes Mo: 2009 in Deutschland. Mo studiert inzwischen in Deutschland und löst sich langsam von seiner Familie. Er macht erste Erfahrungen mit Alkohol und Mädchen – und auch mit der öffentlichen und eigenen politischen Meinung. Er geht auf Demonstrationen und beschäftigt sich mit seiner Herkunft und der aktuellen Lage im Iran. Was in Zukunft passiert kann wird uns vielleicht irgendwann durch die Perspektive des jüngsten Kindes Tara geschildert… Für ein erstes Buch finde ich es gelungen, denn es handelt sich um eine Fiktion, die auf realen Ereignissen vor, während und nach der islamischen Revolution im Iran beruht. Die Mängel in den Beschreibungen und die Lücken im Ablauf der historischen Ereignisse in der Erzählung machen es jedoch schwierig, eine Ursache-Wirkungs-Beziehung herzustellen und die Denkstrukturen der Figuren in der Tiefe zu verstehen. Es ist eine sehr kurze Erzählung für ein sehr umfangreiches Thema und einen langen Zeitraum. Mein Hauptkritikpunkt ist, dass der Roman inhaltlich nicht in die Tiefe geht. Die Geschichte plätschert oberflächlich vor sich hin. Man liest zwar immer etwas von Revolution und Politik, aber es fehlten explizite, historische Ereignisse, Gruppierungen, Beweggründe und einschneidende Erlebnisse. Die iranische Geschichte ist so interessant und komplex und hier irgendwie untergegangen. Schöne Idee, die Geschehnisse aus den Perspektiven einzelner Familienmitglieder zu unterschiedlichen Zeiten zu beleuchten, leider in der Umsetzung etwas enttäuschend. Der Sprachduktus ändert sich überhaupt nicht, egal wer gerade erzählt. Insbesondere wäre zu erwarten, dass die 17-jährige Tochter oder der Sohn in seiner Studentenzeit anders spricht, als beispielsweise die eher zurückhaltend, melancholische Mutter. Behsad’s Zeit im Iran fand ich am spannendsten. Diese Spannung geht im Verlauf des Buches leider etwas verloren. Insgesamt schön, wie die historischen Ereignisse anhand der ganz persönlichen Familiengeschichte nachvollzogen werden. Ein wenig mehr Spannung wäre aber alleine anhand der Thematik durchaus möglich und wünschenswert gewesen.
Wichtiger Einblick in die Migration
Wahrlich eine Überraschung. Ein wunderbares Buch, das eine Familie über 3 Generationen hinweg durch Freude, Wut, Trauer uns Hoffnung begleitet. Ein Buch über Flucht, Identität, Pubertät und Rassismus.
Wahrlich eine Überraschung. Ein wunderbares Buch, das eine Familie über 3 Generationen hinweg durch Freude, Wut, Trauer uns Hoffnung begleitet. Ein Buch über Flucht, Identität, Pubertät und Rassismus.
• Titel: Nachts ist es leise in Teheran • Autor: Shida Bazyar • Lesezeitraum: eine Woche • Genre: Roman mit zeitgeschichtlichen Aspekten • Verlag: Kiepenheuer & Witsch • Seitenanzahl: 275 • Einzelband • Inhalt: Man begleitet vier Familienmitglieder nach- einander in verschiedenen Jahrzehnten durch ihr Leben im Iran, dem Wandel in der Politik, ihrer Flucht und dem Leben danach. • Stadt: Teheran und irgendwo in Deutschland • Jahreszeit: wechselnd • Protagonisten: - Behsad (kommunistischer Revolutionär) - Nahid (liebt Literatur) - Laleh (in DE aufgewachsen) - Mohad (studiert Geografie) • "Antagonisten": - Schah - Khomeini - Iranische Regierung • Anmerkungen: - musste es für die Schule lesen - schwer zu lesen ohne wörtliche reden, da alles im Fließtext dasteht. - man sollte Vorwissen über den Iran haben, um alles zu verstehen
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von mir gibt es eine ganz klare empfehlung. 🤍
nachts ist es leise in teheran 💭 eine familie. drei jahrzehnte. vier personen & erzählperspektiven. teheran 1979, islamische revolution - ein junger aktivist der teil des kommunistisches widerstands ist - bis die gefahr für ihn und seine junge familie zu groß ist und nur noch die flucht nach Deutschland bleibt. mit zehnjahressprüngen erzählt jeweils ein familienmitglied über das eigene leben zum aktuellen zeitpunkt. & so taucht man in die aktivistische zeit des vaters ein. das leben in deutschland aus sicht der mutter. der erste besuch in teheran aus sicht der tochter und das leben als junger student in deutschland durch die sicht des sohnes. dieses buch gibt tolle einblicke in das interkulturelle leben. jeder teil hat etwas ganz besonders und schafft es, dass man in die geschichte eintaucht. die sätze sind zwar sehr lang und verschachtelt, aber irgendwie macht genau das den charme des buches aus. von mir gibt es eine ganz klare empfehlung. 🤍 gelesen habe ich das buch im rahmen des
Gut, eindringlich geschrieben, aber doch etwas langatmig, bin nicht so gut reingekommen wie erhofft. Kann gar nicht richtig sagen woran es lag..
Ein Buch, welches meinen Horizont ein Stück erweitert hat. 🍃🌏
Vier Stimmen , vier Jahrzehnte - eine iranisch- deutsche Familiengeschichte.
Man kommt zunächst schwer in die Geschichte, es lohnt sich aber dran zu bleiben.

i don't have a lot to say about this one. i loved the beginning, struggled with the mother's and daughter's view and settled in the end through mo's eyes in the life as a student in germany. it took me a while to read this book and and also a while to finish it, but i am happy i did. would definitely recommend it!
Schwieriger Schreibstil
Das Thema ist eigentlich interessant, eine Familie hin- und hergerissen zwischen Deutschland und Iran. Aber der Schreibstil macht es wirklich schwierig, Lust zum Lesen zu entwickeln. Alles wird einfach am Stück geschrieben, Dialoge, Gedanken, Geschehnisse, alles ohne Struktur.
Zufällig zu einer Zeit angefangen zu lesen, in der die aktuellen Nachrichten direkt an die im Buch beschriebenen vier Jahrzehnte anknüpfen könnten. Ausführliche Erläuterungen zu historischen Ereignissen sucht man vergeblich, dafür gibt es ja auch ausreichend Dokus & Co. Als Fan von Erzählungen über mehrere Generationen eine klare Empfehlung!
Nur ein paar Tage, nachdem ich dieses Buch angefangen hatte, begannen sich erneut die Berichterstattungen über die Proteste und die Ermordung von Protestierenden in Iran zu häufen. Ein schrecklicher „Zufall“, obwohl die Bewegung gerade wieder Hoffnung auf tatsächliche Veränderung schürt. Der Schreibstil war nicht zu 100% meins (fand die Einschübe und Wiederholungen an einigen Stellen störend, an anderen Stellen haben sie mir wieder gut gefallen), etwas anders verpackt hätte es mich vielleicht tiefer berührt bzw. mehr Verbindung mit den Charakteren ermöglicht. Nach Beenden des Buches war ich aber trotzdem sehr ergriffen und ich halte es für eine wichtige Perspektive.
Ein einfühlsamer Debütroman, der sich mit den Fragen nach Identität und Herkunft beschäftigt.

































