Mitsou

Mitsou

Book
4.26
Liebesgeschichte

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Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Book
Pages
96
Price
5.90 €

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2
All
5

In Mitsou verdichtet Colette eine flüchtige Liebesbeziehung zu einer Studie des Verlusts. Nach dem Weggang der Geliebten bleibt nur ihr Hund zurück, ein stilles Relikt, an dem sich Erinnerung, Sehnsucht und emotionale Abhängigkeit bündeln. Die Handlung ist minimal das eigentliche Geschehen vollzieht sich im Bewusstsein des Erzählers, in Briefen, Andeutungen und inneren Verschiebungen. Damit steht der Text exemplarisch für die französische Moderne Colette verzichtet auf dramatische Zuspitzung und psychologische Erklärung zugunsten von Reduktion und formaler Klarheit. Gefühle werden nicht ausformuliert, sondern kontrolliert sichtbar gemacht. Mitsou ist ein stiller, präziser Text, der Verlust nicht erzählt, sondern erfahrbar macht modern gerade in seiner Zurückhaltung.

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Die Bücher von Colette lassen sich auch heute, 100 Jahre nach ihrer Veröffentlichung, noch immer sehr schön lesen. Meistens handelt es sich bei ihnen um kurze Erzählungen, die gut an einem Abend verschlungen werden können. So auch dieses Büchlein hier. Zu Beginn brauchte ich ein wenig, um mich an den Erzählstil zu gewöhnen. Das Buch ist eine Mischung aus Drama, Erzählung und Briefroman. Einige Kapitel sind daher auch wie ein Theaterstück oder Drehbuch geschrieben. Hat man sich an diese munter wechselnden Erzählweisen eingestellt, kann man die Handlung auch genießen. Mitsou ist eine Revuetänzerin in Paris, die 1917 während dessen Fronturlaub einen Leutnant kennenlernt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine kurze Affäre, doch beide erkennen nach nur einer Nacht, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben. Eine kleine feine Erzählung, die zwar einerseits sehr leicht daherkommt, andererseits die dunklen Seiten des Krieges auch nicht außer Acht lässt: ""Mitsou, uns vierunzwanzigjährige Männer hat der Krieg von der Tür des Gymnasiums weggeholt. Er hat Männer aus uns gemacht; aber ich glaube, es wird uns immer fehlen, daß wir nie junge Männer waren."

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