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Kult und Opfer in Hegels Religionsphilosophie

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Eine zentrale religiöse Vorstellung, der viele Menschen, ja sogar Christen zunehmend verständnislos gegenüberstehen, ist diejenige vom stellvertretenden Opfertod Jesu. Sie erweisen sich damit als Erben der Position der Aufklärung, die Kant dahingehend auf den Begriff gebracht hat, daß moralische Schuld nicht übertragbar und für sie Stellvertretung unmöglich sei. Der Tod Jesu verliert so den Charakter des stellvertretenden Sühneopfers im Sinne eines versöhnenden »sacramentums«, er ist allenfalls moralisches »exemplum«. Demgegenüber nimmt Hegel die Vorstellung ernst, ja das stellvertretende Sühneopfer gehört zum Kern der Religionsgeschichte und spielt eine wesentliche Rolle in der Entfaltung sowohl des menschlichen Bewußtseins wie auch der Götter beziehungsweise Gottes. Die vollkommene Form erreicht es im Opfertod Jesu. Er und seine Aneignung stehen deshalb im Mittelpunkt der Abhandlung. Doch das Sühneopfer ist nicht die einzige Gestalt, in der Hegel das Phänomen des Opfers zur Sprache bringt: der Tanz, die Andacht, die Arbeit, das künstlerische Gestalten, die Tragödie, ja selbst die Sittlichkeit und die Philosophie werden unter dem Gesichtspunkt des Opfers begriffen. Indem diese Studie die Rolle des Opfers in Hegels Religionsphilosophie herausarbeitet, dient sie zugleich als Einführung in die Hegelsche Religionsphilosophie.

Editions (1)

ISBN9783962351267
PublisherMorphé-Verlag Tübingen
Publication Date01/01/99
Pages77

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