Kapitalismus

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Hardback
5.03

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Description

Die Welt von heute verstehen: Eine brillante Analyse der historischen Wurzeln unserer globalisierten Wirtschaft

Kaum ein Phänomen hat die Menschheitsgeschichte der letzten Jahrhunderte so geprägt wie der Kapitalismus – wie wir leben und arbeiten, wie wir über uns und andere denken, wie wir uns politisch organisieren. Der Historiker Sven Beckert erzählt in diesem monumentalen Werk die Geschichte dieses Wirtschaftssystems über die größtmögliche Dimension von Raum und Zeit hinweg. Statt den Kapitalismus, wie lange üblich, als europäisches Exportprodukt zu betrachten, erfasst er ihn in seiner internationalen Vernetzung. Arabische Kaufleute, indische Weber und versklavte Afrikaner auf karibischen Zuckerplantagen sind in seiner Darstellung ebenso zentral wie Amsterdamer Finanziers oder Stahlindustrielle im Saarland.

Beckert hat eine Globalgeschichte des Kapitalismus für das 21. Jahrhundert vorgelegt, sein Interesse gilt neben dem enormen Wachstum, den die kapitalistische Revolution ermöglicht hat, auch den Schattenseiten unseres Wirtschaftssystems: Imperialismus und Kolonialismus, globale Ungleichheit und Ausbeutung, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen im Zeitalter der Klimakrise. Doch bilanziert Sven Beckert nicht lediglich die Soll- und Habenrechnungen des Kapitalismus, sondern entwirft ein Gesamtbild seiner Geschichte, das uns auch erlaubt, unsere Zukunft neu zu denken.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Hardback
Pages
1280
Price
43.20 €

Author Description

Sven Beckert ist Professor für Amerikanische Geschichte an der Harvard University. Er hat Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaften an der Universität Hamburg und der Columbia University in New York studiert. Im Jahr 2011 war er Guggenheim Fellow, 2022 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Sein Buch King Cotton (2014) wurde mit dem Bancroft-Preis und dem Philip Taft Award ausgezeichnet und stand auf der Shortlist für den Pulitzer-Preis. «Ein Meisterstück der neuen Globalgeschichte», urteilte die Süddeutsche Zeitung.

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Geschafft. Nach 3 Monaten Lesezeit. Und ja, es lohnt sich. "So viel Mangel bei so viel Überfluss" - so werden vermutlich eines Tages die Menschen auf unsere Zeiten zurückblicken. Dieses Buch erklärt, wie es so weit kommen konnte. Ein Buch, dass den Kapitalismus nicht verherrlicht, sondern erklärt, allumfassend, verständlich, global. Ein Buch, dass die Ungleichheit der ganzen Welt genauso beschreibt wie die Ungleichheiten innerhalb einzelner Gesellschaften und Nationen. Und vor allem wie der Neoliberalismus gerade so vieles zerstört. Ein Buch, das wenig Hoffnung sät, dass sich etwas daran ändert, aber verspricht, dass sich irgendetwas ändert. Denn das ist die einzige Konstante des Kapitalismus: er verändert sich.

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Warum Kapitalismus plötzlich weh tut – und klug macht

Kapitalismus – dieses Wort liegt sonst so trocken im Mund wie Kreidestaub. Bei Sven Beckert schmeckt es plötzlich nach Zucker, Schweiß, Geld, Gewalt und Hoffnung zugleich. Dieses Buch fühlt sich nicht an wie Wirtschaftsgeschichte, sondern wie eine Weltreise durch Jahrhunderte, bei der man ständig denkt: Verdammt, genau hier leben wir gerade. Keine europäische Erfolgsgeschichte mit Siegel und Schleife, sondern ein globales Geflecht aus Kaufleuten, Plantagen, Fabriken, Kanonenbooten und Kontobüchern. Beckert zeigt, wie Kapitalismus nicht einfach „passiert“ ist, sondern gemacht wurde – mit Macht, mit Zwang, mit Ideen und mit Blut. Während man noch über Baumwolle und Zucker stolpert, steht plötzlich die Klimakrise im Raum und schaut einen unangenehm ruhig an. Besonders stark: die Klarheit. Komplexe Zusammenhänge werden nicht plattgebügelt, sondern entwirrt. Das Buch fordert Aufmerksamkeit, ja, aber es belohnt sie reichlich. Immer wieder diese inneren Momente: kurz innehalten, Kaffee abstellen, hochschauen und denken, wie absurd normal Ausbeutung über Jahrhunderte geworden ist – und wie tief sie bis heute wirkt. Natürlich ist das kein Wohlfühlbuch. Manche Passagen sind schwer, manche brutal ehrlich, manche fast zornig. Doch genau darin liegt seine Kraft. Beckert rechnet nicht nur ab, er öffnet Denkfenster. Kapitalismus erscheint hier weder als reiner Bösewicht noch als glorreicher Held, sondern als menschengemachtes System mit gewaltigen Folgen – und damit auch mit Verantwortung. Am Ende bleibt ein leises, unbequemes Gefühl zurück. Eines, das bleibt. Und Bücher, die das schaffen, verdienen Respekt.

Warum Kapitalismus plötzlich weh tut – und klug macht
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