Just Watch Me

Just Watch Me

Ebook
4.319

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Description

Dell Danvers braucht dringend Geld. Ihre Schwester liegt im Koma, das Krankenhaus will die lebenserhaltenden Maschinen abstellen. In ihrer Verzweiflung startet Dell einen siebentägigen Livestream, um Spenden zu sammeln: schlagfertig, wütend, voller Schmerz und Schärfe - im wahrsten Sinne des Wortes, denn bald feiert das Internet ihre Chili-Challenges. Je größer die Aufmerksamkeit, desto mehr entgleitet ihr die Kontrolle. Wie viel kann man von sich preisgeben, ohne sich selbst aufzugeben? Eine intensive, witzige und tief bewegende Geschichte über Sichtbarkeit, Schuld und radikale Selbstinszenierung.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
351
Price
17.99 €

Author Description

Lior Torenberg wuchs in den Vereinigten Staaten auf und lebt heute in London. Sie ist Absolventin des Studiengangs Kreatives Schreiben der NYU und ist Trägerin zahlreicher Lyrikpreise. Im Alter von elf Jahren gewann Lior einen Wettbewerb im Essen von scharfen Paprikaschoten, und sie nimmt regelmäßig an der jährlichen Hot-Sauce-Expo teil.

Posts

10
All
5

97/2026 📖

Ich hab den Klappentext gelesen und dachte, das wird ein interessanter Read für zwischendurch, aber Leute!! ich liebe einfach alles an diesem Buch. 😭 Ich hab so oft gelacht, mir die Tränen verdrückt und einfach richtig mitgelitten. Der Humor ist schon etwas speziell, aber mich hat er komplett abgeholt. Die Streamnachrichten waren für mich einfach das Highlight. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, selbst im Stream zu sitzen und den Chat mitzulesen. Was ich auch richtig stark fand, war, wie die Autorin immer wieder auf die katastrophalen Missstände im amerikanischen Gesundheitssystem aufmerksam gemacht hat. Fehlende Sozialversicherungen, Menschen, die sich medizinische Versorgung kaum leisten können. Das war einfach durchgehend präsent und so natürlich in die Geschichte eingebaut. Ich fand das einfach nur grandios. Und wenn ihr auch so einen leicht kaputten Humor habt und euch schon mal dabei erwischt habt, wie ihr euch selbst komplett fertig macht, dann lest unbedingt dieses Buch. 😭 Ganz große Empfehlung! 🫶

5

Rezensionsexemplar | Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!

Ich habe nicht viel von dem Buch erwartet und es hat mich komplett umgehauen. Zum Inhalt: Wir begleiten Dell, wie sie mittels Livestream Geld sammeln möchte für ihre im Koma liegende Schwester. Sie erreicht immer mehr Reichweite und gerät in einen gefährlichen, selbstzerstörerischen Sog. Meine Meinung: Besonders gefallen haben mir die Chats mit ihren Zuschauern. Die hatten etwas so realitätsnahes und waren dabei so skurril und witzig. Ich musste mehrmals wirklich laut loslachen. (Den Humor muss man aber mögen, er ist schon derb und zugegeben etwas stumpf). Im Gegensatz dazu stand aber der Selbsthass und die Selbstzerstörungswut, die Dell an den Tag gelegt hat. Das hatte etwas sehr düsteres, intensives aber auch tragisches. Ganz am Ende ist bei mir sogar ein kleines Tränchen geflossen. So schnell werde ich das Buch wirklich nicht vergessen.

3

Die Moral von der Geschicht, erschloss sich leider mir nicht

Dieses Buch ist ein bißchen wie ein Fiebertraum. Ein Livestream-Marathon mit Chili-Wettessen und anderen bizarren Aktionen, Stalker, Lügen und ganz viel Body-Horror. Was man der Autorin sehr zugute halten kann, ist ihr Schreibstil. Er ist flüssig, bildhaft und sie kann gut die Spannung halten. Und ihre Gesellschaftskritik zum Online-Verhalten, Social-Media und dem Gesundheitssystem in den USA kommt wirklich gut rüber. Allerdings habe ich mich mit dem Buch doch stellenweise schwer getan. So ist das Buch zwar spannend aufgrund der vielen offenen Fragen, die aufploppen, aber eigentlich passiert nicht viel. So ist es eben auch etwas eintönig von der Handlung her. Klingt etwas schizophren, aber so war eben mein Eindruck. Und leider bin ich auch mit der Protagonistin Dell nicht so richtig warm geworden. Ihre selbstzerstörerische Art - die auch andere traf - hat sie mir einfach so unsymphatisch gemacht. Mir war auch nicht klar, ob die Autorin Mitleid mit ihr anregen wollten. Durch das Ende kann ich mir das kaum vorstellen. Das Ende selbst war auch nicht sehr überraschend, da es zwischendurch immer mal angeteasert wurde. Mein Fazit: Ein Buch was zum nachdenken anregt, aber die Prota hat mir die Story ein wenig verleidet.

Die Moral von der Geschicht, erschloss sich leider mir nicht
5

Was tut man nicht alles für Geld Das ist die Realität der Klicks

Dell braucht Geld für ihre Schwester die im Koma liegt Aber auch für ihre lgdm Fixkosten Daher kommt Sie auf die Idee zu streamen und damit ihren Unterhalt und die Kosten für ihre Schwester zu decken Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite gepackt Das Portät von Dell war so authentisch dargestellt, das mir das Angst gemacht hat. Sie stürzte regelrecht in den Abgrund und ich war mit dabei. Ich war selbst wie im Rausch und ich kann nicht sagen was die Sogkraft in mir ausgelöst hat. Sie wollte immer mehr ihre Grenzen überschreiten für Geld. Ihre Selbstüberschätzung und der Drang nach Aufmerksamkeit verschwomm zur Grenze ihres Privatlebens. Sie verfällt in Zuschauerzahlen und den Einnahmen. Vielleicht auch dem Wahnsinn. Ein kritisierendes Buch an die Social Media Welt. Es hat mich wirklich berührt und das auf längere Zeit. Klare Leseempfehlung

5

Wie weit gehst du für Klicks? Faszinierend, tragisch und unglaublich direkt!

Was für ein wilder Ritt! Bereits nach den ersten Seiten hatte mich das Buch komplett in seinen Bann gezogen. Das Thema ist durch die überspitzte Darstellung brandaktuell und extrem polarisierend. Durch den ungeschönten Blick auf die Abgründe der Streamingwelt ist das Werk nicht für jedermann – mir persönlich ging die toxische Eigendynamik des Chats aber gerade deshalb extrem unter die Haut. Wir erleben hier schonungslos, wie weit Menschen für Geld gehen. Um die lebenserhaltenden Maschinen ihrer Schwester zu finanzieren, streamt die New Yorkerin Dell sieben Tage lang rund um die Uhr. Nach ihrem Jobverlust und mit der Miete im Nacken setzt sie ihre Privatsphäre aufs Spiel und ihr Leben wandelt sich abrupt. Durch ihre direkte und zynische Art kommt sie anfangs super bei den Viewern an. Doch je mehr es werden, desto mehr Grenzen muss sie für ihr Ziel überschreiten. Mit jeder neuen Donation wachsen ihre Selbstüberschätzung und der Drang nach Aufmerksamkeit, bis die Grenze zum echten Privatleben völlig verschwimmt. Eins muss man dem Werk lassen: Durch das aktuelle Thema gepaart mit einem unverblümten Schreibstil polarisiert es auf ganzer Linie. Ohne langes Vorgeplänkel geht es mitten ins Geschehen und ehe man sich versieht, ist man schon am Ende angekommen – ein grandioser Pageturner. Der erfrischend direkte Schreibstil ist mein Highlight, da er Dells Charakter sowie ihren dunklen Humor perfekt einfängt. Allein die Darstellung der Chatverläufe während der Handlung ist sehr gut durchdacht und thematisch passend; man fühlt sich, als wäre man selbst live im Chat dabei. Auch Dell als Protagonistin ist unheimlich unterhaltsam. Sie wirkt authentisch, selbst wenn manche ihrer Entscheidungen nicht ganz nachvollziehbar waren. Dennoch wächst sie einem schnell ans Herz und man kann gar nicht anders als mit ihr mitzufiebern. Ihre Entwicklung parallel zum Erfolg des Streams ist faszinierend und tragisch zugleich. Eigentlich hat mir fast alles an dem Buch gefallen, wenn da nicht das Ende wäre. Je mehr sich die Handlung dem Finale nähert, desto mehr unlogische Situationen entstehen. Das Ende an sich fühlte sich für mich persönlich einfach nicht stimmig an. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch jedem nur wärmstens ans Herz legen. Für mich wird es definitiv nicht das letzte Werk von Lior Torenberg gewesen sein. 💭 Fazit: Ein absolut wilder und brandaktueller Pageturner, der einen durch den genialen Schreibstil sowie authentische Chatverläufe mitten in Dells Stream zieht. Dell ist eine herrlich zynische Protagonistin, mit der man trotz einiger unlogischer Momente am Ende bis zur letzten Sekunde mitfiebert. wer ein schonungsloses Buch darüber lesen will, wie Streaming-Druck zur Grenzüberschreitung führt, kommt hier voll auf seine Kosten. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung!

3.5

Unterhaltsam und urkomisch!

💭 M E I N U N G Mir hat die Einführung in Dells Leben richtig gut gefallen: der Jobverlust, die immensen Wohnungspreise in New York und auch das amerikanische Gesundheitssystem machen direkt klar: Dell braucht Geld. Zum Einen um selbst zu überleben, aber auch um das Leben ihrer komatösen Schwester zu retten. Um schnellstmöglich an Geld zu gelangen, kommt sie auf die fragwürdige Idee einen Livestream zu beginnen und ihr Leben 24/7 mit ihren Viewern zu teilen. Auch wenn ich die Protagonistin total unsympathisch fand, hat mich genau das so an das Buch gefesselt. Ihre Verhaltensweisen waren für mich teilweise einfach nur absurd und trotzdem hat man gespürt, wie sie da in etwas reinrutscht und nicht mehr herauskommt, sich wie im Wahn verhält und immer mehr abdriftet. Auch ihre Challenges werden immer risikoreicher und zeigen glaubhaft auf, wie sehr eigene Grenzen und der vernünftige Menschenverstand schwinden, wenn es um die Aufmerksamkeit in sozialen Medien, insbesondere mit dem Ziel, an Geld zu gelangen, geht. Der Roman ist sprachlich direkt, entfaltet eine gute Spannung und enthält einen (für mich) wichtigen Anteil an Humor. Was mir gut gefallen hätte, wäre gewesen, wenn die einzelnen Challenges unterschiedlicher gewesen wären und sich nicht immer nur um das Essen von scharfen Dingen gedreht hätten, dadurch wäre wahrscheinlich mehr Spannung aufgekommen. ⭐️ F A Z I T Ein provokantes und gesellschaftskritisches Debüt über Anerkennung und soziale Medien, geschmückt mit schwarzen Humor und Satire, das mich wirklich gut unterhalten hat! 🙌

Unterhaltsam und urkomisch!
4.5

Verstörend, dennoch überaus fesselnd. | Zeigt den Wahn einer Streamerin, die nur noch Views und Geld vor Augen hat.

Wow. Das Buch habe ich innerhalb eines Tages inhaliert und konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Dell ist in Geldnot, nicht gerade eine Sympathieträgerin und entdeckt das Streamen für sich. Wenn andere sich mit einem traurigen Blick hinsetzen können und tausende verdienen, dann kann sie das doch auch, oder? Lior Torenberg hat mit Dell eine realistische und nicht ganz so sympathische Protagonistin erschaffen, die ich teilweise sogar sehr gut nachvollziehen konnte! Man begleitet Dell "Live" dabei, wie sie sich immer mehr in Zahlen und Spendeneinnahmen verliert. Um gegen ihre Geldnot anzukämpfen streamt sie 24/7 und setzt dafür selbst ihre Privatsphäre aufs Spiel. Selbst vor ihrer im Koma liegenden Schwester macht sie nicht halt und nutzt diese als Spendenquelle. Während des Spendenmarathons punktet Dell mit ihrer zynischen und unverschämten Art. Sie überschreitet Grenzen und verliert sich selbst. Während des Lesens kam es mir vor, als würde dies in Echtzeit passieren. Dabei gab es noch einen kleinen Minuspunkt, da ich Bodyhorror einfach abstoßend finde. Dies trug jedoch nicht dazu bei, dass ich die Geschichte weniger genießen konnte. Zum Glück wurde es nicht allzu genau beschrieben. Klasse fand ich, dass Dell Pflanzen züchtet und man nochmal so 1-2 Dinge über ein paar Zimmerpflanzen lernen konnte! Leider stößt Dell ihre Liebsten von sich weg und verfolgt schon Wahnhaft ihre Viewerzahlen und Spendeneinnahmen. Fazit Ein sehr realistischer Roman über die Streamingwelt und dessen Abgründe. Es zeigt leider sehr Real, wie schnell man sich in Viewerzahlen und Einnahmen verlieren kann.

Verstörend, dennoch überaus fesselnd. | Zeigt den Wahn einer Streamerin, die nur noch Views und Geld vor Augen hat.
4

Buch mit Suchtfaktor

Worum geht’s? Dell Danvers startet als mademoiselle_dell einen Streamathon, um Geld für ihre im Koma liegende Schwester zu sammeln. Die lebenserhaltenden Geräte sollen ausgeschaltet werden und für 14.000 $ könnte sie 1 Woche Zeit erkaufen. Doch wie weit ist sie bereit, für Geld zu gehen? Meine Meinung: Mit „Just Watch Me“ liefert Lior Torenberg ein Romandebüt ab, das sich anfühlt wie ein endloser nächtlicher Doomscroll auf TikTok oder Twitch. Eigentlich weißt du die ganze Zeit, dass du längst schlafen solltest. Eigentlich passiert gar nicht so wahnsinnig viel. Und trotzdem starrst du weiter auf den Bildschirm alias dein Buch, komplett hypnotisiert, während dein Gehirn langsam verkocht wie eine Instantnudel in der Mikrowelle der modernen Internetkultur. Es ist einfach der Hammer! Dell Danvers ist keine klassische Sympathieträgerin. Ganz im Gegenteil. Sie ist egoistisch, provokant, chaotisch und bekommt ihr Leben kaum auf die Reihe. Die Anrufe ihrer Mutter ignoriert sie konsequent, ihre Umgebung stößt sie eher weg, als Menschen an sich heranzulassen. Und trotzdem funktioniert sie als Hauptfigur erschreckend gut. Vielleicht gerade deshalb. Weil sie sich echt anfühlt. Ungefiltert. Kaputt. Überfordert. Wie jemand, der längst aufgehört hat, sauber zwischen Selbstdarstellung und Selbstzerstörung zu unterscheiden. Besonders gefallen hat mir dagegen Lee. Divers, empathisch und irgendwie der emotionale Gegenpol zu Dell. They bringt Wärme und Menschlichkeit in eine Geschichte, die ansonsten zunehmend eskaliert wie ein Livestream kurz vor dem völligen Kontrollverlust. Und die Handlung? Die startet fast irritierend ruhig. Dell streamt zunächst vor gerade einmal fünf bis zehn Zuschauern. Wenig passiert. Kein großes Drama. Keine Explosionen. Keine ständigen Twists. Aber genau darin liegt diese bizarre Sogwirkung. Man schaut Dell beim Streamen zu und plötzlich sitzt man selbst wie einer ihrer Viewer vor dem Buch und denkt nur noch: Noch ein Kapitel. Noch eine Challenge. Mit jedem neuen Viewer werden die Aktionen extremer. Schmerzgrenzen verschwimmen. Selbstschädigung wird Content. Aufmerksamkeit wird zur Währung. Dabei dreht sich vieles um Chili-Challenges, was auf Dauer etwas repetitiv wirkt. Hier hätte ich mir tatsächlich mehr kreative oder abwechslungsreiche Eskalationen gewünscht. Auch die Geschichte rund um Dells Schwester bleibt stellenweise eher im Hintergrund, obwohl sie der krasseste Twist überhaupt war. Aber vielleicht ist genau das der Punkt dieses Buches. Der Stream selbst wird zur eigentlichen Handlung. Dieses ständige Weiterschauen. Dieses Gefühl, dass gleich etwas Schlimmes passieren könnte. Dass man eigentlich abschalten sollte, aber es einfach nicht tut. Besonders hängen geblieben sind auch die gesellschaftlichen Aspekte. Dieses erschreckende Gesundheitssystem der USA, in dem Menschen buchstäblich livestreamen müssen, um medizinische Versorgung bezahlen zu können. Die Selbstmedikation. Das völlige Ausbrennen. Der Druck, sich selbst immer weiter zu verkaufen. Und bitte reden wir kurz über die Szene mit der Pflanze im Gehörgang. Absoluter Alptraumstoff. Danke dafür. Ich kann bis jetzt nicht exakt erklären, warum dieses Buch so süchtig macht. Aber es macht süchtig. Komplett. Man liest weiter, obwohl man gar nicht genau sagen kann, weshalb. Und plötzlich ist das Buch vorbei und man sitzt da wie nach einem achtstündigen Streamathon: leicht verstört, übermüdet und seltsam begeistert. Fazit: „Just Watch Me“ von Lior Torenberg ist kein klassischer Roman und auch kein Buch, das von großen Ereignissen lebt. Stattdessen zieht es einen langsam, fast unmerklich immer tiefer hinein in eine Welt aus Streams, Aufmerksamkeit, Selbstzerstörung und digitalem Voyeurismus. Nicht alles daran ist perfekt und manche Aspekte hätten noch mehr Tiefe vertragen. Aber die Atmosphäre, die Sogwirkung und dieses permanente „nur noch ein Kapitel“-Gefühl machen das Buch unglaublich fesselnd. Ein unbequemes, modernes und erschreckend aktuelles Debüt mit absolutem Suchtfaktor. 4 Sterne von mir.

Buch mit Suchtfaktor
4.5

Es geht um Dell, die ihren Job verliert, die Miete für ihre winzige, badlose Wohnung in NY nicht mehr zahlen kann, und sich spontan entschließt, einen Live Stream zu starten, um Geld für lebensverlängernde Maßnahmen ihrer im Koma liegenden Schwester zu sammeln. Dass Maschinen ausgeschaltet werden, weil Familien nicht mehr zahlen können, während sie für Reiche munter weiter laufen können, fand ich erschreckend. Ich weiß nicht, ob das nur in den USA so ist, aber es war eine schockierende Hintergrundstory, dass Daisys Hände zucken, aber die Ärzte sie aufgegeben haben. Zunächst geht es darum, extrem scharfe Chilis gegen Bezahlung zu essen. Die Follower waren eine Mischung aus neugierig, unmoralisch, p3rvers und ekelhaft. Einer hat ihre Adresse und Daten herausgefunden, sie gestalkt und erpresst. Ich persönlich würde mich niemals trauen, 24/7 vor Wildfremden life zu streamen, auch weil ja munter Screenshots geschossen werden können. Dass sie ihr Geld bieten, wenn sie sich anzündet, ist leider viel zu realistisch - wir kennen die Meldungen über verstorbene Teenies durch TikTok Challenges. Während sie sich von ihrer realen Familie distanziert, werden die Follower ihre neuen und es wird deutlich, wie gefährlich es ist, Leben in den Sozialen Leben mit der Realität zu verwechseln. Spannend fand ich das Bsp, wie sie sich vorstellt, wie diese zahllosen Menschen in ihrer Wohnung sitzen und sie anstarren. Die manipulativen VMs ihrer penetranten Mom haben mich in den Wahnsinn getrieben, ich hätte sie am liebsten angeschrien, sich in Therapie zu begeben anstatt ihrer Tochter die Verantwortung für ihren Seelenfrieden zuzuschieben. Positiv herausgestochen ist zudem die Mischung aus Botanic und Body Horror, mit der ich nicht gerechnet habe, aber metaphorisch sooo perfekt gepasst hat und bildsprachlich eine 12/10 wurde. Generell war das Buch sprachlich unglaublich gut umgesetzt, literarisch hochwertig und fesselnd. Ich habe es in zwei Schüben durchgelesen, ohne begründen zu können, was genau diese Sogkraft ausgelöst hat. Dell ist ein unmoralisches, stures weird girl und ich habe sie dafür geliebt. Zudem wurden viele relevante Themen angesprochen wie Dr0genm1ssbrauch, Armut, Verschuldung junger Menschen, die Gefahren des Internets, Mis0gynie usw, wobei die Themen subtil und nahtlos in den Plot eingewoben wurden. Auch den großen Plottwist am Ende habe ich nicht kommen sehen: Den halben Stern Abzug gibt es, weil es mich emotional viel tiefer getroffen hätte, wäre die Rechtfertigung Verdrängung der Realität statt berechnende Lüge gewesen - das hätte es für mich nochmal ziemlich heftig gedreht. Trotzdem eine riesige Leseempfehlung für alle, sie skurrile, unkonventionelle Protagonistinnen und dunklen Humor lieben ♡

5

Dell braucht Geld. Und zwar nicht gerade wenig ihre Schwester liegt im Koma und die Ärzte wollen die Maschinen abstellen

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