Im Unterland

Im Unterland

Hardback
4.317
Der SalzpfadJan HaftHöhleNature Writing

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Description

Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis

In einer großartigen Entdeckungsreise nimmt uns der vielfach ausgezeichnete britische Autor Robert Macfarlane mit in die dunkle, überraschende Welt unter der Erde. Er führt uns in Höhlenlandschaften in England und Slowenien, zu einem unterirdischen Fluss in Italien, in den Untergrund von Paris, die schwindende Gletscherwelt Grönlands und, zuletzt, in einen Stollen für Atomabfälle, der die nächsten 100.000 Jahre überdauern soll. Sein Buch ist viel mehr als eine fantastische Natur- und Landschaftsgeschichte: Eindringlich schildert er das Wechselspiel zwischen Mensch, Natur und Landschaft – nicht zuletzt als Mahnung, was wir durch unsere Eingriffe zu verlieren drohen.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Geosciences
Format
Hardback
Pages
560
Price
22.45 €

Author Description

Robert Macfarlane, geboren 1976 in Nottinghamshire, ist einer der bedeutendsten Naturschriftsteller der Gegenwart. In seinen Büchern »Berge im Kopf«, »Alte Wege« und »Karte der Wildnis« schreibt er in einer einfühlend-poetischen und zugleich präzisen Sprache über Landschaften und Orte, über die Natur und unsere Beziehung zu ihr. Er ist Fellow der britischen Royal Society of Literature und Gründungsmitglied der Naturschutzorganisation Action for Conservation. Sein neuestes Buch »Im Unterland« wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 ausgezeichnet.

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Robert Macfarlanes "Im Unterland" ist eine faszinierende literarische Erkundung der verborgenen Welten unter der Erdoberfläche. Der britische Autor, bekannt für seine poetische und tiefgründige Naturbeschreibung, führt die Leser durch Höhlen, Tunnel, Katakomben und andere unterirdische Landschaften – von der Mythologie über die Wissenschaft bis hin zur Gegenwart. Macfarlane verbindet persönliche Erlebnisse mit kulturellen und ökologischen Überlegungen und entfaltet eine Erzählweise, die sowohl sachlich fundiert als auch lyrisch durchdrungen ist. Das Buch begeistert durch seine stilistische Eleganz und die Fähigkeit, scheinbar verborgene Zusammenhänge sichtbar zu machen. Besonders beeindruckend ist Macfarlanes Reflexion über die Zeitlichkeit unterirdischer Räume: Von fossilen Überresten bis zu Atommülllagern reicht sein Blick in die Vergangenheit und Zukunft. Die philosophische Tiefe und sprachliche Raffinesse des Buches erfordert gelegentlich eine anspruchsvolle Lektüre. Doch gerade darin liegt die Stärke des Werks – es lädt dazu ein, die eigene Perspektive zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu erkunden.

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Für dieses Buch braucht man Zeit. Ich habe es genossen in Robert McFarlanes Sprache einzutauchen. Er beschreibt in seiner eigenen unnachahmlichen Art die Unterwelten unserer Erde. Man steigt in Höhlen, Katakomben unterhalb von Paris, findet unterirdische Gletscher, lernt einiges über den Wald und das Pilzgeflecht im Boden, klettert in Norwegen über unwegsames Gelände um Höhlenmalerei zu sehen oder steigt in die Tiefen der Erde wo nach Atommüllendlagern geforscht wird. Er informiert sehr umfassend immer mit seinen eigenen Erfahrungen und Eindrücken gespickt, wird manchmal sogar poetisch und philosophisch in seinen Erläuterungen. Insgesamt ein gelungenes erzählendes Sachbuch. 3,5 Sterne

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>>...Und stets sind es die drei gleichen Aufgaben, die das Unterland für alle Kulturen und Epochen erfüllt: Es soll Kostbares schützen, Wertvolles hervorbringen, Schädliches entsorgen. ...<>Seit jeher vertrauen wir dem Unterland an, was wir fürchten und loswerden wollen und was wir lieben und bewahren wollen.<<

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Seit vielen Jahren ist Robert Macfarlane bekannt als Autor, der uns seine Streifzüge durch die Natur besonders sprachgewaltig näher bringt. Was in diesem Buch anders ist, sagt schon der Titel: Es geht ins Unterirdische. Macfarlane beschränkt sich dabei nicht auf reine Naturerscheinungen wie Höhlen oder Gletschermühlen, sondern erkundet auch menschengemachte unterirdische Orte wie die Pariser Katakomben oder ein Kalibergwerk. Schon auf den ersten Seiten bin ich erneut von Macfarlanes wunderbarer Sprache begeistert. So schön seine Beschreibung der oberirdischen Natur sind, so schafft er es auch, die Beklemmung hervorzurufen, die durch enge Räume ausgelöst wird. In den Kapiteln über Höhlen, in denen man stecken bleiben kann, oder ebenso enge Gänge in den Katakomben, in denen man sich kaum bewegen kann, bleibt mir wiederholt die Luft weg. Ich bin keine ausgesprochene Klaustrophobikerin, aber nie würde ich mich in so etwas begeben. Wie man es von ihm kennt und von einem Literaturwissenschaftler zu erwarten ist, gelangen Macfarlanes Ausführungen zur Unterwelt häufig zu entsprechenden Ausformungen der Sprache, zahlreiche Bezüge zu schriftstellerischen Werken laden zu weiterführender Lektüre ein. Macfarlanes Gedankengänge verlaufen ähnlich wie die erkundeten Höhlensysteme, ein Stream of Consciousness führt etwa von einem Erlebnisbericht zu einer wissenschaftlichen Erkenntnis aus einem Buch zu einer Begebenheit, die sich an ähnlicher Stelle zugetragen hat, zurück zur Gegenwart. Ich kannte diesen Stil schon aus „The Wild Places“, in unserer Lesegruppe wurde gerade dies besonders heftig kritisiert, aber mir gefällt gerade diese Erzählweise so gut, die meines Erachtens für Nature Writing auch charakteristisch ist. Dass dabei wissenschaftliche Erkenntnisse nicht in aller Tiefe behandelt werden, stört mich nicht, dafür ist die Sachliteratur zuständig, auf die Macfarlane verweist. Manche Einsichten waren mir bisher nie bewusst geworden, etwa, wie die Vertikale in einer Stadt auch von unterschiedlichen sozialen Schichten bewohnt wird: Während im Penthouse die Superreichen den Blick über die Stadt genießen, leben und arbeiten Menschen ganz unten in Armut, Macfarlane führt als Beispiel die Ärmsten der Armen an, die in Indien Abwasserkanäle frei räumen. Ich musste an die Old Town von Edinburgh mit ihren mehrstöckigen alten Häusern denken – auch dort war es in vergangenen Jahrhunderten so, dass in den unteren Stockwerken die Armen zusammengepfercht hausten, während die oberen Etagen von wenigen Wohlhabenderen bewohnt waren. Zu den weiteren Themen des Buches gehören etwa die „Dunkle Materie“, nach der in tief im Untergrund gelegenen Schächten geforscht wird, das Pilzgeflecht, das Bäume untereinander verbindet, der Klimawandel und das Schmelzen der Polkappen, wodurch gefährliche Substanzen freigesetzt werden können, und – ganz wichtig – die Deponierung von Atommüll in unterirdischen Endlagern. Das ist etwas, was mir schon lange Kopfzerbrechen bereitet, doch darauf, dass eine etwaige in ferner Zukunft existierende Zivilisation, vielleicht gar nicht mehr in der Lage sein wird, unsere Warnhinweise auf radioaktives Material zu verstehen, bin ich noch nie gekommen. Regelrecht unheimlich sind diesbezüglich die Warnungen, die in der alten finnischen Sage „Kalevala“ ausgesprochen werden, und geradezu gezielt auf solchen radioaktiven Müll zu verweisen scheinen. „Underland“ war für mich erneut eine ganz besondere Leseerfahrung, während der Lektüre habe ich ständig Google Maps und Wikipedia bemüht, so macht mir Lesen am meisten Spaß. Ich freue mich auf weitere Bücher von Robert Macfarlane.

4.5

Schöner Schreibstil, gut recherchiert und abwechslungsreiche Themen.

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