Im ersten Licht

Im ersten Licht

Hardback
4.115

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Description

Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstreins überwältigender neuer Roman – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich »Im ersten Licht« dieser großen Frage der Gegenwart.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
416
Price
27.80 €

Author Description

Norbert Gstrein, 1961 in Tirol geboren, lebt in Hamburg. Er erhielt u.a. den Alfred-Döblin-Preis, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Uwe-Johnson-Preis, den Österreichischen Buchpreis 2019, den Düsseldorfer Literaturpreis und den Thomas-Mann-Preis. Bei Hanser erschienen »Die Winter im Süden« (Roman, 2008), »Die englischen Jahre« (Roman, Neuausgabe 2008), »Das Handwerk des Tötens« (Roman, Neuausgabe 2010), »Die ganze Wahrheit« (Roman, 2010), »In der Luft« (Erzählungen, Neuausgabe 2011), »Eine Ahnung vom Anfang« (Roman, 2013), »In der freien Welt« (Roman, 2016), »Die kommenden Jahre« (Roman, 2018), »Als ich jung war« (Roman, 2019), »Der zweite Jakob« (Roman, 2021), mit dem er für den Deutschen Buchpreis nominiert war, sowie zuletzt »Vier Tage, drei Nächte« (Roman, 2022) und »Mehr als nur ein Fremder« (2023).

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•Wir hätten das Meer nicht verlieren dürfen, dass Meer hätte uns zu sanfteren Menschen gemacht.…

Schon Gstreins Debüt hat mich damals beeindruckt, und jetzt 38 Jahre später nun sein aktuellstes Buch und die erneute Aufmerksamkeit durch die Nominierung für den Leipziger Buchpreis – nachdem vor zwei Jahren ein anderer seiner Romane auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand – hat mich sofort wieder zu ihm zurückgeführt. Der Roman folgt Adrian Reiter, einem Mann, der versucht, die Bruchstellen seines Lebens zu verstehen. Gstrein erzählt nicht den Krieg selbst, sondern dessen Nachhall: wie er in Reiters Erinnerungen weiterarbeitet, wie er seine Wahrnehmung verschiebt und ihn zwingt, sich mit Schuld, Verantwortung und der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Geschichte entfaltet sich leise, aber mit einer stetigen Spannung, die aus dem Inneren der Figur kommt. Gstreins Stil bleibt unverkennbar: lange, präzise gesetzte Sätze, die sich wie gedankliche Schleifen öffnen. Der Einstieg war für mich entsprechend anspruchsvoll. Doch nach dem ersten Drittel begann der Text, mich zu tragen – fast so, wie Gstrein es im Roman selbst formuliert: „Man glaubt, man habe alles verstanden, bis man merkt, dass man erst am Anfang steht.“ Dieser Satz wurde für mich zu einem Schlüssel für Reiters Weg – und für meinen eigenen Zugang zum Buch. Am Ende hat mich der Roman so überzeugt, dass er mich ermutigt hat, auch die anderen Gstrein-Bücher endlich vom SUB zu befreien, die ich bisher mit großem Respekt habe liegen lassen. Und weil Gstrein im Roman immer wieder diese nüchternen Selbstverortungen setzt – „Es war das Jahr …, und Adrian Reiter war … Jahre alt“ – habe ich mich unweigerlich selbst darin gespiegelt. Jetzt, im Jahr 2026, mit 50 Jahren, lese ich ihn mit einem anderen Bewusstsein als früher. Vielleicht auch, weil wir beide aus demselben Tal stammen – ein stiller, unerwarteter Berührungspunkt, der meine Vorfreude auf die Lesung im NS-Dokumentationszentrum in München nur noch größer macht.

•Wir hätten das Meer nicht verlieren dürfen, dass Meer hätte uns zu sanfteren Menschen gemacht.…
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Ein Buch was in die Tiefe geht

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