Huis clos. Texte et documents
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Sartre mein Löwe 🦁
Ich bin generell ein großer Fan vom Existenzialismus und von Sartres Themen. Das Spannungsfeld was sich durch „den Blick des Anderen“ Stück für Stück in diesem Werk bis zum großen Endzitat aufbaut ist von Anfang bis Ende sehr gut geschrieben und macht trotz der permanent unangenehmen Stimmung großen Spass zu lesen. Sartre unterstreicht in seinem Endkommentar nochmal seine Aussagen des Stücks. Geschlossene Gesellschaft ist ein Paradebeispiel wie vielfältig Sartre als Denker, Schriftsteller und Philosoph ist und wie vielschichtig er seine Gedanken zu Papier bringt. Bisher mein absolutes Lieblingswerk von ihm!
Achtung Spoiler
Sehr zu empfehlen! Die gesamte Kulisse der Hölle ist so skurril, aber doch toll. Es beginnt mit dem Kellner, der für die Verpflegung sorgen soll, aber doch nie da ist. Wir lernen die drei Charaktere kennen und wissen, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Wo zu Beginn niemand so wirklich weiß, wieso er oder sie in der Hölle ist, so fangen ihre Fassaden an zu bröckeln und sie erzählen ihre Geschichte. Während die Menschen auf der Erde beginnen sie zu vergessen, fängt ihre persönliche Hölle an. Sie manipulieren und schikanieren sich gegenseitig, sodass erst recht die Pointe hervorkommt. Auch das Nachwort vom Autor erklärt nochmals die Bedeutung dieses Werkes.
komplett random, aber irgendwie extrem interessant
Geschlossene Gesellschaft ist definitiv kein buch bzw. theaterstück, bei dem ich vorher wusste, was mich erwartet. die grundidee wirkt erst ziemlich simpel, wird aber schnell viel interessanter, je länger man darüber nachdenkt. es passiert eigentlich gar nicht so viel und trotzdem entwickelt sich eine seltsame spannung zwischen den charakteren. genau dieses psychologische und leicht unangenehme fand ich spannend. es war für mich irgendwie ein ziemlich random read, aber genau solche bücher bleiben manchmal überraschend lange im kopf. man liest es schnell weg und denkt danach deutlich länger darüber nach als währenddessen. definitiv interessant, vor allem wenn man mal etwas anderes lesen möchte als klassische thriller oder romance.
Ich bin über eine andere Rezension auf dieses Stück gestoßen und schon die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht.
Ein Raum, drei Menschen, keine Auswege. In *Geschlossene Gesellschaft* lässt Sartre seine Figuren buchstäblich aufeinanderprallen. Garcin, Inès und Estelle sind tot. Was sie nicht erwartet haben: Ihre Hölle besteht nicht aus Feuer und Dämonen, sondern aus dem bloßen Zusammensein mit den falschen Menschen – für die Ewigkeit. In diesem Stück in einem Akt legt Sartre mit interessanter Präzision offen, wie sehr wir Menschen vom Urteil anderer abhängig sind. Jeder der drei hat etwas zu verbergen: Garcin will mutig erscheinen, Inès will die Kontrolle behalten, Estelle will begehrt und unschuldig wirken. Doch das funktioniert nur, solange die anderen mitspielen. Und genau das tun sie nicht. So entlarvt Sartre ein zentrales menschliches Problem: Wir wollen gesehen werden, aber auf unsere Weise. Wenn das nicht gelingt, beginnt der eigentliche Schmerz. „Wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in totale Abhängigkeit von anderen. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle.“ Fazit: Das Stück liest sich schnell, doch ist es ein intensives Stück über Freiheit, Selbsttäuschung und die Frage, wie sehr wir eigentlich von anderen abhängig sind. Sartres Hölle ist keine Strafe von außen, sondern unsere eigene Entscheidung.
Die Hölle, das sind die anderen
Mein drittes Buch von Sartre- und wieder mochte ich es sehr. Ein kurzes Theaterstück, aus dem der Satz „Die Hölle, das sind die anderen" stammt. Drei Verstorbene in einem Raum, und die eigentliche Hölle ist, die Meinung der Anderen. Lädt zum reflektieren ein. Möchte noch irgendwann „Das Sein und das Nichts“ von ihm lesen.
Ein kurzes spannendes Theaterstück zum Nachdenken- ganz im Sinne des Existentialismus.
Jean-Paul Satres Werk „Geschlossene Gesellschaften" ist ein Theaterstück, das in der Hölle spielt. Anders als die religiöse Vorstellung einer Hölle, befinden wir uns während des ganzen Stückes in einem Salon in Second-Empire-Stil. Das einzige, das hier einer Hölle ähnelt, ist die Hitze , die durch die verschlossene Tür hindurch für alle 3 Gäste stets zu spüren ist. Ebenso können die Toten die Lebenden beobachten, die entweder auf der Beerdigung der verstorbenen Person sind oder die Verstorbenen verurteilen. Ansonsten vergisst man im Laufe des Stückes, dass es tatsächlich Tote sind, die hier miteinander sprechen. Jeder von ihnen bringt eine eigene zu verurteilende Tat aus dem vergangenen Leben mit und jeder von ihnen ist nicht unsympathischer als der andere. Während alle 3 sich bemühen, gleichgültig über die Tatsache zu wirken, dass sie in der Hölle sind, wird einem schnell klar, dass ihnen doch nicht wenig daran liegt, was andere über sie denken. Ob es die Lebenden sind, die sich über die Toten und deren schrecklichen Taten unterhalten oder die Anwesenden, die sich gegenseitig ebenfalls verurteilen. Ja die Hölle ist hier kein Ort mit unerträglicher Hitze und Folter. Die Hölle sind die Anderen, wie Jean-Paul Satre schreibt. Das Theaterstück lässt sich schnell und einfach lesen und ist meiner Meinung nach ein guter Anstoß um bewusster mit der Tatsache umzugehen, wie stark das Urteil oder allein schon die Angst vor der Verurteilung uns im Alltag einschränkt. Dass in jedem Urteil über uns selbst, die Urteile anderer sein mögen. Am Ende des Theaterstücks liefert Jean-Paul Satre selbst noch eine kurze Einordnung über sein Stück und betont hier, dass wir uns von dieser Erkenntnis nicht unterkriegen lassen sollen. Im Gegenteil, er betont, dass wir alle die Freiheit haben sich dieser Dynamik bewusst zu werden und sich von ihr zu lösen. Denn wir ähneln den Toten aus dem Stück erst, wenn wir denken, dass wir Opfer dieser Urteile sind und keine Macht besitzen diese Urteile zu verändern.
DAHER kommt also: „Die Hölle, das sind die anderen“
Sehr unterhaltsam und kurzweilig und gleichzeitig philosophisch. Musste des Öfteren laut lachen, hauptsächlich über mich selbst, weil ich viele der dummen Gedanken und Reaktionen der Charaktere in mir selbst erkenne. Auch die Erklärung am Ende von Jean-Paul Satre zur Erläuterung des berühmten Satzes, sind sehr interessant. Es geht also nicht darum, dass andere Menschen die Hölle sind, sondern dass es die Hölle ist, wenn wir uns nur durch die Augen (also Urteile und Wertungen) der anderen erkennen können! Also mal an der eigenen Nase nehmen, sich selbst tief in die Augen schauen und über einen selbst richten, ganz ohne die anderen. Klare Empfehlung!
True hell is being stuck with two other people that won’t stop rage baiting, and unfortunately you care about what everyone thinks of you. Ok but seriously, this is such a hilarious play while simultaneously prompting us to reflect on our life too. I keep thinking of a conversation I had once - how caring about what other people think of you is detrimental to your well being, and since you can’t fully control what others think of you no matter what you do, just the fact that you exist (and therefore are perceived) becomes hell. Hence Sartre’s quote “hell is other people”. (Rip Jean Paul Sartre, this would have been a hit tweet).
"Geschlossene Gesellschaft", auch bekannt als "Huis Clos", ist ein existenzialistisches Drama von Jean-Paul Sartre, das in einem einzigen Raum spielt und die ewige Bestrafung dreier Charaktere im Jenseits thematisiert. Ines, Garcin und Estelle werden nach ihrem Tod in einem Raum eingeschlossen und müssen für immer miteinander existieren. Im Laufe des Stücks erkennen sie, dass sie selbst die Bestrafung füreinander darstellen. Sie spiegeln sich gegenseitig ihre tiefsten Unsicherheiten, ihre Schuld und ihre Unfähigkeit, sich den eigenen Fehlern zu stellen. Sartres berühmter Satz "Die Hölle, das sind die anderen" kommt hier besonders zur Geltung, da die Protagonisten ihre ewige Qual nicht durch äußere Umstände, sondern durch das ständige Urteil der anderen erleiden. 🎭 Obwohl das mein erstes Buch von Sartre war, war ich überrascht, wie leicht verständlich es sich lesen ließ. Die Sprache ist klar und direkt, was das Buch sehr zugänglich macht, auch wenn es tiefgründige philosophische Themen behandelt. Die Dialoge sind scharf und präzise, ohne unnötige Ausschmückungen, was dem Stück eine gewisse Klarheit verleiht. Sartre schafft es, komplexe existenzialistische Ideen auf eine Art und Weise zu vermitteln, die mich direkt in die Dynamik zwischen den Charakteren hineingezogen hat. Besonders gefallen hat mir, wie kurz das Stück ist – es ist gerade einmal 60 Seiten lang. 💭 Die Art und Weise, wie Sartre das Thema Selbsttäuschung und die Abhängigkeit von der Meinung anderer aufgreift, hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Die Idee, dass wir unser eigenes Gefängnis durch die Blicke und Urteile anderer schaffen, fühlte sich erschreckend aktuell und relevant an. Es war super interessant, sich mit diesen existentiellen Fragen auseinanderzusetzen. Sartre zwingt einen, sich selbst zu hinterfragen – inwieweit lassen wir uns von anderen definieren? Können wir uns wirklich von gesellschaftlichen Erwartungen befreien? 🔒 Fazit: Sartres Pessimismus in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen ist eindringlich, aber er bietet auch eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. "Geschlossene Gesellschaft" hat mir gezeigt, wie kraftvoll existenzialistische Philosophie in einer dramatischen Erzählform sein kann. ⭐⭐⭐⭐

Sprachlich schön und hat genau die richtige Länge für den einen Gedanken, den es hat. Die genaue Ausgestaltung der Handlung ist ebenfalls gut, könnte mir auf Anhieb keine andere Konstruktion vorstellen, die besser funktionieren würde, es ist alles eine runde Sache. Bei aller liebe für seinen Freiheitsbegriff, klingt mir Sartre im Nachwort etwas zu eindeutig, wenn er davon spricht, man solle sich aus derlei Konstellationen zurückziehen. Es erscheint mir doch höchst problematisch sich in bezug auf schädliche soziale Beziehungen in Extreme zu flüchten: Weder das ohnmächtige Verharren und Leiden noch die übereilte Flucht aus möglicherweise temporär defizitären Bindungen scheint mir sinnvoll. Ich bin mir unsicher, ob ich Sartre in diesem kurzen Nachwort vielleicht missverstanden habe und er nicht so eindeutig für diese Entscheidung plädiert, das Stück an sich macht solche Andeutungen jedenfalls nicht. Und somit bleibt ein schönes und wichtiges Thema, das hier kompakt und gut verarbeitet wird, zum Nachdenken anregen kann und allein durch das Setting (die ewige Hölle ohne Feuer, dafür aber mit anderen Menschen) im Leser die typischen existenzialistischen Gefühle erzeugt.
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Sartre mein Löwe 🦁
Ich bin generell ein großer Fan vom Existenzialismus und von Sartres Themen. Das Spannungsfeld was sich durch „den Blick des Anderen“ Stück für Stück in diesem Werk bis zum großen Endzitat aufbaut ist von Anfang bis Ende sehr gut geschrieben und macht trotz der permanent unangenehmen Stimmung großen Spass zu lesen. Sartre unterstreicht in seinem Endkommentar nochmal seine Aussagen des Stücks. Geschlossene Gesellschaft ist ein Paradebeispiel wie vielfältig Sartre als Denker, Schriftsteller und Philosoph ist und wie vielschichtig er seine Gedanken zu Papier bringt. Bisher mein absolutes Lieblingswerk von ihm!
Achtung Spoiler
Sehr zu empfehlen! Die gesamte Kulisse der Hölle ist so skurril, aber doch toll. Es beginnt mit dem Kellner, der für die Verpflegung sorgen soll, aber doch nie da ist. Wir lernen die drei Charaktere kennen und wissen, dass jeder sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Wo zu Beginn niemand so wirklich weiß, wieso er oder sie in der Hölle ist, so fangen ihre Fassaden an zu bröckeln und sie erzählen ihre Geschichte. Während die Menschen auf der Erde beginnen sie zu vergessen, fängt ihre persönliche Hölle an. Sie manipulieren und schikanieren sich gegenseitig, sodass erst recht die Pointe hervorkommt. Auch das Nachwort vom Autor erklärt nochmals die Bedeutung dieses Werkes.
komplett random, aber irgendwie extrem interessant
Geschlossene Gesellschaft ist definitiv kein buch bzw. theaterstück, bei dem ich vorher wusste, was mich erwartet. die grundidee wirkt erst ziemlich simpel, wird aber schnell viel interessanter, je länger man darüber nachdenkt. es passiert eigentlich gar nicht so viel und trotzdem entwickelt sich eine seltsame spannung zwischen den charakteren. genau dieses psychologische und leicht unangenehme fand ich spannend. es war für mich irgendwie ein ziemlich random read, aber genau solche bücher bleiben manchmal überraschend lange im kopf. man liest es schnell weg und denkt danach deutlich länger darüber nach als währenddessen. definitiv interessant, vor allem wenn man mal etwas anderes lesen möchte als klassische thriller oder romance.
Ich bin über eine andere Rezension auf dieses Stück gestoßen und schon die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht.
Ein Raum, drei Menschen, keine Auswege. In *Geschlossene Gesellschaft* lässt Sartre seine Figuren buchstäblich aufeinanderprallen. Garcin, Inès und Estelle sind tot. Was sie nicht erwartet haben: Ihre Hölle besteht nicht aus Feuer und Dämonen, sondern aus dem bloßen Zusammensein mit den falschen Menschen – für die Ewigkeit. In diesem Stück in einem Akt legt Sartre mit interessanter Präzision offen, wie sehr wir Menschen vom Urteil anderer abhängig sind. Jeder der drei hat etwas zu verbergen: Garcin will mutig erscheinen, Inès will die Kontrolle behalten, Estelle will begehrt und unschuldig wirken. Doch das funktioniert nur, solange die anderen mitspielen. Und genau das tun sie nicht. So entlarvt Sartre ein zentrales menschliches Problem: Wir wollen gesehen werden, aber auf unsere Weise. Wenn das nicht gelingt, beginnt der eigentliche Schmerz. „Wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in totale Abhängigkeit von anderen. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle.“ Fazit: Das Stück liest sich schnell, doch ist es ein intensives Stück über Freiheit, Selbsttäuschung und die Frage, wie sehr wir eigentlich von anderen abhängig sind. Sartres Hölle ist keine Strafe von außen, sondern unsere eigene Entscheidung.
Die Hölle, das sind die anderen
Mein drittes Buch von Sartre- und wieder mochte ich es sehr. Ein kurzes Theaterstück, aus dem der Satz „Die Hölle, das sind die anderen" stammt. Drei Verstorbene in einem Raum, und die eigentliche Hölle ist, die Meinung der Anderen. Lädt zum reflektieren ein. Möchte noch irgendwann „Das Sein und das Nichts“ von ihm lesen.
Ein kurzes spannendes Theaterstück zum Nachdenken- ganz im Sinne des Existentialismus.
Jean-Paul Satres Werk „Geschlossene Gesellschaften" ist ein Theaterstück, das in der Hölle spielt. Anders als die religiöse Vorstellung einer Hölle, befinden wir uns während des ganzen Stückes in einem Salon in Second-Empire-Stil. Das einzige, das hier einer Hölle ähnelt, ist die Hitze , die durch die verschlossene Tür hindurch für alle 3 Gäste stets zu spüren ist. Ebenso können die Toten die Lebenden beobachten, die entweder auf der Beerdigung der verstorbenen Person sind oder die Verstorbenen verurteilen. Ansonsten vergisst man im Laufe des Stückes, dass es tatsächlich Tote sind, die hier miteinander sprechen. Jeder von ihnen bringt eine eigene zu verurteilende Tat aus dem vergangenen Leben mit und jeder von ihnen ist nicht unsympathischer als der andere. Während alle 3 sich bemühen, gleichgültig über die Tatsache zu wirken, dass sie in der Hölle sind, wird einem schnell klar, dass ihnen doch nicht wenig daran liegt, was andere über sie denken. Ob es die Lebenden sind, die sich über die Toten und deren schrecklichen Taten unterhalten oder die Anwesenden, die sich gegenseitig ebenfalls verurteilen. Ja die Hölle ist hier kein Ort mit unerträglicher Hitze und Folter. Die Hölle sind die Anderen, wie Jean-Paul Satre schreibt. Das Theaterstück lässt sich schnell und einfach lesen und ist meiner Meinung nach ein guter Anstoß um bewusster mit der Tatsache umzugehen, wie stark das Urteil oder allein schon die Angst vor der Verurteilung uns im Alltag einschränkt. Dass in jedem Urteil über uns selbst, die Urteile anderer sein mögen. Am Ende des Theaterstücks liefert Jean-Paul Satre selbst noch eine kurze Einordnung über sein Stück und betont hier, dass wir uns von dieser Erkenntnis nicht unterkriegen lassen sollen. Im Gegenteil, er betont, dass wir alle die Freiheit haben sich dieser Dynamik bewusst zu werden und sich von ihr zu lösen. Denn wir ähneln den Toten aus dem Stück erst, wenn wir denken, dass wir Opfer dieser Urteile sind und keine Macht besitzen diese Urteile zu verändern.
DAHER kommt also: „Die Hölle, das sind die anderen“
Sehr unterhaltsam und kurzweilig und gleichzeitig philosophisch. Musste des Öfteren laut lachen, hauptsächlich über mich selbst, weil ich viele der dummen Gedanken und Reaktionen der Charaktere in mir selbst erkenne. Auch die Erklärung am Ende von Jean-Paul Satre zur Erläuterung des berühmten Satzes, sind sehr interessant. Es geht also nicht darum, dass andere Menschen die Hölle sind, sondern dass es die Hölle ist, wenn wir uns nur durch die Augen (also Urteile und Wertungen) der anderen erkennen können! Also mal an der eigenen Nase nehmen, sich selbst tief in die Augen schauen und über einen selbst richten, ganz ohne die anderen. Klare Empfehlung!
True hell is being stuck with two other people that won’t stop rage baiting, and unfortunately you care about what everyone thinks of you. Ok but seriously, this is such a hilarious play while simultaneously prompting us to reflect on our life too. I keep thinking of a conversation I had once - how caring about what other people think of you is detrimental to your well being, and since you can’t fully control what others think of you no matter what you do, just the fact that you exist (and therefore are perceived) becomes hell. Hence Sartre’s quote “hell is other people”. (Rip Jean Paul Sartre, this would have been a hit tweet).
"Geschlossene Gesellschaft", auch bekannt als "Huis Clos", ist ein existenzialistisches Drama von Jean-Paul Sartre, das in einem einzigen Raum spielt und die ewige Bestrafung dreier Charaktere im Jenseits thematisiert. Ines, Garcin und Estelle werden nach ihrem Tod in einem Raum eingeschlossen und müssen für immer miteinander existieren. Im Laufe des Stücks erkennen sie, dass sie selbst die Bestrafung füreinander darstellen. Sie spiegeln sich gegenseitig ihre tiefsten Unsicherheiten, ihre Schuld und ihre Unfähigkeit, sich den eigenen Fehlern zu stellen. Sartres berühmter Satz "Die Hölle, das sind die anderen" kommt hier besonders zur Geltung, da die Protagonisten ihre ewige Qual nicht durch äußere Umstände, sondern durch das ständige Urteil der anderen erleiden. 🎭 Obwohl das mein erstes Buch von Sartre war, war ich überrascht, wie leicht verständlich es sich lesen ließ. Die Sprache ist klar und direkt, was das Buch sehr zugänglich macht, auch wenn es tiefgründige philosophische Themen behandelt. Die Dialoge sind scharf und präzise, ohne unnötige Ausschmückungen, was dem Stück eine gewisse Klarheit verleiht. Sartre schafft es, komplexe existenzialistische Ideen auf eine Art und Weise zu vermitteln, die mich direkt in die Dynamik zwischen den Charakteren hineingezogen hat. Besonders gefallen hat mir, wie kurz das Stück ist – es ist gerade einmal 60 Seiten lang. 💭 Die Art und Weise, wie Sartre das Thema Selbsttäuschung und die Abhängigkeit von der Meinung anderer aufgreift, hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht. Die Idee, dass wir unser eigenes Gefängnis durch die Blicke und Urteile anderer schaffen, fühlte sich erschreckend aktuell und relevant an. Es war super interessant, sich mit diesen existentiellen Fragen auseinanderzusetzen. Sartre zwingt einen, sich selbst zu hinterfragen – inwieweit lassen wir uns von anderen definieren? Können wir uns wirklich von gesellschaftlichen Erwartungen befreien? 🔒 Fazit: Sartres Pessimismus in Bezug auf zwischenmenschliche Beziehungen ist eindringlich, aber er bietet auch eine Möglichkeit, sich mit den eigenen Ängsten auseinanderzusetzen. "Geschlossene Gesellschaft" hat mir gezeigt, wie kraftvoll existenzialistische Philosophie in einer dramatischen Erzählform sein kann. ⭐⭐⭐⭐

Sprachlich schön und hat genau die richtige Länge für den einen Gedanken, den es hat. Die genaue Ausgestaltung der Handlung ist ebenfalls gut, könnte mir auf Anhieb keine andere Konstruktion vorstellen, die besser funktionieren würde, es ist alles eine runde Sache. Bei aller liebe für seinen Freiheitsbegriff, klingt mir Sartre im Nachwort etwas zu eindeutig, wenn er davon spricht, man solle sich aus derlei Konstellationen zurückziehen. Es erscheint mir doch höchst problematisch sich in bezug auf schädliche soziale Beziehungen in Extreme zu flüchten: Weder das ohnmächtige Verharren und Leiden noch die übereilte Flucht aus möglicherweise temporär defizitären Bindungen scheint mir sinnvoll. Ich bin mir unsicher, ob ich Sartre in diesem kurzen Nachwort vielleicht missverstanden habe und er nicht so eindeutig für diese Entscheidung plädiert, das Stück an sich macht solche Andeutungen jedenfalls nicht. Und somit bleibt ein schönes und wichtiges Thema, das hier kompakt und gut verarbeitet wird, zum Nachdenken anregen kann und allein durch das Setting (die ewige Hölle ohne Feuer, dafür aber mit anderen Menschen) im Leser die typischen existenzialistischen Gefühle erzeugt.























