House on Endless Waters
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„Er bleibt ungestört auch an den belebtesten Orten stehen, anonym bis zur Durchsichtigkeit, um mit seiner kleinen Kamera Fotos zu machen und einfach genau hinzusehen, zuzuhören und Szenen, Ereignisse und Gedanken in seinem Notizheft zu notieren. Anonym bis zur Durchsichtigkeit dringt er in die Zeitfalten der Stadt ein, sieht, ohne gesehen zu werden, ist anwesend, ohne existent zu sein.“ Als der Autor Joel Blum in Amsterdam ein Bild seiner Familie sieht stellt er fest dass es anscheinend ein großes Geheimnis gibt, das ihm Zeit seines Lebens verschwiegen wurde. Nun macht er sich auf die Suche. Was für ein Buch! Autorin Emuno Elon hat einen sehr eigenen Schreibstil, an den ich mich erst mal gewöhnen musste. Lange Schachtelsätze zwingen mich als Leser quasi dazu , das Buch langsam und bewusst zu lesen. Und die zwei Zeitebenen im Buch verschwimmen ineinander, die Geschichten gehen manchmal fast übergangslos ineinander über. Zusammen mit Joel Blum erwecken wir seine Vergangenheit , entdecken Schicksale und Geheimnisse, die zurück gehen auf die Judenverfolgung während des 2. Weltkrieges. Dabei werden sowohl Vergangenheit als auch die Gegenwart im Buch sehr lebendig, ich bin durch das aktuelle und das vergangene Amsterdam geschlendert. Obwohl das Buch an sich eher ruhig erzählt ist, war ich beim Lesen teilweise atemlos. Die Geschichte entwickelt eine richtige Sogwirkung im Laufe des Buches, wird rasant und spannend und furchtbar realistisch. Die Schrecken des Holocausts sind auch in Holland angekommen und dort nicht minder brutal durchgesetzt. Ich konnte nicht alle Personen ins Herz schließen, besonders Sonia ist ein sperriger Charakter. Ihre Entscheidungen und ihr Verhalten konnte ich nicht immer gut heißen aber nachvollziehen. Die große Frage am Ende bleibt ja bei solchen Büchern immer: Wie hätten man selber gehandelt, welche Entscheidungen hätte man selber getroffen? Ich habe einigen Entwicklungen voraus geahnt, was ich aber hier nicht schlimm fand , denn der Weg ist hier das Ziel. Und Joels Reise ist zum Ende hin absolut rund und auch versöhnlich, sowohl was die Vergangenheit als auch auch die Gegenwart betrifft. Es bleibt die Frage ab wann man sich mitschuldig macht an den Verbrechen die geschehen sind und immer noch geschehen. Ein tolles Buch, auf das man sich einlassen muss. Absolute Leseempfehlung. Und auf jeden Fall muss man nach der Lektüre einige Reise nach Amsterdam planen. Was mich auch sehr begeistert hat sind auch die geschichtlichen Ereignisse die mir teilweise noch neu waren und zu weiterer Recherche anregen.
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„Er bleibt ungestört auch an den belebtesten Orten stehen, anonym bis zur Durchsichtigkeit, um mit seiner kleinen Kamera Fotos zu machen und einfach genau hinzusehen, zuzuhören und Szenen, Ereignisse und Gedanken in seinem Notizheft zu notieren. Anonym bis zur Durchsichtigkeit dringt er in die Zeitfalten der Stadt ein, sieht, ohne gesehen zu werden, ist anwesend, ohne existent zu sein.“ Als der Autor Joel Blum in Amsterdam ein Bild seiner Familie sieht stellt er fest dass es anscheinend ein großes Geheimnis gibt, das ihm Zeit seines Lebens verschwiegen wurde. Nun macht er sich auf die Suche. Was für ein Buch! Autorin Emuno Elon hat einen sehr eigenen Schreibstil, an den ich mich erst mal gewöhnen musste. Lange Schachtelsätze zwingen mich als Leser quasi dazu , das Buch langsam und bewusst zu lesen. Und die zwei Zeitebenen im Buch verschwimmen ineinander, die Geschichten gehen manchmal fast übergangslos ineinander über. Zusammen mit Joel Blum erwecken wir seine Vergangenheit , entdecken Schicksale und Geheimnisse, die zurück gehen auf die Judenverfolgung während des 2. Weltkrieges. Dabei werden sowohl Vergangenheit als auch die Gegenwart im Buch sehr lebendig, ich bin durch das aktuelle und das vergangene Amsterdam geschlendert. Obwohl das Buch an sich eher ruhig erzählt ist, war ich beim Lesen teilweise atemlos. Die Geschichte entwickelt eine richtige Sogwirkung im Laufe des Buches, wird rasant und spannend und furchtbar realistisch. Die Schrecken des Holocausts sind auch in Holland angekommen und dort nicht minder brutal durchgesetzt. Ich konnte nicht alle Personen ins Herz schließen, besonders Sonia ist ein sperriger Charakter. Ihre Entscheidungen und ihr Verhalten konnte ich nicht immer gut heißen aber nachvollziehen. Die große Frage am Ende bleibt ja bei solchen Büchern immer: Wie hätten man selber gehandelt, welche Entscheidungen hätte man selber getroffen? Ich habe einigen Entwicklungen voraus geahnt, was ich aber hier nicht schlimm fand , denn der Weg ist hier das Ziel. Und Joels Reise ist zum Ende hin absolut rund und auch versöhnlich, sowohl was die Vergangenheit als auch auch die Gegenwart betrifft. Es bleibt die Frage ab wann man sich mitschuldig macht an den Verbrechen die geschehen sind und immer noch geschehen. Ein tolles Buch, auf das man sich einlassen muss. Absolute Leseempfehlung. Und auf jeden Fall muss man nach der Lektüre einige Reise nach Amsterdam planen. Was mich auch sehr begeistert hat sind auch die geschichtlichen Ereignisse die mir teilweise noch neu waren und zu weiterer Recherche anregen.




