Giovanni's Room

Giovanni's Room

Softcover
4.2722

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Baldwin's ground-breaking second novel, which established him as one of the great American writers of his time
'Audacious... remarkable... elegant and courageous' Caryl Phillips

David, a young American in 1950s Paris, is waiting for his fiancée to return from vacation in Spain. But when he meets Giovanni, a handsome Italian barman, the two men are drawn into an intense affair. After three months David's fiancée returns and, denying who he is, he rejects Giovanni for a 'safe' future as a married man. It is a decision that will bring tragedy.

'Exquisite, a feat of fire-breathing, imaginative daring' Guardian

'Gorgeous, fearless, tempered by dark knowledge and pain ... the greatest American prose stylist of his generation' Colm Tóibín

'A layered exploration of queer desire ... It is electric' Hilton Als

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Softcover
Pages
208
Price
13.50 €

Characteristics

5 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
63%
31%
N/A
14%
43%
42%
68%
75%
23%
36%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
40%
77%
48%
90%

Pace

Fast20%
Slow40%
Moderate40%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex40%
Moderate60%
Poetisch (100%)

Posts

124
All
5

"G" der A-Z-Challenge "Ich erinnere mich, dass das Leben in diesem Zimmer sich unter Wasser abzuspielen schien. Über uns floss die Zeit gleichgültig dahin; Stunden und Tage hatten keine Bedeutung. Am Anfang war unser gemeinsames Leben von einer Freude und einem Staunen, die jeden Tag neu geboren wurden. Unter der Freude indes lag Qual und unter dem Staunen Angst, doch die drangen zu diesem Anfang nicht vor, bis der anfängliche Rausch uns wie Aloe auf der Zunge lag. Da waren Qual und Angst bereits der Boden, auf dem wir ausglitten und wegrutschten, unser Gleichgewicht, unsere Würde und unseren Stolz verloren." Die tragische Geschichte von dem Amerikaner David und dem Italiener Giovanni, zwei Männern die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es handelt sich nicht ausschließlich um einen Roman über Homosexualität, sondern vor allem über Menschen, die nie gelernt haben zu lieben. Giovannis Zimmer, in dem die beiden für eine Weile zusammenleben, ist nicht nur ein Raum. Sondern es steht für die innere Zerrissenheit von David, für seine Selbstzweifel und für die Scham vor seinen Gefühlen, die er nicht zulassen will. Man spürt ab der ersten Seite, dass sich hier eine Tragödie entwickelt. Geschrieben in den 50er-Jahren ist dieses Werk mit den Themen Akzeptanz, Anderssein, Scham und gesellschaftlichen Zwängen heute noch immer aktuell. Es wird von vielen Schriftsteller:innen als "Gegengift gegen die eigene Scham" bezeichnet. Von mir gibt's eine unbedingte Leseempfehlung für dieses starke und emotionsgeladene Werk ⭐⭐

4.5

Ein großartiges Stück Literatur ! Anderssein, Selbstfindung, Liebe, Scham und Schuld im Paris der Fünfzigerjahre.

" Liebe ihn ", sagte Jacques mit Nachdruck "Liebe ihn und lass zu, dass er dich liebt. Meinst du, irgendetwas anderes unter der Sonne ist wirklich wichtig ? Und wie lange kann es bestenfalls halten ? Da ihr beide Männer seid und euch noch alles offen steht ? Fünf Minuten nur, das garantiere ich dir, nur fünf Minuten und die größtenteils hélas ! im Dunkeln. Wenn dir die schmutzig vorkommen, dann *sind* sie schmutzig - dann sind sie schmutzig, weil du nichts gibst, weil du dein Fleisch verachtest und seins. Aber du kanst dafür sorgen, dass eure gemeinsame Zeit alles andere als schmutzig ist; ihr könnt einander etwas geben, dass euch beide besser macht - für immer - wenn ihr euch nicht schämt, wenn ihr bloß nicht auf 'Nummer Sicher' geht." Das schäbige, beengte Zimmer Giovannis , in dem David eine zeitlang mit ihm lebt, wird zum Sinnbild des Zerfalls ihrer Liebe und ihrer Seelen. Für die damalige Zeit eine mutige Auseindersetzung mit dem Thema Liebe/ Partnerschaft jenseits gesellschaftlich anerkannter Strukturen. Gerade deshalb hat mich das porträtierte Frauenbild doch sehr irritiert. Baldwin spricht vom "Frauchen" und lässt Davids Verlobte Hella trotz Bildung und Reisefreudigkeit, die Erfülung in der Ehe, dem Kinderkriegen sehen " in gewisser Weise tauge ich nur dazu " (S.140). Aus diesem Grund gibt es keine 5 Sterne Bewertung von mir, obwohl das Buch ein wirkliches Highlight ist, sowohl sprachlich als auch thematisch und eine absolute Leseempfehlung !

Ein großartiges Stück Literatur !

Anderssein, Selbstfindung, Liebe, Scham und Schuld  im Paris der Fünfzigerjahre.
3.5

"And no matter what I was doing, another me sat in my belly, absolutely cold with terror over the question of my life.“ (p. 80) "What kind of life can two men have together, anyway?“ (p. 134)

Giovanni‘s Room ist beim Penguin Verlag unter den Modern Classics erschienen. Ich war vor allem interessiert am Buch, da ich in anderen Romanen häufiger als Referenz darauf gestoßen bin. Erstmals veröffentlicht im Jahr 1956, traut sich der Autor James Baldwin mit der Verhandlung von Homosexualität in Zeiten von deren Tabuisierung, Verachtung und teilweise Illegalität eine ganze Menge. In dem Roman geht es um das gay awakening des Protagonisten David, um (internalisierte) Homophobie sowie Rivalität und Verachtung innerhalb der Community sowie um die Verhandlung von heteronormativen Lebensentwürfen im Kontrast zu Homosexualität. Ein wenig schockiert war ich vom Bild der Frau, welches hier reproduziert wurde - aber im Anbetracht der Ersterscheinung kein Wunder. Darüber hinaus werden Themen wie Armut, Prostitution und Ausbeutung aufgegriffen. Der Roman ist in zwei Teile aufgeteilt. Nachdem ich vom ersten Teil nicht ganz begeistert wurde, hat mich der zweite Teil in seinen Bann gezogen. Sprachlich hat er so seine interessanten Eigenheiten. Durch einige Prolepse und Zeitsprünge gelingt es, bis zum Ende Spannung aufzubauen und Emotionen zu transportieren. Ich könnte noch viel dazu erzählen, möchte aber nichts vorwegnehmen. Gerne können wir uns in den DMs austauschen, um Spoiler zu vermeiden. :)

5

"Doch leider können sich die Menschen ihre Ankerplätze, ihre Liebhaber und Freunde genauso wenig aussuchen, wie ihnen die Wahl ihrer Eltern freisteht. Das Leben schenkt sie und nimmt sie, und die große Schwierigkeit liegt darin, zum Leben Ja zu sagen."

Kein einfacher Read - ich habe mir für dieses Buch sehr viel Zeit gelassen, um es angemessen auf mich wirken zu lassen. Es ist sehr schwer zu ertragen, wie David durch seine ihm innewohnenden Weltanschauungen, Moralvorstellungen und durch die Gesellschaft indoktrinierten Bewertungen von Richtig und Falsch, in einen tiefen Schmerz und Rollen gezwungen wird, in die er nicht passt. Und wie das dazu führt, dass ihm und Giovanni ein (gemeinsames) Glücklichsein unmöglich ist. Giovannis Zimmer ist mehr als nur ein Zimmer. Viel mehr ist es ein sperrliches, einengendes und kaltes Gefühl, in das die beiden Protagonisten eingesperrt sind, weil ihr Verlangen und ihre Liebe außerhalb dieses Raumes nicht gestattet, verpönt sind. Ein Raum ohne Sauerstoff, der die Flamme ihrer Gefühle zwangsläufig erstickt und "erkalten" lässt. "Ich stand auf. Ich zitterte. "Was für ein Leben könnten wir in diesem Zimmer führen - in diesem schmutzigen kleinen Zimmer? Überhaupt, was für ein Leben können zwei Männer zusammen führen?"" "Viel ist über Liebe geschrieben worden, die sich in Hass verkehrt, über das Herz, das mit dem Tod der Liebe erkaltet. Das ist ein seltsamer Vorgang. Er ist viel schrecklicher als alles, was ich darüber gelesen habe, schrecklicher als alles, was ich darüber sagen kann." Ein tief melancholisches, rastloses Werk, das nicht nur die Gegebenheiten der 50er-Jahre widerspiegelt, sondern vielmehr ein noch immer sehr aktuelles Thema beinhaltet und noch heute der Gesellschaft einen Spiegel vorhält. Ich spreche für dieses Buch nicht nur eine Empfehlung aus - es ist vor allem ein Buch, welches man meines Erachtens mal gelesen haben sollte.

5

Ein großartiger, mitreißender und bewegender Roman

Giovannis Zimmer von James Baldwin hat mich echt umgehauen! Ein absolut großartiges Stück Weltliteratur. Der Roman beschreibt die Geschichte von David und Giovanni und einer Liebe ohne Unschuld im Paris der Fünfzigerjahre. Damals war der Roman ein Skandal und absoluter Tabubruch: James Baldwin, der als schwarzer Schriftsteller, über die Liebe zwischen zwei Männern, zwei weißen Männern schreibt. Es ist eine tragische Liebesgeschichte, aufwühlend und bewegend - aber so wunderschön geschrieben und so mitreißend, dass ich das Buch nicht weglegen konnte.

Ein großartiger, mitreißender und bewegender Roman
5

Das Buch ist ein Schatz... Eine aufwühlende Geschichte über die Begegnung zweier junger Männer, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, doch seit ihrer ersten Begegnung eine tiefe emotionale Verbundenheit in sich trugen. Der eine sah es, der andere wollte oder konnte es nicht sehen...Das Ende...eine Tragödie...

Ein Leben beginnend in Trauer und fehlender emotionaler Zuwendung. Später kommen Selbstverleugnung, Selbsthass, Scham und der Gedanke, nicht richtig, sondern schmutzig und schändlich zu sein, hinzu. Geborgenheit, zarte Nähe, Lust, Verlangen, Liebe, verbunden mit Selbstzweifeln, Lügen, Scham, tiefen Verletzungen und Enttäuschungen. Der Absturz zweier Menschen. Tod. James Baldwin war mutig, als er dieses Buch in den 50er Jahren wider aller Ratschläge veröffentlichte, und es ist zu einem Klassiker geworden. Die Kernthemen sind heute noch genauso präsent wie damals. Es gibt mit Sicherheit auch heute noch Menschen, die ihr eigentliches Leben, ihre Orientierung, ihre wahren Gefühle hinter einer Mauer verbergen müssen, eine Maske tragen und sich selbst quälen, nur um irgendeiner Norm zu entsprechen oder entsprechen zu müssen. Und das ist erschütternd. Dank des außergewöhnlichen Schreib- und Sprachstils von Herrn Baldwin habe ich wieder jedes Gefühl und jeden Gedanken spüren können und es tat so furchtbar weh. Die Hoffnung, dass es gut ausgehen würde, doch schon zu Beginn des Buches, erfährt man, was Giovanni wiederfährt. Sein Weg bis dahin ist ein Weg voller Leid und Kummer, bitterböser Schicksalsschläge und tief verwurzelten Schmerz, bis auf die Zeit mit David, der jedoch alles zerstört... Giovanni hatte recht, als er sprach "...Du liebst niemanden! Du hast nie jemanden geliebt und wirst auch nie jemanden lieben! Du liebst deine Reinheit, du liebst dein Spiegelbild (...) Du willst sauber sein. Du glaubst, du bist hier in Seife gehüllt hergekommen, und du glaubst, du kommst hier in Seife gehüllt raus - und in der Zwischenzeit willst du nicht stinken, nicht mal fünf Minuten lang." Wieviel kann ein Mensch eigentlich an Schmerz und Demütigung ertragen? Und woher nimmt er den Willen und die Kraft weiterzumachen? Giovanni hatte David durchschaut, aber da war es bereits zu spät für ihn...

5

This book hurts.

This book had a grip on my heart from the very beginning. This is about the grip fsocial standards have on individuals, about being so brainwashed from it that one questions his own feelings and desires.

4

Ergreifender und realistischer Klassiker, der wirklich berührt. Gut zu lesen und gerade in der heutigen Zeit noch / wieder aktuell.

5

Eine der besten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe. Jedes Wort ist präzise gewählt, und der Schreibstil ist einfach wundervoll. So muss Literatur sein!

5

Giovannis Zimmer war mein erster Baldwin und ich hab sofort verstanden, warum es so gemocht wird. Die Sprache ist schlicht, fast kühl, und gerade deshalb so wirkungsvoll. Die Geschichte ist eng, unausweichlich, manchmal schwer auszuhalten. Mich hat besonders interessiert, wie er über Männlichkeit schreibt, über Scham und dass er als Hauptfigur einen weißen Protagonisten wählt. Es ist kein Buch über Homosexualität im engeren Sinn, sondern über das Unvermögen, sich zu lieben, ohne sich zu verleugnen. Ich hab’s wirklich gern gelesen, das war ein echter Pageturner für mich.

4

"Viel ist über die Liebe geschrieben worden, die in Hass umschlägt, über das Herz, das kalt wird, wenn die Liebe stirbt. Das ist ein bemerkenswerter Vorgang. Er ist viel schrecklicher als alles, was ich je darüber gelesen habe, schrecklicher als alles, was ich darüber zu sagen vermag." Der Amerikaner David befindet sich zu Beginn des Buchs allein in einem Haus auf dem französischen Land. Es ist der Abend vor der Hinrichtung seines Geliebten Giovanni, seine Verlobte Hella ist längst in die Staaten zurück gekehrt. David lässt seine Gedanken zurück wandern, in seine Kindheit und Jugend, seine Ankunft in Paris, den Abend, an dem er Giovanni in einer Bar kennengelernt hat - selbstbewusst und gutaussehend. Er erzählt von einer tragischen Liebesgeschichte ohne Happy End, aber auch von Glück und tiefen Gefühlen, die von Zeit zu Zeit in Giovannis Zimmer, das sich die beiden Männer teilen, auf sie wartete. Einfühlsam und doch mit klarem Blick auf gesellschaftliche Strukturen und Missstände lässt James Baldwin die Lesenden von "Giovannis Zimmer", übersetzt von Miriam Mandelkow, in die Gedanken Davids eintauchen, lässt sie durch ihn das Paris und die dortige Schwulenszene der 1950er Jahre erleben und schildert eine Liebesbeziehung, die von Beginn an durch Davids internalisierte Schwulenfeindlichkeit und seinen Drang, sich selbst zu retten, zum Scheitern verurteilt war. Als James Baldwin vor fast 70 Jahren seinem amerikanischen Verlag das Manuskript zu diesem Buch vorlegte, riet der Verleger ihm, es zu verbrennen, doch Baldwin setzte sich gegen diese Meinung durch und fand - zum Glück - einen Verlag, der das Buch veröffentlichen wollte. Damals Skandalliteratur, heute aktueller denn je - ich freue mich sehr, dass die Büchergilde zu Baldwins 100. Geburtstag diese wunderschöne, haptisch ansprechende Ausgabe des Buchs, mit einem tollen Nachwort von Sasha Marianna Salzmann, in ihr Programm aufgenommen hat. So konnte ich diesen modernen Klassiker ein weiteres Mal lesen und das empfehle ich euch allen. Die Geschichte ist herzzerreißend und sehr traurig, bietet aber einen Blickwinkel auf Queerness, Männlichkeit, Schuld und Scham, der auch 68 Jahre nach Veröffentlichung nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Post image
4

Unbedingt das Nachwort mitlesen!

„Giovannis Zimmer“ von James Baldwin ist ein introspektiver Roman, der sich mit Themen wie Identität, Sexualität, Schuld und gesellschaftlicher Entfremdung auseinandersetzt. Die Geschichte spielt im Paris der 1950er-Jahre und wird aus der Perspektive eines jungen amerikanischen Mannes namens David erzählt, der in einer tiefen inneren Zerrissenheit lebt: zwischen den Erwartungen seiner Herkunft und seinen eigenen Gefühlen, insbesondere in Bezug auf seine Beziehung zu dem Italiener Giovanni. Was Baldwins Roman besonders macht, ist der oft poetische Stil mit dem er emotionale und moralische Konflikte ausleuchtet. Stellenweise schonungslos schaffte es Baldwin sowohl melancholisch als auch zeitlos zu bleiben. Dennoch blieb ich beim Lesen oft auf einer gewissen emotionalen Distanz. Vor allem die Hauptfigur David bleibt für mich über weite Strecken schwer greifbar, was durchaus gewollt sein mag, aber den Zugang erschwert. Seine innere Zerrissenheit ist klar erkennbar, doch oft fehlte mir ein tieferes Verständnis für seine Motive oder Entwicklungen. Auch Giovanni (oder gerade Giovanni) (obwohl titelgebend) bleibt stellenweise eher eine Projektionsfläche als eine vielschichtig entwickelte Figur. Die Beziehung zwischen den beiden ist intensiv, aber zugleich auch etwas untererzählt, als würde Baldwin bewusst auf Abstand bleiben. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass gerade dort, wo der Roman emotional oder psychologisch hätte vertieft werden können, eher abstrahiert wird. Das erzeugt zwar eine gewisse stilistische Strenge, aber auch eine Leerstelle , insbesondere für heutige Leser:innen, die stärker an Charakterentwicklung interessiert sind. Aus diesen Gründen hätte ich das Buch zunächst bei eher 3/5 Sternen eingeordnet: literarisch bedeutend, aber schwer zugänglich. Was meine Bewertung jedoch entscheidend beeinflusst hat, war das Nachwort, das ich sehr empfehlen kann. Es ordnet den Text historisch und gesellschaftlich ein, beleuchtet Baldwins eigenes Leben und zeigt, mit welcher persönlichen wie politischen Relevanz dieser Roman veröffentlicht wurde. Das Nachwort öffnet den Blick auf das Werk und die Zeit, aus der es kommt. Am Ende bleibt Giovannis Zimmer ein wichtiges Werk. Mutig, sprachlich stark, aber frei von Schwächen. Die emotionale Zurückhaltung machen es zu einem leicht zugänglichen Roman, doch im historischen und literarischen Kontext gewinnt es deutlich an Gewicht und wertet das Buch für mich auf 4/5 Sternen auf.

5

In „Giovannis Zimmer“ geht es (unter anderem) um Liebe und was eine gesellschaftliche Moral aus Liebenden macht, wenn sie ignoriert, dass es nicht nur Liebe zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts gibt, und das Andere ächtet oder gar unter Strafe stellt. Was mich zu Anfang irritierte, dass der schwarze Schriftsteller Baldwin weiße Protagonisten in den Mittelpunkt seines Romans stellt, erweist sich als Notwendigkeit: Es geht hier um kein weiteres Vergehen gegen die schwarze Community sondern um ein Verbrechen gegen Menschen jedweder Hautfarbe.

4

this was so heartbreaking

4.5

Ich habe schon lange kein so tragisch schönes Drama mehr gelesen.

4

Einerseits hat mich das Buch so schwermütig zurückgelassen und es fiel mir teilweise unendlich schwer weiterzulesen, aber dennoch würde ich es empfehlen. Ich gebe zu, dass ich es wahrscheinlich nicht so schnell hätte lesen können, wenn ich nicht eine Leserunde dazu gehabt hätte. Ich empfehle dringend einen Austausch dazu und lest unbedingt das Nachwort dazu. Es gibt so eine gute zeitliche und gesellschaftliche Einordnung. Und irgendwie waren mir kaum Charaktere in diesem Buch sympathisch. Das hatte ich auch bisher selten. 😅

4.5

Eine stürmische Liebe im Paris der 50er Jahre und viel Cognac

Der besondere Umstand, dass James Baldwin als einer der ersten die Liebe zweier Männer darstellt und damit einen Skandal auslöste, davon ist der Geschichte selbst nichts anzumerken. So natürlich tauchte ich ins Paris jener Zeit ein, in dieses Geflecht aus jungen Männern mit zu verbergenden Interessen und deren reichen Gönnern. Wir erleben eine ganz große und jugendlich verglühende Liebe, die shakespearehaft im Tod endet. Dramatisch, voller Gefühl und mitreißend. Ich bin wirklich angetan davon, wie angstfrei und natürlich Baldwin die Liebesbeziehung thematisiert. Die Sätze sind auf den Punkt und das tragische Ende glaubwürdig. „Ich weiß nicht recht, wie ich Giovannis Zimmer beschreiben soll. Es wurde irgendwie zu jedem Raum, den ich jemals betreten hatte, und jeder Raum, den ich von nun an betrete, wird mich an dieses Zimmer erinnern.“ EMPFEHLUNG: Wer dieses Buch mochte, dem kann ich nur „Die Erziehung“ von Jean-Baptiste del Amo ans Herz legen! Ganz großartig geschrieben bei ähnlicher Thematik im Paris der Vergangenheit.

4

Ein Klassiker der sich zu lesen lohnt.

Bin durch „Im Wasser sind wir schwerelos“ auf dieses Buch aufmerksam geworden und hab es direkt gelesen. Es gibt Passagen da empfinde ich es als etwas langatmig aber wiederum andere die sehr schnell undeutlich zu lesen sind. Der Stil ist halt von 1956 und dafür ist das Buch ja fast revolutionär. Aber es lohnt sich das Buch zu lesen.

3

Der Autor als Person ist spannend und auch im Bezug auf das Buch interessant. Aber nope, nicht meins. Warum wird eigentlich die ganze Zeit erwartet, dass ich französisch verstehe?! Mich haben die französischen Schnipsel immer komplett aus'm Lesefluss geschmissen. In die Protas konnte ich mich nur schwierig hineinversetzen. Spätestens als es darum ging, dass man Frauen schlagen solle, wenn sie denken, dass sie so viel Wert sind wie Männer, war ich raus. Da war mir auch wirklich egal was mit denen passiert. Von Hella hätte ich gerne mehr mitbekommen. Die mochte ich. Das Ende fand ich ganz gut, da musste ich mich nicht ganz so zum Lesen zwingen. Das Buch ist aber an sich nicht schlecht. Wenn man gerne Männerperspektiven mag (gibt ja so wenige...haha) und kein Problem mit unlikeable Protas hat, passt das schon. Wenn man's dann noch im Entstehungskontext betrachtet, ist es wirklich krass. Gibt 3 Sterne, weil mich Lisa sonst boxt

5

This book is tragically beautiful, I can't think of anything else that made me hurt this way. (Also, I cried on the train while reading it.) I would recommend this to anyone who loves heartbreaking and well-written queer stories.

5

Unendlich tragisch und bewegend

Ein wahnsinnig tragisches Buch mit einer wirklich beeindruckenden Tiefe. Das Buch ist voller Metaphern, die zum Nachdenken anregen und es gewährt einen tiefen Einblick in die menschliche Psyche und der Illusion von Freiheit. Es zeigt mit einer Dringlichkeit die Relevanz von Selbstbestimmung und wie sich gesellschaftliche Zwänge in jeder Hinsicht negativ auf Menschen auswirken.

5

Nochmal ein richtiges Highlight zum Jahresende. Hab heute den ganzen Tag aufs Weiterlesen hingefiebert. Eine sehr eindrückliche und traurige Geschichte.

Nochmal ein richtiges Highlight zum Jahresende. Hab heute den ganzen Tag aufs Weiterlesen hingefiebert. Eine sehr eindrückliche und traurige Geschichte.
3.5

Schwierig, fesselnd, intensiv.

Ich konnte mich nicht direkt in die Figuren hineinversetzen, und die Handlung zog sich. Doch die letzten 60 Seiten haben mich dann komplett gepackt. Plötzlich war ich völlig drin, und das Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Auch wenn der Einstieg zäh war, hat sich das Durchhalten am Ende wirklich gelohnt.

5

Ein kurzes, aber umso intensiveres Leseerlebnis, das sich auf jeden Fall lohnt!

Mein zweites Buch von Baldwin und mit Sicherheit nicht mein letztes ... James Baldwin schafft es für mich auf eine einzigartige Art und Weise das Allgemeine mit indivuellen Schicksalen zu verbinden, ohne dabei pathetisch oder oberflächlich zu sein. "Giovannis Zimmer" ist wahrscheinlich sein bekanntestes Werk, daher fasse ich mich beim Inhalt ganz kurz: Der Amerikaner David - der sich seine Homosexualität eigentlich nicht eingestehen will - beginnt eine Beziehung mit dem Italiener Giovanni, während er in Paris auf seiner Geliebten Hella wartet, die sich auf einer Reise durch Spanien befindet. Als sie bei ihrer Rückkehr Davids Heiratsantrag endgültig annimmt, spitzt sich die Geschichte zu und endet in einer Katastrophe. Während im ersten Teil ein langsamer, atmosphärisch beschreibender Stil dominiert, aber immer wieder Hinweise auf den dramatischen Verlauf der Geschichte gegeben werden, nimmt das Erzähltempo im zweiten Teil zu und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Dieser Aufbau hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil er trotz seiner Dramatik nicht konstruiert wirkt. Alles was passiert, erscheint als logische, ja beinahe zwangsläufige Folge der Ausgangssituation. Die Figuren sind so gut entwickelt, dass ich sehr mit ihnen gefühlt habe und Verständnis für sie hatte, auch wenn sie mir nicht wirklich sympathisch waren. Baldwin behandelt das Thema Homosexualität sehr feinfühlig und vielschichtig, trotzdem ist das Buch natürlich auch in seinem historischen Kontext zu lesen. Der Roman wurde erstmals 1956 veröffentlicht - zu einer Zeit in der eine Beziehung zwischen Männern im besten Fall ein Tabu, wenn nicht ein Verbrechen war. Dies wird auch an den homo-/transphoben Aussagen der Figuren immer wieder deutlich und Davids Zwiespalt was seine eigene Sexualität betrifft, ist eine treibende Kraft für den Verlauf der Geschichte.

4

Ein zeitloser Klassiker der heute definitiv noch Relevanz hat. Die Sprache ist sehr zugänglich. Auch die Hintergründe dieses Werkes von James Baldwin sind sehr interessant. Ich möchte definitiv mehr des Autors lesen.

5

Berührend, verstörend, hilflos und zerbrechlich! James Baldwin war seiner Zeit weit voraus.

4.5

Liebe und Scham

James Baldwins Romane sind immer wieder eine Freude zu lesen. Seine gesellschaftlichen Analysen sind messerscharf und gewaltig. In „Giovannis Zimmer“ erleben wir die innere, zerrissene Gefühlswelt von David. Hin und her schwankend und zweifelnd, sich in die Arme Giovannis, oder in die leichte, gesellschaftlich akzeptierte Welt hinzugeben. Wie immer bei James Baldwin hat jede Person in der Geschichte, ihre eigene Tragik und ist auf ihre Weise verloren. Wahnsinnig emotional und mächtig wiedergegeben. 4,75 von 5

Liebe und Scham
5

Eine „Es darf nicht sein“-Liebe in Paris …und wieder eine Neuentdeckung für mich. Ich habe zwar schon das ein oder andere Mal den Namen James Baldwin durch die (un-)endlichen Weiten diverser Communities laut rufend und flüsternd gehört, gelesen hatte ich bislang aber nichts von ihm. Das hat sich nun geändert und ich heiße James Baldwin in der langen Reihe meiner (neuen) Lieblingsschriftsteller willkommen. Ich durfte im Rahmen einer Leserunde seinen erstmals 1956 veröffentlichten Roman „Giovannis Zimmer“ lesen, mit dem er lt. Beschreibung ein Tabubruch beging: als schwarzer Autor schrieb er die Geschichte einer Liebe zwischen zwei weißen Männern. Aus heutiger Sicht lässt sich natürlich nur der Kopf schütteln ob der Anfeindungen, die sich Baldwin nach der Veröffentlichung gefallen lassen musste, da es heutzutage - nicht wesentlich aber trotzdem - einfacher ist, als Schwuler oder als Lesbe zu leben und (öffentlich) zu seiner Liebe zu stehen. Die Protagonisten David und Giovanni können eigentlich nicht unterschiedlicher sein – und sind sich doch in gewisser Weise sehr ähnlich. Denn beide sind nicht wirklich in der Lage, lieben zu können – auf die ein oder andere Art. David ist ein Lebemann, der sich lieber aushalten lässt und seinen Papa im fernen Amerika um Geld bittet statt zu arbeiten. Giovanni verdient sein Geld in einer Schwulenbar in Paris. Da lernen sich unsere beiden Helden auch kennen. Von vornherein wissen die Leser*innen, dass diese (Liebes-)Geschichte tragisch endet; heißt es doch schon im ersten Satz „Ich stehe am Fenster dieses prächtigen Hauses in Südfrankreich, als die Nacht anbricht, die Nacht, die mich zum schrecklichsten Morgen meines Lebens führen wird.“ (S. 9) Im Lauf der Lektüre lernen wir die ambivalente Haltung Davids zu seiner eigenen sexuellen Orientierung kennen; auf der einen Seite seine klar homosexuelle Neigung, die er zwar schon als Jugendlicher entdeckt, sich dessen aber schämt und letztlich vergisst bzw. verdrängt. Bis – ja, bis er im Paris der 1950er Jahre auf Giovanni trifft, obwohl er zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur auf seine Freundin Hella wartet, die sich ob seines Heiratsantrags eine Bedenkzeit in Spanien erboten hat. Schließlich kommt es zum furios-tragischen Showdown, als David Giovanni für Hella verlässt – und am Ende ganz allein dasteht… Die Sprache Baldwins ist meisterhaft; sie entfacht bereits auf der ersten Seite einen Sog, dem sich die geneigte Leserschaft bis zum Schluss nicht mehr entziehen kann. Baldwin ist ein Poet, ein kluger Beobachter seiner Zeit; die oft philosophisch formulierten Gedanken gehen den Leser*innen in Mark und Bein über und man ist (fast) geneigt, nach dem äußerst hilfreichen und lesenswerten Nachwort von Sasha Marianna Salzmann den Roman gleich noch einmal zu lesen. Und auch jetzt – einige Tage nach der Lektüre - würde ich am liebsten noch einmal in das Paris der 1950er Jahre reisen, David schütteln und sich zu seiner Liebe zu Giovanni bekennen lassen. Dann hätte das Ende verhindert werden können *g*… So oder so: „Giovannis Zimmer“ ist ein sprachliches Meisterwerk und verdient nichts Anderes als 5* und eine glasklare Leseempfehlung! ©kingofmusic

4

Mein erstes Buch von James Baldwin, sicherlich nicht mein letztes.

Das Buch ist, obwohl 1956 veröffentlicht, immer noch hochaktuell. Der Protagonist David, ein weißer Amerikaner in seinen 20ern, der von seinem Vater finanziert in Paris lebt, führt eine Zeitlang eine lose Beziehung zu Giovanni, einem mittellosen Barkeeper. Er kann sich seine Gefühle zu Giovanni und die Tatsache, dass er homosexuell ist, jedoch nicht eingestehen, und kehrt daher zu seiner Verlobten Hella zurück; die Beziehung zu ihr wird ihm jedoch schnell langweilig. Die plötzliche Trennung von Giovanni führt daraufhin zu einem fatalen Ereignis. Es tut fast weh, zu sehen, wie die Charaktere keinerlei Chancen auf persönliches Glück haben, sich selbst nicht kennen, die Gefühle, die sie kaum benennen können, auch noch verleugnen und sich irgendwie in ein gesellschaftliches Korsett zu pressen versuchen (zumindest David und Hella). Die dichte und intensive Sprache führt einen mittenrein in das Paris der 1950er Jahre. Das Nachwort von Sasha Marianna Salzmann in der neueren Ausgabe ist sehr hilfreich, da es zum Einen Hintergrund zum Leben des Autors gibt und zum Anderen Kontext zur Geschichte vermittelt.

5

Ein sehr gutes Buch „Das ist das Geschenk, das Baldwin uns allen macht: Selbsterkenntnis.“

5

Hab’s geliebt. Was für eine Sprache, was für eine tragische Geschichte.

4

Wer bin ich? Wie liebe ich? Was bedeutet es, wenn Liebe nicht heteronormativ ist?

Giovannis Zimmer hat mich tief bewegt und gleichzeitig erschöpft – im besten Sinne. Auf wenigen Seiten zwingt Baldwin einen dazu, die inneren Konflikte seiner Figuren hautnah zu fühlen. Mann Mann Mann ….Diese Schwere, dieses dauernde Schwanken zwischen Sehnsucht und Scham, zwischen Nähe und Flucht – all das ist so dicht beschrieben, dass es fast körperlich spürbar wird. Besonders Davids ambivalente Suche nach sich selbst hat mich krass getroffen. Und auch so schwermütig werden lassen. Sein Hin- und Hergerissen-Sein zwischen verschiedenen Geschlechtern, sein Versuch, eine Identität zu wählen, die sich „richtig“ anfühlt, und gleichzeitig sein ständiges Scheitern an den eigenen Ängsten – das macht die Geschichte so schmerzhaft authentisch. Baldwin zeigt, wie zerstörerisch es werden kann, wenn Menschen ihre Wahrheit nicht leben dürfen, und wie tief der Wunsch nach Liebe und Zugehörigkeit in uns allen brennt. Ein schmerzhaft schönes Buch. Schwer, intensiv, und wirklich gut!

5

Unglaublich gut, unglaublich schmerzhaft

Niemand schreibt so intensiv und so tragisch über menschliche Gefühle. Ein Meisterwerk, das einen verzweifeln lassen kann, nachdenklich stimmt und die eigene Menschlichkeit fühlen lässt.

5

“Hella and I had walked here, Giovanni and I had walked here. And with each step, the face that glowed insistently before me was not her face, but his.”

If only David had been honest about his feelings.

4.5

Ein grossartiger Roman vom grossartigen James Baldwin.

4.5

"I remember that life in that room seemed to be occuring beneath the sea, time flowed past indifferently above us, hours and days had no meaning"

Ich habe lange gezögert, ob ich das Buch kaufen soll oder nicht. Als ich es dann doch gekauft habe, habe ich lange gebraucht um den ersten Part des Buches zu beenden, da mich Davids Lebensgeschichte und seine erste Zeit in Paris nicht ganz mitgenommen hat. Jedoch hat mich dann der zweite Part des Buches sehr gepackt und ich bin sehr froh das ich es gelesen habe!! (gebt nicht auf wenn ihr den ersten Teil nicht spannend findet) Ganz leichte Spoiler: 💫 Baldwins poetische Darstellung von Paris aus den 50er Jahren ist ihm auch sehr gelungen. Ich bin auch ein sehr großer Fan von seinen Charakterdarstellungen von David, Hella und Giovanni gewesen. Hella wirkte sehr modern mit manchen Ansichten und Verhaltensweisen von ihr. Auch Davids Zwiespalt zwischen einem geheimen Leben mit Giovanni und einem "sicheren" Leben mit Hella fand ich sehr gut gemacht, insbesondere da sein Zwiespalt gut dargestellt worden ist. Giovannis Schmerz wurde auch wundervoll dargestellt. Jedoch war ich nur etwas geschockt von seinem Frauenbild, welches sich aber auch generell durch das Buch gezogen hat ("... they need to be beaten half to death so that they can find out who rules the world). Ich möchte das Buch auf jeden Fall nochmal erneut lesen und mich mehr mit dem Buch auseinandersetzen. Es wurde defintiv zu eines meiner neuen Lieblingsbücher. Ich kann es sehr empfehlen! :)

"I remember that life in that room seemed to be occuring beneath the sea, time flowed past indifferently above us, hours and days had no meaning"
4.5

Ich wusste, dass es wehtun würde. Aber nicht, dass es so wehtut. David liebt Giovanni – irgendwie. Aber in einer Welt, in der Männlichkeit toxisch und Heteronormativität Gesetz ist, reicht dieses „irgendwie“ nicht. Also verdrängt er. Lässt Giovanni fallen. Und am Ende stirbt nicht nur Giovanni – sondern auch etwas in David. Und vielleicht auch im Leser. James Baldwin erzählt keine klassische Liebesgeschichte. Sondern eine über Scham, Selbsthass und die zerstörerische Kraft gesellschaftlicher Erwartungen. Über das Gefühl, falsch zu sein, nur weil man liebt. Über das Schweigen, das tötet. Und über ein Paris, das schön glitzert – aber eiskalt ist, wenn man nicht reinpasst. Dieses Buch ist alt – und leider immer noch aktuell. Es ist klug, wütend, zärtlich und traurig. Und es hat mich mehr über queere Identität, Männlichkeit und Angst gelehrt als viele Sachbücher. Ein schmaler Roman mit schwerem Gewicht. Und ein literarischer Faustschlag.

5

Sehr bedeutend. Immer noch und wieder relevant. 10/10!

Ich wusste ja, dass das Buch zu den relevantesten LGBTQI+ Romanen des letzten Jahrhunderts gehört und hab es trotzdem nicht geschafft es von meinem obersten Regalbrett zu holen. Ein Glück fiel es mir jetzt wieder in die Hände. Was für ein Buch! Die Zerrissenheit, der Schmerz, die Gefühle, die Selbstverleugnung, die toxische Männlichkeit - alles was diese Geschichte beschreibt, ist global gesehen immer noch so hoch aktuell und hat mich in der Darstellung sehr ergriffen. Habe mich oft gefragt, wie meine eigene Geschichte vielleicht gelaufen wäre, wäre ich 50 Jahre früher zu Welt gekommen. Mir kamen unverhältnismäßig oft die Tränen. Vor allein bei den Dialogen zwischen Giovanni und David. Mehr will ich auch gar nicht schreiben. Hat mich unglaublich berührt!

4.5

„Il est dangereux, tu sais“

Intensives Leseerlebnis. Man spürt förmlich die Gemütszustände der Protagonisten. Die metaphernreichen Beschreibungen z.B. des titelgebenden Zimmers und der Charaktere, die zahlreichen Interpretationsmöglichkeiten machen den Roman zu einem Buch, welches man unbedingt mehrmals lesen sollte.

4.5

James Baldwin, du hast mein Herz!🩷✨️

unglaublich schön und schmerzhaft Hatte Tränen in den Augen als ich dann noch das Nachwort gelesen hatte und gemerkt habe wie prägnant dieses Buch für den Autor selbst ist. Das einzige was mich etwas gestört hat, waren die französischen Passagen.

3

„'Look,' said Giovanni, as we crossed the river. 'This old whore, Paris, as she turns in bed, is very moving.'“ Eine Beziehung zwischen zwei Männern, die in der Szene von Paris auf- und untertauchen. Ich ziehe meinen Hut vor dem Autor für den Mut, dieses Buch in den 50er Jahren zu veröffentlichen, kann die Atmosphäre gut nach-, mich aber mit dem Ende schwer abfinden.

5

Absolutes Muss

„Giovannis Room“ ist ein absolutes Muss für alle, die sich mit queerer Literatur auseinandersetzen möchten. James Baldwin liefert in diesem Roman eine tiefgründige und zugleich schonungslose Darstellung von Identitätskonflikten und Selbsthass. Sein Schreibstil ist dabei skrupellos ehrlich, was der Geschichte eine besondere Intensität verleiht.

4.5

„Perhaps home is not a place but simply an irrevocable condition“

Leicht. Schwer. Leidenschaftlich. Tragisch. Ein so dünnes Buch, eine so gewaltige Geschichte – über Liebe, Identität und Selbstfindung mit teilweise wunderschön poetischer Sprache. Dieses Buch hat irgendwas mit mir gemacht. Es hat mich mit ins Paris der 50er-Jahre genommen. In die kleinen Cafés und Bars, in enge Gassen, in Giovannis Arme und sein Zimmer, das sich so warm und beklemmend zugleich angefühlt hat. Auch wenn Rassismus und (Homo)Sexualität hier im Mittelpunkt stehen, letztlich geht es darum, Angst vor der eigenen Identität zu haben. Davor, sich zu verlieben und dabei nicht den gesellschaftlichen Normen gerecht zu werden. Wie traurig, wie relevant das auch knapp 70 Jahre später noch ist.

„Perhaps home is not a place but simply an irrevocable condition“
4.5

Dicht geschrieben. Jeder Satz sitzt.

„Du glaubst, du bist hier in Seife gehüllt hergekommen, und du glaubst, du kommst in Seife gehüllt raus – und in der Zwischenzeit willst du nicht stinken…“ Dieses Zitat beschreibt sehr gut den „Dream of Innocence“, dem der Ich-Erzähler, David nachhängt. Einem Traum nach dem Reinen, Unsexuellen, Unschuldigen, dem viele US Amerikaner entsprechen wollen, auch heute noch - zumindest in der Außenwirkung. David lernt bei einem Aufenthalt in Paris Giovanni in einem Schwulen-Etablissement kennen. Der Italiener ist Barkeeper, sieht unglaublich gut aus und fühlt sich sehr offensichtlich zu David hingezogen. Er verbirgt seine Homosexualität nicht, während David sich das „männliche“ Hetero-Dasein erhalten möchte, seine Neigungen als Nebensächlichkeiten, Zufälle und Spielereien abtut. Es wird aber sehr schnell klar, dass auch er mehr für Giovanni empfindet, als er sich selber eingesteht. David ist verlobt und sie ist auf Reisen. Und obwohl er gar nicht sicher ist, was er für Hella empfindet, macht erseinem Liebhaber schnell klar, dass er zu dieser Frau gehört und mit ihr in die Staaten zurückgehen wird. Giovanni Leidenschaft und seine überbordenden Emotionen drücken sich in verschiedenen Handlungen aus. David aber kann nicht lieben und tut es irgendwie doch. Als er Giovanni verlässt, stürzt das den Italiener in den Abgrund. Laut Baldwin haben wir es nicht mit einem homosexuellen Roman zu tun, sondern einem Roman über Menschen, die Schuld und Leidenschaft empfinden können, und genauso habe ich den Text auch gelesen. Es war zwar offensichtlich, dass wir uns hier in der homosexuellen Szene und in den 50er Jahren bewegen, aber ich hab immer wieder gedacht, dass diese art zu lieben geschlechtsunspezifisch ist. Die Figur des David ist sehr vielschichtig beschrieben. Man glaubt als Leser*in die ganze Zeit mehr über ihn zu wissen, als er selber. Er sucht ständig nach Schutz, sich seiner eigenen Sexualität nicht stellen zu müssen, und übergeht dabei die Grenzen vieler Menschen. Der Gegensatz zwischen den überbordenden Gefühlen Giovannis und der kühlen Distanz Davids machen das Spannungsfeld in diesem Plot aus. Die Bewahrung des Status Quo als Heteroperson und der emotionale Bankrott, den David hier offen legt wurden von Baldwin gut in Zusammenhang gesetzt. Die Zerrissenheit Davids, die er immer wieder rechtfertigt und in Distanz verpackt ist ebenso gut getroffen wie Giovannis Verzweiflung, die wir oft aber nur aus 3. Hand erzählt bekommen. Der Streit zwischen den beiden Protagonisten war sehr intensiv genauso wie die Offenbarung, die er später gegenüber Hella erlebte. Baldwin war ein guter Beobachter der amerikanischen Gesellschaft, hat er die weiße Country Club Schicht doch länger beobachtet, als sie ihn, wie er in einem Interview sagt. Auf weniger als 200 Seiten hat er sehr dicht die Atmosphäre dieser (damals noch) verbotenen Szene aufleben lassen und auch Pariser Flair kommt nichts zu kurz. Das Einweben vieler französischer Worte und Sätze hat dies noch unterstützt. Alle Figuren sind deutlich und erlebbar gezeichnet. Und sie sind ausnahmslos weiß. Das war der eigentliche Knackpunkt, warum das Buch in Amerika nicht verlegt werden konnte. Baldwin hatte in Großbritannien mehr Glück und das Buch kam 1956 raus. Nichtsdestotrotz findet sich hier sehr viel Autobiografisches wieder. Ein beeindruckendes Lese-Erlebnis, dass man nicht mal eben schnell hinter sich bringt. Sehr konzentriert auf den Punkt gebracht und eine unbedingte Leseempfehlung. Unbedingt auch das Nachwort lesen!

5

Beeindruckend

Rezension James Baldwin „Giovannis Zimmer“ Wow was für ein außergewöhnlich gutes Buch. Dieses Werk war mein erstes von James Baldwin. Die Neuauflagen sind wunderschön und ich dachte mir:“ Gut dann sollte ich mal schauen, ob sie mich auch inhaltlich überzeugen können.“ Wir begleiten in dieser Geschichte den jungen David, der in den 50er Jahren in Amerika lebt. In einer Bar lernt er den jungen Giovanni kennen und er beginnt mit ihm eine Affäre. Bald wird ihm klar, wie sehr er sich zu Giovanni hingezogen fühlt. Die Sache hat nur einen Haken. Seine Verlobte kommt zu ihm zurück und mit ihr beginnt die Geschichte zu kippen. Wie hat mir das Buch gefallen? Es hat mich von den Socken gehauen. Dafür das schon ein eher betagtes Buch ist, hat es für mich nicht an Charme verloren. Es fühlt sich an, als würde man einen spannenden Film schauen und dabei die Zeit vergessen. Die Dialoge, die Tiefe ja einfach alles hat mir an diesem Buch gefallen. Als ich das Buch am Ende schließen musste (da es zu Ende war), konnte ich nur noch die Wand anstarren, weil es so gut war und ich richtig mitgelitten habe. Es ist und das muss ich ganz klar sagen, eine tragische Liebesgeschichte. Doch aus diesem Bereich meine persönliche Nummer 1. Eine große Leseempfehlung und ganz klar 5 Sterne von mir ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Beeindruckend
5

Ein wirklich einfühlender Roman, der beschreibt wie schwer es ist bzw. sein kann, sich seine Homosexualität einzugestehen. Der Schreibstil ist sehr gut.

5

„love him and let him love you. Do you think anything else under heaven really matters?“

Kurz und knapp: Ein literarisches Meisterwerk. Jedes Wort hat Bedeutung. In einer beeindruckend dichten, metaphorischen und dennoch melodischen Sprache entfaltet sich hier eine tragische, herzzerreißende Geschichte über einen Mann, der sich in einen Mann verliebt, während er mit einer Frau verlobt ist. Eine Liebe, die im Paris der 1950er Jahre alles andere als gesellschaftlich akzeptiert ist. David kämpft gegen sein Selbstbild und seine Vorstellung von Liebe an. Gegen gesellschaftliche Normen und Erwartungen und gegen seine Angst, diesen nicht zu genügen. Diesen inneren Kampf Davids, der aus internalisierter Scham sich und seine Gefühle vor sich selbst aber auch allen anderen leugnet, hat Baldwin so sprachgewaltig formuliert, dass man nicht anders als mitfühlen kann. Und sich am liebsten jeden Satz markieren möchte. James Baldwin kritisiert in Giovannis Room auf nur 150 Seiten nicht nur den gesellschaftlichen Stand von Homosexualität zur damaligen Zeit, sondern auch das starre Bild von Männlichkeit allgemein. Ich habe selten einen Roman gelesen, der es schafft, eine individuelle Geschichte so gekonnt für allgemeines stehen zu lassen. Für mich ein Must-Read und definitiv nicht mein letzter Baldwin Roman. ‼️ Achtung ab hier kleiner Spoiler: Eine der stärksten und aussagekräftigsten Szenen in verschiedenster Hinsicht war für mich die Barszene, in der Davids Verlobte Hella von seiner Homosexualität erfährt. Ihre Reaktion ist still, aber lässt tief blicken. Sie bleibt nicht die brave, betrogene Frau, sondern zieht als einzige Figur Konsequenzen, zeigt Integrität und verdrängt nicht. Abgesehen davon bleiben die wenigen Frauenfiguren eher klischeehafte Skizzen, was wohl einerseits die damalige Haltung gegenüber Frauen spiegelt und andererseits daran liegt, dass sie in Davids Innenleben auch nur Randfiguren sind. Aber, um ehrlich zu sein, ist für mich persönlich die Rolle der Frau in diesem Roman auch einfach nicht im Fokus. Von daher kann ich gut darüber hinwegsehen.

„love him and let him love you. Do you think anything else under heaven really matters?“
4

Gut, dass die 50er Jahre vorbei sind

Eine "Liebesgeschichte", die den Umständen der damaligen Zeit geschuldet, sich in eine persönliche (und tödliche) Tragödie entwickelt. Ich muss leider sagen, dass mir die Liebe total gefehlt hat. Menschen die sich wirklich schlecht behandeln und das dann Liebe nennen... Wer hier eigentlich wirklich wen liebt oder sich das irgendwie einredet ist mir bis zum Ende nicht ganz klar geworden, denn bei mir ist nicht viel Liebe, noch nicht mal eine Spur gutes Gefühl, angekommen. Vom eigentlichen Thema des Tabus von Homosexualität und der damit verbundenen Scham abgesehen, hat mich die Art wie über Frauen gedacht, gesprochen oder mit ihnen umgegangen wird ehrlich gesagt etwas schockiert. Ich bin trotzdem froh das Buch gelesen zu haben aber ich wüsste nicht wem ich es empfehlen würde. Trotz der teils schönen Sprache hat es mich sehr runtergezogen... aber das ist wohl so gewollt...

Create Post