Geschichte der deutschen Literatur Bd. 11: Schreiben in finsteren Zeiten

Geschichte der deutschen Literatur Bd. 11: Schreiben in finsteren Zeiten

Ebook
5.01

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Description

Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutete für die deutschsprachige Literatur eine beispiellose Herausforderung. Zweieinhalbtausend Autoren, darunter die besten, mussten Deutschland verlassen. Wer blieb und sich nicht auf die Seite des NS-Regimes stellte, war von Verfolgung bedroht. Trotzdem entstanden Werke von großer zeitgeschichtlicher Repräsentanz und hohem literarischen Rang. Helmuth Kiesel hat die erste Gesamtdarstellung der Epoche aus einer Hand geschrieben. Sie erschließt ein riesiges literarisches Feld zwischen Regimetreue und Exil und vermittelt ein bewegendes, oft erschütterndes Bild jener Zeit. Die schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Gegenwart verlangte von den Autoren in den Jahren 1933–1945 besondere existentielle Kraft, politische Klarheit und literarisches Darstellungsvermögen. Helmuth Kiesel widmet sich in seiner großen Epochendarstellung der Literatur des Exils und der inneren Emigration, aber auch regimenahen Autoren, ebenso der österreichischen und schweizerdeutschen Literatur. Dabei stellt er die berühmten Werke der Epoche vor, von Anna Seghers’ Das siebte Kreuz bis Thomas Manns Doktor Faustus, von Ernst Jüngers Marmorklippen bis Hermann Hesses Glasperlenspiel – und daneben zahlreiche vergessene Bücher, die literarisch bemerkenswert und historisch aufschlußreich sind. Viele Autoren sahen ihre Hauptaufgabe darin, die «finsteren Zeiten» (Bertolt Brecht), die sie erlebten, geschichtlich zu ergründen und ihnen mit den Mitteln der Literatur entgegenzutreten. Helmuth Kiesel bringt ihre Stimmen in großer Breite und mit einer bisher nicht erreichten Intensität zur Geltung.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
Criticism & Literary Studies
Format
Ebook
Pages
1392
Price
57.99 €

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5

Schreiben gegen das Vergessen

Kaum ein Buch, das einem so kalt den Atem anhält und gleichzeitig so warm ums Herz wird. Helmuth Kiesel legt mit diesem Band eine literarische Landkarte vor, die in alle Richtungen zieht: Exil, innere Emigration, Regimetreue — und dazwischen Menschen, die mit Feder, Mut und manchmal feinem Zynismus gegen das Ersticken ankämpfen. Beim Lesen merkte man, wie oft Literatur mehr ist als Sprache: Überlebenskunst, Zeugnis, Widerstand. Die Texte, die Kiesel auswählt und einordnet, leben von kleinen Widersprüchen. Ein Autor flieht, ein anderer bleibt — und beide versuchen, mit Worten zu überleben. Das ist kein staubiges Kapitel in einem Seminarbuch, das ist Pulsschlag. Überraschend oft stieß man auf vergessene Perlen, die mehr erzählen als so manche berühmte Romankoloss: kurze Szenen, Briefe, Fragmente, die in der Summe ein Bild erzeugen, das bis ins Mark trifft. Kiesel schreibt mit der Sicherheit eines Historikers und dem Blick eines Lesers, der noch bei offenen Lippen zuhört. Er urteilt selten, erklärt viel, lässt Raum für das Unausgesprochene. Genau dieses In-Between macht das Buch zu einem Erlebnis — spannend, melancholisch, manchmal bitter, oft tröstlich. Wer wissen will, wie Menschen in finsteren Zeiten mit Sprache umgingen, bekommt hier eine umfassende, kluge und bewegende Antwort. Am Ende bleibt ein Gefühl: Dankbarkeit dafür, dass jemand so sorgfältig gesammelt hat, was Erinnerung braucht. Und ein bisschen Wut darüber, wie schnell auch große Stimmen überhört werden können. Ein Muss für alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern erleben wollen.

Schreiben gegen das Vergessen
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