Freie Liebe

Freie Liebe

Hardback
3.327

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Description

Sommer 1967. Die Welt ist in Aufruhr. Die Jugend geht auf die Straße. Doch die Fischers neigen nicht dazu, aus der Reihe zu tanzen. Ihre kleine Welt in einem Londoner Vorort ist grundsolide: Die hübsche Phyllis kümmert sich rührend um den Haushalt und um die beiden Kinder, den neunjährigen Hugh, ihren Goldjungen, und die fünfzehnjährige Colette, während Gatte Roger im Außenministerium Karriere macht. Doch als der kaum zwanzigjährige Nicholas Knight in einer schwülen Sommernacht heftig mit Phyllis flirtet und sie schließlich leidenschaftlich küsst, gerät alles durcheinander. Phyllis nimmt die Welt mit neuen Augen wahr und trifft eine Entscheidung, die allen Erwartungen an eine brave Ehefrau und Mutter zuwiderläuft.Scharfsinnig und mit großer Empathie erforscht Tessa Hadley das Innenleben ihrer Figuren, ihre Ängste und Sehnsüchte. Freie Liebe erzählt auf unwiderstehlich sinnliche, einfühlsame und kluge Weise von einer Frau, die sich aus dem Korsett eines bürgerlichen Lebens zu befreien versucht, von den Möglichkeiten und Grenzen romantischer Liebe, von Pflichten und Auf- brüchen - und den Folgen, die das Streben nach Selbstverwirklichung haben kann.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
384
Price
22.70 €

Author Description

Tessa Hadley, 1956 in Bristol geboren, wechselt zwischen zwei Rollen hin und her: Ihr »soziales Ich« kümmert sich um ihren Ehemann, ihre drei Söhne und ebenso viele Enkelkinder, während ihr »schreibendes Ich« geduldig hinter den Kulissen warten muss, bis es wieder auftreten darf. Aber das eine gäbe es nicht ohne das andere: Auch in ihrem Schreiben beschäftigt sich Hadley, wie ihre großen Vorbilder Jane Austen und Jean Rhys, mit dem Familienleben und sozialen Beziehungen. Bevor sie sich dem Schreiben widmete, arbeitete Tessa Hadley kurze Zeit – sehr unglücklich – als Lehrerin. Mit Ende dreißig studierte sie Kreatives Schreiben in Bath (wo sie heute unterrichtet) und promovierte mit einer Arbeit über Henry James. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie erst mit 46. Für ihre Romane und Kurzgeschichten erhielt sie zahlreiche Preise, 2009 wurde sie zum Fellow der Royal Society of Literature gewählt.

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London erlebt die 1967-er Unruhen, Proteste sind an der Tagesordnung. Mitten in der turbulenten Zeit lebt die Familie Fischer beschaulich in einem Vorort. Phyllis, Hausfrau und Mutter, ihr Ehemann Roger, der einen einflussreichen Beruf im Aussenministerium hat und die beiden Kinder, der neunjährige Hugh und Teenager Colette. Einer alten Freundin zuliebe laden die Fischers deren Sohn Nicholas zum Essen ein. Nicky flirtet heftig mit Phyllis, diese ist sofort verzaubert von dem Zwanzigjährigen. Schon bald entwickelt sich eine Amour fou zwischen den beiden und Phyllis muss Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die Erwartungen an sie infrage stellen und gegen die allgemeinen Konventionen gehen. Die Geschichte handelt 1967 und ist dementsprechend eher altmodisch gehalten. Es wird noch per Telefon, notfalls in einer Telefonzelle, kommuniziert und auf der Schreibmaschine werden Briefe geschrieben. Tessa Hadley, die "Freie Liebe" 2021 herausgegeben hat, war durchwegs überzeugend in den vielen Details. Auch die Rolle, die Phyllis innehat, ist typisch für diese Zeit. Sie organisiert Haushalt und Kinder und hält ihrem Mann den Rücken frei. Doch dabei ist sie nicht glücklich und der Ausbruch aus dieser scheinbar perfekten Fassade ein harter innerer Kampf. Bis sie sich gegen ihre Familie und für ihre Selbstbestimmung und ihr inneres Glück entscheidet. Dieser Ausbruch aus den Fesseln der Konventionen bringt für ihre Familie eine grosse Veränderung. Vor allem die 15-jährige Tochter Colette nagt schwer daran. Die Autorin hat einen wirklich gut zu lesenden Schreibstil und hat es sehr gut verstanden, die Figuren so zu charakterisieren, dass man versteht, was in ihnen vorgeht. Ich konnte mich absolut wertungsfrei auf die Geschichte einlassen. Denn ich konnte nachvollziehen, wie sich die einzelnen Parteien fühlen. Phyllis zum Beispiel, die unglücklich in ihrer Ehe ist und sich gegen ihre Kinder entscheidet, um sich ganz zu fühlen. Wenigstens ein einziges Mal in ihrem Leben selbst bestimmt zu entscheiden. Roger, der eigentlich ein guter Ehemann ist und irgendwo seine Frau und ihren Mut versteht. Colette, die wissen will, was Sache ist und in akribischer Detektivarbeit versucht ihre Mutter aufzuspüren. Und dann ist da noch der neunjährige Hugh, der als Einziger nicht glaubhaft war. Denn so wie er spricht, reagiert und handelt ist er nie und nimmer ein Neunjähriger. Da hat die Autorin arg danebengehauen in der Charakterisierung. Wendungen, die überraschen, machen "Freie Liebe" zu einem abwechslungsreichen Familienroman, in dem auch tiefer gehende Themen angesprochen werden.

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Die 60er, Politik, unvorhergesehene Handlungen: Ein spannendes, atmosphärisches Buch mit Schwächen in der zweiten Hälfte

Der Anfang des Buches zog mich sofort in den Bann der 60er. Der nüchterne und zugleich poetische, naturverbundene Schreibstil gefiel mir sehr gut. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Phyllis und ihrer Affäre weiterging. Wie sie sich entscheidet - Hausfrau und Mutter oder das wilde, freie Leben in London an der Seite eines 20 Jährigen. Leider lässt das Buch in der zweiten Hälfte sehr nach, driftet ins politische ab und enthält unnötige Plottwists. Deshalb insgesamt 3/5 Fazit: Ein unvorhersehbares, spannendes, atmosphärisches Buch mit Schwächen in der zweiten Hälfte.

3

Lässt sich entspannt lesen und plätschert so dahin, ohne wirklich zu berühren. Die Geschichte hätte man auch gut auf weniger Seiten erzählen können, vielleicht sogar besser.

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