Female Working

Female Working

Ebook
2.54

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Description

Wie kann unsere Arbeitskultur aussehen, wenn wir nicht mehr in den männlichen Prinzipien des Höher-Besser-Weiter denken? Wenn wir stattdessen feminine Qualitäten suchen – auch und gerade im Business? Immer noch werden Fähigkeiten, die als "weiblich" gelten, abgewertet oder unsichtbar gemacht. Die Fokussierung auf das Männliche treibt unseren Planeten ans Limit und uns selbst in die Erschöpfung. Wie sind wir als Gesellschaft dahingekommen? Wie kann man die Faktoren neu sortieren? Veronika Fischers Analyse reicht von der Steinzeit über die Hexenverfolgung bis ins postindustrielle Zeitalter, begleitet von feministischer Literatur. Weibliche Qualitäten wie Intuition, zyklisches Arbeiten, Solidarität, die Kraft des Schöpfens und eine gute Balance werden erlebbar. Verschiedene Künstler:innen kommen in Interviews zu Wort, ihre kreativen Tools ermutigen und inspirieren Sie zu Ihrem eigenen Weg. Wenn wir unsere kreative Kraft mehr in unseren Alltag und in unsere Arbeit integrieren, erwartet uns weniger Stress und mehr Lebensfreude!

Book Information

Main Genre
Self-Help & Non-Fiction
Sub Genre
Career & Business
Format
Ebook
Pages
240
Price
18.99 €

Posts

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Nein. Ich habe wirklich keine Lust auf so einen oberflächlichen Feminismus. Zwischen all den Glückskekssprüchen und Takes, die eigentlichen allen eh klar sind, wird deutlich, dass die Autorin nicht aus ihrer Haut als wahnsinnig privilegierte Person mit Luxus-Job, den man von Zuhause aus mit freier Zeiteinteilung machen kann, heraus kommt. Für den Großteil der Menschen und deren Arbeitssituation hat sie keinen Blick. In feministischen Texten vermisst sie Kreativität und Beschreibungen von Fürsorge, nennt aber keine konkreten Beispiele, die sie kritisieren könnte. Stattdessen kommt der folgende Geistesblitz: “Man kann auch Feminist*in sein und sich gleichzeitig liebevoll um andere Sorgen.” Ja, wer hat das denn angezweifelt oder abgestritten? Genau das wird in der Bewegung doch immer gepredigt! Sprüche wie “The future is female” und “Frauen müssen nicht aufhören sich zu kümmern, Männer müssen damit anfangen” zielen genau darauf ab. Irgendwie wird hier so ein Strohmann aufgebaut, ohne Beispiele, ohne Quellen. Und gegen den argumentiert die Autorin dann. Das Buch ist außerdem geprägt von ihrer persönlichen Geschichte, Arbeit, Einstellung und Rolle als Mutter. Leider interessiert mich nichts davon. Die meisten Infos kannte ich schon, sei es die Tatsache, dass auch Frauen früher Jägerinnen und Kriegerinnen waren, der Gendergap auf Wikipedia, die unentgeltliche Hausarbeit… das alles habe ich schon mal besser formuliert in anderen Büchern gelesen. Und wo wir dabei sind: ich mochte die Sprache im Buch nicht. Man wird ständig direkt und mit du angesprochen, bekommt komische Tipps um die Ohren geknallt, muss Formulierungen wie “auf Festivals steilgehen” aushalten. Es liest sich wie ein Jugendratgeber oder ein Jolie-Artikel. Das ist einfach überhaupt nicht meins. Als Sahnehäubchen gibt es noch jede Menge Schwurbel-Interviews, zB in Richtung “femininer und maskuliner Energie”. Nein, es reicht nicht aus, diese Eigenschaften allen unabhängig vom Geschlecht zuzuweisen! Das Problem ist doch, dass wir Eigenschaften/Farben/Hobbies etc überhaupt vergeschlechtlichen. Dazu noch binär. Das gehört gewaltig kritisiert und nicht reproduziert! Und dann dieser unwissenschaftliche Unfug von “Balance” und dass es schlecht wäre “zu sehr in einer Energie” zu sein. Alles schön ohne Quellen, denn hier geht's um Gefühle, nicht um Fakten. Unglaublich. Es ist im Verlauf immer wieder vom “am Schreibtisch sitzen” die Rede. Nun wird es einige vielleicht überraschen, aber die allermeisten Menschen (vor allem Frauen), arbeiten gar nicht am Schreibtisch, sondern in der Gastro, Pflege oder im Handel. Eine Einzelhandelskauffrau bei Aldi kann nicht “zyklisch” arbeiten und schon gar nicht von zuhause aus. Eine Altenpflegerin entscheidet nicht selbst, wann jemand gewaschen werden muss, sondern hat dafür Zeiten einzuhalten. Die Kellnerin kann nicht sagen, dass ihr heute nicht nach Bewirtung zumute ist und sie eigentlich auf die Couch gehört. Für die Autorin natürlich alles Ausreden: Wenn ihr nicht so frei seid, dann geht halt früh schlafen (Frauen in Spät- und Nachtschicht gibts ja nicht) und fragt Leute auf der Arbeit, ob sie schwere Tätigkeiten für euch übernehmen - die werden sich bedanken, wenn man jeden Monat mehrere Tage nicht belastbar bist. (Und ja, ich bin eigentlich auch dafür, dass man monatlich ein paar Tage Periodenfreistellung hat, wie in Spanien oder Japan, es darf aber für die anderen nicht zum Problem werden - da sehe ich natürlich die Arbeitgeber in der Pflicht) Sehr schön auch, wie die Autorin Leute verurteilt, die gerne Krimis (ihr Beispiel ist der Tatort) gucken, denn wie kann man sich “mit einem gewissen Genuss” Mord und Totschlag ansehen? Na Mensch, ich als Horrorfan, was Bücher und Videospiele angeht, muss ja dann wirklich eine schlimme Person sein. Judgy McJudgerson hat gesprochen. Es gibt noch einen richtig tollen HotTake, habt ihr garantiert noch nie gehört, haltet euch fest: Smartphones sind böse. Und die Autorin kann das sehr gut beurteilen, sie hatte nämlich noch nie eins. Ja, an der Stelle habe ich sehr gelacht - immerhin danke dafür. Sie zitiert dann Anke Engelke, die auch kein Smartphone besitzt, unter anderem mit diesem Satz: “Ich möchte lieber viel lesen.” Und ich sitze hier mit gerunzelter Stirn, so als Person MIT Smartphone, die jedes Jahr um die 100 Bücher liest. Wie schaffe ich das nur? Es ist pure Magie! Übrigens, wenn euch alles über den Kopf wächst, dann stellt doch einfach jemanden ein, der oder die unliebsame Aufgaben für euch erledigt. Was, zu teuer? Ausrede. Es lohnt sich schließlich auf lange Sicht! Und man kann sich das Geld ja aus den Rippen schneiden. Wie, es wird kritisiert, dass solche Arbeiten oft wieder an andere (migrantische) Frauen ausgelagert werden? Naja, äh, upsi, dann müssen wir die halt besser bezahlen. Bei “die armen, armen Männer haben es ja auch so schwer” war mir dann einfach nur noch schlecht. Sie sagt, Männer erleben öfter Gewalt - und lässt weg, dass die Täter meist auch männlich sind. Sie sagt, Männer sterben eher und haben eine schlechtere Gesundheit - und lässt weg, dass das unter anderem mit der eigenen Lebensführung zusammenhängt. Sie sagt, Jungs verlieren im Bildungswesen - und lässt weg, dass Männer dieses erschaffen und Frauen über einen langen Zeitraum verwehrt haben. Jetzt, wo Frauen (minimal, das wird höher gepuscht als es ist) besser sind, ist das System auf einmal fehlerhaft und kaputt. Interessant. Sie sagt, dass man Männern eher mit Misstrauen begegnet - und lässt weg, dass diese alle Gewaltstatistiken als Täter dominieren und viele Frauen schon einschlägige Erfahrungen gemacht haben, die überhaupt erst zu Misstrauen führen. Ich weiß nicht mal, für wen das Buch sein soll. Man wird angesprochen, als wäre man zwölf, inklusive seltsame “Übungen” und Modetipps (ja, wirklich), aber es geht eben auch um Arbeit und Mutterschaft. Oh, und: Es wird keine einzige Person aus einem systemrelevanten oder gar prekären Beruf interviewt, sondern ausschließlich Menschen in seltenen Luxus-Jobs, die ihre Träume verwirklichen. Für mich ein Flop. Not sorry.

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