Emotional Female
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Description
Yumiko Kadota war der Traum aller asiatischen Eltern: Musterschülerin, Medizinstudentin, immer die Beste. Sie ordnete alles der ersehnten Karriere unter. Doch die Realität im öffentlichen Gesundheitswesen brach sie. Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung. Man nannte sie »emotional«, »zu selbstbewusst«. Irgendwann war es zu viel, Yumiko kündigte. Als sie ihren Blog mit den Worten begann: »Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich gebe auf. Ich gebe meinen Traum auf, Chirurgin zu werden«, ging ihre Geschichte viral. Seither ist Yumiko Kadota die Stimme ihrer Generation, wenn es um Burnout geht und darum, nach einem Zusammenbruch wieder auf die Beine zu kommen.
Book Information
Author Description
Yumiko Kadota wurde in Tokio geboren und lebt heute in Sydney, Australien, wo sie als Fachärztin für Ästhetische Medizin arbeitet. 2018 hat sie ihre Tätigkeit in einem öffentlichen Krankenhaus aufgegeben, nachdem sie an Burnout erkrankte. Ein Blogbeitrag, den sie zu diesem Thema schrieb, sorgte Anfang 2019 für viel Aufmerksamkeit und ebnete ihr den Weg zum Schreiben dieses Buchs. EMOTIONAL FEMALE war bei den Australian Book Industry Awards für die beste Biografie und das beste Hörbuch nominiert. Instagram: @dryumikokadota
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
✨ Rezension ✨ Emotional Female | Yumiko Kadota | Pola | 448 Seiten | Übersetzt von Anke Angela Grube | ⭐️⭐️⭐️⭐️🌟
Yumiko nimmt uns in ihrem autobiografischen Buch mit durch ihr Leben. Geboren in Japan, aufgewachsen in Singapur, London und Australien, war sie immer ehrgeizig und bestrebt Bestleistungen zu erbringen. Sportlich und Schulisch hat sie sich stets hohe Ziele gesetzt und diese verfolgt. Nach der Schule entscheidet sie sich für ein Medizinstudium und möchte natürlich auch hier glänzen. Da Yumiko auch gerne mit den Händen arbeitet, möchte sie unbedingt in die plastische Chirurgie, einer Disziplin die von Männern dominiert ist. Wir begleiten sie durch Studium, Praktisches Jahr und die Assistenzarztzeit und lernen auch das Australische Gesundheitssystem kennen. Die Anforderungen an Assistenzärzte, die noch nicht in einem Facharzt Programm untergekommen sind, sind dabei wirklich brutal. Und als internationale Studentin, Frau und Japanerin hat es Yumiko noch einmal viel schwerer. 24 Tage am Stück Dienst, dabei häufig 24 Stunden Bereitschaft, zusätzlich zum normalen Dienst. Eine so fähige und engagierte Ärztin wurde hier gnadenlos verbrannt und wir lesen, wie sie das ganze am Ende verarbeitet. Ich hätte mir noch praktische Tipps, Empfehlungen oder einige Wissenschaftliche Einordnungen gewünscht, aber trotzdem fand ich die Lektüre super interessant und ich habe mich stellenweise (leider) auch wieder gefunden und daher am Ende auch einige Tränen vergossen. Eine unbedingte Empfehlung von mir! ❓Hattet ihr schon Kontakt zu Depressionen und Burn Out❓
Packender Bericht einer Assistenzärztin!
. „Emotional Female“ ein Buch für alle, die mehr über den harten Weg einer Frau in der Medizinbranche lesen und verstehen möchten! Dies ist eine packende autobiografische Geschichte, die Augen öffnet. Eigentlich sollte jeder Yumikos Geschichte lesen, damit vielleicht irgendwann doch noch ein Umdenken passiert! 4,5/5 ⭐️ . Aber worum geht es genau… In „Emotional Female“ nimmt uns Yumiko mit auf ihre Reise durch das Medizinstudium, sowie ihre Zeit als Assistenzärztin in den Kliniken rund um und in Melbourne. Sie berichtet ebenso über ihre Kindheit, ihr kulturelles Erbe und vor allem schildert sie ihren Weg ins Burnout und wieder heraus. . Wir begleiten im Buch natürlich Yumiko als Ich- Erzählerin in kürzeren oder längeren Kapiteln. Wobei man als Leser meist das Gefühl hat Tagebucheinträge von ihr zu lesen. Durch ihre offene Art des Erzählens erhalten wir einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben und ihre Entwicklung. Yumiko ist eine wirklich interessante starke Frau, die schon als kleines Kind den Wunsch hatte Chirurgen zu werden und somit alles dafür tat. Natürlich wurde sie dabei von ihren Eltern unterstützt, jedoch wird durch ihre Schilderungen jedem klar, wie unterschiedlich die Asiatische und Europäische Art der Erziehung ist. Schon von klein auf herrscht auf die Kinder ein enormer Druck später einen erfolgreichen angesehen Beruf zu erlernen. Diesen Druck verinnerlicht Yumiko so sehr, dass er sie in ihrer Laufbahn immer begleitet. Im Zusammenspiel mit dem Druck der auf weibliche Medizinerinnen herrscht konnte es bei Yumiko nur zum Burnout kommen. Diesen Abstieg dokumentiert sie und gibt uns tiefe Einblicke in ein kaputtes von Männern dominiertes System in dem sich Frauen immernoch viel zu oft fügen! Sexuelle Übergriffe, Rassismus und der ewige Kampf um Anerkennung sind einfach kein positives Arbeitsumfeld. Wirklich schlimm finde ich ebenso die Parallelen zum deutschen Gesundheitssystem! Doch bei allem Negativen hat Yumiko es mit Hilfe aus dem Burnout geschafft und nimmt uns in ihrem Buch bei ihrer Reise zurück mit. Ich hätte mir aber gewünscht noch mehr über ihre Reise zurück zu erfahren… meines Erachtens kam der Prozess ein wenig zu kurz. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet. Nichtsdestotrotz wirklich ein aufrüttelndes Buch, dass zum nachdenken anregt und hoffentlich ganz viel Aufmerksamkeit bekommt. Yumiko hat es nämlich durch ihre Schreibweise geschafft einen packenden Bericht über ihr Leben zu schreiben, der nur schwer aus der Hand zu legen ist. Einfach eine große Leseempfehlung! . Außerdem finde ich das Cover super! Simple, doch es schreit nach Aufmerksamkeit! Und kleiner Bonus… egal wie ich das Buch geöffnet habe… Ich habe keine Leserillen bekommen 😎

Eine Chirurgiestudentin in der Maschinerie des Systems
Ich durfte in einer tollen Leserunde das neue Buch "Emotional Female" von Yumiko Kadota, erschienen im Pola Verlag, lesen und muss sagen, dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Es handelt sich hier um die junge Ärztin Yumiko, eben die Autorin, die in allen Dingen ihres Lebens immer ihre Eltern stolz machen wollte. Zuerst ein sehr guter Schulabschluss, dann ein Medizinstudium. Für jeden Abschluss, für jeden Platz gibt sie immer mehr als 100%. Sie hat japanische Wurzeln und diese strenge Erziehung macht sich bemerkbar. Sie betont immer wieder, dass es ihr Ziel ist, die Beste zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass Yumiko sich dabei selbst irgendwo verloren hat. Sie arbeitet in der Klinik, bleibt natürlich auch ungefragt länger als alle anderen, manchmal sogar durchgehend bis zur nächsten Schicht und dann weiter. Wenn sie sich wirklich mal frei nimmt von der Arbeit, läuft sie Marathon. Ihr Körper ist immer auf Hochtouren, immer im Dauerlauf - körperlich wie mental. Allerdings hat auch alles was sie macht einen Grund. Nichts passiert einfach so. Jeder erlebt sie als starke Frau und Ärztin. Sie kämpft gegen Mobbing, Belästigung und natürlich auch gegen die dauernde Überarbeitung an. Bis sie eben einfach nicht mehr kann. Spontan entscheidet sie zu kündigen und damit beginnt ein langer Prozess, sich selbst wiederzufinden. Der Weg raus aus dem Burnout ist nicht leicht und braucht lange. Mein Eindruck beim Lesen war, dass man förmlich spüren konnte, wie dieser Druck immer stärker wird, der auf Yumiko lastet. Dieser Stress und die Belastungen sind förmlich greifbar. Doch gleichzeitig ist es ein Buch der Hoffnung. Als Leser begleitet man sie auf ihrem Heilungsweg, der, so schwer der Leidensdruck auch war, dann wiederum schön zu lesen ist. Yumiko findet ihre Lücke, ihren Platz, sie wird um ihre Meinung gebeten. Sie wird geachtet. Sie kann wieder aufatmen und das ist toll. Mit den medizinischen Fachbegriffen kam ich als Leser gut zurecht. Das Buch an sich lässt sich wirklich sehr gut lesen und sollte auch von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden. Ich war absolut beeindruckt von dieser Geschichte und wünsche der Autorin alles Gute in ihrem weiteren Leben. Mir bleibt nunmehr nur noch Danke zu sagen, dass ich es lesen durfte. #unbezahltewerbung #rezensionsexeplar
1A
Unglaublich intensiver Einblick in das Medizinwesen. Ich habe diese Autobiografie sehr genossen. Die Autorin konnte unglaublich gut viele Themen anschneiden und ausweiten. Es sind nach wie vor Gesellschafts relevante Themen. Gerade Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit als Frau hat mich sehr bewegt. Dennoch kam mir das Thema Burn out etwas zu kurz. Für jeden aus der Medizinbranche ist es definitiv eine Leseempfehlung. Wenn man aber klar nach etwas sucht, wo Burn out thematisiert wird, wird man hier ein wenig fehlgeleitet, obwohl es doch auch thematisiert wird.
Die Themen Machtmissbrauch, Sexismus, Rassismus und die Stigmatisierung psychischer Krankheiten im Rahmen einer Medizinausbildung bzw. Karriere werden durch den persönlichen Bericht von Kadota den Lesenden so nahegebracht und veranschaulicht, dass ich mich zwischendurch immer wieder kurz schütteln musste. Wichtige Perspektive und flüssig erzählt!
Das ansprechende Cover und der leicht provokante Titel wecken sofort die Aufmerksamkeit und lassen bereits erahnen, welche wichtigen Themen in diesem Buch behandelt werden 📖 Der Klappentext verstärkt diese Erwartung und macht neugierig auf die Geschichte, die dahintersteht. Der Schreibstil der Autorin zeichnet sich durch seine Direktheit und Klarheit aus ✨ Obwohl die Ereignisse teilweise in rascher Folge geschildert werden, bleibt die Sprache durchweg flüssig und gut lesbar. Besonders hervorzuheben ist, dass medizinische Fachbegriffe stets verständlich erläutert werden, sodass auch Leser ohne medizinische Vorkenntnisse der Darstellung problemlos folgen können 👩⚕️ Die Autorin gewährt einen erschütternden Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen im australischen Gesundheitswesen 🏥 Ihre Schilderungen sind schonungslos ehrlich und decken die bittere Realität von Sexismus, Mobbing und systematischer Diskriminierung auf 💔 Besonders bedrückend ist die Darstellung, wie Lebensträume systematisch zerstört werden und wie Frauen, die den Mut fassen, ihre Stimme zu erheben, häufig aus dem System gedrängt werden – oft nachdem sie bereits erheblichen psychischen und physischen Schaden erlitten haben. Diese Erfahrungen verdeutlichen ein gesellschaftliches Problem von großer Tragweite: Nicht nur werden individuelle Träume zerstört, sondern der Gesellschaft gehen wertvolle Fachkräfte verloren, die ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben möchten 😔 Dies ist umso bedauerlicher, als unsere Gesellschaft dringend auf Menschen angewiesen ist, die in ihrem Beruf aufgehen und ihn als Lebensaufgabe verstehen. Der Untertitel des Buches weckt möglicherweise andere Erwartungen, als das Buch letztendlich erfüllt 🤔 Die Darstellung liest sich eher wie eine persönliche Aufarbeitung der Erlebnisse – vergleichbar mit zusammengefassten Tagebucheinträgen – als wie eine umfassende gesellschaftspolitische Analyse. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen hätte das Buch zusätzlich bereichert. Bezüglich des Heilungsprozesses erwähnt die Autorin ihre sechswöchige stationäre Behandlung mit psychologischer Betreuung sowie die anschließende medikamentöse Therapie 🩺 Wenn dies für sie der stimmige Weg war, ist das durchaus respektabel. Gleichzeitig wäre eine ausführlichere Reflexion über verschiedene Behandlungsansätze hilfreich gewesen, da dies zur Entstigmatisierung von Depressionen beitragen könnte 💙 Die Betonung, dass Heilung meist ein vielschichtiger Prozess ist und selten allein durch Medikation erreicht wird, würde anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass es verschiedene Wege zur Genesung gibt, die oft ineinandergreifen. Trotz dieser Einschränkungen gebührt der Autorin große Anerkennung für ihren Mut, diese schwierigen Erfahrungen öffentlich zu machen 💪 Ihr Buch trägt dazu bei, wichtige gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen und kann damit den Weg für notwendige Veränderungen ebnen. Die Offenheit, mit der sie über ihre medizinische Ausbildung und Berufserfahrung berichtet, verdient Respekt und Dankbarkeit 🙏 Empfehlung: Das Buch kann als authentischer, tagebuchartiger Erfahrungsbericht einer jungen Ärztin empfohlen werden, die den Mut fasst, auf wichtige Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam zu machen ⚡ Es ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über strukturelle Probleme im Medizinbetrieb und verdient Aufmerksamkeit für die Courage der Autorin, ihre Geschichte zu teilen ✨
Der steinigen Weg einer jungen Ärztin durch Burnout, Sexismus und das Gesundheitssystem
Yumiko Kadotas „Emotional Female“ liefert einen schonungslos ehrlichen Einblick in die Herausforderungen, mit denen junge Ärztinnen im australischen Gesundheitssystem konfrontiert werden. Kadota beschreibt ihren Weg von der ambitionierten Chirurgin bis hin zum Burnout – ausgelöst durch ein toxisches Arbeitsumfeld, Sexismus, Rassismus und permanente Überforderung. Das Buch beschränkt sich dabei nicht nur auf persönliche Erfahrungen, sondern adressiert auch strukturelle Probleme im medizinischen Sektor und gesellschaftliche Stereotype. Besonders hervorzuheben ist Kadotas offene Darstellung psychischer Belastungen und ihr reflektierter Umgang mit Rückschlägen. Ihre Authentizität verleiht dem Bericht Glaubwürdigkeit und macht deutlich, wie dringend Reformen im Gesundheitswesen benötigt werden.
“Emotional Female” von Yumiko Kadota (ins Deutsche übersetzt von Anke Angela Grube) ist die autobiografische Geschichte der Autorin, die als junge Chirurgin in Australien in den Burnout rutscht und über die toxischen Arbeitsverhältnisse und Machtstrukturen berichtet. Hier schildert sie größtenteils chronologisch Bedingungen und Erlebnisse in ihrer Schul- und Universitätslaufbahn auf verschiedenen Kontinenten und in den einzelnen Jahren der verschiedenen Ausbildungsstadien in australischen Krankenhäusern. Ich muss sagen, ich hätte mir dieses Werk inhaltlich anders vorgestellt, fand es aber dennoch eine interessante, wenn auch leider nicht überraschende Lektüre, denn vieles wäre sicher auch aus deutschen Kliniken berichtbar, beispielsweise, was die unterirdischen Arbeitsbedingungen angeht oder allgegenwärtige Vetternwirtschaft. Auch der (unterschwellige und auch offene) Rassismus und die krasse Misogynie, die die Autorin erlebt hat, die zumindest der weiblichen Leserschaft nicht neu sein dürfte, ist empörenswert, aber wohl leider eher Regel als Ausnahme. Gerade das macht das Buch so erschreckend aktuell und wichtig. Mich hat die nüchterne Schreibweise der Autorin sehr angesprochen und die Einblicke in das australische Gesundheitswesen fand ich überaus lesenswert. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Langatmig, stark autobiografisch erklärend und mit wenig Bezug zu „raus aus dem burnout“
Ich hatte das Buch mitgenommen, weil mich das Thema in Bezug auf burnout, wie es dazu kommt und vor allen Dingen den Weg raus sehr interessiert hat. Ich wusste nicht, dass es zu 90% um Yumikos Lebensgeschichte geht, die zwar in Teilen (Arbeitsumfeld Klinik) interessant aber häufig (Hintergrund ihrer Familie, viele kleine Nebenstorys die nicht kongruent in den Verlauf des Buches passen und einen ablenken) langatmig und für den Leser ohne erkennbares Ziel ist. Ich verstehe grundsätzlich, dass Yumikos Hintergrund auch zu der Entstehung ihres burnouts beigetragen hat und sie so viele Begegnungen und für sie relevante Punkte ihres Lebens aufnehmen wollte wie ging, ich finde es aber als Leser sehr schwierig das Interesse zu behalten und habe mehr als einmal das Buch zur Seite legen müssen, weil es mich gelangweilt und genervt hat. Ich glaube eine gekürzte Fassung, die Yumikos Kindheit/Jugend stark einkürzt, das Studium pointierter erzählt und ihre Erfahrung im klinischen Umfeld stärker als eine Zusammengewobene Geschichte erzählt (statt immer nur: dann habe ich dies, dann habe ich das getan, ach ich laufe einen Marathon, jetzt bin ich in einem anderen Krankenhaus) wäre sehr viel sinnvoller und spannender zu lesen. Von dem Buch hatte ich mir eine umfassende Erzählung über das Thema burnout und Depression erhofft, leider kamen diese Themen nur ganz am Ende und dann sehr stiefmütterlich behandelt auf. Von einer wirklichen Psychotherapie wurde nicht gesprochen, was mich verwirrt hat. Sie nimmt eher viele antidepressants und geht zu einem Yoga-Lehrer Kurs auf Bali. Wirklich tief reingegangen warum sie sich wie fühlt, was der Beruf an dieser Stelle kaputt gemacht hat und wie sie sich wirklich mental aus der Zwickmühle befreit hat zwischen Erwartungsdruck und ihrer eigenen Gesundheit wird nicht - was ich sehr schade finde.
Selbstreflexion ist wichtig!
„Emotional Female“ von Yumiko Kadota hat mich etwas zwiespältig zurück gelassen. Yumiko, als Tochter japanischer Eltern geboren und in Australien aufgewachsen , berichtet über ihr Leben. Sie ist Musterschülerin, studiert Medizin und zeigt viel Ehrgeiz, immer die Beste zu sein. Als sie in verschiedenen Stationen den klinischen Alltag erlebt, will sie auch hier die Beste sein und stellt alles hinter ihrem Wunsch zurück, als Fachärztin in der plastischen Chirurgie tätig zu werden. Während ihrer Ausbildung erfährt sie immer wieder Rassismus, sexuelle Belästigung und Mobbing, von Überarbeitung ganz zu schweigen. Insbesondere als Frau wird sie „Opfer“ männlicher Attacken. Yumiko beginnt schon früh damit, sich in eine Opferrolle zu begeben. Dass das nur eine Frage der Zeit ist, bis sie in den Burnout gerät, ist naheliegend.. Während des Lesens hätte ich Yumiko oft gerne mal geschüttelt. Gerade als Medizinerin müsste sie wissen, zu was ihr Verhalten führen kann. Sie wehrt sich nicht aus Angst um ihre Karriere, pflegt keine Freundschaften, sie lebt nur noch für Arbeit und Karriere. Freizeit? Wird überbewertet….Obwohl sie als gebürtige Japanerin gelernt hat, keine Emotionen zu zeigen, lässt sie sich von männlichen Kollegen als typisch weiblich emotional bezeichnen. Das erkennt sie allerdings erst, als es zu spät ist. Der Teil über Yumiko Kaditas Weg in den Burnout ist sehr ausführlich und auch nachvollziehbar beschrieben, der Weg aus dem Burnout kommt mir leider etwas zu kurz. Und auch auf ihrem Weg aus dem Burnout verfällt Yumiko immer wieder in ihr altes Muster, gut sein zu wollen… Mir fehlt hier etwas: Selbstreflexion hätte der Autorin gut getan. Denn um etwas zu ändern, muss man auch selbst dafür kämpfen und z. B. Gleichgesinnte suchen. Was mir im Buch zusätzlich gefehlt hat, sind statistisch untermauerte Tatsachen. Auch Männer geraten in den Burnout, die Zahlen sind auch hier erschreckend hoch. Männer gehen aber seltener zum Arzt oder Psychologen, um sich Hilfe zu holen. Sie greifen eher zu Tabletten oder Alkohol. Daher ist die erfasste Zahl der Erkrankungen bei Frauen erheblich höher. Und das nicht nur im Gesundheitswesen, hier aber überproportional. Und speziell in diesem Bereich versagt die Politik auch hier in Deutschland! Die eindringliche Warnung im Buch ist, dass alle Menschen besser auf sich und ihre Gesundheit achten müssen, auch wenn sie dadurch gegen wie auch immer geartete Hindernisse prallen. Um wirklich wieder aus dem Burnout herauszukommen, reichen mir die Ausführungen der Autorin allerdings nicht aus. Wer aufgrund des (Unter)Titels eine Hilfestellung für den Weg aus dem Burnout sucht, wird hier sicher enttäuscht sein. Ich kann dem Buch leider nur gute 3 Sterne geben!
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Yumiko Kadota war der Traum aller asiatischen Eltern: Musterschülerin, Medizinstudentin, immer die Beste. Sie ordnete alles der ersehnten Karriere unter. Doch die Realität im öffentlichen Gesundheitswesen brach sie. Überarbeitung, Sexismus, Mobbing und Belästigung. Man nannte sie »emotional«, »zu selbstbewusst«. Irgendwann war es zu viel, Yumiko kündigte. Als sie ihren Blog mit den Worten begann: »Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich gebe auf. Ich gebe meinen Traum auf, Chirurgin zu werden«, ging ihre Geschichte viral. Seither ist Yumiko Kadota die Stimme ihrer Generation, wenn es um Burnout geht und darum, nach einem Zusammenbruch wieder auf die Beine zu kommen.
Book Information
Author Description
Yumiko Kadota wurde in Tokio geboren und lebt heute in Sydney, Australien, wo sie als Fachärztin für Ästhetische Medizin arbeitet. 2018 hat sie ihre Tätigkeit in einem öffentlichen Krankenhaus aufgegeben, nachdem sie an Burnout erkrankte. Ein Blogbeitrag, den sie zu diesem Thema schrieb, sorgte Anfang 2019 für viel Aufmerksamkeit und ebnete ihr den Weg zum Schreiben dieses Buchs. EMOTIONAL FEMALE war bei den Australian Book Industry Awards für die beste Biografie und das beste Hörbuch nominiert. Instagram: @dryumikokadota
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✨ Rezension ✨ Emotional Female | Yumiko Kadota | Pola | 448 Seiten | Übersetzt von Anke Angela Grube | ⭐️⭐️⭐️⭐️🌟
Yumiko nimmt uns in ihrem autobiografischen Buch mit durch ihr Leben. Geboren in Japan, aufgewachsen in Singapur, London und Australien, war sie immer ehrgeizig und bestrebt Bestleistungen zu erbringen. Sportlich und Schulisch hat sie sich stets hohe Ziele gesetzt und diese verfolgt. Nach der Schule entscheidet sie sich für ein Medizinstudium und möchte natürlich auch hier glänzen. Da Yumiko auch gerne mit den Händen arbeitet, möchte sie unbedingt in die plastische Chirurgie, einer Disziplin die von Männern dominiert ist. Wir begleiten sie durch Studium, Praktisches Jahr und die Assistenzarztzeit und lernen auch das Australische Gesundheitssystem kennen. Die Anforderungen an Assistenzärzte, die noch nicht in einem Facharzt Programm untergekommen sind, sind dabei wirklich brutal. Und als internationale Studentin, Frau und Japanerin hat es Yumiko noch einmal viel schwerer. 24 Tage am Stück Dienst, dabei häufig 24 Stunden Bereitschaft, zusätzlich zum normalen Dienst. Eine so fähige und engagierte Ärztin wurde hier gnadenlos verbrannt und wir lesen, wie sie das ganze am Ende verarbeitet. Ich hätte mir noch praktische Tipps, Empfehlungen oder einige Wissenschaftliche Einordnungen gewünscht, aber trotzdem fand ich die Lektüre super interessant und ich habe mich stellenweise (leider) auch wieder gefunden und daher am Ende auch einige Tränen vergossen. Eine unbedingte Empfehlung von mir! ❓Hattet ihr schon Kontakt zu Depressionen und Burn Out❓
Packender Bericht einer Assistenzärztin!
. „Emotional Female“ ein Buch für alle, die mehr über den harten Weg einer Frau in der Medizinbranche lesen und verstehen möchten! Dies ist eine packende autobiografische Geschichte, die Augen öffnet. Eigentlich sollte jeder Yumikos Geschichte lesen, damit vielleicht irgendwann doch noch ein Umdenken passiert! 4,5/5 ⭐️ . Aber worum geht es genau… In „Emotional Female“ nimmt uns Yumiko mit auf ihre Reise durch das Medizinstudium, sowie ihre Zeit als Assistenzärztin in den Kliniken rund um und in Melbourne. Sie berichtet ebenso über ihre Kindheit, ihr kulturelles Erbe und vor allem schildert sie ihren Weg ins Burnout und wieder heraus. . Wir begleiten im Buch natürlich Yumiko als Ich- Erzählerin in kürzeren oder längeren Kapiteln. Wobei man als Leser meist das Gefühl hat Tagebucheinträge von ihr zu lesen. Durch ihre offene Art des Erzählens erhalten wir einen tiefen Einblick in ihr Seelenleben und ihre Entwicklung. Yumiko ist eine wirklich interessante starke Frau, die schon als kleines Kind den Wunsch hatte Chirurgen zu werden und somit alles dafür tat. Natürlich wurde sie dabei von ihren Eltern unterstützt, jedoch wird durch ihre Schilderungen jedem klar, wie unterschiedlich die Asiatische und Europäische Art der Erziehung ist. Schon von klein auf herrscht auf die Kinder ein enormer Druck später einen erfolgreichen angesehen Beruf zu erlernen. Diesen Druck verinnerlicht Yumiko so sehr, dass er sie in ihrer Laufbahn immer begleitet. Im Zusammenspiel mit dem Druck der auf weibliche Medizinerinnen herrscht konnte es bei Yumiko nur zum Burnout kommen. Diesen Abstieg dokumentiert sie und gibt uns tiefe Einblicke in ein kaputtes von Männern dominiertes System in dem sich Frauen immernoch viel zu oft fügen! Sexuelle Übergriffe, Rassismus und der ewige Kampf um Anerkennung sind einfach kein positives Arbeitsumfeld. Wirklich schlimm finde ich ebenso die Parallelen zum deutschen Gesundheitssystem! Doch bei allem Negativen hat Yumiko es mit Hilfe aus dem Burnout geschafft und nimmt uns in ihrem Buch bei ihrer Reise zurück mit. Ich hätte mir aber gewünscht noch mehr über ihre Reise zurück zu erfahren… meines Erachtens kam der Prozess ein wenig zu kurz. Ich hatte einfach etwas anderes erwartet. Nichtsdestotrotz wirklich ein aufrüttelndes Buch, dass zum nachdenken anregt und hoffentlich ganz viel Aufmerksamkeit bekommt. Yumiko hat es nämlich durch ihre Schreibweise geschafft einen packenden Bericht über ihr Leben zu schreiben, der nur schwer aus der Hand zu legen ist. Einfach eine große Leseempfehlung! . Außerdem finde ich das Cover super! Simple, doch es schreit nach Aufmerksamkeit! Und kleiner Bonus… egal wie ich das Buch geöffnet habe… Ich habe keine Leserillen bekommen 😎

Eine Chirurgiestudentin in der Maschinerie des Systems
Ich durfte in einer tollen Leserunde das neue Buch "Emotional Female" von Yumiko Kadota, erschienen im Pola Verlag, lesen und muss sagen, dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Es handelt sich hier um die junge Ärztin Yumiko, eben die Autorin, die in allen Dingen ihres Lebens immer ihre Eltern stolz machen wollte. Zuerst ein sehr guter Schulabschluss, dann ein Medizinstudium. Für jeden Abschluss, für jeden Platz gibt sie immer mehr als 100%. Sie hat japanische Wurzeln und diese strenge Erziehung macht sich bemerkbar. Sie betont immer wieder, dass es ihr Ziel ist, die Beste zu sein. Ich hatte das Gefühl, dass Yumiko sich dabei selbst irgendwo verloren hat. Sie arbeitet in der Klinik, bleibt natürlich auch ungefragt länger als alle anderen, manchmal sogar durchgehend bis zur nächsten Schicht und dann weiter. Wenn sie sich wirklich mal frei nimmt von der Arbeit, läuft sie Marathon. Ihr Körper ist immer auf Hochtouren, immer im Dauerlauf - körperlich wie mental. Allerdings hat auch alles was sie macht einen Grund. Nichts passiert einfach so. Jeder erlebt sie als starke Frau und Ärztin. Sie kämpft gegen Mobbing, Belästigung und natürlich auch gegen die dauernde Überarbeitung an. Bis sie eben einfach nicht mehr kann. Spontan entscheidet sie zu kündigen und damit beginnt ein langer Prozess, sich selbst wiederzufinden. Der Weg raus aus dem Burnout ist nicht leicht und braucht lange. Mein Eindruck beim Lesen war, dass man förmlich spüren konnte, wie dieser Druck immer stärker wird, der auf Yumiko lastet. Dieser Stress und die Belastungen sind förmlich greifbar. Doch gleichzeitig ist es ein Buch der Hoffnung. Als Leser begleitet man sie auf ihrem Heilungsweg, der, so schwer der Leidensdruck auch war, dann wiederum schön zu lesen ist. Yumiko findet ihre Lücke, ihren Platz, sie wird um ihre Meinung gebeten. Sie wird geachtet. Sie kann wieder aufatmen und das ist toll. Mit den medizinischen Fachbegriffen kam ich als Leser gut zurecht. Das Buch an sich lässt sich wirklich sehr gut lesen und sollte auch von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden. Ich war absolut beeindruckt von dieser Geschichte und wünsche der Autorin alles Gute in ihrem weiteren Leben. Mir bleibt nunmehr nur noch Danke zu sagen, dass ich es lesen durfte. #unbezahltewerbung #rezensionsexeplar
1A
Unglaublich intensiver Einblick in das Medizinwesen. Ich habe diese Autobiografie sehr genossen. Die Autorin konnte unglaublich gut viele Themen anschneiden und ausweiten. Es sind nach wie vor Gesellschafts relevante Themen. Gerade Aspekt der Wettbewerbsfähigkeit als Frau hat mich sehr bewegt. Dennoch kam mir das Thema Burn out etwas zu kurz. Für jeden aus der Medizinbranche ist es definitiv eine Leseempfehlung. Wenn man aber klar nach etwas sucht, wo Burn out thematisiert wird, wird man hier ein wenig fehlgeleitet, obwohl es doch auch thematisiert wird.
Die Themen Machtmissbrauch, Sexismus, Rassismus und die Stigmatisierung psychischer Krankheiten im Rahmen einer Medizinausbildung bzw. Karriere werden durch den persönlichen Bericht von Kadota den Lesenden so nahegebracht und veranschaulicht, dass ich mich zwischendurch immer wieder kurz schütteln musste. Wichtige Perspektive und flüssig erzählt!
Das ansprechende Cover und der leicht provokante Titel wecken sofort die Aufmerksamkeit und lassen bereits erahnen, welche wichtigen Themen in diesem Buch behandelt werden 📖 Der Klappentext verstärkt diese Erwartung und macht neugierig auf die Geschichte, die dahintersteht. Der Schreibstil der Autorin zeichnet sich durch seine Direktheit und Klarheit aus ✨ Obwohl die Ereignisse teilweise in rascher Folge geschildert werden, bleibt die Sprache durchweg flüssig und gut lesbar. Besonders hervorzuheben ist, dass medizinische Fachbegriffe stets verständlich erläutert werden, sodass auch Leser ohne medizinische Vorkenntnisse der Darstellung problemlos folgen können 👩⚕️ Die Autorin gewährt einen erschütternden Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen im australischen Gesundheitswesen 🏥 Ihre Schilderungen sind schonungslos ehrlich und decken die bittere Realität von Sexismus, Mobbing und systematischer Diskriminierung auf 💔 Besonders bedrückend ist die Darstellung, wie Lebensträume systematisch zerstört werden und wie Frauen, die den Mut fassen, ihre Stimme zu erheben, häufig aus dem System gedrängt werden – oft nachdem sie bereits erheblichen psychischen und physischen Schaden erlitten haben. Diese Erfahrungen verdeutlichen ein gesellschaftliches Problem von großer Tragweite: Nicht nur werden individuelle Träume zerstört, sondern der Gesellschaft gehen wertvolle Fachkräfte verloren, die ihren Beruf mit Leidenschaft ausüben möchten 😔 Dies ist umso bedauerlicher, als unsere Gesellschaft dringend auf Menschen angewiesen ist, die in ihrem Beruf aufgehen und ihn als Lebensaufgabe verstehen. Der Untertitel des Buches weckt möglicherweise andere Erwartungen, als das Buch letztendlich erfüllt 🤔 Die Darstellung liest sich eher wie eine persönliche Aufarbeitung der Erlebnisse – vergleichbar mit zusammengefassten Tagebucheinträgen – als wie eine umfassende gesellschaftspolitische Analyse. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen hätte das Buch zusätzlich bereichert. Bezüglich des Heilungsprozesses erwähnt die Autorin ihre sechswöchige stationäre Behandlung mit psychologischer Betreuung sowie die anschließende medikamentöse Therapie 🩺 Wenn dies für sie der stimmige Weg war, ist das durchaus respektabel. Gleichzeitig wäre eine ausführlichere Reflexion über verschiedene Behandlungsansätze hilfreich gewesen, da dies zur Entstigmatisierung von Depressionen beitragen könnte 💙 Die Betonung, dass Heilung meist ein vielschichtiger Prozess ist und selten allein durch Medikation erreicht wird, würde anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass es verschiedene Wege zur Genesung gibt, die oft ineinandergreifen. Trotz dieser Einschränkungen gebührt der Autorin große Anerkennung für ihren Mut, diese schwierigen Erfahrungen öffentlich zu machen 💪 Ihr Buch trägt dazu bei, wichtige gesellschaftliche Diskussionen anzustoßen und kann damit den Weg für notwendige Veränderungen ebnen. Die Offenheit, mit der sie über ihre medizinische Ausbildung und Berufserfahrung berichtet, verdient Respekt und Dankbarkeit 🙏 Empfehlung: Das Buch kann als authentischer, tagebuchartiger Erfahrungsbericht einer jungen Ärztin empfohlen werden, die den Mut fasst, auf wichtige Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam zu machen ⚡ Es ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über strukturelle Probleme im Medizinbetrieb und verdient Aufmerksamkeit für die Courage der Autorin, ihre Geschichte zu teilen ✨
Der steinigen Weg einer jungen Ärztin durch Burnout, Sexismus und das Gesundheitssystem
Yumiko Kadotas „Emotional Female“ liefert einen schonungslos ehrlichen Einblick in die Herausforderungen, mit denen junge Ärztinnen im australischen Gesundheitssystem konfrontiert werden. Kadota beschreibt ihren Weg von der ambitionierten Chirurgin bis hin zum Burnout – ausgelöst durch ein toxisches Arbeitsumfeld, Sexismus, Rassismus und permanente Überforderung. Das Buch beschränkt sich dabei nicht nur auf persönliche Erfahrungen, sondern adressiert auch strukturelle Probleme im medizinischen Sektor und gesellschaftliche Stereotype. Besonders hervorzuheben ist Kadotas offene Darstellung psychischer Belastungen und ihr reflektierter Umgang mit Rückschlägen. Ihre Authentizität verleiht dem Bericht Glaubwürdigkeit und macht deutlich, wie dringend Reformen im Gesundheitswesen benötigt werden.
“Emotional Female” von Yumiko Kadota (ins Deutsche übersetzt von Anke Angela Grube) ist die autobiografische Geschichte der Autorin, die als junge Chirurgin in Australien in den Burnout rutscht und über die toxischen Arbeitsverhältnisse und Machtstrukturen berichtet. Hier schildert sie größtenteils chronologisch Bedingungen und Erlebnisse in ihrer Schul- und Universitätslaufbahn auf verschiedenen Kontinenten und in den einzelnen Jahren der verschiedenen Ausbildungsstadien in australischen Krankenhäusern. Ich muss sagen, ich hätte mir dieses Werk inhaltlich anders vorgestellt, fand es aber dennoch eine interessante, wenn auch leider nicht überraschende Lektüre, denn vieles wäre sicher auch aus deutschen Kliniken berichtbar, beispielsweise, was die unterirdischen Arbeitsbedingungen angeht oder allgegenwärtige Vetternwirtschaft. Auch der (unterschwellige und auch offene) Rassismus und die krasse Misogynie, die die Autorin erlebt hat, die zumindest der weiblichen Leserschaft nicht neu sein dürfte, ist empörenswert, aber wohl leider eher Regel als Ausnahme. Gerade das macht das Buch so erschreckend aktuell und wichtig. Mich hat die nüchterne Schreibweise der Autorin sehr angesprochen und die Einblicke in das australische Gesundheitswesen fand ich überaus lesenswert. *Das ebook wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Langatmig, stark autobiografisch erklärend und mit wenig Bezug zu „raus aus dem burnout“
Ich hatte das Buch mitgenommen, weil mich das Thema in Bezug auf burnout, wie es dazu kommt und vor allen Dingen den Weg raus sehr interessiert hat. Ich wusste nicht, dass es zu 90% um Yumikos Lebensgeschichte geht, die zwar in Teilen (Arbeitsumfeld Klinik) interessant aber häufig (Hintergrund ihrer Familie, viele kleine Nebenstorys die nicht kongruent in den Verlauf des Buches passen und einen ablenken) langatmig und für den Leser ohne erkennbares Ziel ist. Ich verstehe grundsätzlich, dass Yumikos Hintergrund auch zu der Entstehung ihres burnouts beigetragen hat und sie so viele Begegnungen und für sie relevante Punkte ihres Lebens aufnehmen wollte wie ging, ich finde es aber als Leser sehr schwierig das Interesse zu behalten und habe mehr als einmal das Buch zur Seite legen müssen, weil es mich gelangweilt und genervt hat. Ich glaube eine gekürzte Fassung, die Yumikos Kindheit/Jugend stark einkürzt, das Studium pointierter erzählt und ihre Erfahrung im klinischen Umfeld stärker als eine Zusammengewobene Geschichte erzählt (statt immer nur: dann habe ich dies, dann habe ich das getan, ach ich laufe einen Marathon, jetzt bin ich in einem anderen Krankenhaus) wäre sehr viel sinnvoller und spannender zu lesen. Von dem Buch hatte ich mir eine umfassende Erzählung über das Thema burnout und Depression erhofft, leider kamen diese Themen nur ganz am Ende und dann sehr stiefmütterlich behandelt auf. Von einer wirklichen Psychotherapie wurde nicht gesprochen, was mich verwirrt hat. Sie nimmt eher viele antidepressants und geht zu einem Yoga-Lehrer Kurs auf Bali. Wirklich tief reingegangen warum sie sich wie fühlt, was der Beruf an dieser Stelle kaputt gemacht hat und wie sie sich wirklich mental aus der Zwickmühle befreit hat zwischen Erwartungsdruck und ihrer eigenen Gesundheit wird nicht - was ich sehr schade finde.
Selbstreflexion ist wichtig!
„Emotional Female“ von Yumiko Kadota hat mich etwas zwiespältig zurück gelassen. Yumiko, als Tochter japanischer Eltern geboren und in Australien aufgewachsen , berichtet über ihr Leben. Sie ist Musterschülerin, studiert Medizin und zeigt viel Ehrgeiz, immer die Beste zu sein. Als sie in verschiedenen Stationen den klinischen Alltag erlebt, will sie auch hier die Beste sein und stellt alles hinter ihrem Wunsch zurück, als Fachärztin in der plastischen Chirurgie tätig zu werden. Während ihrer Ausbildung erfährt sie immer wieder Rassismus, sexuelle Belästigung und Mobbing, von Überarbeitung ganz zu schweigen. Insbesondere als Frau wird sie „Opfer“ männlicher Attacken. Yumiko beginnt schon früh damit, sich in eine Opferrolle zu begeben. Dass das nur eine Frage der Zeit ist, bis sie in den Burnout gerät, ist naheliegend.. Während des Lesens hätte ich Yumiko oft gerne mal geschüttelt. Gerade als Medizinerin müsste sie wissen, zu was ihr Verhalten führen kann. Sie wehrt sich nicht aus Angst um ihre Karriere, pflegt keine Freundschaften, sie lebt nur noch für Arbeit und Karriere. Freizeit? Wird überbewertet….Obwohl sie als gebürtige Japanerin gelernt hat, keine Emotionen zu zeigen, lässt sie sich von männlichen Kollegen als typisch weiblich emotional bezeichnen. Das erkennt sie allerdings erst, als es zu spät ist. Der Teil über Yumiko Kaditas Weg in den Burnout ist sehr ausführlich und auch nachvollziehbar beschrieben, der Weg aus dem Burnout kommt mir leider etwas zu kurz. Und auch auf ihrem Weg aus dem Burnout verfällt Yumiko immer wieder in ihr altes Muster, gut sein zu wollen… Mir fehlt hier etwas: Selbstreflexion hätte der Autorin gut getan. Denn um etwas zu ändern, muss man auch selbst dafür kämpfen und z. B. Gleichgesinnte suchen. Was mir im Buch zusätzlich gefehlt hat, sind statistisch untermauerte Tatsachen. Auch Männer geraten in den Burnout, die Zahlen sind auch hier erschreckend hoch. Männer gehen aber seltener zum Arzt oder Psychologen, um sich Hilfe zu holen. Sie greifen eher zu Tabletten oder Alkohol. Daher ist die erfasste Zahl der Erkrankungen bei Frauen erheblich höher. Und das nicht nur im Gesundheitswesen, hier aber überproportional. Und speziell in diesem Bereich versagt die Politik auch hier in Deutschland! Die eindringliche Warnung im Buch ist, dass alle Menschen besser auf sich und ihre Gesundheit achten müssen, auch wenn sie dadurch gegen wie auch immer geartete Hindernisse prallen. Um wirklich wieder aus dem Burnout herauszukommen, reichen mir die Ausführungen der Autorin allerdings nicht aus. Wer aufgrund des (Unter)Titels eine Hilfestellung für den Weg aus dem Burnout sucht, wird hier sicher enttäuscht sein. Ich kann dem Buch leider nur gute 3 Sterne geben!














