Die Wünsche gehören uns

Die Wünsche gehören uns

Hardback
3.33

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Description

Was übrig bleibt, wenn man nichts mehr hat: das einfühlsame Porträt einer alten Frau unter Menschen, denen nur noch ihre Wünsche gehören
Elise hat ein langes, arbeitsames Leben hinter sich, da landet sie von einem Tag auf den anderen in einem neuen: Nach dem Tod ihres Mannes wird sie von den Töchtern in ein Armenasyl eingewiesen. Zaghaft versucht sie sich einzufinden in einer Welt, für die sie nie bestimmt war. Eine Welt voller Menschen, Erwachsene wie Kinder, Kranke und Gesunde, die irgendein Schicksal oder auch nur ein unglücklicher Zufall hierhergeführt hat. Eine Welt, in der durch strikte Regeln versucht wird zusammenzuhalten, was kaum zusammenzuhalten ist. Aber auch eine Welt, die erst durch die Geschichten ihrer Bewohner lebendig wird. Und nicht zuletzt durch ihre Wünsche. Katharina Geiser widmet sich behutsam und doch ungeschönt einem vergessenen Stück Schweizer Sozialgeschichte. Sie erzählt vom Alltag in einer Institution, die bis in die 1970er Jahre Bestand hatte. Dabei stellt sie die Menschen in den Mittelpunkt, ihre Hoffnungen und das, worauf sie zurückblicken, in einer Sprache, die sich ihnen ganz dicht annähert.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Miscellaneous
Format
Hardback
Pages
256
Price
24.00 €

Author Description

geboren 1956, studierte Germanistik, Englisch und Pädagogik. Sie lebt in Richterswil am Zürichsee.

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Vom Leben der Bewohner in einem Schweizer Armenasyl.

"Hier im Brüggli würden Körper und Seelen aufbewahrt, begann sie. Genau genommen versorge man in erster Linie verlebte Körper, beschädigte, von anderen verstoßene oder von sich selbst überforderte. Und auch solche, die so leer wären, wie ausgeschleckte Suppenteller." [S. 40] Elise wird von ihren Kindern in einem Armenasyl untergebracht. Schon allein das Wort hört sich schrecklich an und im Grunde ist es ein Auffanglager und eine Verwahrstelle, für gescheiterte Existenzen. Von Diakonissen geleitet, wird Frömmigkeit gepredigt und die Asylsuchenden mit dem Nötigsten versorgt. Aber auch "das täglich Brot" kann die Herkunft manch armer Seele nicht auslöschen und so erfährt Elise nach und nach die Geschichte eines jeden Einzelnen. Hierbei ist besonders das Namensverzeichnis am Ende des Buches sehr hilfreich, denn es sind wirklich sehr viele Personen, über die hier berichtet wird. Das erfordert stellenweise höchste Konzentration, denn auch sprachlich ist es aus meiner Sicht herausfordend. Die Erinnerungen an ein längst vergangenes Leben, außerhalb der Mauern des Armenhauses, sind für die Bewohner meist das Einzige, was ihnen geblieben ist, nur wenige hüten ein materielles Erinnerungsstück wie einen kostbaren Schatz, denn Besitztümer können ihren Besitzer wechseln und Verluste sind schwer zu bewältigen, deswegen hüten die Menschen ihre Gedanken, Wünsche und Träume. "Man tue gut daran, ein unsichtbares Album schöner Erinnerungen anzulegen und alles Betrübliche auszusortieren und zu vergessen." [S. 150] Das war beim Lesen gelegentlich deprimierend, jedoch gab es auch Lichtblicke, in Form von kleinen Freuden, die den Bewohnern zuteil wurden. "Denn weißt du, ein wenig Glut für etwas Glück steckt in uns allen, sie verlöscht nie ganz." [S. 150] Mein abschließendes Fazit: Ich liebe dieses wundervolle Cover, jedoch hat dieses Buch mich sprachlich wirklich auf den Prüfstand gestellt und meine Konzentration sehr ausgereizt, auch wenn ich mir einige Textstellen markiert habe, weshalb ich eine Empfehlung nur bedingt dafür aussprechen mag.

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"Hier im Brüggli würden Körper und Seelen aufbewahrt, begann sie. Genau genommen versorge man in erster Linie verlebte Körper, beschädigte, von anderen verstoßene oder von sich selbst überforderte. Und auch solche, die so leer wären, wie ausgeschleckte Suppenteller." [S. 40]  Vom Leben der Bewohner in einem Schweizer Armenasyl.  Elise wird von ihren Kindern in einem Armenasyl untergebracht.  Schon allein das Wort hört sich schrecklich an und im Grunde ist es ein Auffanglager und eine Verwahrstelle, für gescheiterte Existenzen.  Von Diakonissen geleitet, wird Frömmigkeit gepredigt und die Asylsuchenden mit dem Nötigsten versorgt.  Aber auch "das täglich Brot" kann die Herkunft manch armer Seele nicht auslöschen und so erfährt Elise nach und nach die Geschichte eines jeden Einzelnen. Hierbei ist besonders das Namensverzeichnis am Ende des Buches sehr hilfreich, denn es sind wirklich sehr viele Personen, über die hier berichtet wird.  Das erfordert stellenweise höchste Konzentration, denn auch sprachlich ist es aus meiner Sicht herausfordend. Die Erinnerungen an ein längst vergangenes Leben, außerhalb der Mauern des Armenhauses, sind für die Bewohner meist das Einzige, was ihnen geblieben ist, nur wenige hüten ein materielles Erinnerungsstück wie einen kostbaren Schatz, denn Besitztümer können ihren Besitzer wechseln und Verluste sind schwer zu bewältigen, deswegen hüten die Menschen ihre Gedanken, Wünsche und Träume.  "Man tue gut daran, ein unsichtbares Album schöner Erinnerungen anzulegen und alles Betrübliche auszusortieren und zu vergessen." [S. 150]  Das war beim Lesen gelegentlich  deprimierend, jedoch gab es auch Lichtblicke, in Form von kleinen Freuden, die den Bewohnern zuteil wurden.  "Denn weißt du, ein wenig Glut für etwas Glück steckt in uns allen, sie verlöscht nie ganz." [S. 150] Mein abschließendes Fazit: Ich liebe dieses wundervolle Cover, jedoch hat dieses Buch mich sprachlich wirklich auf den Prüfstand gestellt und meine Konzentration sehr ausgereizt, auch wenn ich mir einige Textstellen markiert habe, weshalb ich eine Empfehlung nur bedingt dafür aussprechen mag.

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