Die Vermissten von Tanger

Die Vermissten von Tanger

by James von von Leyden·Book 2 of 2
Softcover
4.34
Marokkanische RezepteCeutaMarokko RomanKorruption

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Description

Verhängnisvolles Tanger

Karim Belkacems bester Freund und Kollege Abdou ist spurlos verschwunden. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigt ihn zuletzt bei der Inspektion eines Containers am Hafen von Tanger. Also reist Karim in die weiße Stadt am Meer und begibt sich auf die Suche. Doch schon bald hat er mehr Fragen als Antworten. Den Kollegen vor Ort kann er nicht trauen. Auch die Hafenarbeiter scheinen mehr zu wissen, als sie zugeben. Schließlich wendet er sich an die einzige Person, die ihm jetzt noch helfen kann – seine Adoptivschwester Ayesha, die sich als Kadettin an der Polizeiakademie ausbilden lässt. War Abdou womöglich kurz davor, ein Verbrechen aufzudecken, das noch viel größer ist, als Karim je ahnen konnte?

Book Information

Main Genre
Crime
Sub Genre
Police Procedural
Format
Softcover
Pages
416
Price
15.50 €

Author Description

James von Leyden wuchs in Durham auf und studierte Philosophie und Moderne Sprachen in Oxford. Er arbeitete dreißig Jahre lang als Werbetexter. 1985 reiste er zum ersten Mal nach Marokko und verliebte sich sofort in das Land – eine Liebe, die bis heute anhält. Mit seiner Familie lebt er abwechselnd in Lewes, East Sussex und im marokkanischen Qualidia.

Posts

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All
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Hochspannend und zugleich informativ in einem besonderen Setting TW: N-Wort, Flucht, Flüchtlingslager, Schleuser, Polizeigewalt, Anschläge, brutale Morde, Ertrinken, Klaustrophobie, Genozid, Polygamie, Femizid, Menschenhandel, Vergewaltigung „Die Vermissten von Tanger“ sprach mich sofort an, weil diese Kriminalgeschichte sich mal in einem ganz anderen Setting als üblich abspielt. Zudem erhoffte ich mir davon ein wenig Sommergefühle, die das Wetter momentan leider noch vermissen lassen. Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil der Krimireihe um den marokkanischen Ermittler Karim Belkacem, zusammen mit seiner Adoptivschwester Ayesha Talal. Den ersten Band kenne ich leider noch nicht, hatte aber keine Verständnisprobleme und möchte den ersten Teil nun gerne auch noch lesen, nachdem mich dieser hier überzeugen konnte. Der englische Autor James von Leyden verbringt seit den 1980ern viel Zeit in Marokko, was man der Geschichte auch durchweg anmerkt. Es sind viele arabische, sowie teils französische und spanische Ausdrücke eingeflossen, die das Setting gut widerspiegeln. Man merkt, wie viel Arbeit in die Recherche gesteckt wurde (Politik, Wirtschaft, Handel, Polizeiausbildung, der Hafen von Tanger, Kenntnisse des muslimischen Glaubens …) und das macht dieses Buch nicht nur spannend, sondern zugleich auch sehr informativ. (Ob alles korrekt dargestellt wurde, vermag ich persönlich aber natürlich nicht zu beurteilen; ich gehe aber stark davon aus.) Meine einzigen negativen Kritikpunkte bestehen darin, dass ich mir aufgrund der Genre-Bezeichnung sowie des Covers etwas mehr Atmosphäre (im Sinne von „ich höre das Meeresrauschen und schmecke das Essen“ etc.) und Tiefgang der Protagonist*innen erwartet und gewünscht hätte, wie es meist bei Kriminalromanen der Fall ist. Stattdessen lag der Fokus stark auf der Handlung, die aus viel Reisen bestand und zunehmend actiongeladen wurde. Was ich in diesem Umfang durchaus mag, doch empfand ich dieses Buch somit eher als einen seichteren Thriller (nach meinem Geschmack) als als einen Kriminalroman. Auch war ich etwas überrascht von der Brutalität, die mich tatsächlich teilweise schlucken ließ. Es lag also einfach an meinen anderen Erwartungen; der Roman hätte aber nicht an einem x-beliebigen anderen Ort spielen können, sondern spielt eine wichtige Rolle. Ansonsten habe ich mich gefragt, ob die Subsahara-Flüchtlinge wirklich von Marokkanern als Afrikaner bezeichnet werden … Dennoch – insgesamt kann ich dieses Buch absolut empfehlen, sofern man nicht allzu zart besaitet ist! Übersetzt wurde diese Ausgabe aus dem Englischen von Jens Plassmann. Danke an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

4

Der zweite Band um Karim Belkacem ist genauso gelungen wie der erste. Diesen muss man nicht unbedingt gelesen haben, um diesen Teil zu geniessen, aber es wäre empfehlenswert. Denn nur so kann man Ayeshas neue Rolle umso mehr schätzen. Zumindest tat ich das und ich hoffe, dass sie weiterhin in den Büchern eine grosse Rolle spielen wird. Von Leyden nimmt sich erneut eines schwierigen Themas an, von dem auch wir betroffen sind: nämlich der Flüchtlingskrise. Hiermit könnte man rasch ins Fettnäpfchen greifen, aber meiner Ansicht hat der Autor alles richtig gemacht. Er geht einerseits feinfühlig an die Thematik heran, doch kommt es auch zu sehr harten Szenen. Der Showdown ist enorm packend geschrieben und ich glaube, während ein paar Seiten habe ich vergessen, regelmässig zu atmen. Eine Fortsetzung somit, die es in sich hat, und definitiv Lust auf Mehr macht. Hoffentlich gibt es bald das nächste Buch zu lesen!

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