Die November-Schwestern
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Description
»Ein Buch, das man gelesen haben muss – eine Geschichte, die sich ins Gedächtnis einbrennt.« Kirkus Reviews
Die Anstellung eines jungen Mannes auf der elterlichen Farm bringt das Leben der drei Haldmarne-Schwestern durcheinander, das im fragilen Gleichgewicht der Jahreszeiten verläuft. Als dann der Regen ausbleibt und damit die Ernte im Herbst, wird der November zu einem Ende und zugleich zu einem Anfang. Nicht nur Margets Blick auf die älteste Schwester Kerrin verändert sich grundlegend, nachhaltig verändert ist ihr Blick auf das eigene Leben und die Chancen, die es zu ergreifen gilt.
Mit gerade einmal 24 Jahren erhielt Josephine Johnson für ihren Debütroman »Die November-Schwestern« den Pulitzer-Preis. Aktuell wird sie international neu entdeckt – dank ihres einzigartigen Sounds und der Themen, mit denen sie ihrer Zeit weit voraus war.
»Eine wichtige Autorin und radikale Stilistin, die ich jetzt erst entdeckt habe.« Monika Rinck
»Poetisch im besten Sinne, höchst originell, ja vollkommen.« The New York Times
Book Information
Author Description
Josephine W. Johnson (1910–1990) erhielt für ihren Debütroman »Die November-Schwestern« mit 24 Jahren den Pulitzer-Preis und war die bis dahin jüngste Preisträgerin der prestigereichen Auszeichnung. Sie studierte an der Washington University und schrieb insgesamt elf Bücher, darunter den Bestseller „The Inland Island“ (1969). Aus heutiger Sicht kann sie als Feministin und Umweltschützerin gelten, die geprägt war durch eine Welt der Ungleichheit und Ausbeutung, auf die sie uns mit ihren Werken aufmerksam macht.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Wow, was für ein Buch!!! Geschrieben von einer 24-jährigen, vor fast 90 Jahren, die dafür den Pulitzerpreis erhalten hat. Aktuell und herzzerreissend schön. "Wir haben keinen Grund, zu hoffen oder zu glauben, und tun es trotzdem, denn das müssen wir...." Eine Farm in Amerika, bewirtschaftet von einem Mann mit seiner Frau und seinen drei Töchtern. Erzählt wird die Geschichte von der mittleren Tochter und man muss aufpassen, denn man darf keinen einzigen Satz aus disem Roman verpassen. Noch nie habe ich so viele Lesezeichen gesetzt. Es ist ein hartes Leben, aber man kommt zurecht. Die Beschreibungen der Natur von der Autorin so bildhaft schön. "Die Senken waren voll wilder, zarter Stiefmütterchen, so blau, als läge dort Frost oder Nebel - hektarweise, schien es, den Boden so dicht bedeckend wie Gras." Doch dann wurde es noch härter. Eine Dürre trocknet Land und Menschen aus. Die Ernte vertrocknet, aber man darf die Hoffnung nicht verlieren. "Der Boden aber war rissig von der Dürre, und die Pflanzen beugten sich unter der Anstrengung, geboren zu werden." Grant, ein junger Mann, kommt, um für Kost und Logie für die Familie zu arbeiten und verliebt sich ausgerechnet in die eine der drei Töchter, die ihn nicht will. "Wie soll ich Liebe so durch das Sieb der Worte drücken, dass etwas anderes heraus kommt als Brei?" Ein unglaublich guter, ruhiger und existenzieller Roman, welcher einem grandiosem Spannungsbogen folgt. Herausragend übersetzt von Bettina Abarbanell.
atmosphärisch, bedrückend, hoffnungsvoll
Es sind die Jahre der Weltwirtschaftskrise und der „Dust Bowls“ in den USA. Der zentrale Süden ist besonders betroffen. Staubstürme und eine extreme Dürre machen dem Land zu schaffen. Die Menschen stehen vor dem nichts, unzählige müssen ihre Heimat verlassen und ziehen in den Westen. In einem dieser Jahre spielt die Geschichte der drei Haldmarne-Schwestern. Sie leben mit ihren Eltern auf einem Bauernhof, auf den sie einige Jahre zuvor zurückkehren mussten, als die Familie ihr Vermögen verlor. Fortan ist es harte Arbeit, die ihren Alltag bestimmt. Aber auch die Schönheit der Natur begleitet sie Tag für Tag. Margret genießt dieses Leben, genießt das Zusammensein mit ihren Schwestern. Bis der Regen ausbleibt. Nicht nur alles Lebendige um sie herum vertrocknet, fängt an zu sterben. Auch die Schwestern verändern sich. Nicht zuletzt als Grant auftaucht. Er hilft der Familie auf deren Farm. Margret verliebt sich in ihn, auch ihre ältere Schwester Kerrin verfällt dem Mann. Doch Grant liebt die jüngste der drei – und ausgerechnet diese erwidert seine Liebe nicht. In einer unglaublich schönen und poetischen Art beschreibt Johnson was die Schwestern erleben. Der Blick auf die sterbende Natur spiegelt das Innere der Familie wieder. Die Schwere, die Verzweiflung und die Ausweglosigkeit gehen Hand in Hand mit vertrockneten Flüssen, verdurstenden Tieren und dem Verlust der Gesundheit der Betroffenen. Es ist ein Roman als Zeitzeugnis einer Naturkatastrophe, die den Menschen alles abverlangt hat. Das Buch fordert Zeit beim Lesen. Keine Zeile darf übersprungen werden, denn liegt hier die Schönheit im Detail. Das Buch entschleunigt und verlangt Aufmerksamkeit, die es auch verdient hat. Josephine W. Johnson hat den Pulitzerpreis für diesen Roman erhalten. Ein gebührender Preis.

Wunderbare Landschaftsbeschreibungen
Dieses Buch hört genau da auf, wo „Früchte des Zorns“ von Steinbeck anfängt. Eine Familie versucht - vermutlich in Missouri- eine Farm zu bewirtschaften, obwohl die finanziellen Voraussetzungen schon denkbar schlecht stehen. Wir befinden uns in der Zeit, der großen Depression in den USA und eine Dürre macht den Farmern zu schaffen. So auch der Familie Halmarne. Der wortkarge Arnold zieht mit seiner Frau Willa und den Töchtern Kerrin, Marget und Merle auf seinen Besitz, der aber schon mit einer großen Hypothek belastet ist. Die Erträge lassen die Familie gerade so überleben. Irgendwann schaffen sie es sogar eine Hilfskraft, Grant, anzustellen. Die Mädchen reagieren unterschiedlich auf ihn und er auch auf sie. Überhaupt unterscheiden sich die Charaktere der drei Töchter wesentlich. Während Kerrin aufmüpfig und rebellisch um die Aufmerksamkeit ihres Vaters und um Freiheit ringt, passt sich die häusliche Merle an. Marget ist irgendwo dazwischen, das klassische Sandwich Kind, das mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. Die Armut und der zähe Kampf ums Überleben stehen im Kontrast zu den unglaublich schönen Landschaftsbeschreibungen. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie die Natur gleichzeitig so schön und so grausam sein kann. Allein die Figuren sind nicht besonders scharf gezeichnet. Das machte es mir manchmal schwer, die einzelnen Personen wirklich zu packen. Kerrins Kampf um Aufmerksamkeit, und parallel dazu ihre Flucht von der Wirklichkeit, das an Wahnsinn grenzende Verhalten, hat mich aufgewühlt. Sie ist die intensivste Figur in diesem Werk. Die anderen Personen bleiben aber eher blass. Johnson, die mit 24 Jahren jüngste Pulitzerpreisträgerin aller Zeiten, widmet ihr Werk einer Zeit die für US Amerikaner traumatisch war und immer noch nachwirkt. Ihre Sprache ist episch, verliert sich allerdings ab und zu und führte bei mir manchmal zur Verwirrung. Nicht immer war es leich ihren Gedanken zu folgen. Steinbeck hat mehr Intensität in die Charaktere gelegt. Hier aber sind es eher die Landschaftsbeschreibungen, die mich erinnern lassen und gefesselt haben. Ich empfehle es allen, die in dieser Zeit eintauchen mögen und intensive Sonnenuntergänge und frühlingshafte Blütenpracht mögen
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
»Ein Buch, das man gelesen haben muss – eine Geschichte, die sich ins Gedächtnis einbrennt.« Kirkus Reviews
Die Anstellung eines jungen Mannes auf der elterlichen Farm bringt das Leben der drei Haldmarne-Schwestern durcheinander, das im fragilen Gleichgewicht der Jahreszeiten verläuft. Als dann der Regen ausbleibt und damit die Ernte im Herbst, wird der November zu einem Ende und zugleich zu einem Anfang. Nicht nur Margets Blick auf die älteste Schwester Kerrin verändert sich grundlegend, nachhaltig verändert ist ihr Blick auf das eigene Leben und die Chancen, die es zu ergreifen gilt.
Mit gerade einmal 24 Jahren erhielt Josephine Johnson für ihren Debütroman »Die November-Schwestern« den Pulitzer-Preis. Aktuell wird sie international neu entdeckt – dank ihres einzigartigen Sounds und der Themen, mit denen sie ihrer Zeit weit voraus war.
»Eine wichtige Autorin und radikale Stilistin, die ich jetzt erst entdeckt habe.« Monika Rinck
»Poetisch im besten Sinne, höchst originell, ja vollkommen.« The New York Times
Book Information
Author Description
Josephine W. Johnson (1910–1990) erhielt für ihren Debütroman »Die November-Schwestern« mit 24 Jahren den Pulitzer-Preis und war die bis dahin jüngste Preisträgerin der prestigereichen Auszeichnung. Sie studierte an der Washington University und schrieb insgesamt elf Bücher, darunter den Bestseller „The Inland Island“ (1969). Aus heutiger Sicht kann sie als Feministin und Umweltschützerin gelten, die geprägt war durch eine Welt der Ungleichheit und Ausbeutung, auf die sie uns mit ihren Werken aufmerksam macht.
Posts
Wow, was für ein Buch!!! Geschrieben von einer 24-jährigen, vor fast 90 Jahren, die dafür den Pulitzerpreis erhalten hat. Aktuell und herzzerreissend schön. "Wir haben keinen Grund, zu hoffen oder zu glauben, und tun es trotzdem, denn das müssen wir...." Eine Farm in Amerika, bewirtschaftet von einem Mann mit seiner Frau und seinen drei Töchtern. Erzählt wird die Geschichte von der mittleren Tochter und man muss aufpassen, denn man darf keinen einzigen Satz aus disem Roman verpassen. Noch nie habe ich so viele Lesezeichen gesetzt. Es ist ein hartes Leben, aber man kommt zurecht. Die Beschreibungen der Natur von der Autorin so bildhaft schön. "Die Senken waren voll wilder, zarter Stiefmütterchen, so blau, als läge dort Frost oder Nebel - hektarweise, schien es, den Boden so dicht bedeckend wie Gras." Doch dann wurde es noch härter. Eine Dürre trocknet Land und Menschen aus. Die Ernte vertrocknet, aber man darf die Hoffnung nicht verlieren. "Der Boden aber war rissig von der Dürre, und die Pflanzen beugten sich unter der Anstrengung, geboren zu werden." Grant, ein junger Mann, kommt, um für Kost und Logie für die Familie zu arbeiten und verliebt sich ausgerechnet in die eine der drei Töchter, die ihn nicht will. "Wie soll ich Liebe so durch das Sieb der Worte drücken, dass etwas anderes heraus kommt als Brei?" Ein unglaublich guter, ruhiger und existenzieller Roman, welcher einem grandiosem Spannungsbogen folgt. Herausragend übersetzt von Bettina Abarbanell.
atmosphärisch, bedrückend, hoffnungsvoll
Es sind die Jahre der Weltwirtschaftskrise und der „Dust Bowls“ in den USA. Der zentrale Süden ist besonders betroffen. Staubstürme und eine extreme Dürre machen dem Land zu schaffen. Die Menschen stehen vor dem nichts, unzählige müssen ihre Heimat verlassen und ziehen in den Westen. In einem dieser Jahre spielt die Geschichte der drei Haldmarne-Schwestern. Sie leben mit ihren Eltern auf einem Bauernhof, auf den sie einige Jahre zuvor zurückkehren mussten, als die Familie ihr Vermögen verlor. Fortan ist es harte Arbeit, die ihren Alltag bestimmt. Aber auch die Schönheit der Natur begleitet sie Tag für Tag. Margret genießt dieses Leben, genießt das Zusammensein mit ihren Schwestern. Bis der Regen ausbleibt. Nicht nur alles Lebendige um sie herum vertrocknet, fängt an zu sterben. Auch die Schwestern verändern sich. Nicht zuletzt als Grant auftaucht. Er hilft der Familie auf deren Farm. Margret verliebt sich in ihn, auch ihre ältere Schwester Kerrin verfällt dem Mann. Doch Grant liebt die jüngste der drei – und ausgerechnet diese erwidert seine Liebe nicht. In einer unglaublich schönen und poetischen Art beschreibt Johnson was die Schwestern erleben. Der Blick auf die sterbende Natur spiegelt das Innere der Familie wieder. Die Schwere, die Verzweiflung und die Ausweglosigkeit gehen Hand in Hand mit vertrockneten Flüssen, verdurstenden Tieren und dem Verlust der Gesundheit der Betroffenen. Es ist ein Roman als Zeitzeugnis einer Naturkatastrophe, die den Menschen alles abverlangt hat. Das Buch fordert Zeit beim Lesen. Keine Zeile darf übersprungen werden, denn liegt hier die Schönheit im Detail. Das Buch entschleunigt und verlangt Aufmerksamkeit, die es auch verdient hat. Josephine W. Johnson hat den Pulitzerpreis für diesen Roman erhalten. Ein gebührender Preis.

Wunderbare Landschaftsbeschreibungen
Dieses Buch hört genau da auf, wo „Früchte des Zorns“ von Steinbeck anfängt. Eine Familie versucht - vermutlich in Missouri- eine Farm zu bewirtschaften, obwohl die finanziellen Voraussetzungen schon denkbar schlecht stehen. Wir befinden uns in der Zeit, der großen Depression in den USA und eine Dürre macht den Farmern zu schaffen. So auch der Familie Halmarne. Der wortkarge Arnold zieht mit seiner Frau Willa und den Töchtern Kerrin, Marget und Merle auf seinen Besitz, der aber schon mit einer großen Hypothek belastet ist. Die Erträge lassen die Familie gerade so überleben. Irgendwann schaffen sie es sogar eine Hilfskraft, Grant, anzustellen. Die Mädchen reagieren unterschiedlich auf ihn und er auch auf sie. Überhaupt unterscheiden sich die Charaktere der drei Töchter wesentlich. Während Kerrin aufmüpfig und rebellisch um die Aufmerksamkeit ihres Vaters und um Freiheit ringt, passt sich die häusliche Merle an. Marget ist irgendwo dazwischen, das klassische Sandwich Kind, das mit mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. Die Armut und der zähe Kampf ums Überleben stehen im Kontrast zu den unglaublich schönen Landschaftsbeschreibungen. Man stellt sich unweigerlich die Frage, wie die Natur gleichzeitig so schön und so grausam sein kann. Allein die Figuren sind nicht besonders scharf gezeichnet. Das machte es mir manchmal schwer, die einzelnen Personen wirklich zu packen. Kerrins Kampf um Aufmerksamkeit, und parallel dazu ihre Flucht von der Wirklichkeit, das an Wahnsinn grenzende Verhalten, hat mich aufgewühlt. Sie ist die intensivste Figur in diesem Werk. Die anderen Personen bleiben aber eher blass. Johnson, die mit 24 Jahren jüngste Pulitzerpreisträgerin aller Zeiten, widmet ihr Werk einer Zeit die für US Amerikaner traumatisch war und immer noch nachwirkt. Ihre Sprache ist episch, verliert sich allerdings ab und zu und führte bei mir manchmal zur Verwirrung. Nicht immer war es leich ihren Gedanken zu folgen. Steinbeck hat mehr Intensität in die Charaktere gelegt. Hier aber sind es eher die Landschaftsbeschreibungen, die mich erinnern lassen und gefesselt haben. Ich empfehle es allen, die in dieser Zeit eintauchen mögen und intensive Sonnenuntergänge und frühlingshafte Blütenpracht mögen








