Die Erfindung der Welt

Die Erfindung der Welt

Hardback
3.114
SinnlichkeitWaldLebenNatur

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Description

Die Schriftstellerin Aliza Berg erhält einen anonymen Brief mit dem großzügig honorierten Auftrag, einen Roman zu schreiben, mit keinem geringeren Thema als dem Leben. Sie soll es mit frischem Blick neu entdecken und unvoreingenommen davon erzählen – am Beispiel einer vorgegebenen Gegend und all ihrer Bewohner. Auf der beigelegten Landkarte scheint das markierte Gebiet allerdings gänzlich unbewohnt zu sein. Aliza reist also nach Litstein, findet Logis bei Gräfin und Graf Hohensinn und beginnt mit ihren Recherchen. Dabei begegnet sie der eigensinnigen Kristyna in ihrem Haus im Wald ebenso wie dem Eigenbrötler Jakob und dem Trafikanten Peter. Aber vor allem eröffnen sich ihr die wesentlichen Dinge: die Unendlichkeit der Gedanken, die Zartheit und Wucht der Natur und die Kraft der Liebe. Was macht das Leben aus? Thomas Sautner entführt eine Autorin ins unendliche Labyrinth der Gedanken und lässt sie zwischen den ganz großen Fragen der Existenz wandern.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
408
Price
24.00 €

Author Description

Thomas Sautner wurde 1970 in Gmünd geboren, heute lebt er als Autor in seiner Heimat, dem nördlichen Waldviertel, sowie in Wien. Neben zahlreichen Essays und Erzählungen erschienen im Picus Verlag seine Romane »Fuchserde«, »Milchblume«, »Die Älteste«, »Das Mädchen an der Grenze« (2017) und »Großmutters Haus« (2019). Gemeinsam mit Thomas Kriebaum erschien das Kinderbuch »Rabenduft«. 2021 erschien sein neuer Roman »Die Erfindung der Welt«.

Posts

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All
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Ein Eintauchen

Ich liebe den Schreibstil- ich mochte die Charaktere, wenn auch nicht alle davon und die Handlung fand ich interessant bis spannend. Vor allem die Unberechenbarkeit des Romans, die Entwicklungen darin machte das Buch so lesenswert. Für Fans ein MUSS- für alle anderen Leser- zum Entdecken des Autors wunderbar geeignet. Ich gebe meine ABSOLUTE LESE EMPFEHLUNG.

Ein Eintauchen
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Meinung: Die Idee fand ich absolut ansprechend: Aliza Berg, eine Schriftstellerin, bekommt einen anonymen Brief von einem gewissen „G.“, mit dem Auftrag einen bestimmten Ort aufzusuchen und dort in einem gewissen Radius mit jedem Menschen zu reden und viel zu beobachten. Und danach soll sie mit ihren neu gewonnen Eindrücken und Informationen einen Roman über das Leben schreiben. Dafür bekommt sie schon im Vorhinein eine nette Summe auf ihr Konto überwiesen, egal ob sie sich beschließt den Auftrag anzunehmen oder nicht. Natürlich nimmt sie nach kurzem Überlegen an und begibt sich nach Litstein, um ihrer Recherche zu beginnen und verweilt dort für ein Jahr. Man lernt im Laufe der Geschichte jede Menge Personen kennen, jede von ihnen auf eine andere Art sehr besonders. Es ist mein erstes Buch von dem Autor und ich habe mich in den Schreibstil absolut verliebt. Er schreibt sehr bildlich und man kann in seinen Schilderungen wundervoll abtauchen. Philosophische Betrachtungen beschreibt er leicht verständlich und regt damit perfekt zum Nachdenken an. Doch so angenehm der Stil war, so langatmig war leider die Handlung. Den Anfang habe ich noch begeistert verschlungen, doch irgendwann beginnt es sich zu ziehen. So sehr, dass ich oft überlegt habe das Buch abzubrechen. Der Autor driftet zu sehr zu der Frage nach dem Sinn des Lebens und der Liebe ab und hält den Rest des Buches nur mehr daran fest. Auch die Charaktere, so wundervoll sie oberflächlich betrachtet auch sein mögen, haben kaum Tiefe. Fazit: Ein grundsätzlich schöner Roman, der mich leider nicht erreichen konnte. Ich liebe die Sprache, die der Autor verwendet und die Vielfalt der Figuren in der Geschichte, doch mir fehlt Tiefe und etwas Handlung.

3

Ich bin einfach überwältigt, allerdings meine ich das – genau so wenig wie Thomas Sautner die allermeisten Aussagen in seinem Roman – nicht im augenscheinlichen Sinne. Stattdessen lässt mich der Roman mit einem Gefühl von „das war alles viel zu viel, aber eigentlich doch irgendwie gar nichts“ zurück. So ist der Auftakt des Romans nahezu genial und einfach überragend. Die Schriftstellerin Aliza Berg erhält einen ominösen Brief mit der Bitte, einen Roman über das Leben zu schreiben. Alizas Auseinandersetzung mit dem Schreiben, ihre Art nach literaturwissenschaftlicher Manier jedem Wort und jedem Satzzeichen der Aufforderung einen tieferen Sinn abzutrotzen, ist meisterhaft und wahnsinnig unterhaltend. Ebenso grandios werden ihre Ankunft in Litstein, dem Ort in dessen Nähe der Auftragsroman angesiedelt sein soll, sowie ihre ersten Begegnungen mit den eigenwilligen und interessanten Figuren dieser Gemeinde geschildert. Wäre es so weitergegangen, hätte ich diesen Roman für immer bei mir getragen. Stattdessen schwingt sich der Roman jedoch hinauf in die weiten Sphären des Universums, in existenzielle Problemstellungen und verliert sich in das Leben, den Sinn des Lebens, des Liebens und das Dasein hinterfragenden Episoden und Anekdoten. Er wird bevölkert von Figuren, die da oder doch nicht anwesend sind, und zerrinnt in metaphysisch anmutenden Betrachtungen. Die Handlung bleibt dabei naturgemäß nahezu auf der Strecke, während die Figurenentwicklung auf dem Altar des Universums geopfert wird. Ab einem gewissen Punkt verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Imagination, nichts ist mehr so greifbar und bodenständig wie die entschlossen klackernden Absätze von Alizas Schuhen auf dem Trottoir noch zu Beginn (S. 31). Dies ist allerdings gar nicht schlimm, denn ich unterstelle, dass der Roman den Leser verwirren, infrage stellen und zum tieferen Nachdenken anregen möchte, und dies gelingt ihm auf ganzer Linie. Da der Text darüber hinaus sprachlich ein Genuss ist, ist die Lektüre reizvoll und auch die Haptik des Buches mit sinnvoll auf den Inhalt bezogenem Titelfoto, ungewöhnlichem Format und rosa Lesebändchen macht viel Freude. Dennoch: der Gesamteindruck, der mich am Ende des Romans begleitet ist, dass der Autor sich mit seiner Parabel der Unmöglichkeit die Gesamtheit des Lebens zwischen zwei Buchdeckel zu bannen, ebenso scheitert, wie Aliza selbst – der Kniff, der aus dem Roman wieder ein kleines Kunstwerk macht, ist jedoch gerade diese Erkenntnis: Sautner hat versucht, einen Roman über die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens zu schreiben und tappt dabei in die Falle, die er seiner Romanfigur stellt – aber vielleicht ist genau das so gewollt.

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