Die Einsamkeit der Seevögel
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Description
Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Dort möchte sie das Schwinden der Zugvögelpopulationen und die Klimaveränderungen untersuchen. Fern jeder Zivilisation findet sie Freiheit und Luft zum Atmen, nach der sie sich in ihrer gescheiterten Ehe so gesehnt hatte.
Ganz allein, umgeben von endlosem Schnee, tosendem Meer und rauen Naturgewalten, wartet sie auf die Ankunft der Vögel. Und auf ihren Geliebten, der mit ihr die Einsamkeit teilen will. Doch warum verschiebt er seine Ankunft? Woher kommen die seltsamen Geräusche in ihrer Hütte? Und war es der Wind, der ihr über den Körper strich, oder ist sie doch nicht allein?
Als die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn, Gegenwart und Vergangenheit immer mehr verschwimmen, muss sie sich endgültig dem stellen, was sie hinter sich gelassen hat.
Mit atmosphärischer Sprengkraft und Dichte erzählt Gøhril Gabrielsen von einer Frau, die sich in der Einsamkeit selbst zu verlieren droht – in einer Sprache klar und scharf wie ein Diamant.
Book Information
Author Description
Gøhril Gabrielsen, geboren 1961, ist eine norwegische Autorin. Sie wuchs in Finnmark auf, wo auch ihr Roman spielt, und lebt heute in Oslo. Für ihre bislang fünf Romane wurde sie von Literaturkritik und Publikum gleichermaßen gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Aschehoug Debutant Preis 2006. Zwischen Nord und Nacht ist ihr zweiter Roman in deutscher Übersetzung.
Posts
"Hier sind wir. Ich und die Elemente in der Welt. Vereint." Eine junge Wissenschaftlerin hat sich auf eine einsame Insel im Norden Norwegens begeben um dort das Wetter zu verfolgen und Zusammenhänge zwischen diesem und dem dramatischen Rückgang der Seevögel zu erforschen. Zurückgelassen hat sie ihre kleine, zweijährige Tochter, ihren Exmann und ihren Geliebten. Allein auf der Insel ist sie auf sich selbst und ihre Wahrnehmungen reduziert. Das stürmische Wetter tut das Seinige zu dem manchmal bedrohlich wirkenden Setting bei. Zwischen Routinen wie Schnee schmelzen für Körperhygiene und Verzehr, Holz machen, Schnee schieben und Wetterdaten sammeln, bleibt ihr nur, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wie konnte sie ihre Tochter zurücklassen? Warum kommt Jo, ihr Geliebter, nicht, wie versprochen, auf die Insel nach? Und dann ist da noch diese Broschüre die sie in der Hütte findet und die ihr die Geschichte einer Familie näherbringt, die 1871 hier gelebt und bei einem Feuer viel verloren hat. Immer öfter hat sie nun Flashbacks von dieser Familie, vor allem von Borghild,der Ehefrau und Mutter. Wie in einem Schaukelstuhl der vor und zurück schaukelt bewegt sich die Wissenschaftlerin zwischen damals und heute hin und her. Zwischen Borghilds Trauma und ihrem eigenen, zugefügt von einem Ex-Ehemann, der scheinbar vor nichts zurück schreckt. Leseempfehlung für alle, die eine ruhige Geschichte mit mystischen Klängen suchen in Verbindung mit Klimawandel und Artensterben.
Reado schenkt mir noch eine Perle! Eine Wissenschaftlerin möchte unbedingt im Winter in Norwegen abseits von jeglicher Zivilisation Seevögel beobachten. Die rauhe Natur, die der Hauptfigur zunächst nichts ausmacht, wird von Gøhril Gabrielsen eindrücklich beschrieben. Die Einsamkeit führt dazu, dass die Protagonistin sich mit dem Ort, an dem sie ist, beschäftigt und etwas aus der Vergangenheit erfährt. Darüber hinaus wirft die Einsamkeit sie auf sich zurück, so dass sie über ihr Leben zu Hause und ihre Beziehungen nachdenkt. Diese 3 Ebenen - die Natur vor Ort, die Vergangenheit des Ortes und die Vergangenheit der Protagonistin - webt Gabrielsen spannend und eindrucksvoll zu einem Ganzen. Ihr Stil ist so treffend, dass die Atmosphäre in der kleinen Hütte deutlich spürbar wird. Je länger ich gelesen habe, desto mehr sind mir Schauer über den Rücken gelaufen. Und das Ende fand ich großartig!
Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Zum Teil sehr interessant. Stellenweise erinnerte es mich auch an "Die Wand". Aber bei einem Handlungsstrang fehlte für mich der endgültige Sinn und fast alle Fragen zu anderen Begebenheiten blieben offen. So ein extrem offenes Ende hatte ich bis jetzt noch nicht.
In diesem Roman passiert nicht viel. Mitten im Polarwinter bezieht eine Wissenschaftlerin eine karge Hütte in der Arktis, um dort ein paar Monate lang die Auswirkungen des Klimawandels auf die Zugvögelpopulationen zu beobachten. Ihr Geliebter soll bald nachkommen und diese Zeit mit ihr verbringen. In diesem Roman passiert sehr viel. Wirkungsvoll beschreibt die Autorin, wie eine Frau sich in der Einsamkeit findet und gleichzeitig verliert. Freiheit wird zu Einsamkeit, Luft zum Atmen wird zu klaustrophobischem Wahn. Ein intimer Einblick in eine isolierte Lebenswelt. Das grundlegende Thema Der norwegische Originaltitel ist »Ankomst«, was schlicht »Ankunft« bedeutet. Ein einfaches Wort, das sich in diesem atmosphärischen Roman in eine Vielzahl von Bedeutungsmöglichkeiten aufsplittert. Bevor hier irgendjemand irgendwo ankommt, sehen wir der Protagonistin dabei zu, wie sie sich in ihren Beziehungen verliert. Ehe, Mutterschaft, neue Liebschaft: Sie sucht nach Freiheit, sie sucht nach Erfüllung, doch letztlich tauscht sie nur einen Käfig gegen den nächsten. Wo beginnt und endet sie, was sind ihre ureigensten Wünsche und Träume, ihre autarke Persönlichkeit? Ihr Ex-Mann, ihr Kind, ihr Geliebter überlagern ihre Selbstwahrnehmung. Unwissentlich hat sie sich diesen Käfig selbst gewählt – ja, selbst erbaut! –, verwechselt Geborgenheit mit klaustrophobischer Enge. Letztlich wird aus der geplanten Ankunft des Geliebten die ungeplante Ankunft der gnadenlosen Selbsterkenntnis. Kann sie verantworten, ihr Kind in der Obhut eines Mannes zurückgelassen zu haben, den sie als gewalttätig beschreibt? Ist der Geliebte ihre Obsession überhaupt wert? Die Arktis als Schauplatz und Sinnbild In der Arktis wird die Protagonistin zurückgeworfen auf sich selbst. Die Zivilisation ist weit entfernt, Kontakt kann sie nur über das Satellitentelefon aufbauen, und das ist zu teuer, um es oft zu benutzen. Auch diese Einsamkeit ist eine Art von Ankunft, aber eine, die sie noch nicht annehmen kann. Denn Selbsterkenntnis war nicht ihr Ziel, als sie diesen Forschungsaufenthalt plante – ganz im Gegenteil. Eigentlich sollte ihr Geliebter ja zeitig nachkommen und dann einige Monate mit ihr in dieser kleinen Hütte verbringen; ihr Plan war die ultimative symbiotische Zweisamkeit. Eine ersehnte Ankunft, die viel mehr bedeutet als nur der schnöde Akt des irgendwo Eintreffens – doch vor allem eine Ankunft, die ausbleibt, die ihr Geliebter immer wieder verschiebt. Und so wartet sie und hofft, wartet und zweifelt, wartet und verliert den Halt. Die Realität ist ein zunehmend unwirkliches Konzept. Die Arktis ist der perfekte Schauplatz für diese Geschichte. Himmel und Erde verschmelzen mitunter zu einem endlosen Weiß, die Grenzen sind nicht mehr wahrzunehmen. Das kann gefährlich sein, wenn man sich in diesem schwerelosen Nichts verirrt – »Whiteout« nennt sich das Phänomen, und die Protagonistin erlebt das psychische Äquivalent dazu. Die Charaktere Wir haben es hier mit einer unzuverlässigen Erzählerin zu tun, die zunehmend den Kontakt zur Realität verliert. Sie ist eine Frau, die bis ins Kleinste akribisch plant und genau deshalb nur schwer mit Kontrollverlust umgehen kann. Paranoia kratzt an den Türen, Verzweiflung und Angst schleichen sich ein. Sie versucht, sich zu behaupten – gegen die durchaus gefährliche arktische Natur, gegen die eigenen Zweifel –, und ist dabei doch immer schwerer zu fassen. Ist sie sympathisch? Ist ihr Verhalten nachvollziehbar? Nein, nicht immer. Dies ist für mich auch der einzige Schwachpunkt des Romans, denn die Protagonistin entzieht sich jeglicher Identifikation. Die anderen Charaktere sehen wir ausschließlich durch ihre voreingenommenen Augen. Ist ihr Ex-Mann wirklich so bedrohlich und gewalttätig, wie sie ihn wahrnimmt, oder sind das nur wahnhafte Vorstellungen? Hat ihr Geliebter überhaupt ein Interesse daran, mit ihr zusammenzuleben? Nimmt sie ihr Kind als irgendetwas anderes wahr als eine Verlängerung ihrer selbst? Sie alle sind nur Staffage in diesem Monodram. Spannungsbogen Von einem klassischen Spannungsaufbau ist hier nicht zu sprechen, aber die leise Dramatik, die Gøhril Gabrielsen aufbaut, entwickelt durchaus eine feine, subtile Sogwirkung. Diese wird im Laufe der Geschichte immer beklemmender, immer intensiver. Die Menschen, die nachweislich vor etwa 140 Jahren am Handlungsort lebten, in einem Haus, das später abbrannte, werden in der Phantasie der Protagonistin immer lebendiger, bis sie schließlich präsenter und wahrhaftiger sind als die Menschen in ihrem Leben. Hier spielt der Roman mit den üblichen Versatzstücken aus klassischen Geistergeschichten: bedrohliche Geräusche; verschwundene und wieder auftauchende Gegenstände; eine Tür, die eigentlich verschlossen sein sollte, aber es nicht ist. Die Gratwanderung zwischen Realität und Wahn schraubt sich hoch bis zu einem Ende, das Leser:innen kompromisslos vor die Wahl stellt, was sie glauben wollen. Das Thema ‘Mutterschaft als Aufgabe der weiblichen Selbstbestimmung’ klingt auf verschiedenen Handlungsebenen immer wieder an, und auch das ist auf leise Art spannend, weil es eine Vielzahl moralischer Fragestellungen aufwirft. Schreibstil Gøhril Gabrielsen schreibt in Worten, die sich so glasklar und kalt lesen wie das arktische Eis; emotionalen Überschwang oder echte Wärme sucht man vergebens. Aber an Atmosphäre mangelt es nicht, der Stil fügt sich nahtlos ein in den Handlungsort – da kann man das Eis geradezu knacken hören, wenn die Protagonistin an ihren inneren Dämonen Stück für Stück zerbricht. Es ist beeindruckend, wie die Autorin den Schauplatz nutzt, um widersprüchliche Themen und Eindrücke darzustellen: endlose Weite und verzweifelte Einsamkeit, ersehnte Geborgenheit und klaustrophobische Gefühle des Eingesperrtseins. Fazit Dies ist ein kurzes Buch der leisen Töne, und dennoch ein beeindruckendes psychologisches Drama. Eine Wissenschaftlerin bezieht für einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt eine Hütte in der Arktis. Ihre kleine Tochter lässt sie beim Ex-Mann zurück; ihr Geliebter, der eigentlich nachkommen sollte, vertröstet sie mit Entschuldigungen, die ihre Rolle als Mutter noch dringlicher in Frage stellen. Umgeben von Eiseskälte und weißer Endlosigkeit ist sie gezwungen, sich mit ihren eigenen Dämonen auseinander zu setzen und zu warten… Zu warten… Derweil verliert sie immer mehr den Bezug zur Realität. Ist diese Einsamkeit nun Gefängnis oder kompromisslose Freiheit? Über das Ende lässt sich sicher streiten, und auch die unnahbare Protagonistin macht es Leser:innen nicht leicht. Dennoch konnte mich der Roman mit seiner kristallklaren Sprache, seinen interessanten, ambivalenten Fragestellungen und seinem subtilen Spannungsaufbau überzeugen.
Intensiv, atmosphärisch, dicht
In Gøhril Gabrielsens "Die Einsamkeit der Seevögel" begleiten wir eine Wissenschaftlerin auf ihrer Reise ins winterliche Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Hier, fernab jeder Zivilisation, möchte sie das Schwinden der Zugvögel und die Auswirkungen der Klimaveränderungen untersuchen. Doch die rauen Naturgewalten, das tosende Meer und die endlosen Schneelandschaften, gepaart mit der stetig wachsenden Ungewissheit bezüglich der Ankunft ihres Geliebten, ziehen sie in einen Sog aus Wirklichkeit und Wahn, Gegenwart und Vergangenheit. "Die Einsamkeit der Seevögel" ist ein wortgewaltiger Roman, der mit großer atmosphärischer Dichte besticht. Gabrielsen hat die Fähigkeit, durch Wörter eine Stimmung zu erzeugen, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Wie eine Naturfotografie, nur in Worten gefasst, entführt sie uns in die raue und zugleich faszinierende Landschaft Finnmarks. Sie schafft es, die innere Welt ihrer Protagonistin eindringlich darzustellen und uns einen Einblick in die Gedanken und Gefühle dieser Frau zu geben. Die Ich-Perspektive verstärkt die intensive Atmosphäre zusätzlich und ermöglicht eine tiefe Auseinandersetzung mit den Sorgen und Nöten, aber auch Freuden der Hauptfigur. Gabrielsen stellt auf ambivalente und doch faszinierende Weise Fragen nach Einsamkeit, Zweisamkeit, Selbstreflexion und der menschlichen Existenz. Trotz der ruhigen Erzählweise, bei der inhaltlich nicht viel passiert, schafft die Autorin es, den Leser durch ihren atmosphärischen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Insgesamt ist "Die Einsamkeit der Seevögel" ein fesselnder, atmosphärischer und nachdenklich stimmender Roman, der den Leser mit seiner bildhaften Sprache und der tiefgründigen Charakterzeichnung fesselt. Ein ideales Buch für ruhige Momente und Phasen der Selbstreflexion. ⭐️⭐️⭐️⭐️
Was für eine Wucht dieses Buch ist! Anders kann ich es nicht ausdrücken. Ich hatte keinerlei Ahnung worum es in dem Buch geht noch welche ergreifende Atmosphäre es mitbringen würde. Bereits auf den ersten Seiten habe ich eine Gänsehaut gehabt. Das Gefühl der Beklemmung und des Grusels zog sich durch das ganze Buch beim lesen. Eine Wissenschaftlerin entschließt sich in den hohen Norden Norwegens zu reisen um die Verhaltensweisen der Seevögel zu studieren. Das Setting ist eine einsame Hütte komplett von der Zivilisation abgeschnitten, lediglich einmal alle paar Wochen erreichen sie eine Lebensmittellieferung. Über das Satellitentelefon kann sie Kontakt zu der Außenwelt halten. Sie vereinbart feste Tage und Zeiten um mit ihrem Freund Jo zu kommunizieren. Jedoch ist Jo nicht die einzige Person die sie kontaktiert und so verfolgen sie auch so weit abseits von ihrem zu Hause und Alltag bedrohliche Gedanken. Gabrielsen hat mit ihrem nüchternen und eindringlichen Schreibstil geschafft die Kälte und die Angst direkt unter meine Haut zu katapultieren. Ich war auf jeder Seite gespannt mitzuerleben welche Hürden unsere Protagonistin nehmen muss, sei es der einfache Gang in der Eiseskälte nach draußen um das WC aufzusuchen oder ihre Expeditionen in die Wildnis. Die Seevögel wurden langsam aber sicher eine Nebensache. Ein wunderbarer Thriller den ich so noch nie vorher erleben durfte. Jeder der in die einsame Kälte abtauchen möchte in einer ruhigen Atmosphäre sollte dieses Buch unbedingt lesen. (Das Exemplar habe ich aus meinem privaten Kreis geschenkt bekommen) JULIA HOLBE - Boy meets Girl Verlag: @penguinbuecher ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ Bereits Holbes Roman „Unsere glücklichen Tage“ hat mir gut gefallen. Nora hat alles, so scheint es, um ein erfülltes Leben zu führen: einen Ehemann, eine erwachsene Tochter und einen Beruf der sie ausfüllt. Doch das Leben verläuft oft nicht so wie man es sich vorstellt. So ergeht es auch Nora, sie ist unglücklich in ihrer Beziehung. Als Paartherapeutin unterstützt sie andere ihre Beziehung aus der Krise zu manövrieren oder eben zu beenden. Ihr selbst gelang das jedoch in der eigenen Beziehung lange nicht. Sie entscheidet sich von ihrem Mann zu trennen und damit einher geht die Rückkehr der Vergangenheit als sie Yann trifft. Ich mag Holbes Art zu Schreiben und uns die Gedanken der Protagonistin zu übertragen. Die Atmosphäre im Buch ist ehrlich, romantisch wie auch realistisch und tiefgründig. Neben ihrer Selbstfindung ist Nora auch mit ihren teilweise pflegebedürftigen und speziellen Eltern beschäftigt. Es ist eine wirklich schöne Geschichte über die Liebe, die Freundschaft und das es niemals zu spät ist im Leben einen neuen Weg einzuschlagen um glücklich zu werden. Auch dieser Roman von Julia Holbe konnte mich abholen und hat mir eine schöne Lesezeit beschert. Wer gerne eine schöne Liebesgeschichte zwischen Erwachsenen lesen möchte ist mit diesem Roman gut aufgehoben. (Selbst gekauftes Exemplar)
3,5 Sterne Das war genau die richtige Spannung für mich. Nicht zu krass, nicht zu soft. Die Protagonistin war eine wirklich vielschichtige und interessante Person. Ich habe es genossen mit ihr allein in der kalten Einöde. Aber das Ende??? So was gemeines!!! Leute, hat das noch jemand gelesen? Ich habe Gesprächsbedarf.
Eine Wissenschaftlerin begibt sich zu Forschungszwecken an den nördlichsten Zipfel Norwegens, die Finnmark, um dort die Auswirkungen des Klimas auf die Populationen der unterschiedlichen Seevögel zu beobachten. Fernab von jeglicher Zivilisation und mitten in der rauen Abgeschiedenheit dieser Region, verliert sie immer mehr den Bezug zur realen Welt - was geschieht tatsächlich, was ist Gespinst ihrer Gedanken? - und muss sich den Schatten ihrer Vergangenheit - einer gescheiterten Ehe und einem übergriffigen Ex-Mann - stellen. Die Grenzen und Erlebnisse ihrer eigenen Geschichte vermischen sich mit denen einer Familie, die vor einem Jahrhundert an eben diesem Ort gelebt hat und über deren Schicksal die Wissenschaftlerin in einer Broschüre las. Das Gefühl von Struktur und Sicherheit, das sie zunächst in ihrem Arbeitsalltag findet, rückt in Anbetracht ihrer Vereinsamung immer in den Hintergrund und wird von einer steigenden Verzweiflung und paranoiden Gedanken abgelöst. Über allem schwebt diese (irrationale?) Angst wie ein Damoklesschwert. Bereit, jederzeit und unerwartet zuzuschlagen. Spannend und auf eine subtile, aber eindringliche Art nervenaufreibend. Wer psychologische Aspekte und innere, gedankliche Prozesse als Grundstein für Spannung mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Bei 18 % ausgestiegen Ich versuche gerade Hörbücher verstärkt zu forcieren. Nee das läuft so gar nicht. Setting ist hier für mich an sich sehr interessant. Kälte, Einsamkeit, Natur, Widrigkeiten. Allerdings ist die stilistische Umsetzung ein Graus. Typisches Klischee einer Wissenschaftlerin, die sich wünscht, dass auch Gefühle messbar seien. Ihre geliebte Objektivität. Dazu ein Liebeswirrwarr, das im Versuch das Imaginäre einzubauen, kläglich scheitert, weil sie viel zu stark im Symbolischen verhaftet bleibt. Das Buch beinhaltet zwar eine gewisse Atmosphäre, die aber durch die steife, unbewegliche Art der Icherzählerin eingerissen wird. Es arbeitet sich an Erwartungshaltungen ab und wirkt in seiner Art des Erzählens extrem reduktionistisch. Eine Form der Ratio die ich ablehne und die durch die stilistische dokumentarische Sprache nur verstärkt wird. Die Sprache bewegt sich überhaupt nicht. Sie geht völlig konform mit der Steifheit der Icherzählerin. Da hab ich nichts von. Zumal mich dieser Beziehungskäse, wie er inszeniert wird, überhaupt nicht interessiert.
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Eine Wissenschaftlerin reist mitten im Winter nach Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Dort möchte sie das Schwinden der Zugvögelpopulationen und die Klimaveränderungen untersuchen. Fern jeder Zivilisation findet sie Freiheit und Luft zum Atmen, nach der sie sich in ihrer gescheiterten Ehe so gesehnt hatte.
Ganz allein, umgeben von endlosem Schnee, tosendem Meer und rauen Naturgewalten, wartet sie auf die Ankunft der Vögel. Und auf ihren Geliebten, der mit ihr die Einsamkeit teilen will. Doch warum verschiebt er seine Ankunft? Woher kommen die seltsamen Geräusche in ihrer Hütte? Und war es der Wind, der ihr über den Körper strich, oder ist sie doch nicht allein?
Als die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Wahn, Gegenwart und Vergangenheit immer mehr verschwimmen, muss sie sich endgültig dem stellen, was sie hinter sich gelassen hat.
Mit atmosphärischer Sprengkraft und Dichte erzählt Gøhril Gabrielsen von einer Frau, die sich in der Einsamkeit selbst zu verlieren droht – in einer Sprache klar und scharf wie ein Diamant.
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Gøhril Gabrielsen, geboren 1961, ist eine norwegische Autorin. Sie wuchs in Finnmark auf, wo auch ihr Roman spielt, und lebt heute in Oslo. Für ihre bislang fünf Romane wurde sie von Literaturkritik und Publikum gleichermaßen gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Aschehoug Debutant Preis 2006. Zwischen Nord und Nacht ist ihr zweiter Roman in deutscher Übersetzung.
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"Hier sind wir. Ich und die Elemente in der Welt. Vereint." Eine junge Wissenschaftlerin hat sich auf eine einsame Insel im Norden Norwegens begeben um dort das Wetter zu verfolgen und Zusammenhänge zwischen diesem und dem dramatischen Rückgang der Seevögel zu erforschen. Zurückgelassen hat sie ihre kleine, zweijährige Tochter, ihren Exmann und ihren Geliebten. Allein auf der Insel ist sie auf sich selbst und ihre Wahrnehmungen reduziert. Das stürmische Wetter tut das Seinige zu dem manchmal bedrohlich wirkenden Setting bei. Zwischen Routinen wie Schnee schmelzen für Körperhygiene und Verzehr, Holz machen, Schnee schieben und Wetterdaten sammeln, bleibt ihr nur, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Wie konnte sie ihre Tochter zurücklassen? Warum kommt Jo, ihr Geliebter, nicht, wie versprochen, auf die Insel nach? Und dann ist da noch diese Broschüre die sie in der Hütte findet und die ihr die Geschichte einer Familie näherbringt, die 1871 hier gelebt und bei einem Feuer viel verloren hat. Immer öfter hat sie nun Flashbacks von dieser Familie, vor allem von Borghild,der Ehefrau und Mutter. Wie in einem Schaukelstuhl der vor und zurück schaukelt bewegt sich die Wissenschaftlerin zwischen damals und heute hin und her. Zwischen Borghilds Trauma und ihrem eigenen, zugefügt von einem Ex-Ehemann, der scheinbar vor nichts zurück schreckt. Leseempfehlung für alle, die eine ruhige Geschichte mit mystischen Klängen suchen in Verbindung mit Klimawandel und Artensterben.
Reado schenkt mir noch eine Perle! Eine Wissenschaftlerin möchte unbedingt im Winter in Norwegen abseits von jeglicher Zivilisation Seevögel beobachten. Die rauhe Natur, die der Hauptfigur zunächst nichts ausmacht, wird von Gøhril Gabrielsen eindrücklich beschrieben. Die Einsamkeit führt dazu, dass die Protagonistin sich mit dem Ort, an dem sie ist, beschäftigt und etwas aus der Vergangenheit erfährt. Darüber hinaus wirft die Einsamkeit sie auf sich zurück, so dass sie über ihr Leben zu Hause und ihre Beziehungen nachdenkt. Diese 3 Ebenen - die Natur vor Ort, die Vergangenheit des Ortes und die Vergangenheit der Protagonistin - webt Gabrielsen spannend und eindrucksvoll zu einem Ganzen. Ihr Stil ist so treffend, dass die Atmosphäre in der kleinen Hütte deutlich spürbar wird. Je länger ich gelesen habe, desto mehr sind mir Schauer über den Rücken gelaufen. Und das Ende fand ich großartig!
Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück. Zum Teil sehr interessant. Stellenweise erinnerte es mich auch an "Die Wand". Aber bei einem Handlungsstrang fehlte für mich der endgültige Sinn und fast alle Fragen zu anderen Begebenheiten blieben offen. So ein extrem offenes Ende hatte ich bis jetzt noch nicht.
In diesem Roman passiert nicht viel. Mitten im Polarwinter bezieht eine Wissenschaftlerin eine karge Hütte in der Arktis, um dort ein paar Monate lang die Auswirkungen des Klimawandels auf die Zugvögelpopulationen zu beobachten. Ihr Geliebter soll bald nachkommen und diese Zeit mit ihr verbringen. In diesem Roman passiert sehr viel. Wirkungsvoll beschreibt die Autorin, wie eine Frau sich in der Einsamkeit findet und gleichzeitig verliert. Freiheit wird zu Einsamkeit, Luft zum Atmen wird zu klaustrophobischem Wahn. Ein intimer Einblick in eine isolierte Lebenswelt. Das grundlegende Thema Der norwegische Originaltitel ist »Ankomst«, was schlicht »Ankunft« bedeutet. Ein einfaches Wort, das sich in diesem atmosphärischen Roman in eine Vielzahl von Bedeutungsmöglichkeiten aufsplittert. Bevor hier irgendjemand irgendwo ankommt, sehen wir der Protagonistin dabei zu, wie sie sich in ihren Beziehungen verliert. Ehe, Mutterschaft, neue Liebschaft: Sie sucht nach Freiheit, sie sucht nach Erfüllung, doch letztlich tauscht sie nur einen Käfig gegen den nächsten. Wo beginnt und endet sie, was sind ihre ureigensten Wünsche und Träume, ihre autarke Persönlichkeit? Ihr Ex-Mann, ihr Kind, ihr Geliebter überlagern ihre Selbstwahrnehmung. Unwissentlich hat sie sich diesen Käfig selbst gewählt – ja, selbst erbaut! –, verwechselt Geborgenheit mit klaustrophobischer Enge. Letztlich wird aus der geplanten Ankunft des Geliebten die ungeplante Ankunft der gnadenlosen Selbsterkenntnis. Kann sie verantworten, ihr Kind in der Obhut eines Mannes zurückgelassen zu haben, den sie als gewalttätig beschreibt? Ist der Geliebte ihre Obsession überhaupt wert? Die Arktis als Schauplatz und Sinnbild In der Arktis wird die Protagonistin zurückgeworfen auf sich selbst. Die Zivilisation ist weit entfernt, Kontakt kann sie nur über das Satellitentelefon aufbauen, und das ist zu teuer, um es oft zu benutzen. Auch diese Einsamkeit ist eine Art von Ankunft, aber eine, die sie noch nicht annehmen kann. Denn Selbsterkenntnis war nicht ihr Ziel, als sie diesen Forschungsaufenthalt plante – ganz im Gegenteil. Eigentlich sollte ihr Geliebter ja zeitig nachkommen und dann einige Monate mit ihr in dieser kleinen Hütte verbringen; ihr Plan war die ultimative symbiotische Zweisamkeit. Eine ersehnte Ankunft, die viel mehr bedeutet als nur der schnöde Akt des irgendwo Eintreffens – doch vor allem eine Ankunft, die ausbleibt, die ihr Geliebter immer wieder verschiebt. Und so wartet sie und hofft, wartet und zweifelt, wartet und verliert den Halt. Die Realität ist ein zunehmend unwirkliches Konzept. Die Arktis ist der perfekte Schauplatz für diese Geschichte. Himmel und Erde verschmelzen mitunter zu einem endlosen Weiß, die Grenzen sind nicht mehr wahrzunehmen. Das kann gefährlich sein, wenn man sich in diesem schwerelosen Nichts verirrt – »Whiteout« nennt sich das Phänomen, und die Protagonistin erlebt das psychische Äquivalent dazu. Die Charaktere Wir haben es hier mit einer unzuverlässigen Erzählerin zu tun, die zunehmend den Kontakt zur Realität verliert. Sie ist eine Frau, die bis ins Kleinste akribisch plant und genau deshalb nur schwer mit Kontrollverlust umgehen kann. Paranoia kratzt an den Türen, Verzweiflung und Angst schleichen sich ein. Sie versucht, sich zu behaupten – gegen die durchaus gefährliche arktische Natur, gegen die eigenen Zweifel –, und ist dabei doch immer schwerer zu fassen. Ist sie sympathisch? Ist ihr Verhalten nachvollziehbar? Nein, nicht immer. Dies ist für mich auch der einzige Schwachpunkt des Romans, denn die Protagonistin entzieht sich jeglicher Identifikation. Die anderen Charaktere sehen wir ausschließlich durch ihre voreingenommenen Augen. Ist ihr Ex-Mann wirklich so bedrohlich und gewalttätig, wie sie ihn wahrnimmt, oder sind das nur wahnhafte Vorstellungen? Hat ihr Geliebter überhaupt ein Interesse daran, mit ihr zusammenzuleben? Nimmt sie ihr Kind als irgendetwas anderes wahr als eine Verlängerung ihrer selbst? Sie alle sind nur Staffage in diesem Monodram. Spannungsbogen Von einem klassischen Spannungsaufbau ist hier nicht zu sprechen, aber die leise Dramatik, die Gøhril Gabrielsen aufbaut, entwickelt durchaus eine feine, subtile Sogwirkung. Diese wird im Laufe der Geschichte immer beklemmender, immer intensiver. Die Menschen, die nachweislich vor etwa 140 Jahren am Handlungsort lebten, in einem Haus, das später abbrannte, werden in der Phantasie der Protagonistin immer lebendiger, bis sie schließlich präsenter und wahrhaftiger sind als die Menschen in ihrem Leben. Hier spielt der Roman mit den üblichen Versatzstücken aus klassischen Geistergeschichten: bedrohliche Geräusche; verschwundene und wieder auftauchende Gegenstände; eine Tür, die eigentlich verschlossen sein sollte, aber es nicht ist. Die Gratwanderung zwischen Realität und Wahn schraubt sich hoch bis zu einem Ende, das Leser:innen kompromisslos vor die Wahl stellt, was sie glauben wollen. Das Thema ‘Mutterschaft als Aufgabe der weiblichen Selbstbestimmung’ klingt auf verschiedenen Handlungsebenen immer wieder an, und auch das ist auf leise Art spannend, weil es eine Vielzahl moralischer Fragestellungen aufwirft. Schreibstil Gøhril Gabrielsen schreibt in Worten, die sich so glasklar und kalt lesen wie das arktische Eis; emotionalen Überschwang oder echte Wärme sucht man vergebens. Aber an Atmosphäre mangelt es nicht, der Stil fügt sich nahtlos ein in den Handlungsort – da kann man das Eis geradezu knacken hören, wenn die Protagonistin an ihren inneren Dämonen Stück für Stück zerbricht. Es ist beeindruckend, wie die Autorin den Schauplatz nutzt, um widersprüchliche Themen und Eindrücke darzustellen: endlose Weite und verzweifelte Einsamkeit, ersehnte Geborgenheit und klaustrophobische Gefühle des Eingesperrtseins. Fazit Dies ist ein kurzes Buch der leisen Töne, und dennoch ein beeindruckendes psychologisches Drama. Eine Wissenschaftlerin bezieht für einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt eine Hütte in der Arktis. Ihre kleine Tochter lässt sie beim Ex-Mann zurück; ihr Geliebter, der eigentlich nachkommen sollte, vertröstet sie mit Entschuldigungen, die ihre Rolle als Mutter noch dringlicher in Frage stellen. Umgeben von Eiseskälte und weißer Endlosigkeit ist sie gezwungen, sich mit ihren eigenen Dämonen auseinander zu setzen und zu warten… Zu warten… Derweil verliert sie immer mehr den Bezug zur Realität. Ist diese Einsamkeit nun Gefängnis oder kompromisslose Freiheit? Über das Ende lässt sich sicher streiten, und auch die unnahbare Protagonistin macht es Leser:innen nicht leicht. Dennoch konnte mich der Roman mit seiner kristallklaren Sprache, seinen interessanten, ambivalenten Fragestellungen und seinem subtilen Spannungsaufbau überzeugen.
Intensiv, atmosphärisch, dicht
In Gøhril Gabrielsens "Die Einsamkeit der Seevögel" begleiten wir eine Wissenschaftlerin auf ihrer Reise ins winterliche Finnmark, dem äußersten Zipfel Norwegens. Hier, fernab jeder Zivilisation, möchte sie das Schwinden der Zugvögel und die Auswirkungen der Klimaveränderungen untersuchen. Doch die rauen Naturgewalten, das tosende Meer und die endlosen Schneelandschaften, gepaart mit der stetig wachsenden Ungewissheit bezüglich der Ankunft ihres Geliebten, ziehen sie in einen Sog aus Wirklichkeit und Wahn, Gegenwart und Vergangenheit. "Die Einsamkeit der Seevögel" ist ein wortgewaltiger Roman, der mit großer atmosphärischer Dichte besticht. Gabrielsen hat die Fähigkeit, durch Wörter eine Stimmung zu erzeugen, die den Leser sofort in ihren Bann zieht. Wie eine Naturfotografie, nur in Worten gefasst, entführt sie uns in die raue und zugleich faszinierende Landschaft Finnmarks. Sie schafft es, die innere Welt ihrer Protagonistin eindringlich darzustellen und uns einen Einblick in die Gedanken und Gefühle dieser Frau zu geben. Die Ich-Perspektive verstärkt die intensive Atmosphäre zusätzlich und ermöglicht eine tiefe Auseinandersetzung mit den Sorgen und Nöten, aber auch Freuden der Hauptfigur. Gabrielsen stellt auf ambivalente und doch faszinierende Weise Fragen nach Einsamkeit, Zweisamkeit, Selbstreflexion und der menschlichen Existenz. Trotz der ruhigen Erzählweise, bei der inhaltlich nicht viel passiert, schafft die Autorin es, den Leser durch ihren atmosphärischen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Insgesamt ist "Die Einsamkeit der Seevögel" ein fesselnder, atmosphärischer und nachdenklich stimmender Roman, der den Leser mit seiner bildhaften Sprache und der tiefgründigen Charakterzeichnung fesselt. Ein ideales Buch für ruhige Momente und Phasen der Selbstreflexion. ⭐️⭐️⭐️⭐️
Was für eine Wucht dieses Buch ist! Anders kann ich es nicht ausdrücken. Ich hatte keinerlei Ahnung worum es in dem Buch geht noch welche ergreifende Atmosphäre es mitbringen würde. Bereits auf den ersten Seiten habe ich eine Gänsehaut gehabt. Das Gefühl der Beklemmung und des Grusels zog sich durch das ganze Buch beim lesen. Eine Wissenschaftlerin entschließt sich in den hohen Norden Norwegens zu reisen um die Verhaltensweisen der Seevögel zu studieren. Das Setting ist eine einsame Hütte komplett von der Zivilisation abgeschnitten, lediglich einmal alle paar Wochen erreichen sie eine Lebensmittellieferung. Über das Satellitentelefon kann sie Kontakt zu der Außenwelt halten. Sie vereinbart feste Tage und Zeiten um mit ihrem Freund Jo zu kommunizieren. Jedoch ist Jo nicht die einzige Person die sie kontaktiert und so verfolgen sie auch so weit abseits von ihrem zu Hause und Alltag bedrohliche Gedanken. Gabrielsen hat mit ihrem nüchternen und eindringlichen Schreibstil geschafft die Kälte und die Angst direkt unter meine Haut zu katapultieren. Ich war auf jeder Seite gespannt mitzuerleben welche Hürden unsere Protagonistin nehmen muss, sei es der einfache Gang in der Eiseskälte nach draußen um das WC aufzusuchen oder ihre Expeditionen in die Wildnis. Die Seevögel wurden langsam aber sicher eine Nebensache. Ein wunderbarer Thriller den ich so noch nie vorher erleben durfte. Jeder der in die einsame Kälte abtauchen möchte in einer ruhigen Atmosphäre sollte dieses Buch unbedingt lesen. (Das Exemplar habe ich aus meinem privaten Kreis geschenkt bekommen) JULIA HOLBE - Boy meets Girl Verlag: @penguinbuecher ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ ⠀ Bereits Holbes Roman „Unsere glücklichen Tage“ hat mir gut gefallen. Nora hat alles, so scheint es, um ein erfülltes Leben zu führen: einen Ehemann, eine erwachsene Tochter und einen Beruf der sie ausfüllt. Doch das Leben verläuft oft nicht so wie man es sich vorstellt. So ergeht es auch Nora, sie ist unglücklich in ihrer Beziehung. Als Paartherapeutin unterstützt sie andere ihre Beziehung aus der Krise zu manövrieren oder eben zu beenden. Ihr selbst gelang das jedoch in der eigenen Beziehung lange nicht. Sie entscheidet sich von ihrem Mann zu trennen und damit einher geht die Rückkehr der Vergangenheit als sie Yann trifft. Ich mag Holbes Art zu Schreiben und uns die Gedanken der Protagonistin zu übertragen. Die Atmosphäre im Buch ist ehrlich, romantisch wie auch realistisch und tiefgründig. Neben ihrer Selbstfindung ist Nora auch mit ihren teilweise pflegebedürftigen und speziellen Eltern beschäftigt. Es ist eine wirklich schöne Geschichte über die Liebe, die Freundschaft und das es niemals zu spät ist im Leben einen neuen Weg einzuschlagen um glücklich zu werden. Auch dieser Roman von Julia Holbe konnte mich abholen und hat mir eine schöne Lesezeit beschert. Wer gerne eine schöne Liebesgeschichte zwischen Erwachsenen lesen möchte ist mit diesem Roman gut aufgehoben. (Selbst gekauftes Exemplar)
3,5 Sterne Das war genau die richtige Spannung für mich. Nicht zu krass, nicht zu soft. Die Protagonistin war eine wirklich vielschichtige und interessante Person. Ich habe es genossen mit ihr allein in der kalten Einöde. Aber das Ende??? So was gemeines!!! Leute, hat das noch jemand gelesen? Ich habe Gesprächsbedarf.
Eine Wissenschaftlerin begibt sich zu Forschungszwecken an den nördlichsten Zipfel Norwegens, die Finnmark, um dort die Auswirkungen des Klimas auf die Populationen der unterschiedlichen Seevögel zu beobachten. Fernab von jeglicher Zivilisation und mitten in der rauen Abgeschiedenheit dieser Region, verliert sie immer mehr den Bezug zur realen Welt - was geschieht tatsächlich, was ist Gespinst ihrer Gedanken? - und muss sich den Schatten ihrer Vergangenheit - einer gescheiterten Ehe und einem übergriffigen Ex-Mann - stellen. Die Grenzen und Erlebnisse ihrer eigenen Geschichte vermischen sich mit denen einer Familie, die vor einem Jahrhundert an eben diesem Ort gelebt hat und über deren Schicksal die Wissenschaftlerin in einer Broschüre las. Das Gefühl von Struktur und Sicherheit, das sie zunächst in ihrem Arbeitsalltag findet, rückt in Anbetracht ihrer Vereinsamung immer in den Hintergrund und wird von einer steigenden Verzweiflung und paranoiden Gedanken abgelöst. Über allem schwebt diese (irrationale?) Angst wie ein Damoklesschwert. Bereit, jederzeit und unerwartet zuzuschlagen. Spannend und auf eine subtile, aber eindringliche Art nervenaufreibend. Wer psychologische Aspekte und innere, gedankliche Prozesse als Grundstein für Spannung mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Bei 18 % ausgestiegen Ich versuche gerade Hörbücher verstärkt zu forcieren. Nee das läuft so gar nicht. Setting ist hier für mich an sich sehr interessant. Kälte, Einsamkeit, Natur, Widrigkeiten. Allerdings ist die stilistische Umsetzung ein Graus. Typisches Klischee einer Wissenschaftlerin, die sich wünscht, dass auch Gefühle messbar seien. Ihre geliebte Objektivität. Dazu ein Liebeswirrwarr, das im Versuch das Imaginäre einzubauen, kläglich scheitert, weil sie viel zu stark im Symbolischen verhaftet bleibt. Das Buch beinhaltet zwar eine gewisse Atmosphäre, die aber durch die steife, unbewegliche Art der Icherzählerin eingerissen wird. Es arbeitet sich an Erwartungshaltungen ab und wirkt in seiner Art des Erzählens extrem reduktionistisch. Eine Form der Ratio die ich ablehne und die durch die stilistische dokumentarische Sprache nur verstärkt wird. Die Sprache bewegt sich überhaupt nicht. Sie geht völlig konform mit der Steifheit der Icherzählerin. Da hab ich nichts von. Zumal mich dieser Beziehungskäse, wie er inszeniert wird, überhaupt nicht interessiert.















