Die Bestie im Menschen (La bête humaine: Die Rougon-Macquart Band 17)

Die Bestie im Menschen (La bête humaine: Die Rougon-Macquart Band 17)

Softcover
3.01

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Description

Die Bestie im Menschen oder auch Das Tier im Menschen ist ein Roman von Émile Zola. Er bildet den siebzehnten Teil des Rougon-Macquart-Zyklus. Die Handlung trägt sich größtenteils auf der Eisenbahnstrecke zwischen Paris und Le Havre sowie im Bahnhofsbereich zu. Zola vollendete den Roman, inspiriert durch die Züge, die er von seinem Wohnhaus in Médan aus beobachten konnte, im Frühjahr 1890. Im Zentrum der Handlung stehen Roubaud, der Stationsvorsteher von Le Havre, seine Frau Séverine und der Eisenbahner Jacques Lantier. Der Lokführer Jacques Lantier spürt in sich das Bedürfnis, eine Frau mit einem Messer zu töten. Er fürchtet sich vor der Versuchung und führt ein isoliertes Leben. Er empfindet eine tiefe Zuneigung zu seiner Lokomotive La Lison. Zu Beginn des Romans entdeckt der Stationsvorsteher Roubaud, dass seine Frau Séverine in ihrer Kindheit eine Affäre mit Grandmorin, dem Präsidenten der Eisenbahngesellschaft, hatte. Infolgedessen werden er und seine Frau von der Gesellschaft protegiert. Auf einer Zugfahrt von Paris nach Le Havre töten Roubaud und Séverine Grandmorin und werfen ihn aus dem fahrenden Zug. Anschließend klettern sie, während sich der Zug in voller Fahrt befindet, in ein anderes Abteil. Émile Édouard Charles Antoine Zola (1840-1902) war ein französischer Schriftsteller und Journalist. Zola gilt als einer der großen französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts und als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus. Zugleich war er ein sehr aktiver Journalist, der sich auf einer gemäßigt linken Position am politischen Leben beteiligte.

Book Information

Main Genre
N/A
Sub Genre
N/A
Format
Softcover
Pages
212
Price
13.00 €

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1
All
3

3,5 Sterne Mein erster Zola. Insofern kann ich das Buch nur alleinstehend beurteilen. Die technische und industrielle Revolution steht im Vordergrund - die Bestie Maschine, in diesem Fall die Eisenbahn, die Lok Lison wird empathisch aufgeladen, in fulminante Szenerien eingebunden und liebevoll durch den Lokomotivführer Jaques umsorgt. "Die Schnellzugslokomotive ließ aus einem Ventil einen mächtigen Dampfstrahl heraus. Der weiße Strahl stieg hinauf in all dieses Schwarz und zerstäubte dort in kleine Rauchwölkchen und diese bethauten das so unsäglich weit am Himmel ausgespannte Kleid des Todes mit ihren heißen Thränen." "Jetzt erwachte bleich der Tag, aber es schien, als rührte dieser durchsichtige Schimmer nur vom Schnee her. Er fiel noch dichter, es war, als wäre der Himmel geborsten und seine Trümmer sänken im eisigen Grauen des Morgens auf die Erde. Der Wind nahm mit dem Tage an Heftigkeit zu, die Flocken wurden wie Kugeln dahingejagt, alle Augenblicke mußte der Heizer zur Schaufel greifen, um die Kohlen des Tenders zwischen den Wänden des Wasserbehälters frei zu schippen. Rechts und links erschien die Landschaft den beiden Männern so undeutlich wie in einem flüchtigen Traum: die meilenweiten flachen Felder, die von lebendigen Hecken eingefaßten Weideplätze, die mit Obstbäumen eingehegten Chausseen waren ein einziges, kaum von niedrigen Schwellungen unterbrochenes weißes Meer, eine zitternde, blasse Unendlichkeit, in deren Weiß Alles aufging. Der Lokomotivführer, das Gesicht gepeitscht von der Windsbraut, die Hand an der Kurbel, begann jetzt fürchterlich von der Kälte zu leiden." Die genauen Zeitangaben und getimeten Gleisstellungen und Signallichter bieten fast die einzige Ordnung und Orientierung in dem Roman. Der Mensch wird dramatisch mit unvorhersehbaren, sprunghaften Verhaltensweisen der Gewaltneigung dargestellt. Zola liefert einen Kriminalfall. Die gerichtlichen Szenen schmückt Zola mit reichlich parodistischem Potential die Unzulänglichkeiten menschlicher Urteilsfähigkeit herauszustellen. Frei nach dem Motto: "Was ich mir nicht vorstellen kann, kann auch nicht wahr sein". "Damit war also der Beweis einer außerordentlich geschickt gemachten Verbindung Beider erbracht. Der Richter durchhechelte die Psychologie dieses Falles mit einer wahrhaften Liebe zu seinem Berufe. Noch nie, so erzählte er, sei er so tief in die menschliche Natur eingedrungen. In ihm siegte das Ahnungsvermögen über die Beobachtungsgabe. Er gehörte zu der Schule der sehnenden und fascinirenden Richter, die durch einen einzigen Augenaufschlag den ganzen Menschen bloßlegen. Die Beweise waren übrigens ebenfalls in erdrückender Menge zur Stelle. Noch nie hatte eine Untersuchung eine solidere Basis ergeben, die Gewißheit blendete geradezu wie das Licht der Sonne selbst." Drumherum noch ein bisschen Besessenheit, für Geld zu töten. Verschmähte Liebe und ein Akt der Rache. Einer, der kein Handwerkszeug besitzt, sich in einer veränderten systemischen Situation zu Verhalten, zu Kommunizieren und im Sumpf des Alkohols und der Spielsucht verrottet. Das Begehren zweier Liebender und die Macht der genetischen Disposition bzw. sozialen Prägung. "Eine Ignorantin wie sie, die in ihrer passiven Milde nichts gelernt hatte, konnte nicht anders als gehorchen: ein williges Instrument für die Liebe wie für den Tod." "Frauen brachten seinem Geschlecht Unheil" Zola wütet sprachlich teilweise wie ein heißer Sandsturm. Ich bin von einigen Kapiteln sehr beeindruckt. Allerdings hat er einen äußerst plakativen Stil die Szenerien zu gestalten und die Figuren agieren zu lassen. Dies wirkt auf mich stellenweise wie ein Kasperletheater. Jemand, der grad nicht im Fokus steht wird in eine Kiste gepackt und darf im entscheidenden Moment auf einer Sprungfeder wieder ins Geschehen schießen. Die Handlungen und Abläufe wirken äußerst konstruiert. Man liest das Schema so arg heraus. Bin kein Fan dieser übertriebenen Gesten in Zusammenhang mit abrupt wirkenden, parodistischen Einschüben. Das Ende gibt dem Buch dennoch eine zufriedenstellende, runde Note. Eine Fahrt in den Wahnsinn.

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