Die Aussiedlung

Die Aussiedlung

Ebook
3.54

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Description

»Ein Buch, wie es kaum jemals in einem Jahrhundert geschrieben wird.« Péter Nádas

András, der Erzähler, jüngstes von sieben Kindern, liebt seine tapfere Mutter Julia über alles – wo sie ist, lauert das Glück, egal, was geschieht. Vier Jahre lang zieht sie mit ihren Kindern in der ostrumänischen Steppe umher – sie wurden »ausgesiedelt«, nachdem der Vater, ein Pastor, zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden war. Sie richten sich in Erdhöhlen ein und in verlassenen Dörfern, beaufsichtigt von den Behörden. Sippenhaft.

»Ich merke mir alles und werde über alles schreiben, wenn die Zeit gekommen ist, sage ich zu unserer Mutter, um sie zu trösten, als ich sie beim Weinen ertappe, schreiben verwende ich als Synonym für rächen , ohne zu wissen, was ich sage.« Jahrzehnte später findet Visky den gleichmütigen, zuweilen heiteren Ton, die leuchtenden Bilder und die Form: 822 durchnummerierte Minikapitel, die Atemzügen gleichen.

Der Entschluss, umeinander zu kämpfen, »solange die Seele mich trägt«, verbindet die Eltern, tiefgläubige, einander leidenschaftlich liebende Menschen, deren Haltung sich ihren Kindern unauslöschlich einprägt. Der Gewalt des kommunistischen Staates setzen sie ihr NEIN entgegen. Wie sich die Phantasie mit der Liebe verbündet: gegen die Wirklichkeit und gegen die Versuchung, böse zu werden – das ist so noch nie erzählt worden.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
456
Price
25.99 €

Author Description

András Visky, Jahrgang 1957, ist ein namhafter ungarischer Dramatiker und Regisseur, der in Cluj-Napoca lebt und arbeitet. Nach Jahrzehnten, in denen er Theaterstücke, Gedichte und Essays schrieb, veröffentlichte er 2022 seinen ersten und einzigen Roman Die Aussiedlung. Dieses Buch erregte allergrößtes Aufsehen in Ungarn und liegt dort mittlerweile in der fünften Auflage vor.

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In der Nachkriegszeit wird die Familie eines ungarischen Pastors, eine Mutter mit sieben Kindern in Lager in den Steppengebiete Rumäniens verbannt, nachdem der Vater von rumänischen Geheimdienst abgeholt, gefoltert und ins Gefängnis gesperrt wurde. Liegt es an der Art der Sprache, an der Düsternis der Handlung oder schlicht an der schlechten Übersetzung, man weiß es nicht, der Roman ist nahezu unlesbar.

5

Ein herausfordernder, aber sprachlich wirklich überragender Text. Immer wieder hat mir Visky Gänsehaut verursacht mit seinem eindrucksvollen Talent, durch seine außergewöhnlich schöne Sprache von etwas Unsagbar schrecklichem zu erzählen : Unterdrückung, Vertreibung, vom Auseinanderreißen (aber auch dem Zusammenhalt) einer Familie, von Heimatlosigkeit und vom Glauben als wichtige Stütze in einer eigentlich unaussprechlichen Situation. Visky schafft es auf unglaublich dichte, intensive, oft fragmentarische Art und Weise vom Überleben einer Familie in einem totalitären System zu erzählen. Seit Herta Müller hat man wohl keinen derart beeindruckenden Text mehr über das Rumänien zu Zeiten von Ceausescu und seiner Securitate gelesen. Hoch poetisch, sehr verschlüsselt, manchmal sperrig - ein großes Lob auch an die Übersetzung an dieser Stelle. Das war bestimmt kein einfacher Text zum Übersetzen. "Die Aussiedlung" ist wirklich ein unglaublich starkes, eindringliches und intensives Stück Literatur. Eine Herausforderung, ein literarischer Kraftakt, der sich endlich mal wieder abhebt vom oft sprachlich schlichten, belanglosen Einheitsbrei der Gegenwartsliteratur. Fordernde Lektüre? Ja! Aber eine bessere ist aktuell kaum zu finden.

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