Dialektik der Ordnung

Dialektik der Ordnung

Hardback
3.51
ModerneKulturNationalssozialismusHolocaust

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Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
Society & Social Sciences
Format
Hardback
Pages
256
Price
59.00 €

Posts

1
All
3.5

Zygmunt Baumans "Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust", welches bei Erscheinen insbesondere unter Deutschlands Soziolog:innen für Aufsehen sorgte, regt auch 30 Jahre später zum Nachdenken über die Moderne an.

In einem Lektürekurs habe ich in den letzten Monaten Zygmunt Baumans wahrscheinlich (in Deutschland) bekanntestes Werk "Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust " gelesen und darüber diskutiert. Zentrale These des Buchs ist, dass der Holocaust kein schrecklicher Einzelfall der Moderne ist, sondern eine konkrete Folge aus technischem Fortschritt und immer komplexeren bürokratischen Strukturen bei gleichzeitiger Mediatisierung des sozialen Handelns. Bauman sah in seinem Fachbereich - der Soziologie - die Behandlung des Holocaust als potentiell wiederholbares Phänomen nicht berücksichtigt. Daher legt er in 8 Kapiteln durchaus schlüssig da, inwiefern Menschen im 20. Jahrhundert dazu in der Lage waren, im Namen des (gesellschaftlichen) Fortschritts in Apparaten zu agieren, die die Tötung von Millionen Menschen vorsah. Dabei bezieht er sich insbesondere auf Arbeiten von Raul Hilberg, Hannah Arendt und zieht u.a. das Milgram-Experiment zur Argumentation heran. Im Rückblick fällt auf, dass Bauman den Errungenschaften der Moderne arg skeptisch gegenüber steht, ein Eindruck, der sich in seinen späteren Publikationen zur (flüchtigen) Postmoderne noch verstärkt zeigt. Auch wenn ich dahingehend weniger schwarz sehe als er, so finde ich doch seine auf Emmanuel Levinas beruhende Meinung zur moralischen Verantwortung im Antlitz des Anderen sehr spannend und einleuchtend.

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