Desorientale

Desorientale

Hardback
5.02
BiografieMigrationSchwangerschaftHomosexualität

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Description

In ihrem fulminanten, komisch-tragischen, autobiographischen Debütroman erzählt Négar Djavadi aus der Sicht ihres Alter Egos Kimiâ Sadr die Geschichte ihrer Familie, die aus Iran stammt. Ein zweiter Erzählstrang betrifft Kimiâ selbst und ihre Schwangerschaft. Die klappt nur mit Hilfe der Medizin und der Mann dazu ist auch nur geliehen Kimiâ liebt eher Frauen. In Teheran geboren und seit zehn Jahren im Pariser Exil, hat Kimiâ stets versucht, ihr Land, ihre Kultur, ihre Familie auf Abstand zu halten. Doch die Geister der Vergangenheit holen sie wieder ein, um in einem überwältigenden Bilderreigen die Geschichte der Familie Sadr in drei Generationen vor ihr abzuspulen: die Drangsale im Leben der Ahnen, ein Jahrzehnt der politischen Revolution, die Winkelgassen der Adoleszenz, berauschende Rockmusik, das schelmische Lächeln einer blonden Bassistin. Und dann gibt es, im dunklen Kern dieses atemberaubenden Romans über den Iran von gestern und das Frankreich von heute, noch eine furchtbare Geschichte zu erzählen

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
400
Price
22.70 €

Author Description

Négar Djavadi, 1969 in Iran geboren, stammt aus einer Familie von Oppositionellen und floh im Alter von elf Jahren zu Pferd über Kurdistan mit ihrer Mutter und ihrer Schwestern vor den Folgen der iranischen Revolution in den Westen. Sie ist Drehbuchautorin, Regisseurin und Schriftstellerin und lebt und arbeitet in Paris. Desorientale ist ihr erster Roman, wurde in Frankreich zum Bestseller und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie erhielt dafür u. a. den Prix du Style 2016.

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Négar Djavadi beschreibt in ihrem autobiographischen Debütroman das Leben der Familie Sadr im Iran der 1970er Jahre, ihre Flucht 1981 nach der Revolution und ihr Ankommen und Leben im Paris der 1980er und 1990er Jahre. Dabei spannt sie den Bogen über drei Generationen der weitverzweigten Familie. Während die Ich-Erzählerin Kimiâ (der jüngste Sadr-Spross) ihre Kindheit als behütet wahrnimmt, ziehen für die Eltern, die sich politisch engagieren, bereits die ersten Wolken am Horizont auf. Nach dem Sturz des Schahs 1979 und der Machtübernahme der Mullahs reist zunächst der Vater vor nach Paris. Als die Familie nachkommen will, bleibt ihr nur die beschwerliche Flucht mit Hilfe eines Schleusers, teilweise per Pferd, über die Berge. Angekommen in Paris sind die drei Schwestern überwiegend auf sich selbst gestellt. "Nachdem wir aus dem Paradies vertrieben wurden, sind wir uns ein Stück weit fremd geworden; wurden zu Wesen, die von anderen Kulturen geprägt wurden, von anderen Sprachen, die auf die Geleise eines Lebens gesetzt wurden, das nicht unseres hätte sein dürfen." "Seit sechs Jahren bemühten wir uns tagtäglich, ansatzweise das normale Leben von Jugendlichen unseres Alters zu führen, aus Verlangen (Leïli [die älteste Schwester]), aus Bequemlichkeit (Mina [die mittlere Schwester]) oder aus Notwendigkeit (ich [Kimiâ]), während unsere Bemühungen unaufhörlich zunichte gemacht wurden. In unterschiedlichster Form - Kriegen, Familien, Depressionen, Briefen, Informationen und jetzt Mord - trat unvermeidlich irgendwann unsere dramatische Vergangenheit in Erscheinung. Wir waren wie diese klebrigen Gummimännchen, die man gegen eine Wand wirft und die sofort anfangen herunterzupurzeln. Unser Schicksal war die Tragödie des Absturzes." Mir hat das Buch unglaublich gut gefallen. Es ist sehr authentisch geschrieben, man erfährt viel über das Leben im Iran vor der Revolution, hauptsächlich aus Sicht der kleinen Kimiâ, die eine gute Beobachterin ist und (sich selbst) die richtigen Fragen stellt (auch wenn sie auf viele Fragen keine Antwort erhält). Sympathisch fand ich auch die Wikipedia-Einschübe der Autorin, die mit einem bittersüßen Humor geschrieben sind. Große Leseempfehlung!

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