Der Ruf des Muschelhorns

Der Ruf des Muschelhorns

Hardback
2.54
WaiseSucheTodVersprechen

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Description

Eines Morgens verlässt Eliza mit ihrer Mutter die Stadt. Eliza wird aufs Land gebracht, zur Großmutter Augusta. Die Spur der Mutter verliert sich – für immer. Für Eliza beginnt eine glückliche Zeit. Bis der plötzliche Tod der geliebten Großmutter dem unbeschwerten Leben ein Ende setzt. Eliza wird in ein Waisenhaus gebracht. Zu ihrer Überraschung holen die Hosenbergs sie eines Tages in ihr großes Haus auf dem Goldhügel. Aber das gegebene Versprechen ist brüchig. So brüchig wie die Welt, die Eliza umgibt. In lakonischem, alles Überflüssige aussparendem Stil erzählt Zoë Jenny die fesselnde Geschichte des Mädchens Eliza auf der Suche nach Geborgenheit und einer eigenen, einer unzerstörbaren Heimat.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
128
Price
15.40 €

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Dieses kleine Büchlein aus dem öffentlichen Bücherschrank wollte mich leider nicht so recht überzeugen. Es erzählt von Eliza, die gleich zu Anfang des Buches von ihrer Mutter bei der Großmutter abgesetzt und verlassen wird. Sie ist die Außenseiterin im Dorf, die nach dem Tod der Großmutter zur Waisin wird. Was ihr bleibt, ist die große Muschel, mit deren tiefem, durchdringendem Ton sie von der Großmutter immer abends nach Hause gerufen wurde. Eines Tages wird sie in die Familie Rosenbaum, die auf dem „Goldhügel“ wohnen, adoptiert. Der Logopäde Rosenbaum will die seit dem Tod der Großmutter verstummte Eliza wieder zum Reden bringen, während Frau Rosenbaum meist außer Haus und mit ihrer Modekollektion beschäftigt ist. Als der schon etwas ältere Sohn der Rosenbaums von einer langen Reise zurückkommt, freundet sich Eliza mit ihm an und die beiden brennen gemeinsam durch. Auf diesen etwa 120 Seiten steckt eine Gesellschaftsanalyse, die insbesondere den Fokus auf dysfunktionale Familien legt und dabei an ein Märchen erinnert. Genau so bleibt der Ton durchweg sachlich, die Autorin hält uns auf Distanz und traumatische Erlebnisse werden bestenfalls erwähnt, aber weder verarbeitet noch in ihren Auswirkungen auf die Charaktere beleuchtet. Es gibt das Waisenkind, die böse Stiefmutter, ein Ödipus-Komplex zwischen Sohn und Mutter, Trolle unter einer Autobahnbrücke und Küchenhilfen, die zu Prinzessinnen auserkoren werden. Hinter all dem schwelt ein unbekannter Krieg „im Süden“, an den immer wieder Düsenjets erinnern, die die Schallmauer durchbrechen und alles erzittern lassen. Am Ende bin ich etwas ratlos, was mir die Autorin damit sagen will. Die Charaktere bleiben konturlos und werden auf ihr Schicksal reduziert, mit dem sie stehen gelassen werden. Dabei wurden zu viele Themen angesprochen – von Inzest, Verlust, Missbrauch, unerfüllter Liebe bis zu Obdachlosigkeit, Gewalt und Klassismus. Die Kritik erscheint mir entweder zu sehr mit dem Holzhammer vermittelt oder zu tief versteckt, dass ich sie zumindest nicht sehen konnte.

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