Der Leopard
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Description
In seinem Welterfolg schildert Giuseppe Tomasi di Lampedusa mit schöpferischer Sprachgewalt den Untergang eines sizilianischen Adelsgeschlechts zur Zeit Giuseppe Garibaldis und beschwört in dunkel glühenden Farben Schicksale und Zeiten herauf, die für das Ende des alten Europas stehen.
Book Information
Author Description
Giuseppe Tomasi, Herzog von Palma und Fürst von Lampedusa, wurde am 23. Dezember 1896 in Palermo geboren und starb am 23. Juli 1957 in Rom. Neben Erzählungen schrieb er innerhalb weniger Monate seinen einzigen Roman: »Der Leopard«. Ein Jahr nach seinem Tod veröffentlicht, wurde er zum Welterfolg und machte Lampedusa zu einem der bedeutendsten italienischen Autoren der Moderne.
Posts
Was für eine Sprache!
In einer bildhaften Sprache beschreibt der Autor den Niedergang einer sizilianischen Adelsfamilie nach dem Ende des Königreichs beider Sizilien. Unfähig sich von den Traditionen und Normen zu lösen, verharrt ein mächtiger Fürst in der Hoffnung, alles werde letzten Endes so bleiben wie es immer war. Die Chancen mit dem Wandel zu gehen, lässt er allesamt verstreichen. So verarmt seine Familie zunehmend und verliert immer mehr an Ansehen. Eine Zukunft haben nur die Familienmitglieder, die sich von der Tradition lösen und Sizilien verlassen. Giuseppe Tomasi di Lampedusa bedient sich einer aussergewöhnlichen bildhaften Sprache, die es einfach macht, in die fremde Welt des alten sizilianischen Adels einzutauchen. Riesengrosse Paläste mit zahlreichen ungenutzten Räumen nehmen Gestalt an. Machtlos beobachtet man diesen Niedergang einer aussergewöhnlichen Welt, die viele Feinde kannte
Klassiker der Weltliteratur, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
"Il Gattopardo", auf deutsch "Der Leopard", von Giuseppe Tomasi di Lampedusa gilt als Klassiker der Weltliteratur und ist eine liebevolle und melancholische Hommage an eine vergangene Epoche. Eine Liebeserklärung an Sizilien und inspiriert durch seine eigene Familiengeschichte. Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1860 und zieht sich bis ins Frühjahr 1910. In Italien finden große Umwälzungen statt, Garibaldis Siegeszug und der Aufstieg des Bürgertums machen der Aristokratie das Leben schwer. Die alte Ordnung ist in Gefahr, denn der Einfluss des Fürsten Salina schwindet mehr und mehr. Zu allem Übel verliebt sich Tancredi, der Neffe und Ziehsohn des Fürsten Salina in eine Bürgerliche und gedenkt diese auch zu ehelichen. Der Einstieg in diesen Klassiker fiel mir anfangs etwas schwer und auch zwischendrin habe ich manchmal den Faden verloren. Was wahrscheinlich an der lyrischen Ausdrucksweise liegt, die mich teilweise etwas abgelenkt hat. Vor allem wenn diese noch mit philosophischen Überlegungen gekoppelt war. Was ich jedoch sehr mochte war die subtile Ironie, die sich durch das gesamte Werk zieht. Die vielen Anspielungen und auch die inneren Monologe - führen sie doch dazu, die Figuren besser zu verstehen. Ein bisschen gestört hat mich, das die Liebesgeschichte zwischen Tancredi und Angelica so viel Raum eingenommen hat, ja eigentlich schon Mittelpunkt der Geschichte war, das hatte ich in diesem Maße nicht erwartet. Der Roman blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück, ist aber trotzdem ein faszinierendes Werk. Meine Ausgabe ist die Neuübersetzung von Burkhart Kroeber aus dem Jahr 2019, die auch ein interessantes und damit lesenswertes Nachwort vom Übersetzer enthält.

Der Name und der Titel waren mir nur wage ein Begriff, als ich dieses Buch bei meiner Mutter entdeckte. Aber dass es ein Klassiker ist, war mir durchaus bewusst. Also nahm ich es mit, jedoch ohne allzu viel davon zu erwarten. Ich wusste ja noch nicht einmal, worum es in dem Buch eigentlich geht. Dann entdeckte ich zufällig das Hörbuch, gelesen von Thomas Loibl - auch eine gute Art, ein Buch vom SUB zu holen. Also hörte ich los. Und hörte auch nicht mehr damit auf. Die 9h 30min vergingen, als seien es 9min 30sek. Loibls Stimme passt einfach perfekt in diese Erzählung. Er brachte mir ein bis dato unbekanntes Italien nahe, vor allem auch Sizilien, mit dem ich mich bisher nicht gross beschäftigt hatte. Von der ersten Minute an fühlte ich mich mittendrin in dieser Familiengeschichte, folgte gespannt dem Kommen und Gehen, dem Hin und Her. Ich kann sagen, ich habe mich in diesem Buch sehr wohl gefühlt. Ob mir dies beim Lesen des Textbuches auch so ergangen wäre? Ich weiss es nicht, hoffe es aber. Auf jeden Fall ist das Hörbuch von 2019 ein Beispiel für die perfekte Besetzung eines Vorlesers. Es passt einfach alles.
Vom Ende einer Epoche
Der „Gattopardo“ ist eines jener Werke, von denen ich glaubte, sie schon zu kennen, bevor ich sie lese: Macht, Liebe, Krieg und Verfall. Ein großes, leidenschaftliches Drama. Umso größer war meine Irritation, als genau diese Erwartung enttäuscht wurde. Und gerade darin liegt die Stärke des Romans. Obwohl sich die Handlung über rund fünf Jahrzehnte erstreckt und tiefgreifende historische Umbrüche berührt, verweigert sich der Text dem dramatischen Zugriff. Er setzt nicht auf Zuspitzung oder spektakuläre Konflikte. Stattdessen entfaltet er mit ruhiger Präzision das langsame Verschwinden einer Epoche. Die eigentliche Bewegung vollzieht sich nicht in Schlachten, sondern im Inneren der Figuren und im schleichenden gesellschaftlichen Wandel. Im Zentrum steht Don Fabrizio, Fürst von Salina, Patriarch und zugleich nüchterner Beobachter seines eigenen Niedergangs. Er erkennt klar, dass seine Welt dem Ende entgegengeht. Doch anstatt einzugreifen, zieht er sich zurück. Seine Resignation speist sich aus der Einsicht, dass die Zeit der Aristokratie unwiederbringlich vorbei ist. Ganz anders sein Neffe Tancredi. Charmant und anpassungsfähig begreift er den Umbruch als Chance. „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“ In diesem Satz bündelt sich die politische Klugheit des Romans. Tancredis Heirat mit der wohlhabenden Angelica markiert symbolisch den Machttransfer vom Adel zum Bürgertum. Mit feiner Ironie zeigt der Roman, wie die alte Elite an Einfluss verliert und sich umso stärker an Würde und Erinnerungen klammert. Besonders eindrucksvoll ist die Ballszene: ein rauschendes Fest und zugleich ein letzter Glanzmoment vor dem Verfall. Am Ende bleibt vom Haus Salina nur ein Echo vergangener Größe. Meine Lieblingsmomente waren die spitzzüngigen Beobachtungen Don Fabrizios während des pompösen Balls sowie die melancholischen Reflexionen an seinem Lebensende. Lampedusas Werk ist voller Vergänglichkeitsmetaphern und erzählt gleichzeitig von der Suche nach Dauer und Glück. Etwas Urmenschliches, an dem die Salinas jedoch scheitern.

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In seinem Welterfolg schildert Giuseppe Tomasi di Lampedusa mit schöpferischer Sprachgewalt den Untergang eines sizilianischen Adelsgeschlechts zur Zeit Giuseppe Garibaldis und beschwört in dunkel glühenden Farben Schicksale und Zeiten herauf, die für das Ende des alten Europas stehen.
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Author Description
Giuseppe Tomasi, Herzog von Palma und Fürst von Lampedusa, wurde am 23. Dezember 1896 in Palermo geboren und starb am 23. Juli 1957 in Rom. Neben Erzählungen schrieb er innerhalb weniger Monate seinen einzigen Roman: »Der Leopard«. Ein Jahr nach seinem Tod veröffentlicht, wurde er zum Welterfolg und machte Lampedusa zu einem der bedeutendsten italienischen Autoren der Moderne.
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Was für eine Sprache!
In einer bildhaften Sprache beschreibt der Autor den Niedergang einer sizilianischen Adelsfamilie nach dem Ende des Königreichs beider Sizilien. Unfähig sich von den Traditionen und Normen zu lösen, verharrt ein mächtiger Fürst in der Hoffnung, alles werde letzten Endes so bleiben wie es immer war. Die Chancen mit dem Wandel zu gehen, lässt er allesamt verstreichen. So verarmt seine Familie zunehmend und verliert immer mehr an Ansehen. Eine Zukunft haben nur die Familienmitglieder, die sich von der Tradition lösen und Sizilien verlassen. Giuseppe Tomasi di Lampedusa bedient sich einer aussergewöhnlichen bildhaften Sprache, die es einfach macht, in die fremde Welt des alten sizilianischen Adels einzutauchen. Riesengrosse Paläste mit zahlreichen ungenutzten Räumen nehmen Gestalt an. Machtlos beobachtet man diesen Niedergang einer aussergewöhnlichen Welt, die viele Feinde kannte
Klassiker der Weltliteratur, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
"Il Gattopardo", auf deutsch "Der Leopard", von Giuseppe Tomasi di Lampedusa gilt als Klassiker der Weltliteratur und ist eine liebevolle und melancholische Hommage an eine vergangene Epoche. Eine Liebeserklärung an Sizilien und inspiriert durch seine eigene Familiengeschichte. Die Geschichte beginnt im Frühjahr 1860 und zieht sich bis ins Frühjahr 1910. In Italien finden große Umwälzungen statt, Garibaldis Siegeszug und der Aufstieg des Bürgertums machen der Aristokratie das Leben schwer. Die alte Ordnung ist in Gefahr, denn der Einfluss des Fürsten Salina schwindet mehr und mehr. Zu allem Übel verliebt sich Tancredi, der Neffe und Ziehsohn des Fürsten Salina in eine Bürgerliche und gedenkt diese auch zu ehelichen. Der Einstieg in diesen Klassiker fiel mir anfangs etwas schwer und auch zwischendrin habe ich manchmal den Faden verloren. Was wahrscheinlich an der lyrischen Ausdrucksweise liegt, die mich teilweise etwas abgelenkt hat. Vor allem wenn diese noch mit philosophischen Überlegungen gekoppelt war. Was ich jedoch sehr mochte war die subtile Ironie, die sich durch das gesamte Werk zieht. Die vielen Anspielungen und auch die inneren Monologe - führen sie doch dazu, die Figuren besser zu verstehen. Ein bisschen gestört hat mich, das die Liebesgeschichte zwischen Tancredi und Angelica so viel Raum eingenommen hat, ja eigentlich schon Mittelpunkt der Geschichte war, das hatte ich in diesem Maße nicht erwartet. Der Roman blieb etwas hinter meinen Erwartungen zurück, ist aber trotzdem ein faszinierendes Werk. Meine Ausgabe ist die Neuübersetzung von Burkhart Kroeber aus dem Jahr 2019, die auch ein interessantes und damit lesenswertes Nachwort vom Übersetzer enthält.

Der Name und der Titel waren mir nur wage ein Begriff, als ich dieses Buch bei meiner Mutter entdeckte. Aber dass es ein Klassiker ist, war mir durchaus bewusst. Also nahm ich es mit, jedoch ohne allzu viel davon zu erwarten. Ich wusste ja noch nicht einmal, worum es in dem Buch eigentlich geht. Dann entdeckte ich zufällig das Hörbuch, gelesen von Thomas Loibl - auch eine gute Art, ein Buch vom SUB zu holen. Also hörte ich los. Und hörte auch nicht mehr damit auf. Die 9h 30min vergingen, als seien es 9min 30sek. Loibls Stimme passt einfach perfekt in diese Erzählung. Er brachte mir ein bis dato unbekanntes Italien nahe, vor allem auch Sizilien, mit dem ich mich bisher nicht gross beschäftigt hatte. Von der ersten Minute an fühlte ich mich mittendrin in dieser Familiengeschichte, folgte gespannt dem Kommen und Gehen, dem Hin und Her. Ich kann sagen, ich habe mich in diesem Buch sehr wohl gefühlt. Ob mir dies beim Lesen des Textbuches auch so ergangen wäre? Ich weiss es nicht, hoffe es aber. Auf jeden Fall ist das Hörbuch von 2019 ein Beispiel für die perfekte Besetzung eines Vorlesers. Es passt einfach alles.
Vom Ende einer Epoche
Der „Gattopardo“ ist eines jener Werke, von denen ich glaubte, sie schon zu kennen, bevor ich sie lese: Macht, Liebe, Krieg und Verfall. Ein großes, leidenschaftliches Drama. Umso größer war meine Irritation, als genau diese Erwartung enttäuscht wurde. Und gerade darin liegt die Stärke des Romans. Obwohl sich die Handlung über rund fünf Jahrzehnte erstreckt und tiefgreifende historische Umbrüche berührt, verweigert sich der Text dem dramatischen Zugriff. Er setzt nicht auf Zuspitzung oder spektakuläre Konflikte. Stattdessen entfaltet er mit ruhiger Präzision das langsame Verschwinden einer Epoche. Die eigentliche Bewegung vollzieht sich nicht in Schlachten, sondern im Inneren der Figuren und im schleichenden gesellschaftlichen Wandel. Im Zentrum steht Don Fabrizio, Fürst von Salina, Patriarch und zugleich nüchterner Beobachter seines eigenen Niedergangs. Er erkennt klar, dass seine Welt dem Ende entgegengeht. Doch anstatt einzugreifen, zieht er sich zurück. Seine Resignation speist sich aus der Einsicht, dass die Zeit der Aristokratie unwiederbringlich vorbei ist. Ganz anders sein Neffe Tancredi. Charmant und anpassungsfähig begreift er den Umbruch als Chance. „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“ In diesem Satz bündelt sich die politische Klugheit des Romans. Tancredis Heirat mit der wohlhabenden Angelica markiert symbolisch den Machttransfer vom Adel zum Bürgertum. Mit feiner Ironie zeigt der Roman, wie die alte Elite an Einfluss verliert und sich umso stärker an Würde und Erinnerungen klammert. Besonders eindrucksvoll ist die Ballszene: ein rauschendes Fest und zugleich ein letzter Glanzmoment vor dem Verfall. Am Ende bleibt vom Haus Salina nur ein Echo vergangener Größe. Meine Lieblingsmomente waren die spitzzüngigen Beobachtungen Don Fabrizios während des pompösen Balls sowie die melancholischen Reflexionen an seinem Lebensende. Lampedusas Werk ist voller Vergänglichkeitsmetaphern und erzählt gleichzeitig von der Suche nach Dauer und Glück. Etwas Urmenschliches, an dem die Salinas jedoch scheitern.










