Der Krieg mit den Molchen
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Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.
Antikapitalistischer, antinationalistischer, antifaschistischer apokalyptischer Science-Fiction Roman? Yes please. Aber wahrlich nicht erbaulich. Alle hatten tausend absolut stichhaltige wirtschaftliche und politische Einwände bei der Hand, warum es nicht möglich sei. Ich bin weder Politiker noch Nationalökonom, ich kann sie nicht überzeugen. Was tun? Die Welt wird vielleicht versinken, untergehen, aber wenigstens aus allgemein anerkannten politischen und wirtschaftlichen Gründen, wenigstens mit Hilfe der Wissenschaft, Technik und der öffentlichen Meinung, unter Einsatz des gesamten menschlichen Scharfsinns! Keine kosmische Katastrophe, sondern lauter staatliche, machtpolitische, wirtschaftliche und andere Gründe. - Dagegen kann man nichts machen In den dreißiger Jahren genauso wahr wie in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels. Und wieder einmal wird vor Augen geführt, dass vielleicht einzelne Menschen etwas lernen können, die Menschheit jedoch noch nie eine Lektion gelernt hat. Cool.
Eine bisher unentdeckte Molchart, die von den Menschen im Tausch von Perlen gegen Waffen zum Selbstschutz gegen Haie ausgerüstet wird, schwingt sich durch hohe Fertilität zur neuen dominierenden Gattung auf, die Menschen verstehen es nicht und lassen sich die Welt von den Molchen abkaufen, indem sie anfangs Küstenstriche, später ganze Kontinentalteile von den Molchen abgraben und ins Meer versinken lassen. Für mich ein Gleichnis auf die Globalisierung - wir, der Westen lagern kleinweise alles, aber auch alles in Off-, oder Nearshore Länder aus, um die Gewinnspannen hochzuhalten und den Aktionären ihre Renditen zu sichern. Čapek wiederum ging es 1937 darum, die nationalen Konflikte am Vorabend des 2. Weltkriegs aufzuzeigen. Ein Seitenhieb auf eine nordische Mutation der Molche, mit weißerer Haut und aufrechterem Gang, auf die Deutschland sehr Stolz ist, zeigt Čapeks Weitblick. Čapeks Sprache ist über weite Strecken so neu und frisch, dass dieser Roman, wüsste man es nicht, auch ein zeitgenössischer sein könnte. http://twitpic.com/5j8d3g
Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.
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Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.
Antikapitalistischer, antinationalistischer, antifaschistischer apokalyptischer Science-Fiction Roman? Yes please. Aber wahrlich nicht erbaulich. Alle hatten tausend absolut stichhaltige wirtschaftliche und politische Einwände bei der Hand, warum es nicht möglich sei. Ich bin weder Politiker noch Nationalökonom, ich kann sie nicht überzeugen. Was tun? Die Welt wird vielleicht versinken, untergehen, aber wenigstens aus allgemein anerkannten politischen und wirtschaftlichen Gründen, wenigstens mit Hilfe der Wissenschaft, Technik und der öffentlichen Meinung, unter Einsatz des gesamten menschlichen Scharfsinns! Keine kosmische Katastrophe, sondern lauter staatliche, machtpolitische, wirtschaftliche und andere Gründe. - Dagegen kann man nichts machen In den dreißiger Jahren genauso wahr wie in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels. Und wieder einmal wird vor Augen geführt, dass vielleicht einzelne Menschen etwas lernen können, die Menschheit jedoch noch nie eine Lektion gelernt hat. Cool.
Eine bisher unentdeckte Molchart, die von den Menschen im Tausch von Perlen gegen Waffen zum Selbstschutz gegen Haie ausgerüstet wird, schwingt sich durch hohe Fertilität zur neuen dominierenden Gattung auf, die Menschen verstehen es nicht und lassen sich die Welt von den Molchen abkaufen, indem sie anfangs Küstenstriche, später ganze Kontinentalteile von den Molchen abgraben und ins Meer versinken lassen. Für mich ein Gleichnis auf die Globalisierung - wir, der Westen lagern kleinweise alles, aber auch alles in Off-, oder Nearshore Länder aus, um die Gewinnspannen hochzuhalten und den Aktionären ihre Renditen zu sichern. Čapek wiederum ging es 1937 darum, die nationalen Konflikte am Vorabend des 2. Weltkriegs aufzuzeigen. Ein Seitenhieb auf eine nordische Mutation der Molche, mit weißerer Haut und aufrechterem Gang, auf die Deutschland sehr Stolz ist, zeigt Čapeks Weitblick. Čapeks Sprache ist über weite Strecken so neu und frisch, dass dieser Roman, wüsste man es nicht, auch ein zeitgenössischer sein könnte. http://twitpic.com/5j8d3g
Ich weiß gar nicht wie, oder wo ich hier starten soll, so ein verrücktes Buch! Sowas hab ich tatsächlich noch nie nie gelesen und ich bin wirklich ziemlich verwundert, dass das Buch nicht bekannter ist. Ganz große Satire. Der Krieg mit den Molchen startet einigermaßen unauffällig im Stil eines gewöhnlichen Romans, Kapitän von Toch ist im übrigen die vermutlich größte Lisa, der ich bis dato getroffen habe, dieses "denglisch" war wahnsinnig anstrengend zu lesen xD, aber peu à peu hat sich die Dynamik des ganzen Buches doch sehr gewandelt. Auf einmal war es nicht mehr die stringente Erzählung, sondern es wurde wild zwischen allen möglichen Personen und auch in der Zeit herumgesprungen, immer wieder unterbrochen von Zeitungsartikeln, Einträgen aus Fachbüchern und Magazinen. Auf der einen Seite ist Der Krieg mit den Molchen mehr als einfach nur witzig - Čapek zeigt keine Gnade - vor niemandem. Er nimmt jedweden Glauben auf die Schippe (inklusive Judentum und den Christen), überhaupt alle Amerikaner, Asiaten und vor allem auch die Europäer, Journalisten, Akademiker - alle bekommen ihr Fett weg. Auf der anderen Seite ist es aber auch schonungslos und trifft den Nerv der Zeit (Angang der 30er Jahre) sehr akkurat - Molche werden ausgebeutet, als Sklaven gehalten und es werden Versuche an ihnen durchgeführt. Klingt bekannt? Die Moral von der Geschicht? Menschen sind habgierige Idioten. Passt heute noch genauso gut wie damals.










