Der Große Gary
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Book Information
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ROB PERRY wurde 1987 geboren und studierte Kreatives Schreiben an der University of East Anglia. Er arbeitete als Werbetexter sowie bei der Feuerwehr und als Fitnesscoach, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Heute lebt Perry im Peak District in Nordengland. ›Der Große Gary‹ ist sein Debütroman.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Was für ein toller Debütroman, ich habe Garys und Benjamins Geschichte sehr gern gelesen, sie hat mich zu Tränen gerührt. Benjamin, 18, ist ein außergewöhnlicher junger Mann. Er hat kein Smartphone und ist nicht in den Sozialen Medien aktiv, Hygiene und Gesundheit sind für ihn extrem wichtig, Keime und Bakterien machen ihm große Angst. Er wohnt mit seiner Großmutter in einem Mobilheim. Die Großmutter wurde nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus gebracht, er vermisst sie sehr. Er jobbt an der Kasse im örtlichen Supermarkt, seine Chefin Camille hat ihn unter ihre Fittiche genommen, sie beschützt ihn und sorgt dafür, dass er mit nicht allzu vielen Keimen in Berührung kommt. Als eines Tages ein toter Wal am nahegelegenen Strand angespült wird, geht auch Benjamin hin, um sich den Wal anzuschauen. Beim Wal treibt sich ein Windhund herum, der sich an seine Fersen heftet und ihn bis zum Mobilheim begleitet. Benjamin ist zuerst entsetzt angesichts der Keime, die ein Hund verbreitet und hält so viel Abstand wie möglich. Der traurig wirkende Hund weckt jedoch seinen Beschützerinstinkt, er lässt ihn rein und teilt sein Essen mit ihm. Das Essen wird von Leonard gebracht, der Gary erkennt: Es ist der schnellste Hund der Welt, der bereits vom Rennstallbesitzer gesucht wird. Leonard rät Benjamin, sich mit dem Hund ein Versteck zu suchen, da mit seinem Besitzer nicht zu spaßen ist. In seinem schrottreifen Auto nimmt er Benjamin und Gary in sein eigenes Mobilheim mit. Leonard war früher professioneller Billardspieler, er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und trauert seiner Frau Sally nach, die ihn verlassen hatte. Er raucht und säuft, was Benjamin zur Verzweiflung bringt. Bei der Geschichte ging mir das Herz auf. Es war so schön mitzuerleben, wie Benjamin seine Furcht vor Keimen überwindet und alles tut, um Gary vor seinem Besitzer und dessen Handlanger zu retten. Lange weiß er nicht, ob er Leonard trauen kann, erst nach einem Gespräch mit Camille gibt er ihm eine Chance: „Verlier nicht die Hoffnung. Manchmal wirken die Menschen böse. Aber das Böse ist nur die Tarnung für eine große Traurigkeit. Und darunter liegt das Gute. Jemand wie du kann es zum Vorschein bringen.“ (S. 269) Auch Benjamins Liebe zu seiner Großmutter hat mein Herz berührt. Ich freue mich auf weitere Bücher von Rob Perry und empfehle seinen Debütroman sehr gerne weiter.
Der achtzehnjährige Benjamin lebt in einem Caravan Park in England. Dort lebt er zusammen mit seiner Oma, die aber leider ins Krankenhaus musste. Jetzt ist er auf sich allein gestellt. Er vermeidet Schmutz aller Art, hat Angst vor Keimen und Krankheitserregern. Seine wenigen sozialen Kontakte begrenzen sich auf seine Oma und die Menschen im Supermarkt, in dem er arbeitet. Vor allem seine Chefin meint es gut mit ihm. Als eines Tages am Strand ein toter Wal angespült wurde, macht sich Benjamin auf die Suche danach und findet dabei einen Hund, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Dann kommt auch noch Leonard dazu, der Benjamin vor den Besitzern des Hundes warnt. Windhund Gary ist der schnellste Hund weit und breit und sein Besitzer will ihn unbedingt zurück! Eine berührende Coming-of-age Story. Benjamin kämpft mit seinen Ängsten und durch Gary beginnt er sich, denen zu stellen. Er vermisst seine Oma, ist jetzt auf sich allein gestellt. Eine Melancholie zieht sich durchs Buch, wird allerdings auch durch lockere, humorvolle Momente aufgelockert. Das Tempo ist eher ruhig und beschaulich. Benjamin ist ein toller Protagonist, einfühlsam und sehr nahbar. Die anderen Charaktere blieben dagegen für mich leider etwas blass. Wunderbar gelungen ist die Balance zwischen den ernsten Themen, wie Einsamkeit, Angststörung und Sozialphobie und den humorvollen Szenen. Die Story an sich war etwas vorhersehbar, das Buch lebt hauptsächlich von der Entwicklung von Benjamin. Ein einfühlsamer, ruhiger Roman über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier, Heilung durch ganz kleine Schritte, das alles ganz zart und feinsinnig erzählt. Leser, die ruhige, feine Geschichten mögen, werden dieses Buch lieben.
Eine herzerwärmende Verbundenheit zwischen Mensch und Tier
Benjamin ist achtzehn und hat Angst. Vor vielen Dingen. Am allermeisten vor Keimen und Krankheiten. Und davor seine Oma zu verlieren. Gary ist ein Windhund. Sehr bekannt und entlaufen. Sie begegnen sich am Strand. Und Gary weicht plötzlich nicht mehr von Benjamins Seite. Die Geschichte zwischen Benjamin und Gary hat mich sehr berührt. Benjamin der so verschlossen und ängstlich ist, Gary aus Angst nicht anfassen kann und dann doch nach und nach auftaut und ihn in sein Herz schließt. Wie geduldig Gary mit Benjamin ist war so ergreifend, dass ich mal wieder feststellen musste wie sensibel Tiere sein können und ein Gespür dafür zu haben scheinen was ein Mensch in jenem Moment braucht. Die beiden zusammen zu erleben, war einfach herzerwärmend. Nichtsdestotrotz war der Roman kein Highlight für mich. Er hat stark angefangen, dann jedoch schnell nachgelassen. Sprachlich beinhaltet er wunderschöne Aussagen, mir fehlte insgesamt jedoch der Tiefgang. Ich würde ihn als ein typisch britisches Road Trip Abenteuer beschreiben, das zwar emotionale Themen behandelt, aber mit Humor, Leichtigkeit und ab und an makaber daherkommt. Das Ende kam für mich zu plötzlich und fühlte sich etwas unbefriedigend an. Alles in allem ein lesenswerter Roman, der emotional schwierige Themen aufgreift, jedoch mit Leichtigkeit und Wohligkeit wieder ausgleicht. Zitate: „Hast du dich verirrt?“, sagte er. Aber die Frage kam ihm dumm vor. Denn manchmal war es schwer zu sagen, ob man sich verirrt hatte oder nicht. Er wusste, dass man sich fehl am Platz fühlen konnte, auch wenn der eigene Körper genau dort war, wo er sein sollte. Dass es oft gar nichts mit dem Ort zu tun hatte. Das tat er manchmal: sich in das Leben von Menschen, die er sah, hineinversetzen. „Das nennt man Empathie“, sagte Camille. „Es ist eine Superkraft.“ Er wusste nicht, warum er es tat, nur dass er dadurch mehr Wärme für andere empfand. Wodurch er sich zugehöriger fühlte. Liebevoller. Weniger einsam. Mit einem Mal spürte Benjamin Verzweiflung in sich aufsteigen. Wenn er an den mageren Hund dachte, der unten in dem Mobilheim lag, wenn er sich vorstellte, wie ihn jemand mitnahm, war ihm, als hätte die Luft plötzlich weniger Sauerstoff. Als bräuchte er immer mehr davon, um bei Bewusstsein zu bleiben. Er wusste, sie waren füreinander bestimmt, sonst wäre Gary ihm nicht nach Hause gefolgt. Wäre nicht ohne Leine die ganze Zeit bei ihm geblieben. In der Stille konnte Benjamin den schweren, tiefen Ozean hören. Er dachte daran, was Leonard gesagt hatte – dass ein Ort eine Anziehungskraft haben konnte -, und einen Moment lang fragte er sich, ob er sie spüren konnte. Es war seltsam, es laut ausgesprochen zu hören. Zu sagen, dass Gary ihm gehörte. Aber Benjamin wusste, dass Gary sein Hund war. Und dass er Garys Mensch war.

Ungewöhnlich, berührend aber auch irgendwie witzig erzählt Rob Perry über einen Jungen, der unter diversen Ängsten leidet, aber ganz besonders unter der Angst vor Keimen und Viren. Zusätzlich fühlt Benjamin sich auch noch einsam, denn seine Oma ist leider ins Krankenhaus gekommen. Doch ein zugelaufener Hund stellt plötzlich sein Leben auf den Kopf. Eben Jener, der Essenslieferant Leonard und Benjamins Vorgesetzte Camille aus dem Supermarkt begleiten ihn nun auf eine Reise zu sich selbst. Nicht umsonst werden Tiere für Therapien eingesetzt! Fand die Wandlung schön zu lesen.. was Gary am Ende für Benjamin bedeutet. Dass er eben nicht einfach nur ein Hund ist, sondern Familie. Wichtig für Menschen die einsam sind.
»Er hatte ihm zu erkennen es verholfen, dass die Dinge besonders waren, weil sie vergingen, und kostbarer, weil sie nicht von Dauer waren.«
Ein schöner, kurzweiliger Roman über einen jungen Mann, der einen Hund am Strand findet und erst widerwillig bei sich aufnimmt und dank ihm seine Phobien langsam überwindet. »Mut ist eine Fähigkeit, die man trainieren kann.« Man bekommt genau das, was auf dem Klappentext zu lesen ist - nicht mehr, nicht weniger. Als ich das Buch ausgesucht habe, bin ich davon ausgegangen, dass mehr über die Hintergründe des Hundes eingegangen wird, das wird prinzipiell zwar schon gemacht, aber nicht so, wie ich es erwartet hätte. Dennoch ist der Roman emotional geschrieben und besonders Gary konnte ich mir richtig gut vorstellen. Es war schön zu sehen, wie Benjamin langsam etwas freier wurde und wie weit er für Gary gehen würde. Es ist kein absolutes must-read, durch die geringe Dicke aber ein gutes Buch für zwischendurch, das einem auch in gewissem Maße etwas zurückgibt. Der Blurb auf der Rückseite des Buches fasst das ganz gut zusammen: »Eine Geschichte über Außenseiter, Menschen und Hunde, und die Hoffnung, die sie zusammenbringt.«

Surprisingly heartwarming and touching
I immediately fell in love with Gary. As soon as he appeared on the beach i fell in love with that dog - as Benjamin also did. Loved the bond between him and Benjamin and was very surprised how much i could understand Benjamin and his little special ticks. Throughout the whole book you could really see him overcome hisself and especially his fears. I was surprised how proud i was because of that. But i am a bit angry because of the massive cliffhanger at the end. I really hoped for a happy ending and really wanted to know if Gery could stay with Benjamin.
Junge und Hund
An einer komplexen Angststörung leidender junger Mann trifft einen herrenlos wirkenden Windhund, beide lassen sich schnell aufeinander ein und können bald nicht mehr voneinander lassen. Natürlich ist der Hund (Gary) kein Ungekannter, sondern ein wertvoller, da sehr erfolgreicher Rennhund. Und natürlich ist der Besitzer ein einflussreicher, nicht gerade zimperlicher Mensch. Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu wissen und leider auch nicht zu erfahren. Die Geschichte ist recht ansprechend geschrieben und neben eher ernsten Themen wie dem Umgang mit Phobien oder Tiermissbrauch bleibt die Atmosphäre locker und leicht und oft gespickt mit Humor. Leider entwickelt sie sich nicht wirklich, und lässt entgegen den vermuteten Schwierigkeiten durch die Grundthematik Tiefe vermissen. Es wird eine recht einfache Erzählart angewandt, wirkt, als wäre sie für sehr junge Erwachsene geschrieben. Der Protagonist wirkt, obwohl er schon 18 Jahre als ist, deutlich jünger, unreifer. Das offene Ende unterstreicht noch den Eindruck, der Autor habe bei seinem Romandebüt nicht so recht gewusst, wohin. Es war leichte Unterhaltung für Zwischendurch, ohne Anspruch aber auch ohne Tiefgang. Gelernt habe ich nach der Lektüre nichts Neues. Da ich gerade ein eher schwieriges Buch beendet hatte, und auch wieder ein recht komplexes Werk vor mir habe, hat es aber mein Bedürfnis nach etwas Unkompliziertem zwischendurch erfüllen können.
»Er wusste, dass man sich fehl am Platz fühlen konnte, auch wenn der eigene Körper genau dort war, wo er sein sollte. Dass es oft gar nichts mit dem Ort zu tun hatte.«
Als Benjamin, der nach seinem Schulabschluss erstmal im Supermarkt jobben ist, von seiner Chefin Camille auf einen gestrandeten Wal aufmerksam gemacht wird, muss er ihn sehen. Dort begegnet er einem Hund, der ganz alleine, seine Leine hinter sich her schleifend, herumläuft. Benjamin hat zwar ein großes Herz für Tiere, aber zugleich Angst vor jeglichen Keimen und befindet sich in einem Zwiespalt, denn der Hund läuft ihm bis zu seinem Mobilheim hinterher. Bald schon wird Benjamin durch einen ominösen Pizzalieferanten erfahren, dass es sich bei dem Hund um keinen willkürlichen, sondern ausgerechnet den großen Gary handelt, der bei Hunderennen einige Preise abgeräumt hat. Klingt nach einem Wohlfühlbuch? Naja, eher weniger. Mal ist es das unter anderem und dann, im nächsten Augenblick, wieder eine rasante Verfolgungsjagd. Noch dazu ist der Protagonist Benjamin hin und hergerissen, wem er wirklich vertrauen kann und findet sich, als er sich in Sicherheit währt, zwischen Lügen und Intrigen wieder. Dieser Roman schildert auch gut, inwiefern Tiere für den Sport als Ware, die Geld abwirft, ausgebeutet werden und von den meisten – insbesondere den eigenen Besitzer*innen – nicht als fühlende Lebewesen angesehen werden. Benjamin, der Protagonist, sieht es aus ganz anderer Perspektive und weiß, dass es Schicksal sein muss, dass Gary den Weg zu ihm gefunden hat. Schließlich meidet er so gut es geht jegliche Keime und mögliche Erreger und doch lässt er sich nicht nur auf den Hund ein, sondern weiß, dass er ihn beschützen muss und stellt dafür seine eigenen Bedürfnisse hintenan. „Der große Gary“ ist ein Roman, der sich so ganz anders entwickelt, als man es erwartet hätte. Statt einem Buch zum Wohlfühlen, erwarten Leser*innen eine Reise ins Ungewisse, mit Höhen und viel mehr Tiefen und doch immer wieder dem alles entscheidenden Zusammenhalt und Mut einiger Figuren.

Benjamin ist sinnbild für die Ängste so vieler Menschen!
Ich liebe Tiere sehr! Aber Geschichten mit Tieren sind oft nicht mein Fall! Ganz oft sind sie mir einfach zu traurig und zu emotional. Zum Glück lasse ich mich aber oft von schönen Cover überzeugen. So auch beim „großen Gary“. Das Cover war einfach so besonders, das musste ich lesen. Benjamin ist auf dem Weg an den Strand um einen toten Wald zu inspizieren, als sich sein Leben plötzlich grundlegend verändert. Ihm läuft ein Hund zu. Zunächst ist er davon nicht begeistert. Aber schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Zum Glück hat mich die Wahl des Covers nicht enttäuscht. Die Geschichte um Benjamin und allen Beteiligten ist wirklich sehr schön geschrieben und hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere im Buch sind stimmig und passen einfach zur Geschichte! Mir war jeder einzelne sehr sympathisch! Camille ganz besonders! Benjamin mit seinen vielen Ängsten steht für mich symbolisch für so viele Menschen! Angst lähmt, Angst macht unsicher und Angst macht einsam! Doch dann steht plötzlich eine Liebe vor der Türe! In diesem Fall in Form eines Hundes! Da Benjamin Panik vor Keimen und Erkrankungen jeder Art hat, ist er zunächst mehr als skeptisch. Doch Gary schleicht sich schnell in sein Herz! Ich mag es gern wie Benjamin über sich hinauswächst, und große Teile seiner Phobien übersteht, einfach nur für seine Liebe zum Hund! Und er kämpft! Und im Kampf fällt ihm auf das er doch nicht so alleine ist auf der Welt! Leider hat mir das Ende nicht gefallen! Dafür gibt es dann doch noch einen Abzug! Aber, die Geschichte, obwohl mit Tier, hat mich mitgenommen und berührt!
Wenn Mut und Empathie über Ängste siegen - Großartige Idee, großartige Umsetzung!
Was bedeutet es eigentlich, sich trotz sämtlicher Phobien, Ängsten und Zwängen, um ein „keimbehaftetes“ Tier zu kümmern, das einem in Form eines Windhundes, plötzlich am Strand hinterher läuft? Sich plötzlich, aus Sorge um einen völlig fremden Hund, der sich zudem noch als bekannter Rennchampion entpuppt, seinen eigenen Ängsten zu stellen und obendrein noch den Mut aufzubringen, ihn vor seinen grausamen Besitzern zu beschützen? Im Roman „Der große Gary“ von Rob Perry geht es um Ängste, um Mitgefühl, Liebe und um Mut. Es geht um skurrile Menschen und um Freundschaft. Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte des jungen Außenseiters Benjamin, der, nach dem Zusammenbruch seiner Oma, ganz allein auf sich gestellt, Halt und Hoffnung durch und bei einem Hund findet. Einem ganz besonderen Hund, dem großen Gary. Mit seiner ganz besonderen Erzählweise und einer gewissen Art von Leichtigkeit, greift der Autor u.a. die oftmals nicht nur tabuisierten, sondern ebenso unverstandenen Themen der Zwänge, Ängste und Phobien auf. Indem er diese aus Sicht von Benjamin darstellt, werden sie plötzlich greifbar und lassen sich besser nachvollziehen. Oft musste ich erstmal innehalten und über das Ausmaß nachdenken, über die Einschränkungen und auch die Isolation, die Benjamin aufgrund dessen widerfährt. Und darüber, wie großartig seine Entwicklung, in Anbetracht dessen, im Verkauf der Geschichte doch ist. Ich konnte richtig mitfühlen, wäre am Liebsten selbst zu Hilfe geeilt, hätte Mut zugesprochen und mich mit auf diesen skurrilen Roadtrip begeben. Um dieser, eigentlich recht dramatischen und traurigen Geschichte besagte Leichtigkeit und sogar Humor zu verleihen, kommen die übrigen, echt schrägen, doch irgendwie auch ebenso liebenswerten, Protagonisten ins Spiel. Alle sind sie auf ihre spezielle Art und Weise Außenseiter, doch zugleich absolut echt und authentisch. Wobei ich jedem, von Zwangs- oder Angststörungen Geplagten, eine Vorgesetzte und Freundin wie Camille, einfach nur wünschen kann! Da ich nicht nur eine große Tierfreundin bin, sondern selbst auch mit Ängsten zu kämpfen und eine Oma im Krankenhaus habe, kann ich nicht beurteilen ob das Buch wirklich jeden so erreichen wird, wie es mich beim lesen erreicht und zudem zutiefst berührt hat. Ich denke, um die Tiefgründigkeit des Buches wirklich fühlen zu können, sollte man zumindest offen bzw. interessiert an psychischen Problematiken sein und darüber hinaus auch die enge Verbundenheit und Liebe zu einem Tier nachempfinden können oder sie im besten Fall selbst schon einmal erlebt haben. In dem Fall kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, für mich war es in Idee und Umsetzung ein wahres Highlight. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann mich ein Buch das letzte Mal dazu gebracht hat, es in einem Rutsch durchzulesen. Dabei hat es mir gleichzeitig sowohl Tränen, als auch urkomische Schmunzler entlockt. Einfach eine großartige Mischung, wenngleich ich mir schon irgendwie ein klareres Ende gewünscht hätte, ein eindeutigeres Happy End, eines schwarz auf weiß, das nicht so viel Raum für Interpretationen und eigene Gedanken gelassen hätte. Eines, das ich Benjamin zutiefst wünsche. Fazit: Ein Muss für jeden, der weiß was es heißt - trotz seiner Ängste - mutig zu sein! Und ein Muss für jeden, der weiß wie heilsam Tiere sein können, wie sie es immer wieder schaffen, dass man aus Liebe zu ihnen über sich selbst hinauswächst!
"'Manchmal lohnt es sich, ein Risiko einzugehen', sagte Camille. So hatte Benjamin es noch nie betrachtet. Als wäre Mut eine Währung, und manche Produkte wären eben teuer." (S. 194) Dieses Buch besteht quasi ausschließlich aus Gegensätzen: Der 18-jährige Benjamin Glass lebt zusammen mit seiner alten, kranken Großmutter in einem Trailerpark an der Ostküste Englands. Sie liegt seit kurzem im Krankenhaus - ein Ort, den Benjamin nur ungern aufsucht, denn er hat panische Angst vor allem, was krank machen könnte. Überhaupt ist Benjamin getrieben von Sorgen, Ängsten und Zwängen. Seine ständigen Begleiter sind Desinfektionsmittel, Asthmaspray und Schutzmaske. Allen Phobien zum Trotz nähert er sich während eines Spaziergangs dem Kadaver eines gestrandeten Wals. Dort begegnet ihm ein Hund, der ihn bis nach Hause verfolgt und obwohl Benjamin sich vor allem ekelt, was sein sauberes Heim verschmutzen könnte, gewährt er dem Hund Einlass. Von Leonard - Lieferant ungesunden Essens - erfährt Benjamin, dass es sich bei dem Hund um den "Großen Gary" handelt - ein preisgekrönter Windhund, der erfolgreich Rennen läuft. Seine eigentlichen Besitzer kommen Benjamin bald auf die Schliche und schon hat er den größten Ärger am Hals, den sich ein übervorsichtiger Mensch nur vorstellen kann. Doch Benjamin hat längst all seine Zwänge über Bord geworfen und will Gary um jeden Preis behalten. Es beginnt ein wilder Roadtrip aus Flucht-, Einbruchs- und gefährlichen Nachtaktionen. Rob Perrys Debütroman verbindet Themen wie Angst und Isolation mit Wärme, leiser Komik und der besonderen Energie eines Hundes, der alles durcheinanderbringt. Auch wenn dem Titelgeber nur eine Nebenrolle zukommt, ist der Hund die zentrale Figur der Geschichte. Er zwingt den zurückgezogenen Benjamin dazu, sich auf die Welt einzulassen - rauszukommen aus seiner Komfortzone und Isolation. So entsteht eine Geschichte, die zeigt, wie unerwartete Begegnungen neue Lebenswege eröffnen können. Trotz des Tempos, hatte das Buch für mich einige Längen und mich hier und da verloren. Rob Perry zeichnet seine Charaktere mit viel Liebe zu skurrilen Persönlichkeiten und am Ende muss ich sagen: Der einzig Normale war der Hund!
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
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Book Information
Author Description
ROB PERRY wurde 1987 geboren und studierte Kreatives Schreiben an der University of East Anglia. Er arbeitete als Werbetexter sowie bei der Feuerwehr und als Fitnesscoach, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Heute lebt Perry im Peak District in Nordengland. ›Der Große Gary‹ ist sein Debütroman.
Posts
Was für ein toller Debütroman, ich habe Garys und Benjamins Geschichte sehr gern gelesen, sie hat mich zu Tränen gerührt. Benjamin, 18, ist ein außergewöhnlicher junger Mann. Er hat kein Smartphone und ist nicht in den Sozialen Medien aktiv, Hygiene und Gesundheit sind für ihn extrem wichtig, Keime und Bakterien machen ihm große Angst. Er wohnt mit seiner Großmutter in einem Mobilheim. Die Großmutter wurde nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus gebracht, er vermisst sie sehr. Er jobbt an der Kasse im örtlichen Supermarkt, seine Chefin Camille hat ihn unter ihre Fittiche genommen, sie beschützt ihn und sorgt dafür, dass er mit nicht allzu vielen Keimen in Berührung kommt. Als eines Tages ein toter Wal am nahegelegenen Strand angespült wird, geht auch Benjamin hin, um sich den Wal anzuschauen. Beim Wal treibt sich ein Windhund herum, der sich an seine Fersen heftet und ihn bis zum Mobilheim begleitet. Benjamin ist zuerst entsetzt angesichts der Keime, die ein Hund verbreitet und hält so viel Abstand wie möglich. Der traurig wirkende Hund weckt jedoch seinen Beschützerinstinkt, er lässt ihn rein und teilt sein Essen mit ihm. Das Essen wird von Leonard gebracht, der Gary erkennt: Es ist der schnellste Hund der Welt, der bereits vom Rennstallbesitzer gesucht wird. Leonard rät Benjamin, sich mit dem Hund ein Versteck zu suchen, da mit seinem Besitzer nicht zu spaßen ist. In seinem schrottreifen Auto nimmt er Benjamin und Gary in sein eigenes Mobilheim mit. Leonard war früher professioneller Billardspieler, er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und trauert seiner Frau Sally nach, die ihn verlassen hatte. Er raucht und säuft, was Benjamin zur Verzweiflung bringt. Bei der Geschichte ging mir das Herz auf. Es war so schön mitzuerleben, wie Benjamin seine Furcht vor Keimen überwindet und alles tut, um Gary vor seinem Besitzer und dessen Handlanger zu retten. Lange weiß er nicht, ob er Leonard trauen kann, erst nach einem Gespräch mit Camille gibt er ihm eine Chance: „Verlier nicht die Hoffnung. Manchmal wirken die Menschen böse. Aber das Böse ist nur die Tarnung für eine große Traurigkeit. Und darunter liegt das Gute. Jemand wie du kann es zum Vorschein bringen.“ (S. 269) Auch Benjamins Liebe zu seiner Großmutter hat mein Herz berührt. Ich freue mich auf weitere Bücher von Rob Perry und empfehle seinen Debütroman sehr gerne weiter.
Der achtzehnjährige Benjamin lebt in einem Caravan Park in England. Dort lebt er zusammen mit seiner Oma, die aber leider ins Krankenhaus musste. Jetzt ist er auf sich allein gestellt. Er vermeidet Schmutz aller Art, hat Angst vor Keimen und Krankheitserregern. Seine wenigen sozialen Kontakte begrenzen sich auf seine Oma und die Menschen im Supermarkt, in dem er arbeitet. Vor allem seine Chefin meint es gut mit ihm. Als eines Tages am Strand ein toter Wal angespült wurde, macht sich Benjamin auf die Suche danach und findet dabei einen Hund, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Dann kommt auch noch Leonard dazu, der Benjamin vor den Besitzern des Hundes warnt. Windhund Gary ist der schnellste Hund weit und breit und sein Besitzer will ihn unbedingt zurück! Eine berührende Coming-of-age Story. Benjamin kämpft mit seinen Ängsten und durch Gary beginnt er sich, denen zu stellen. Er vermisst seine Oma, ist jetzt auf sich allein gestellt. Eine Melancholie zieht sich durchs Buch, wird allerdings auch durch lockere, humorvolle Momente aufgelockert. Das Tempo ist eher ruhig und beschaulich. Benjamin ist ein toller Protagonist, einfühlsam und sehr nahbar. Die anderen Charaktere blieben dagegen für mich leider etwas blass. Wunderbar gelungen ist die Balance zwischen den ernsten Themen, wie Einsamkeit, Angststörung und Sozialphobie und den humorvollen Szenen. Die Story an sich war etwas vorhersehbar, das Buch lebt hauptsächlich von der Entwicklung von Benjamin. Ein einfühlsamer, ruhiger Roman über eine Freundschaft zwischen Mensch und Tier, Heilung durch ganz kleine Schritte, das alles ganz zart und feinsinnig erzählt. Leser, die ruhige, feine Geschichten mögen, werden dieses Buch lieben.
Eine herzerwärmende Verbundenheit zwischen Mensch und Tier
Benjamin ist achtzehn und hat Angst. Vor vielen Dingen. Am allermeisten vor Keimen und Krankheiten. Und davor seine Oma zu verlieren. Gary ist ein Windhund. Sehr bekannt und entlaufen. Sie begegnen sich am Strand. Und Gary weicht plötzlich nicht mehr von Benjamins Seite. Die Geschichte zwischen Benjamin und Gary hat mich sehr berührt. Benjamin der so verschlossen und ängstlich ist, Gary aus Angst nicht anfassen kann und dann doch nach und nach auftaut und ihn in sein Herz schließt. Wie geduldig Gary mit Benjamin ist war so ergreifend, dass ich mal wieder feststellen musste wie sensibel Tiere sein können und ein Gespür dafür zu haben scheinen was ein Mensch in jenem Moment braucht. Die beiden zusammen zu erleben, war einfach herzerwärmend. Nichtsdestotrotz war der Roman kein Highlight für mich. Er hat stark angefangen, dann jedoch schnell nachgelassen. Sprachlich beinhaltet er wunderschöne Aussagen, mir fehlte insgesamt jedoch der Tiefgang. Ich würde ihn als ein typisch britisches Road Trip Abenteuer beschreiben, das zwar emotionale Themen behandelt, aber mit Humor, Leichtigkeit und ab und an makaber daherkommt. Das Ende kam für mich zu plötzlich und fühlte sich etwas unbefriedigend an. Alles in allem ein lesenswerter Roman, der emotional schwierige Themen aufgreift, jedoch mit Leichtigkeit und Wohligkeit wieder ausgleicht. Zitate: „Hast du dich verirrt?“, sagte er. Aber die Frage kam ihm dumm vor. Denn manchmal war es schwer zu sagen, ob man sich verirrt hatte oder nicht. Er wusste, dass man sich fehl am Platz fühlen konnte, auch wenn der eigene Körper genau dort war, wo er sein sollte. Dass es oft gar nichts mit dem Ort zu tun hatte. Das tat er manchmal: sich in das Leben von Menschen, die er sah, hineinversetzen. „Das nennt man Empathie“, sagte Camille. „Es ist eine Superkraft.“ Er wusste nicht, warum er es tat, nur dass er dadurch mehr Wärme für andere empfand. Wodurch er sich zugehöriger fühlte. Liebevoller. Weniger einsam. Mit einem Mal spürte Benjamin Verzweiflung in sich aufsteigen. Wenn er an den mageren Hund dachte, der unten in dem Mobilheim lag, wenn er sich vorstellte, wie ihn jemand mitnahm, war ihm, als hätte die Luft plötzlich weniger Sauerstoff. Als bräuchte er immer mehr davon, um bei Bewusstsein zu bleiben. Er wusste, sie waren füreinander bestimmt, sonst wäre Gary ihm nicht nach Hause gefolgt. Wäre nicht ohne Leine die ganze Zeit bei ihm geblieben. In der Stille konnte Benjamin den schweren, tiefen Ozean hören. Er dachte daran, was Leonard gesagt hatte – dass ein Ort eine Anziehungskraft haben konnte -, und einen Moment lang fragte er sich, ob er sie spüren konnte. Es war seltsam, es laut ausgesprochen zu hören. Zu sagen, dass Gary ihm gehörte. Aber Benjamin wusste, dass Gary sein Hund war. Und dass er Garys Mensch war.

Ungewöhnlich, berührend aber auch irgendwie witzig erzählt Rob Perry über einen Jungen, der unter diversen Ängsten leidet, aber ganz besonders unter der Angst vor Keimen und Viren. Zusätzlich fühlt Benjamin sich auch noch einsam, denn seine Oma ist leider ins Krankenhaus gekommen. Doch ein zugelaufener Hund stellt plötzlich sein Leben auf den Kopf. Eben Jener, der Essenslieferant Leonard und Benjamins Vorgesetzte Camille aus dem Supermarkt begleiten ihn nun auf eine Reise zu sich selbst. Nicht umsonst werden Tiere für Therapien eingesetzt! Fand die Wandlung schön zu lesen.. was Gary am Ende für Benjamin bedeutet. Dass er eben nicht einfach nur ein Hund ist, sondern Familie. Wichtig für Menschen die einsam sind.
»Er hatte ihm zu erkennen es verholfen, dass die Dinge besonders waren, weil sie vergingen, und kostbarer, weil sie nicht von Dauer waren.«
Ein schöner, kurzweiliger Roman über einen jungen Mann, der einen Hund am Strand findet und erst widerwillig bei sich aufnimmt und dank ihm seine Phobien langsam überwindet. »Mut ist eine Fähigkeit, die man trainieren kann.« Man bekommt genau das, was auf dem Klappentext zu lesen ist - nicht mehr, nicht weniger. Als ich das Buch ausgesucht habe, bin ich davon ausgegangen, dass mehr über die Hintergründe des Hundes eingegangen wird, das wird prinzipiell zwar schon gemacht, aber nicht so, wie ich es erwartet hätte. Dennoch ist der Roman emotional geschrieben und besonders Gary konnte ich mir richtig gut vorstellen. Es war schön zu sehen, wie Benjamin langsam etwas freier wurde und wie weit er für Gary gehen würde. Es ist kein absolutes must-read, durch die geringe Dicke aber ein gutes Buch für zwischendurch, das einem auch in gewissem Maße etwas zurückgibt. Der Blurb auf der Rückseite des Buches fasst das ganz gut zusammen: »Eine Geschichte über Außenseiter, Menschen und Hunde, und die Hoffnung, die sie zusammenbringt.«

Surprisingly heartwarming and touching
I immediately fell in love with Gary. As soon as he appeared on the beach i fell in love with that dog - as Benjamin also did. Loved the bond between him and Benjamin and was very surprised how much i could understand Benjamin and his little special ticks. Throughout the whole book you could really see him overcome hisself and especially his fears. I was surprised how proud i was because of that. But i am a bit angry because of the massive cliffhanger at the end. I really hoped for a happy ending and really wanted to know if Gery could stay with Benjamin.
Junge und Hund
An einer komplexen Angststörung leidender junger Mann trifft einen herrenlos wirkenden Windhund, beide lassen sich schnell aufeinander ein und können bald nicht mehr voneinander lassen. Natürlich ist der Hund (Gary) kein Ungekannter, sondern ein wertvoller, da sehr erfolgreicher Rennhund. Und natürlich ist der Besitzer ein einflussreicher, nicht gerade zimperlicher Mensch. Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu wissen und leider auch nicht zu erfahren. Die Geschichte ist recht ansprechend geschrieben und neben eher ernsten Themen wie dem Umgang mit Phobien oder Tiermissbrauch bleibt die Atmosphäre locker und leicht und oft gespickt mit Humor. Leider entwickelt sie sich nicht wirklich, und lässt entgegen den vermuteten Schwierigkeiten durch die Grundthematik Tiefe vermissen. Es wird eine recht einfache Erzählart angewandt, wirkt, als wäre sie für sehr junge Erwachsene geschrieben. Der Protagonist wirkt, obwohl er schon 18 Jahre als ist, deutlich jünger, unreifer. Das offene Ende unterstreicht noch den Eindruck, der Autor habe bei seinem Romandebüt nicht so recht gewusst, wohin. Es war leichte Unterhaltung für Zwischendurch, ohne Anspruch aber auch ohne Tiefgang. Gelernt habe ich nach der Lektüre nichts Neues. Da ich gerade ein eher schwieriges Buch beendet hatte, und auch wieder ein recht komplexes Werk vor mir habe, hat es aber mein Bedürfnis nach etwas Unkompliziertem zwischendurch erfüllen können.
»Er wusste, dass man sich fehl am Platz fühlen konnte, auch wenn der eigene Körper genau dort war, wo er sein sollte. Dass es oft gar nichts mit dem Ort zu tun hatte.«
Als Benjamin, der nach seinem Schulabschluss erstmal im Supermarkt jobben ist, von seiner Chefin Camille auf einen gestrandeten Wal aufmerksam gemacht wird, muss er ihn sehen. Dort begegnet er einem Hund, der ganz alleine, seine Leine hinter sich her schleifend, herumläuft. Benjamin hat zwar ein großes Herz für Tiere, aber zugleich Angst vor jeglichen Keimen und befindet sich in einem Zwiespalt, denn der Hund läuft ihm bis zu seinem Mobilheim hinterher. Bald schon wird Benjamin durch einen ominösen Pizzalieferanten erfahren, dass es sich bei dem Hund um keinen willkürlichen, sondern ausgerechnet den großen Gary handelt, der bei Hunderennen einige Preise abgeräumt hat. Klingt nach einem Wohlfühlbuch? Naja, eher weniger. Mal ist es das unter anderem und dann, im nächsten Augenblick, wieder eine rasante Verfolgungsjagd. Noch dazu ist der Protagonist Benjamin hin und hergerissen, wem er wirklich vertrauen kann und findet sich, als er sich in Sicherheit währt, zwischen Lügen und Intrigen wieder. Dieser Roman schildert auch gut, inwiefern Tiere für den Sport als Ware, die Geld abwirft, ausgebeutet werden und von den meisten – insbesondere den eigenen Besitzer*innen – nicht als fühlende Lebewesen angesehen werden. Benjamin, der Protagonist, sieht es aus ganz anderer Perspektive und weiß, dass es Schicksal sein muss, dass Gary den Weg zu ihm gefunden hat. Schließlich meidet er so gut es geht jegliche Keime und mögliche Erreger und doch lässt er sich nicht nur auf den Hund ein, sondern weiß, dass er ihn beschützen muss und stellt dafür seine eigenen Bedürfnisse hintenan. „Der große Gary“ ist ein Roman, der sich so ganz anders entwickelt, als man es erwartet hätte. Statt einem Buch zum Wohlfühlen, erwarten Leser*innen eine Reise ins Ungewisse, mit Höhen und viel mehr Tiefen und doch immer wieder dem alles entscheidenden Zusammenhalt und Mut einiger Figuren.

Benjamin ist sinnbild für die Ängste so vieler Menschen!
Ich liebe Tiere sehr! Aber Geschichten mit Tieren sind oft nicht mein Fall! Ganz oft sind sie mir einfach zu traurig und zu emotional. Zum Glück lasse ich mich aber oft von schönen Cover überzeugen. So auch beim „großen Gary“. Das Cover war einfach so besonders, das musste ich lesen. Benjamin ist auf dem Weg an den Strand um einen toten Wald zu inspizieren, als sich sein Leben plötzlich grundlegend verändert. Ihm läuft ein Hund zu. Zunächst ist er davon nicht begeistert. Aber schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. Zum Glück hat mich die Wahl des Covers nicht enttäuscht. Die Geschichte um Benjamin und allen Beteiligten ist wirklich sehr schön geschrieben und hat mir sehr gut gefallen. Die Charaktere im Buch sind stimmig und passen einfach zur Geschichte! Mir war jeder einzelne sehr sympathisch! Camille ganz besonders! Benjamin mit seinen vielen Ängsten steht für mich symbolisch für so viele Menschen! Angst lähmt, Angst macht unsicher und Angst macht einsam! Doch dann steht plötzlich eine Liebe vor der Türe! In diesem Fall in Form eines Hundes! Da Benjamin Panik vor Keimen und Erkrankungen jeder Art hat, ist er zunächst mehr als skeptisch. Doch Gary schleicht sich schnell in sein Herz! Ich mag es gern wie Benjamin über sich hinauswächst, und große Teile seiner Phobien übersteht, einfach nur für seine Liebe zum Hund! Und er kämpft! Und im Kampf fällt ihm auf das er doch nicht so alleine ist auf der Welt! Leider hat mir das Ende nicht gefallen! Dafür gibt es dann doch noch einen Abzug! Aber, die Geschichte, obwohl mit Tier, hat mich mitgenommen und berührt!
Wenn Mut und Empathie über Ängste siegen - Großartige Idee, großartige Umsetzung!
Was bedeutet es eigentlich, sich trotz sämtlicher Phobien, Ängsten und Zwängen, um ein „keimbehaftetes“ Tier zu kümmern, das einem in Form eines Windhundes, plötzlich am Strand hinterher läuft? Sich plötzlich, aus Sorge um einen völlig fremden Hund, der sich zudem noch als bekannter Rennchampion entpuppt, seinen eigenen Ängsten zu stellen und obendrein noch den Mut aufzubringen, ihn vor seinen grausamen Besitzern zu beschützen? Im Roman „Der große Gary“ von Rob Perry geht es um Ängste, um Mitgefühl, Liebe und um Mut. Es geht um skurrile Menschen und um Freundschaft. Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte des jungen Außenseiters Benjamin, der, nach dem Zusammenbruch seiner Oma, ganz allein auf sich gestellt, Halt und Hoffnung durch und bei einem Hund findet. Einem ganz besonderen Hund, dem großen Gary. Mit seiner ganz besonderen Erzählweise und einer gewissen Art von Leichtigkeit, greift der Autor u.a. die oftmals nicht nur tabuisierten, sondern ebenso unverstandenen Themen der Zwänge, Ängste und Phobien auf. Indem er diese aus Sicht von Benjamin darstellt, werden sie plötzlich greifbar und lassen sich besser nachvollziehen. Oft musste ich erstmal innehalten und über das Ausmaß nachdenken, über die Einschränkungen und auch die Isolation, die Benjamin aufgrund dessen widerfährt. Und darüber, wie großartig seine Entwicklung, in Anbetracht dessen, im Verkauf der Geschichte doch ist. Ich konnte richtig mitfühlen, wäre am Liebsten selbst zu Hilfe geeilt, hätte Mut zugesprochen und mich mit auf diesen skurrilen Roadtrip begeben. Um dieser, eigentlich recht dramatischen und traurigen Geschichte besagte Leichtigkeit und sogar Humor zu verleihen, kommen die übrigen, echt schrägen, doch irgendwie auch ebenso liebenswerten, Protagonisten ins Spiel. Alle sind sie auf ihre spezielle Art und Weise Außenseiter, doch zugleich absolut echt und authentisch. Wobei ich jedem, von Zwangs- oder Angststörungen Geplagten, eine Vorgesetzte und Freundin wie Camille, einfach nur wünschen kann! Da ich nicht nur eine große Tierfreundin bin, sondern selbst auch mit Ängsten zu kämpfen und eine Oma im Krankenhaus habe, kann ich nicht beurteilen ob das Buch wirklich jeden so erreichen wird, wie es mich beim lesen erreicht und zudem zutiefst berührt hat. Ich denke, um die Tiefgründigkeit des Buches wirklich fühlen zu können, sollte man zumindest offen bzw. interessiert an psychischen Problematiken sein und darüber hinaus auch die enge Verbundenheit und Liebe zu einem Tier nachempfinden können oder sie im besten Fall selbst schon einmal erlebt haben. In dem Fall kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen, für mich war es in Idee und Umsetzung ein wahres Highlight. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann mich ein Buch das letzte Mal dazu gebracht hat, es in einem Rutsch durchzulesen. Dabei hat es mir gleichzeitig sowohl Tränen, als auch urkomische Schmunzler entlockt. Einfach eine großartige Mischung, wenngleich ich mir schon irgendwie ein klareres Ende gewünscht hätte, ein eindeutigeres Happy End, eines schwarz auf weiß, das nicht so viel Raum für Interpretationen und eigene Gedanken gelassen hätte. Eines, das ich Benjamin zutiefst wünsche. Fazit: Ein Muss für jeden, der weiß was es heißt - trotz seiner Ängste - mutig zu sein! Und ein Muss für jeden, der weiß wie heilsam Tiere sein können, wie sie es immer wieder schaffen, dass man aus Liebe zu ihnen über sich selbst hinauswächst!
"'Manchmal lohnt es sich, ein Risiko einzugehen', sagte Camille. So hatte Benjamin es noch nie betrachtet. Als wäre Mut eine Währung, und manche Produkte wären eben teuer." (S. 194) Dieses Buch besteht quasi ausschließlich aus Gegensätzen: Der 18-jährige Benjamin Glass lebt zusammen mit seiner alten, kranken Großmutter in einem Trailerpark an der Ostküste Englands. Sie liegt seit kurzem im Krankenhaus - ein Ort, den Benjamin nur ungern aufsucht, denn er hat panische Angst vor allem, was krank machen könnte. Überhaupt ist Benjamin getrieben von Sorgen, Ängsten und Zwängen. Seine ständigen Begleiter sind Desinfektionsmittel, Asthmaspray und Schutzmaske. Allen Phobien zum Trotz nähert er sich während eines Spaziergangs dem Kadaver eines gestrandeten Wals. Dort begegnet ihm ein Hund, der ihn bis nach Hause verfolgt und obwohl Benjamin sich vor allem ekelt, was sein sauberes Heim verschmutzen könnte, gewährt er dem Hund Einlass. Von Leonard - Lieferant ungesunden Essens - erfährt Benjamin, dass es sich bei dem Hund um den "Großen Gary" handelt - ein preisgekrönter Windhund, der erfolgreich Rennen läuft. Seine eigentlichen Besitzer kommen Benjamin bald auf die Schliche und schon hat er den größten Ärger am Hals, den sich ein übervorsichtiger Mensch nur vorstellen kann. Doch Benjamin hat längst all seine Zwänge über Bord geworfen und will Gary um jeden Preis behalten. Es beginnt ein wilder Roadtrip aus Flucht-, Einbruchs- und gefährlichen Nachtaktionen. Rob Perrys Debütroman verbindet Themen wie Angst und Isolation mit Wärme, leiser Komik und der besonderen Energie eines Hundes, der alles durcheinanderbringt. Auch wenn dem Titelgeber nur eine Nebenrolle zukommt, ist der Hund die zentrale Figur der Geschichte. Er zwingt den zurückgezogenen Benjamin dazu, sich auf die Welt einzulassen - rauszukommen aus seiner Komfortzone und Isolation. So entsteht eine Geschichte, die zeigt, wie unerwartete Begegnungen neue Lebenswege eröffnen können. Trotz des Tempos, hatte das Buch für mich einige Längen und mich hier und da verloren. Rob Perry zeichnet seine Charaktere mit viel Liebe zu skurrilen Persönlichkeiten und am Ende muss ich sagen: Der einzig Normale war der Hund!

















