Death Valley

Death Valley

Hardback
3.88

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Description

Ein gewisser Steven Uhly, seines Zeichens eingefleischter Menschenfeind, der versucht, es nicht zu sein, erfährt vom tödlichen Absturz seiner Mutter im kalifornischen Death Valley. Er macht sich auf den Weg von Deutschland nach Las Vegas und weiter mit dem Auto quer durch das Tal des Todes, um seine Mutter zu beerdigen. Zeitgleich fährt der Sohn ihres Lebensgefährten, ein gewisser Hans Butt, an denselben Ort – denn das Paar ist gemeinsam abgestürzt. Da kein Testament existiert, ist fraglich, welcher der beiden Söhne das heimliche Wettrennen zurück ins elterliche Haus gewinnt, das tief in der Eifel liegt und voller wertvoller Antiquitäten und heimlich versteckter Goldbarren stecken soll. Doch zunächst müssen sich die beiden ungleichen Söhne dem Amerika von Donald Trump stellen. Sie erleben absurde Situationen, werden in politische Intrigen verwickelt und wissen manchmal nicht mehr, wie ihnen geschieht. Und wie ganz nebenbei zaubert der Autor dem Leser Fragen darüber vor Augen, ob das, was er da liest, nun Autofiktion ist oder eben nicht und ob er lachen darf angesichts dessen, was da nun wirklich geschieht oder frei erfunden sein mag. Wieder einmal reißt uns Steven Uhly mit in sein virtuoses und höchst unterhaltsames Spiel aus Finten und Fährten und er stellt Fragen nach Wahrheit und Lüge und vorschnellen Urteilen. Ein urkomisches und trauriges, ein verrücktes und weises Buch, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann zieht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
284
Price
22.70 €

Author Description

STEVEN UHLY, Jahrgang ’64, hat in Köln, Bonn, Valencia, Paris, Lissabon, Belém do Pará und Porto Alegre gelebt und reist, seit er sich mit seiner Familie in München niedergelassen hat, durch die Geschichten, die er uns erzählt. Er hat verrückte, epische, dramatische und sehr lustige Texte verfasst und überrascht mit jedem neuen Buch. Sein Erstling »Mein Leben in Aspik« wurde 2010 von Florian Illies als »fulminantes Debut« gefeiert, 2022 glänzte die Regisseurin Friederike Drews mit einer Inszenierung des Stoffes am Deutschen Theater Berlin. Sein zweiter Roman »Adams Fuge« wurde 2011 mit dem Tukan-Preis der Stadt München ausgezeichnet. »Glückskind« wurde 2012 erfolgreich von Michael Verhoeven verfilmt und ist seit Jahren fester Bestandteil des Vorweihnachtsprogramms von ARD und ARTE. »Königreich der Dämmerung« (2014) gilt als episches Meisterwerk. Für »Die Summe des Ganzen« (2022) erhielt er den Hermann-Hesse-Förderpreis der Stadt Karlsruhe. Und was vielleicht am wichtigsten ist: Er hat eine treue Fangemeinde, die auf alles gefasst ist.

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3.5

"Meine Mutter beschließt: Jetzt wird gestorben, und Gerd springt hinterher, wie er es immer getan hat." Gestorben sind sie auch noch ausgerechnet im Death Valley, im Land Trumps und seinen Anhängern den MAGA's, make America great again. Die Mutter vom Pferd gestürzt in einen Canon, und Gerd stirbt bei dem Versuch sie zu retten. Also lässt der 60-jährige Steven seine schwangere Frau mit den Kindern in Deutschland zurück und fliegt nach Las Vegas um von da aus zur Unglücksstätte zu fahren um seine Mutter, ja, was mit ihr machen? Vor Ort beerdigen? Eigentlich auch nicht so wichtig. Hauptsache vor Hans, dem Sohn von Gerd, dem Lebensgefährten von seiner Mutter, wieder in Deutschland sein und die Antiquitäten aus dem Haus holen. "Aber so ist alles ein heimliches Wettrennen." Es ist eine verrückte Reise in und durch die heiße amerikanische Wüste. Der Protagonist mit Namen Steven Uhly ist ein zynischer, unsympathischer Misantrop, der sich für den tollsten Typen hält und ich frage mich, warum der namensgleiche Autor sich so darstellt. Es wird gelästert, sich über Übergewichtige Menschen hergemacht. Das hat mich richtig geärgert. Auch die Beurteilungen von Frauenkörpern ist mir richtig auf die Nerven gegangen und wieder frage ich mich, was der Autor damit bezweckt, denn ich halte ihn nicht für so unklug, dass er nicht etwas damit bezwecken möchte. Es gibt viele Parallelen zu dem "echten" Steven Uhly. Auch er ein Sohn einer deutschen Mutter und einem bengalischen Vater, das Aussehen nicht typisch deutsch. Am Ende fliegt Steven wieder zurück nach Deutschland. "Endlich wieder da wo ich hingehöre: im Niemandsland zwischen Heimat und Fremde. Die deutschen sehen mich als Ausländer, die Ausländer auch." Und so versöhnt mich das Ende mit einer schonungslosen Reflektion und einem Gefühl von Verständnis für einen Menschen, der sich zerrissenen fühlt.

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