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Tolle Welt, aber zu viel Agenda und zu wenig Tempo
Samantha Shannon liefert mit Die Thronfolgerin einen weiteren Band aus ihrem bekannten High-Fantasy-Universum. Wie schon in den Vorgängern überzeugt das Worldbuilding durch viel Detailreichtum und eine faszinierende, vielfältige Welt. Leider braucht die Geschichte aber sehr lange, um in Fahrt zu kommen — die eigentliche Spannung kommt erst im letzten Viertel des Buches wirklich auf. Bis dahin kämpft man sich durch viele Erklärungen, Ortswechsel und eine Vielzahl von Charakteren. Ein großes Problem war für mich die schiere Menge an Perspektivwechseln und fremden Namen. Gerade am Anfang erschwert das den Lesefluss erheblich. Zwar fügen sich die vielen Handlungsstränge am Ende einigermaßen zusammen, doch bis dahin fühlt man sich oft eher erschlagen als mitgerissen. Was mir außerdem negativ aufgefallen ist: Die Autorin baut extrem viele gleichgeschlechtliche Beziehungen und Identitätsthemen ein. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Diversität, starken Frauenfiguren oder queeren Charakteren — das haben auch die ersten beiden Bücher gut gezeigt. Hier wirkt es jedoch überladen und oft bemüht, als müsse zwanghaft jede Form von Diversität abgedeckt werden, ohne dass es der Geschichte wirklich dient. Ein Beispiel ist etwa der beiläufige Hinweis, dass eine Alchemistin jetzt ein Alchemist ist — das wirkt aufgesetzt und trägt nichts zur Handlung bei. Im Vergleich zu den Vorgängern schwingt hier deutlich mehr Ideologie mit, was den Lesegenuss für mich getrübt hat. Insgesamt bleibt ein solider Fantasy-Roman mit großartiger Welt und vielen interessanten Ideen, der aber unter seinem langsamen Tempo, den häufigen Perspektivwechseln und dem übertriebenen Diversitätsansatz leidet. Fans des Universums können durchaus zugreifen, sollten aber Geduld mitbringen.
Jun 15, 2025
Tolle Welt, aber zu viel Agenda und zu wenig Tempo
Samantha Shannon liefert mit Die Thronfolgerin einen weiteren Band aus ihrem bekannten High-Fantasy-Universum. Wie schon in den Vorgängern überzeugt das Worldbuilding durch viel Detailreichtum und eine faszinierende, vielfältige Welt. Leider braucht die Geschichte aber sehr lange, um in Fahrt zu kommen — die eigentliche Spannung kommt erst im letzten Viertel des Buches wirklich auf. Bis dahin kämpft man sich durch viele Erklärungen, Ortswechsel und eine Vielzahl von Charakteren. Ein großes Problem war für mich die schiere Menge an Perspektivwechseln und fremden Namen. Gerade am Anfang erschwert das den Lesefluss erheblich. Zwar fügen sich die vielen Handlungsstränge am Ende einigermaßen zusammen, doch bis dahin fühlt man sich oft eher erschlagen als mitgerissen. Was mir außerdem negativ aufgefallen ist: Die Autorin baut extrem viele gleichgeschlechtliche Beziehungen und Identitätsthemen ein. Grundsätzlich habe ich kein Problem mit Diversität, starken Frauenfiguren oder queeren Charakteren — das haben auch die ersten beiden Bücher gut gezeigt. Hier wirkt es jedoch überladen und oft bemüht, als müsse zwanghaft jede Form von Diversität abgedeckt werden, ohne dass es der Geschichte wirklich dient. Ein Beispiel ist etwa der beiläufige Hinweis, dass eine Alchemistin jetzt ein Alchemist ist — das wirkt aufgesetzt und trägt nichts zur Handlung bei. Im Vergleich zu den Vorgängern schwingt hier deutlich mehr Ideologie mit, was den Lesegenuss für mich getrübt hat. Insgesamt bleibt ein solider Fantasy-Roman mit großartiger Welt und vielen interessanten Ideen, der aber unter seinem langsamen Tempo, den häufigen Perspektivwechseln und dem übertriebenen Diversitätsansatz leidet. Fans des Universums können durchaus zugreifen, sollten aber Geduld mitbringen.
Jun 15, 2025








