Dark Noise
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Description
Zafer arbeitet als freiberuflicher Bildretuscheur. Und er ist der Beste. Er kann sogar die Wassertropfen auf einer Sektflasche so täuschend echt nachbilden, dass der Betrachter seiner Filmsequenzen glaubt, er würde sich darin spiegeln. Einen Mann in das Überwachungsvideo einer Tiefgarage einzufügen ist dagegen ein Kinderspiel. Merkwürdig ist nur, dass dieser Auftrag anonym war.
Tage später erkennt Zafer durch Zufall eines seiner Videos in den Nachrichten über einen Journalistenmord wieder. Es zeigt, wie der mutmaßliche Täter den Tatort, eine Tiefgarage, verlässt.
In Wirklichkeit ist der Mann nie dort gewesen. Aber das weiß nur Zafer.
Book Information
Author Description
Margit Ruile wurde 1967 in Augsburg geboren. Sie studierte an der Münchner Filmhochschule, wo sie nach ihrem Abschluss mehr als zehn Jahre in der Lehre tätig war, drehte Dokumentationen und arbeitete als Drehbuchlektorin. Auch das Geschichtenerzählen lernte sie zuerst beim Film. Später fand sie dann heraus, dass Schreiben sich anfühlt, wie im Schneideraum zu sitzen - mit dem riesengroßen Vorteil, dass man die fehlenden Szenen nicht nachdrehen muss, sondern einfach erfinden kann. Margit Ruile lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in München.
Posts
Potenzial nicht genutzt - eher langweilig Meinung Mit einem rasanten Start wird der Leser mitten in die Handlung katapultiert. Zafer, der Hauptakteur des Buches erhält einen anonymen Auftrag und am nächsten Tag betrachtet er sein Werk im Fernsehen im Zusammenhang mit einem Journalistenmord. Nur er und der Leser kennen die Wahrheit. Zafer erhält für seine Arbeit eine ordentliche Summe Geld und einen neuen Auftrag, für den er ebenfalls eine deutlich höhere Summe Geld bekommt. Es ist erstaunlich, dass er sich wegen der Aufträge wundert, aber keine weiteren Fragen an sein Handeln stellt. Was ist Zafers Motivation? Seine introvertierte Persönlichkeit erleichtert es beim Lesen nicht gerade, ein positives Bild von ihm zu gewinnen. Er scheint nicht mal annähernd in der Lage zu sein eine halbwegs vernünftige Konversation mit einem anderen Menschen zu führen. Für ihn zählen seine kleinen „Monster“, die er während seiner Arbeit erschafft. Diese „Monster“ platziert er dann in einer Fernsehsendung, die er retuschiert. Als die Handlung etwas brenzlig wird und ein nicht identifizierbarer Erzähler das Ruder übernimmt, bremst sich die Geschichte total aus: Woher kommt dieser Erzähler und wer ist das? Ich dachte die ganze Zeit, es handelt sich dabei um seinen Auftraggeber Laurin, das hielt ich dann doch eher für unwahrscheinlich. Das Problem ist nämlich, dass schon kurz darauf erneut eine neue Stimme auftaucht. Emily ist ein Mädchen, dem Zafer zufällig auf der Straße begegnet. Ihre Begegnung bleibt allerdings nicht ohne Folgen. Emily stellt fest, dass Zafer etwas mit Argos zu tun hat. Also ist er automatisch ihr Feind. Argos ist ein großes Sicherheitsunternehmen in der Stadt, das für die Überwachung des öffentlichen Raumes zuständig ist. In sämtlichen Straßenlaternen und Ecken befinden sich Überwachungskameras mit Gesichtserkennungssoftware. Emily selbst gehört zu Dark Noise, eine Untergrundorganisation, die sich zum Ziel gemacht hat, gegen Argos zu kämpfen. Durch Emily lernt man die Kehrseite kennen und findet ein wenig mehr zu dem Unternehmen heraus und zu den Hintergrundmännern bei Argos und Dark Noise. Genau das zieht sich dann über 300 Seiten hinweg. Der rasante Einstieg passt zu der Geschichte, es ist auch in Ordnung, dass erst mal vieles offen bleibt. Es ist nur schwierig, wenn Erzähler wechseln und es dann schwierig wird, der Handlung noch zu folgen. Mir ist irgendwie nicht ganz klar gewesen, welche der Figuren jetzt genau im Fokus steht und aus welchem Grund. Lediglich der Konflikt zwischen dem Unternehmen und der Untergrundorganisation zog sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. In den letzten 100 Seiten der Geschichte „klärt“ sich die Handlung ein wenig, doch bleiben viele Fragen noch offen und damit ist die Auflösung der Geschichte auch nicht sonderlich zufriedenstellend. Fazit »Dark Noise« hat aufgrund seiner aktuellen Thematik wie der künstlichen Intelligenz, die permanente Überwachung des öffentlichen Raumes und dem Datenschutz ein großes Potenzial. Allerdings wird das nicht genutzt und das führt dazu, dass das Buch eher langweilig und lieblos daherkommt. Aus dieser Grundlage wäre deutlich mehr herauszuholen gewesen, und wenn ich an die Zielgruppe denke, hätte es deutlich informativer sein können. Ich danke dem Loewe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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Zafer arbeitet als freiberuflicher Bildretuscheur. Und er ist der Beste. Er kann sogar die Wassertropfen auf einer Sektflasche so täuschend echt nachbilden, dass der Betrachter seiner Filmsequenzen glaubt, er würde sich darin spiegeln. Einen Mann in das Überwachungsvideo einer Tiefgarage einzufügen ist dagegen ein Kinderspiel. Merkwürdig ist nur, dass dieser Auftrag anonym war.
Tage später erkennt Zafer durch Zufall eines seiner Videos in den Nachrichten über einen Journalistenmord wieder. Es zeigt, wie der mutmaßliche Täter den Tatort, eine Tiefgarage, verlässt.
In Wirklichkeit ist der Mann nie dort gewesen. Aber das weiß nur Zafer.
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Author Description
Margit Ruile wurde 1967 in Augsburg geboren. Sie studierte an der Münchner Filmhochschule, wo sie nach ihrem Abschluss mehr als zehn Jahre in der Lehre tätig war, drehte Dokumentationen und arbeitete als Drehbuchlektorin. Auch das Geschichtenerzählen lernte sie zuerst beim Film. Später fand sie dann heraus, dass Schreiben sich anfühlt, wie im Schneideraum zu sitzen - mit dem riesengroßen Vorteil, dass man die fehlenden Szenen nicht nachdrehen muss, sondern einfach erfinden kann. Margit Ruile lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in München.
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Potenzial nicht genutzt - eher langweilig Meinung Mit einem rasanten Start wird der Leser mitten in die Handlung katapultiert. Zafer, der Hauptakteur des Buches erhält einen anonymen Auftrag und am nächsten Tag betrachtet er sein Werk im Fernsehen im Zusammenhang mit einem Journalistenmord. Nur er und der Leser kennen die Wahrheit. Zafer erhält für seine Arbeit eine ordentliche Summe Geld und einen neuen Auftrag, für den er ebenfalls eine deutlich höhere Summe Geld bekommt. Es ist erstaunlich, dass er sich wegen der Aufträge wundert, aber keine weiteren Fragen an sein Handeln stellt. Was ist Zafers Motivation? Seine introvertierte Persönlichkeit erleichtert es beim Lesen nicht gerade, ein positives Bild von ihm zu gewinnen. Er scheint nicht mal annähernd in der Lage zu sein eine halbwegs vernünftige Konversation mit einem anderen Menschen zu führen. Für ihn zählen seine kleinen „Monster“, die er während seiner Arbeit erschafft. Diese „Monster“ platziert er dann in einer Fernsehsendung, die er retuschiert. Als die Handlung etwas brenzlig wird und ein nicht identifizierbarer Erzähler das Ruder übernimmt, bremst sich die Geschichte total aus: Woher kommt dieser Erzähler und wer ist das? Ich dachte die ganze Zeit, es handelt sich dabei um seinen Auftraggeber Laurin, das hielt ich dann doch eher für unwahrscheinlich. Das Problem ist nämlich, dass schon kurz darauf erneut eine neue Stimme auftaucht. Emily ist ein Mädchen, dem Zafer zufällig auf der Straße begegnet. Ihre Begegnung bleibt allerdings nicht ohne Folgen. Emily stellt fest, dass Zafer etwas mit Argos zu tun hat. Also ist er automatisch ihr Feind. Argos ist ein großes Sicherheitsunternehmen in der Stadt, das für die Überwachung des öffentlichen Raumes zuständig ist. In sämtlichen Straßenlaternen und Ecken befinden sich Überwachungskameras mit Gesichtserkennungssoftware. Emily selbst gehört zu Dark Noise, eine Untergrundorganisation, die sich zum Ziel gemacht hat, gegen Argos zu kämpfen. Durch Emily lernt man die Kehrseite kennen und findet ein wenig mehr zu dem Unternehmen heraus und zu den Hintergrundmännern bei Argos und Dark Noise. Genau das zieht sich dann über 300 Seiten hinweg. Der rasante Einstieg passt zu der Geschichte, es ist auch in Ordnung, dass erst mal vieles offen bleibt. Es ist nur schwierig, wenn Erzähler wechseln und es dann schwierig wird, der Handlung noch zu folgen. Mir ist irgendwie nicht ganz klar gewesen, welche der Figuren jetzt genau im Fokus steht und aus welchem Grund. Lediglich der Konflikt zwischen dem Unternehmen und der Untergrundorganisation zog sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. In den letzten 100 Seiten der Geschichte „klärt“ sich die Handlung ein wenig, doch bleiben viele Fragen noch offen und damit ist die Auflösung der Geschichte auch nicht sonderlich zufriedenstellend. Fazit »Dark Noise« hat aufgrund seiner aktuellen Thematik wie der künstlichen Intelligenz, die permanente Überwachung des öffentlichen Raumes und dem Datenschutz ein großes Potenzial. Allerdings wird das nicht genutzt und das führt dazu, dass das Buch eher langweilig und lieblos daherkommt. Aus dieser Grundlage wäre deutlich mehr herauszuholen gewesen, und wenn ich an die Zielgruppe denke, hätte es deutlich informativer sein können. Ich danke dem Loewe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.






