Coin Locker Babys

Coin Locker Babys

Hardback
4.110
MordHomesexualitätKindheitDystopie

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Description

Hashi und Kiku wurden nach ihrer Geburt in Münzschließfächern zurückgelassen. Die beiden Jungs verbringen ihre Jugend zunächst im Waisenhaus und später bei Pflegeeltern auf einer verlassenen Insel, bevor sie schließlich in die Stadt ziehen, um die Frauen, die sie wegegeben hatten, zu finden und zu vernichten. Gemeinsam oder getrennt ist ihre Reise vom Münzschließfach zu einem atemberaubenden, wilden Höhepunkt eine Achterbahnfahrt durch die unheimliche Landschaft eines Japan im späten zwanzigsten Jahrhundert. Nachdem sie ihre Zieheltern verlassen hatten zieht es beide ins Giftghetto, eine von Freaks und Strichern belebte Gegend. Während sich Hashi zu einem bisexuellen Rocksänger entwickelt, Star in dieser exotischen Halbwelt, sucht Kiku, seine Rache in Gesellschaft seiner Freundin, einem Modell, die ihre Wohnung in einen tropischen Sumpf für ihr Krokodil umgewandelt hat. Doch die Rachepläne die Kiku verolgt gehen weiter als blos seine Mutter zu finden … 'Coin Locker Babys' nennt man in öffentliche Schließfächer abgelegte Neugeborene. Diese Praxis findet man häufig in Japan oder China vor. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass ein Baby dies überlebt. Coin Locker Babys ist eine surreale Coming-of-Age-Geschichte in einem Japan der nahen Zukunft, die Ryu Murakami als einen der einfallsreichsten Autoren der Welt etablierte.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
560
Price
25.60 €

Posts

3
All
4.5

Dieser Roman hat so viele verschiedene Handlungen unserer Protagonisten das ich niemandem wirklich erklären können worum es eigentlich geht in Coin Locker Babys. Ein wilder Ritt von Anfang bis Ende und doch sehr emotional und tiefgehend. Wirklich einmalig. Datura!

4

Im Gegensatz zu Murakamis Kurzromanen, die jeweils nur einen kleinen Auschnitt aus dem Leben der Protagonisten zeigen, begleitet man hier Kiku und Hashi von ihrem grausamen Start ins Leben bis ins frühe Erwachsenenalter, was die Charaktere ungleich vielschichtiger und lebendiger erscheinen lässt. Wohl auch deswegen ein Roman, der besonders an Herz und Nieren geht und nur schwer zu verdauen ist.

5

In Ryu Murakamis Werk, das nun nach 35 Jahren auch in der deutschen Übersetzung erschien, geht es primär um zwei Jungen, die als Säuglinge von ihren Müttern in Münzschließfächern am Bahnhof ausgesetzt wurden. Die beiden überleben wie durch ein Wunder und begegnen sich durch Zufall im selben Waisenhaus. Hashi und Kiku sind anfangs unzertrennlich, werden auch zusammen adoptiert und verlassen mit 16 das Elternhaus. Beide verarbeiten ihr Säuglingstrauma mit unterschiedlichen Ausprägungen des Wahnsinns. Hashi ist auf der Suche nach einem Ursprungsklang, den er einst vernahm, der das schlagende Herz seiner Mutter ist. Er wird daraufhin Musiker, lebt zeitlang in Tokios "Giftghetto" und formiert später eine Band, wird sehr erfolgreich [besonders aufgrund seiner Hintergrundgeschichte]. Kiku hingegegen ist ein Leichtathletikass im Stabhochsprung, was ihm im Laufe des Buches immer wieder zugute kommt. Als Hashi eines Tages verschwindet, geht er auf die Suche nach ihm. Dabei trifft er auf das Mädchen Anemone, das ein ausgewachsenes [4 Meter langes] Krokodil als Haustier hält und in einem Loft lebt, das sie zum Sumpf umfunktionierte. Kiku erfährt irgendwann von einer Substanz namens "Datura", mit der er ganz Tokio am liebsten auslöschte. Das Setting ist ein leicht futuristisches und surreales Tokio, mitsamt Umgebung. Murakami schreibt SEHR detailreich und offen über [homo-]sexuelle Praktiken, Gewalt und eine Menge Wahnsinn. Beide Jungen tragen diesen Wahnsinn in sich und dieser führt sie an gewisse Erkenntnisgrenzen. Ich war gespannt darauf, wie "der andere Murakami" schreibt und er ist tatsächlich noch skurriler, surrealistischer und fantastischer als Haruki Murakami in seinem Schreiben. Mir gefiel dieser Roman in all seine grotesken und wahnsinnigen Zügen sehr gut und keine der Figuren blieb blass, jede bekam eine Hintergrundgeschichte. Die abwechselnden Perspektiven, die ein auktorialer Erzähler beschreibt, sind gelungen und atmosphärisch! Eindeutige Empfehlung meinerseits. [Und großen Dank an die liebe Anja fürs Empfehlen :]

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