Botanik des Wahnsinns: Roman
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Dieses Buch hat mich echt erwischt. Allein dieser Satz: „Ich wollte eine Mutter. Keine Patientin, keine Tote.“ – hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da ist kein großes Drama, keine Effekthascherei, nur dieser ehrliche Schmerz, der bleibt, auch wenn man ihn in Worte fasst. Leon Engler schreibt über Verlust, Krankheit, Familie – aber vor allem über das Aushalten. „Ich muss mich geschlagen geben. Es ist nicht mein Kampf, den ich verliere. Aber ich verliere dennoch. Ich verliere meine Eltern.“ Das sitzt. Und das zieht sich durchs ganze Buch: dieses Ringen mit Nähe, mit Ohnmacht, mit dem Versuch, heil zu bleiben. Ich musste beim Lesen an Édouard Louis und Didier Eribon denken – beide haben ja schonungslos gezeigt, wie man durch Schreiben versucht, die eigene Familie zu verstehen, „den generellen Schmerz“ und „die Furcht vor der Vererbung“. Engler steht da irgendwie in derselben Reihe, aber auf seine ganz eigene, ruhigere Art. Weniger Wut, mehr leises Aushalten. Ich gebe diesem Buch volle fünf Sterne. Weil es ehrlich ist, mutig, und weil es weh tut – aber auf eine Art, die etwas in Bewegung bringt. Kein leichtes Buch, aber eins, das bleibt.
Gute Nacht liebe böse Mama. Gute Nacht lieber böser Papa.
Es hat mit mir etwas gemacht. Am Anfang dachte ich Antworten zu erhalten. Doch diese Sätze zu Beginn und Ende des Buches, verstehen zu können, ist mehr Wert. Traumata, eigene oder die der Vorfahren sind nicht böse, sondern magisch. Potential, das falsch Kategorisiert einengt, frei interpretiert jedoch den Wahnsinnigen zum Sehenden macht. Die Analyse der Analyse stößt an ihre Grenzen und vergisst den Mensch als Teil der Natur. Danke für die Geschichte, die selbst das Ergebnis ist einer Vergangenheitsbewältigung und die Möglichkeit zeigt aus einem vererbten Berg Müll selbst ein Literarisches Werk zu schaffen. Denn die Rückseite ein jeder Rechnung, bezahlt oder nicht, bietet Leeren Raum zum kreativ werden. Es kann weitergelebt werden oder umgeschrieben werden. Dafür sind nicht die Traumata der Vorfahren verantwortlich. Aus Fehlern zu lernen ist entscheidend. Nicht die Fehler der Anderen zu analysieren, sondern zu reagieren. Anders machen kann immer ich es...und anders machen muss ich es...
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Dieses Buch hat mich echt erwischt. Allein dieser Satz: „Ich wollte eine Mutter. Keine Patientin, keine Tote.“ – hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da ist kein großes Drama, keine Effekthascherei, nur dieser ehrliche Schmerz, der bleibt, auch wenn man ihn in Worte fasst. Leon Engler schreibt über Verlust, Krankheit, Familie – aber vor allem über das Aushalten. „Ich muss mich geschlagen geben. Es ist nicht mein Kampf, den ich verliere. Aber ich verliere dennoch. Ich verliere meine Eltern.“ Das sitzt. Und das zieht sich durchs ganze Buch: dieses Ringen mit Nähe, mit Ohnmacht, mit dem Versuch, heil zu bleiben. Ich musste beim Lesen an Édouard Louis und Didier Eribon denken – beide haben ja schonungslos gezeigt, wie man durch Schreiben versucht, die eigene Familie zu verstehen, „den generellen Schmerz“ und „die Furcht vor der Vererbung“. Engler steht da irgendwie in derselben Reihe, aber auf seine ganz eigene, ruhigere Art. Weniger Wut, mehr leises Aushalten. Ich gebe diesem Buch volle fünf Sterne. Weil es ehrlich ist, mutig, und weil es weh tut – aber auf eine Art, die etwas in Bewegung bringt. Kein leichtes Buch, aber eins, das bleibt.
Gute Nacht liebe böse Mama. Gute Nacht lieber böser Papa.
Es hat mit mir etwas gemacht. Am Anfang dachte ich Antworten zu erhalten. Doch diese Sätze zu Beginn und Ende des Buches, verstehen zu können, ist mehr Wert. Traumata, eigene oder die der Vorfahren sind nicht böse, sondern magisch. Potential, das falsch Kategorisiert einengt, frei interpretiert jedoch den Wahnsinnigen zum Sehenden macht. Die Analyse der Analyse stößt an ihre Grenzen und vergisst den Mensch als Teil der Natur. Danke für die Geschichte, die selbst das Ergebnis ist einer Vergangenheitsbewältigung und die Möglichkeit zeigt aus einem vererbten Berg Müll selbst ein Literarisches Werk zu schaffen. Denn die Rückseite ein jeder Rechnung, bezahlt oder nicht, bietet Leeren Raum zum kreativ werden. Es kann weitergelebt werden oder umgeschrieben werden. Dafür sind nicht die Traumata der Vorfahren verantwortlich. Aus Fehlern zu lernen ist entscheidend. Nicht die Fehler der Anderen zu analysieren, sondern zu reagieren. Anders machen kann immer ich es...und anders machen muss ich es...







