Dieses Buch hat mich echt erwischt. Allein dieser Satz: „Ich wollte eine Mutter. Keine Patientin, keine Tote.“ – hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da ist kein großes Drama, keine Effekthascherei, nur dieser ehrliche Schmerz, der bleibt, auch wenn man ihn in Worte fasst. Leon Engler schreibt über Verlust, Krankheit, Familie – aber vor allem über das Aushalten. „Ich muss mich geschlagen geben. Es ist nicht mein Kampf, den ich verliere. Aber ich verliere dennoch. Ich verliere meine Eltern.“ Das sitzt. Und das zieht sich durchs ganze Buch: dieses Ringen mit Nähe, mit Ohnmacht, mit dem Versuch, heil zu bleiben. Ich musste beim Lesen an Édouard Louis und Didier Eribon denken – beide haben ja schonungslos gezeigt, wie man durch Schreiben versucht, die eigene Familie zu verstehen, „den generellen Schmerz“ und „die Furcht vor der Vererbung“. Engler steht da irgendwie in derselben Reihe, aber auf seine ganz eigene, ruhigere Art. Weniger Wut, mehr leises Aushalten. Ich gebe diesem Buch volle fünf Sterne. Weil es ehrlich ist, mutig, und weil es weh tut – aber auf eine Art, die etwas in Bewegung bringt. Kein leichtes Buch, aber eins, das bleibt.
Nov 9, 2025
Dieses Buch hat mich echt erwischt. Allein dieser Satz: „Ich wollte eine Mutter. Keine Patientin, keine Tote.“ – hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da ist kein großes Drama, keine Effekthascherei, nur dieser ehrliche Schmerz, der bleibt, auch wenn man ihn in Worte fasst. Leon Engler schreibt über Verlust, Krankheit, Familie – aber vor allem über das Aushalten. „Ich muss mich geschlagen geben. Es ist nicht mein Kampf, den ich verliere. Aber ich verliere dennoch. Ich verliere meine Eltern.“ Das sitzt. Und das zieht sich durchs ganze Buch: dieses Ringen mit Nähe, mit Ohnmacht, mit dem Versuch, heil zu bleiben. Ich musste beim Lesen an Édouard Louis und Didier Eribon denken – beide haben ja schonungslos gezeigt, wie man durch Schreiben versucht, die eigene Familie zu verstehen, „den generellen Schmerz“ und „die Furcht vor der Vererbung“. Engler steht da irgendwie in derselben Reihe, aber auf seine ganz eigene, ruhigere Art. Weniger Wut, mehr leises Aushalten. Ich gebe diesem Buch volle fünf Sterne. Weil es ehrlich ist, mutig, und weil es weh tut – aber auf eine Art, die etwas in Bewegung bringt. Kein leichtes Buch, aber eins, das bleibt.
Nov 9, 2025







